MTA Mediathek & Podcast
Ansprache Lesen
Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.
Zusammenfassung
Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
Für Kinder
Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.
To Dos
Praktische Umsetzung als Checkliste.
Quiz (Deutsch)
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Quiz (Urdu)
Teste dein Wissen mit Fragen in Urdu.
Aktionsplan
Wöchentlicher Umsetzungsplan vom Missionary Incharge Büro basierend auf der Khutba
Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles
MTA GermanyDeutsche Übersetzung
قُلۡ لَّوۡ شَآءَ اللّٰہُ مَا تلوۡتُہٗ عَلَیۡکُمۡ وَلَاۤ اَدۡرٰٮکُمۡ بِہٖ ۫ۖ فَقَدۡ لَبِثۡتُ فِیۡکُمۡ عُمُرًا مِّنۡ قَبۡلِہٖ ؕ اَفَلَا تَعۡقِلُوۡنَ ﴿۱۷﴾ فَمَنۡ اَظۡلَمُ مِمَّنِ افۡتَرٰی عَلَی اللّٰہِ کَذِبًا اَوۡ کَذَّبَ بِاٰیٰتِہٖ ؕ اِنَّہٗ لَا یُفۡلِحُ الۡمُجۡرِمُوۡنَ ﴿۱۸﴾
Die Übersetzung dieser Verse lautet: Sprich: „Hätte Allah es gewollt, so hätte ich ihn euch nicht vorgetragen, noch hätte Er ihn euch kundgemacht. Ich habe doch fürwahr ein Menschenalter unter euch gelebt vor diesem. Wollt ihr denn nicht begreifen?“ Wer ist wohl sündiger als jener, der eine Lüge wider Allah erdichtet oder Seine Zeichen als Lügen behandelt? Wahrlich, die Schuldigen haben keinen Erfolg.
Der höchste Maßstab der Wahrhaftigkeit
Aktuell werden verschiedene Aspekte aus dem Leben des Heiligen Propheten (saw) thematisiert. Heute wird es um seine herausragenden Charaktereigenschaften der Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe gehen. In der Biografie des Heiligen Propheten (saw) finden sich derart erhabene Beispiele seiner Wahrhaftigkeit, dass selbst seine Feinde nicht umhinkamen, seinen höchsten Maßstab an Wahrhaftigkeit anzuerkennen. Genau diesen Maßstab seiner Wahrhaftigkeit hat Allah der Erhabene im Heiligen Qur’an in jenen Versen dargelegt, die ich eingangs rezitiert habe. Er ließ ihn verkünden: „Sag ihnen, ich habe niemals und unter keinen Umständen gelogen. Ich habe stets an der Wahrheit festgehalten, und ihr könnt dies bezeugen. Würde ich nun ausgerechnet über Allah den Erhabenen eine Lüge ersinnen und behaupten, ich brächte eine Religion, die nicht von Ihm stammt? Das ist schlichtweg unmöglich.“
Gleichzeitig wies er (saw) seine Anhänger an: „Nun, da ihr mir folgt und den Eid abgelegt habt, mich zu befolgen, müsst auch ihr höchste Maßstäbe der Wahrhaftigkeit an den Tag legen.“ Folglich müssen wir uns heute alle diesbezüglich selbst überprüfen, denn es sind genau diese hohen Maßstäbe der Wahrhaftigkeit, die in jedem Augenblick unseres Lebens die Garanten für Erfolg sind und uns die Wege für Tabligh [Verbreitung der Botschaft des Islam] öffnen. Als Hadhrat Musleh Mau’ud (ra) das reine Leben des Gesandten Allahs (saw) in einer Khutba erwähnte, schrieb oder sagte er: Wir sehen am Heiligen Propheten (saw), dass selbst seine Feinde seine Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit eingestanden und keinerlei diesbezügliche Vorwürfe gegen ihn erheben konnten. Vielmehr bezeugten selbst seine erbittertsten Feinde seine Reinheit und Makellosigkeit.
Das Zeugnis der Feinde in Mekka
So versammelte man sich einst in Mekka, um zu beraten, was man den Leuten, die von außerhalb in die Stadt kämen und nach Muhammad (saw) fragen würden, antworten solle. Man sagte: Lasst uns eine gemeinsame Antwort formulieren, damit wir uns nicht in Widersprüche verstricken. Wir geraten ohnehin schon in Verruf, weil der eine dies und der andere das sagt. Beschließt daher eine einheitliche Aussage für diejenigen, die zur Pilgerfahrt anreisen. Daraufhin schlug einer vor: „Sagen wir einfach, dass er gewohnheitsmäßig lügt und alles, was er spricht, erlogen ist.“
Als ein Mann namens Nadr bin Harith dies hörte, stand er auf und entgegnete: „Das dürft ihr nicht sagen. Wenn ihr das sagt, wird es euch niemand glauben. Die Leute werden erwidern: ‚Muhammad (saw) hat seine ganze Jugend unter euch verbracht. Damals galt er bei euch als der frommste, ehrlichste und vertrauenswürdigste Mensch. Und nun, da sein Haar an den Schläfen ergraut ist und er euch diese Lehre – die Lehre des Islam – gebracht hat, behauptet ihr plötzlich, er sei ein Lügner?‘ Bei Gott, unter diesen Umständen kann er unmöglich ein Lügner sein.“ Auf die Erwiderung dieses Mannes hin sahen alle ihren Fehler ein und begannen, sich statt dieses Vorwurfs etwas anderes auszudenken. Welch eine treffende Wahrheit dieser Mann doch aussprach! Hätten sie dem Heiligen Propheten (saw) zuvor jemals eine Lüge nachsagen können, hätte man ihnen nun vielleicht Glauben geschenkt. Doch wenn sie ihn sein ganzes bisheriges Leben lang als wahrhaftig bezeichnet hatten – wer würde dann plötzlich einem solchen Lügenvorwurf Glauben schenken?
Wahrhaftigkeit unter allen Umständen
Ähnlich verhielt es sich, als Herakleios Abu Sufyan bezüglich des Heiligen Propheten (saw) fragte, ob dieser jemals gelogen habe. Abu Sufyan antwortete: „Bis heute hat er nicht gelogen.“ Später erklärte er, er habe den Zusatz „bis heute“ bewusst gewählt, um den Verdacht zu säen, er könne es womöglich in Zukunft tun. Ein anderes Mal bestieg der Heilige Prophet (saw) einen Berg und rief die Menschen zusammen. Ich habe diese Begebenheit bereits früher erzählt, doch nun erwähne ich sie im Kontext der Wahrhaftigkeit. Als sie sich versammelt hatten, fragte er: „Wenn ich euch berichten würde, dass sich in jenem Tal eine Armee versammelt hat, die euch angreifen will, würdet ihr mir glauben?“ Sie antworteten: „Ja, wir würden es glauben“ – und das, obwohl sich unbemerkt von den Mekkanern unmöglich eine derart große Armee so nah hätte versammeln können.
Dass diese Leute bereit waren, eine solch scheinbar unmögliche Sache allein aufgrund seiner Worte zu glauben, zeigt, wie unerschütterlich sie von seiner Ehrlichkeit überzeugt waren. Sie hielten es für schlichtweg unmöglich, dass er lügen oder sie täuschen könnte. In diesem Zusammenhang führte er weiter aus: Was genau war es am Heiligen Propheten (saw), das auf seine Gegner eine solche Wirkung ausübte? Anfänglich war es nicht der Heilige Qur’an, der sie beeindruckte. Die qur’anische Lehre an sich brachte sie nicht dazu, danach zu handeln oder das Bai’at abzulegen. Vielmehr war es das bisheriges Leben von Muhammad (saw). Er hatte stets unter ihnen gelebt; es waren seine Ehrlichkeit, seine Wahrhaftigkeit, seine Aufrichtigkeit und seine Güte, die eine solch tiefgreifende Wirkung zeigten. Bevor er seinen Anspruch erhob, hatte er ihnen den Götzendienst nicht verboten, da es dafür noch kein göttliches Gebot gab – doch er selbst war nie ein Götzendiener gewesen. Es war die absolute Vortrefflichkeit seiner Handlungsweise, die auf sie wirkte, und dieser Eindruck arbeitete innerlich in ihnen.
Vorbildliches Handeln als Grundlage des Erfolgs
Seine Rechtschaffenheit und sein Vorbild hatten eine Wirkung auf die Menschen, und sie konnten sich dem nicht entziehen. Wie ich bereits in der eben erwähnten Begebenheit schilderte, als er in Mekka auf den Berg stieg und fragte, ob sie ihm den Angriff einer feindlichen Armee glauben würden: Obwohl es unmöglich war, sagten die Menschen, sie würden ihm glauben, weil sie wussten, dass er nie etwas Unwahres gesagt hatte. Sie sagten: „Wir haben dich noch nie lügen hören, du warst immer ehrlich und hast stets die Wahrheit gesprochen, weshalb wir auch dies glauben werden.“ Daraufhin entgegnete er: „Gut, wenn dem so ist, dann verkünde ich euch nun eine weitere gewaltige Wahrheit: Gott ist Einer, und Schirk ist eine üble Sache. Betet den einen Gott an und lasst vom Schirk ab, sonst wird euch eine Strafe ereilen.“ Diese Aussage hinterließ bei ihnen keine Wirkung. Sein Leben, seine Taten, seine Wahrhaftigkeit, seine Aufrichtigkeit und seine Güte hatten sie zwar beeindruckt, aber als er diesen Anspruch erhob, blieb dies wirkungslos und sie lehnten es ab.
Tatsache ist also: Das Vorbild und Handeln einer Person müssen so beschaffen sein, dass sie die Mitmenschen beeindrucken. Ist dies gegeben, schafft Allah der Erhabene zu gegebener Zeit die Voraussetzungen dafür, dass sich die Wege für Tabligh öffnen. Und ebendiese Menschen, die zuvor Gegner waren, finden dann Zuflucht im Schoß des Islam und fangen an, den wahren Islam kennenzulernen. Der Verheißene Messias (as) führt hierzu aus: Genauso bescherte Gott unserem geliebten Meister, dem Heiligen Propheten des letzten Zeitalters (saw), der der Größte der Gottesfürchtigen war, auf mannigfache Art Erfolg und Unterstützung, wobei auch er anfangs, so wie Hadhrat Moses (as) und Hadhrat Jesus (as), die Bürde der Auswanderung auf sich nahm. Doch eben diese Auswanderung trug letztlich den Sieg und die Unterstützung in sich. Also, o Freunde, seid gewiss, dass jemand, der gottesfürchtig ist, niemals zugrunde geht! Wenn sich zwei Parteien anfeinden und in ihrer Feindseligkeit maßlos werden, dann wird derjenigen Partei, die in den Augen Gottes gottesfürchtiger und frommer ist, himmlische Unterstützung zuteil, sodass durch himmlische Entscheidungen religiöse Konflikte gelöst werden.“
Gemeint ist, dass religiöse Konflikte geschlichtet werden. „Seht, in welchem Zustand der Schwäche unser Heiliger Prophet Muhammad (saw) in Mekka erschien und welche höchste Stellungen Ungläubige wie Abu Jahal innehatten und hunderttausende von Menschen zu seinen Erzfeinden wurden. Was war es dann, das letztendlich unserem Propheten (saw) Triumph und Sieg zuteilwerden ließ? So seid euch sicher, dass dies nur seine Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, sein reiner Charakter und seine Ehrlichkeit waren.“ Also wodurch diese Erfolge erzielt wurden. Ferner sagt er (as): „Der allmächtige Gott richtet das Wort an den Heiligen Propheten Muhammad (saw) und sagt:
وَإِنَّكَ لَعَلَىٰ خُلُقٍ عَظِيمٍ
Das bedeutet: ‚Und du besitzest ganz sicherlich hohe moralische Eigenschaften.‘ Nach der oben ausgeführten Erläuterung heißt dies in Bezug auf den Propheten, dass er in seiner Person alle Eigenschaften hoher Moral vereinigt, wie zum Beispiel Großzügigkeit, Mut, Gerechtigkeit, Güte, Wahrhaftigkeit, Großmut und so weiter. Kurz, alle Eigenschaften, die dem Menschen innewohnen – Höflichkeit, Bescheidenheit, Redlichkeit, Großzügigkeit, Eifer, Standhaftigkeit, Keuschheit, Frömmigkeit, Mäßigkeit, Mitleid oder Erbarmen, Tapferkeit, Großmut, Vergebung, Geduld, Güte, Wahrhaftigkeit, Treue – alle diese sind natürliche, physische Zustände, werden aber bei richtiger Anwendung – durch Vernunft und Überlegung geleitet – moralische Zustände genannt.“
Die Umsetzung der Moral im Alltag
Moral bedeutet also nicht bloß, jemandem freundlich zu begegnen oder ihn mit dem Friedensgruß zu grüßen. Vielmehr ist es gemäß dem Vorbild des Heiligen Propheten (saw) so, dass die Umsetzung all dieser Tugenden im Umgang mit den Mitmenschen die wahren hohen moralischen Maßstäbe darstellt, denen Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Der Heilige Prophet (saw) wurde in die Welt gesandt, um die Wahrheit zu verbreiten. Aus diesem Grund ermahnte er auch diejenigen, die an ihn glaubten, stets dazu, an der Wahrheit festzuhalten.
So wird in einer Überlieferung berichtet, dass Hadhrat Abdullah bin Mas’ud sagte: „Der Gesandte Allahs (saw) sprach: ‚Haltet euch an die Wahrheit, denn die Wahrheit führt zur Tugendhaftigkeit, die zum Paradies führt. Der Mensch sagt die Wahrheit und versucht, die Wahrheit zu sagen, sodass er sogar bei Allah als wahrhaftig niedergeschrieben wird. Ihr sollt euch vor der Lüge schützen, denn sie führt zu Sündhaftigkeit und diese führt unmittelbar in die Hölle. Ein Mensch lügt und gewöhnt sich daran, sodass er sogar bei Allah als Lügner erklärt wird. Und wer als Lügner deklariert wird, wandert ins Feuer.‘“
Dies ist wahrlich ein Zustand, der Furcht einflößen sollte. Es wird von Hadhrat Abdullah überliefert, der dies auf den Heiligen Propheten (saw) zurückführt: „Wahrlich, die Lüge ist unter keinen Umständen zulässig, weder im Ernst noch im Scherz.“ Manche Leute sagen als Ausrede: Ich habe doch nur einen Scherz gemacht, als ich gelogen habe. Dies ist nicht einmal als Scherz erlaubt. Ebenso darf es nicht vorkommen, dass jemand seinem eigenen Kind ein Versprechen gibt und dieses dann nicht erfüllt. Zweifellos führt die Wahrhaftigkeit zur Tugend, und die Tugend führt ins Paradies. Die Lüge hingegen verleitet unweigerlich zum Bösen, und das Böse führt ins Feuer, also in die Hölle. Über einen wahrhaftigen Menschen wird gesagt, er habe die Wahrheit gesprochen und Gutes getan, während über einen Lügner gesagt wird, er habe gelogen und Schlechtes getan.
Die befreiende Kraft der Wahrhaftigkeit
Allama Razi zitiert in seiner Exegese zur Sure At-Taubah den Vers 119:
یٰۤاَیُّہَا الَّذِیۡنَ اٰمَنُوا اتَّقُوا اللّٰہَ وَکُوۡنُوۡا مَعَ الصّٰدِقِیۡنَ
„O die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen.“ In der Auslegung hierzu berichtet Allama Razi, dass ein Mann zum Heiligen Propheten (saw) kam und sagte: O Gesandter Allahs (saw), ich bin zwar ein Mensch, der sich von seinen Lastern befreien möchte, aber ich trinke sehr gerne Alkohol, begehe Zina [Unzucht], stehle und lüge für mein Leben gern. Diese Gewohnheiten sind in mir sehr tief verwurzelt. Die Leute sagen, dass Sie all diese Dinge für haram [verboten] erklären. Ich möchte nun zwar den Glauben annehmen, aber Sie sagen, dass diese Dinge verboten seien, und in mir sind sie derart stark ausgeprägt, dass mir die Kraft fehlt, all diese aufzugeben. Wenn Sie sich auf eine einzige Sache beschränken und mir etwas nennen, das ich aufgeben soll, so werde ich an Sie glauben.
Er (saw) antwortete: „In Ordnung, gib das Lügen auf.“ Der Mann versprach dies und nahm den Islam an. Als er dann vom Heiligen Propheten (saw) fortging, wurde ihm Alkohol angeboten. Er dachte sich: Wenn ich trinke und der Gesandte Allahs (saw) mich später danach fragt und ich lüge, werde ich vertragsbrüchig sein. Sage ich aber die Wahrheit, so wird die Strafe an mir vollzogen. Daraufhin ließ er vom Alkohol ab. Später bot sich ihm die Gelegenheit zur Zina. Wieder gingen ihm diese Gedanken durch den Kopf, und er unterließ auch dies, ebenso wie das Stehlen. Schließlich kehrte er zum Gesandten Allahs (saw) zurück und sagte: Was Sie getan haben, war wahrhaft vortrefflich. Als Sie mir das Lügen verboten, schlossen sich für mich automatisch die Türen zu allen anderen Sünden.“ Auf diese Weise wandte er sich von jedem Übel ab und bereute aufrichtig.
Das Zeugnis von Hadhrat Abu Bakr (ra)
Über die Annahme des Islam durch Hadhrat Abu Bakr berichtet die Mutter der Gläubigen, Hadhrat Umme Salama: Hadhrat Abu Bakr war ein enger und aufrichtiger Freund des Heiligen Propheten (saw). Als dieser (saw) berufen wurde, kamen Leute von den Quraisch zu Hadhrat Abu Bakr und sagten: O Abu Bakr, dein Gefährte ist verrückt geworden – Gott bewahre. Hadhrat Abu Bakr fragte: Was ist mit ihm geschehen? Die Leute antworteten: Er ruft in der Masjid al-Haram zum Tauhid, also Monotheismus, und behauptet, er sei ein Prophet. Hadhrat Abu Bakr fragte: Hat er das gesagt? Die Leute entgegneten: Ja, und er verkündet dies in der Masjid al-Haram.
Daraufhin begab sich Hadhrat Abu Bakr zum Heiligen Propheten (saw), klopfte an dessen Tür und bat ihn herauszukommen. Als er (saw) vor ihn trat, fragte Hadhrat Abu Bakr: O Abul Qasim, was ist mir da über Sie zu Ohren gekommen? Der Heilige Prophet (saw) fragte: »O Abu Bakr, was hast du über mich gehört?« Hadhrat Abu Bakr antwortete: »Mir wurde berichtet, dass Sie zum Glauben an die Einheit Allahs aufrufen und beanspruchen, der Gesandte Allahs zu sein. Der Heilige Prophet (saw) sagte: Ja, o Abu Bakr. Wahrlich, mein Herr, der Mächtige und Erhabene, hat mich als Bringer froher Botschaft und als Warner auserkoren; Er hat mich als Antwort auf das Gebet Ibrahims erweckt und mich für die gesamte Menschheit entsandt.
Daraufhin sagte Hadhrat Abu Bakr zu ihm (saw): Bei Allah, ich habe Sie niemals lügen sehen. Sie sind aufgrund Ihrer außerordentlichen Zuverlässigkeit, Ihrer Wahrung der Verwandtschaftsbande und Ihrer edlen Taten zweifellos des Prophetentums am würdigsten. Strecken Sie Ihre Hand aus, damit ich Ihnen das Bai’at [Treueeid] leiste. Da streckte der Gesandte Allahs (saw) seine Hand aus, und Hadhrat Abu Bakr legte das Bai’at ab, bestätigte seine Wahrhaftigkeit und bezeugte, dass seine Botschaft die Wahrheit sei. Bei Allah, Hadhrat Abu Bakr zögerte nicht den Bruchteil einer Sekunde und hegte keinerlei Zweifel, als der Gesandte Allahs (saw) ihn zum Islam einlud.
Der Verheißene Messias (as) führt hierzu aus: Als der Heilige Prophet (saw) seinen Anspruch auf das Prophetentum verkündete, befand sich Hadhrat Abu Bakr auf einer Reise nach Syrien. Er war noch auf dem Rückweg, als er unterwegs einen Mann traf. Er fragte ihn nach der Lage in Mekka und bat ihn um Neuigkeiten. Es ist ein natürlicher Vorgang, dass ein Mensch, der von einer Reise zurückkehrt und einen Landsmann trifft, ihn nach den Verhältnissen in der Heimat fragt. Der Mann antwortete: Die große Neuigkeit ist, dass dein Freund Muhammad (saw) Anspruch auf das Prophetentum erhoben hat. Als er dies hörte, sagte er sogleich: Wenn er diesen Anspruch erhoben hat, dann ist er zweifellos wahrhaftig. Daran lässt sich ermessen, welch enormes Vertrauen er in ihn setzte.
Er hielt es nicht für nötig, auch nur nach einem einzigen Wunder zu fragen. Die Wahrheit ist ohnehin, dass nur derjenige ein Wunder einfordert, der mit der Situation nicht vertraut ist, bei der eine gewisse Distanz herrscht und der bloß zur eigenen Beruhigung danach verlangt. Wer jedoch keinerlei Zweifel in sich trägt, wozu bedarf der noch eines Wunders? Kurz gesagt: Hadhrat Abu Bakr nahm den Glauben schon unterwegs an, nachdem er die bloße Nachricht vernommen hatte. Und als er in Mekka eintraf, begab er sich zum Heiligen Propheten (saw) und fragte: Haben Sie den Anspruch auf das Prophetentum erhoben? Der Heilige Prophet (saw) antwortete: Ja, das ist richtig. Daraufhin sagte Hadhrat Abu Bakr Siddiq: Seien Sie mein Zeuge, dass ich der Erste bin, der Sie bestätigt.
An anderer Stelle führte er (as) wie folgt aus, dass es ein großes Privileg sei, diese [Wahrheit] zu erkennen. Wer dies nicht gleich zu Beginn erkenne, besitze keine wirkliche Fähigkeit oder Vortrefflichkeit. Wer gleich zu Beginn die Botschaft hört, sie annimmt und das Bai’at ablegt, ist ein wahrhaft fähiger Mensch; dies zeugt tatsächlich von seiner glückseligen Natur. Wer jedoch Ausflüchte sucht und diskutiert, beweist weder Fähigkeit noch Tugend. Wenn Gott der Erhabene [die Wahrheit] erst einmal offengelegt hat, sprechen schließlich selbst Steine und Bäume. Das bedeutet: Wenn alles völlig offensichtlich wird, sich sämtliche Zeichen erfüllen und man erst dann glaubt – nun, dann nimmt es ohnehin jeder an. Weit ehrenhafter ist jener, der als Erster den Glauben annimmt – so wie Hadhrat Abu Bakr. Er verlangte kein Wunder, und er nahm den Glauben an, bevor er den Anspruch überhaupt aus dem Mund des Heiligen Propheten (saw) gehört hatte.
Es ist überliefert, dass Hadhrat Abu Bakr auf einer Geschäftsreise war. Er (as) schilderte das gesamte Ereignis: wie er unterwegs einen Mann traf, ihn nach Neuigkeiten fragte, und dieser berichtete, dass sein Freund das Prophetentum beansprucht habe. Und wie Hadhrat Abu Bakr daraufhin sofort erklärte: Wenn er das Prophetentum beansprucht hat, dann ist er wahrhaftig. Er (as) führt weiter aus: Betrachtet nun genau: Hadhrat Abu Bakr verlangte in jenem Moment weder ein Zeichen noch ein Wunder, sondern glaubte auf das bloße Hören hin. Er hatte den Anspruch nicht einmal aus dem Mund des Heiligen Propheten (saw) selbst vernommen, sondern aus dem Mund eines Dritten, und erkannte ihn dennoch sofort als wahr an. Welch ein gewaltiger Glaube dies doch ist! Er hörte die Nachricht lediglich im Namen des Heiligen Propheten (saw) und schloss die Möglichkeit einer Lüge von vornherein völlig aus. Sobald er von seinem Anspruch mitbekam, glaubte er an ihn, weil er zutiefst wusste, dass der Heilige Prophet (saw) niemals lügen konnte. Seht, Hadhrat Abu Bakr forderte kein Zeichen. Genau dies war der Grund, weshalb er den Titel „Siddiq“ erhielt – einer, der ganz und gar von Wahrheit erfüllt ist. Es genügte ihm, das Gesicht zu sehen, um zu erkennen, dass dies kein Lügner war. Daher ist es keine schwierige Aufgabe, die Wahrhaftigen zu erkennen und sie zu akzeptieren; ihre Zeichen offenbaren sich ohnehin von selbst.
Das Zeugnis von Hadhrat Khadija (ra) und Abu Talib
Hadhrat Khalifatul Masih I. (ra) erklärte hierzu an einer Stelle: Ich kann das Zeugnis von Khadija nicht übergehen, das sie in der Frühzeit des prophetischen Anspruchs des Heiligen Propheten (saw) ablegte. Als der Heilige Prophet (as) den göttlichen Ruf vernahm und erkannte, dass die ganze Welt sich dieser Botschaft widersetzen würde, wandte er sich an sie und sagte: Khadija, ich fürchte um mein Leben. Daraufhin antwortete sie: Seien Sie froh. Bei Allah, niemals wird Allah Sie in Schande geraten lassen. Hadhrat Khadija wollte damit zum Ausdruck bringen: Mögen die Leute reden, was sie wollen – seien Sie froh. Wenn dies der Fall ist, wird Allah Sie niemals demütigen. Denn Sie pflegen stets die Verwandtschaftsbande, Sie sprechen die Wahrheit, Sie nehmen den Kummer der Leidenden auf sich, Sie beschenken die Bedürftigen, Sie sind äußerst gastfreundlich und helfen bei guten Werken immer wieder mit. Bedenkt wohl, so sagte Hadhrat Khalifatul Masih I.: Bedenkt wohl, was für ein gewaltiges Zeugnis diese fünfundfünfzigjährige Dame ablegt, die aus seiner eigenen Stadt und seinem eigenen Volk stammte und seit fünfzehn Jahren mit ihm verheiratet war! Dieses Zeugnis von Khadija, ausgesprochen in einem Moment, da er zutiefst betrübt und beunruhigt war, verdient Beachtung. Wäre er nicht im Besitz all dieser erhabenen Eigenschaften gewesen, hätte diese Aussage Khadijas ihm in jener Stunde unmöglich Trost spenden können.
Als die Belagerung im Tal von Abu Talib in ihr drittes Jahr ging, offenbarte Allah der Erhabene dem Heiligen Propheten (saw) das Wissen, woraufhin dieser seinen Onkel Abu Talib informierte: Der Vertragstext über den Boykott der Banu Hashim, der in der Kaaba aufgehängt worden war, sei bis auf die Erwähnung Allahs vollständig von Termiten zerfressen worden. Abu Talib hatte ein derart unerschütterliches Vertrauen in das Wort des Gesandten Allahs (saw), dass er zunächst zu seinen Brüdern ging, ihnen von dieser Aussage berichtete und schwor: Bei Gott, Muhammad (saw) hat mich bis zum heutigen Tag noch nie belogen. Daraufhin begaben sie sich gemeinsam zu den Anführern der Quraisch und traten vor sie: Mein Neffe hat mir dies berichtet – und er hat mich in seinem ganzen Leben noch nie belogen: Allah hat Termiten auf euren Vertrag angesetzt, und sie haben alles darin aufgefressen, bis auf die Erwähnung Allahs. Wenn mein Neffe die Wahrheit sagt, müsst ihr den Beschluss eures Boykotts aufheben. Sollte er sich jedoch als Lügner erweisen, so werde ich ihn euch ausliefern. Dann könnt ihr ihn töten oder am Leben lassen, ganz wie es euch beliebt. Sie erwiderten: Das ist ein überaus gerechter Vorschlag. Als sie daraufhin den Vertrag überprüften, war er exakt so, wie der Heilige Prophet (saw) es beschrieben hatte. Die Quraisch standen zutiefst beschämt vor ihrem Volk da.
Anerkennung der Wahrhaftigkeit durch Gegner
Die Quraisch entsandten einst einen ihrer Anführer namens Utba als Vertreter zum Heiligen Propheten (saw). Dieser sagte: Warum beleidigst du unsere Götter und erklärst unsere Vorväter für irregeleitet? Was immer du dir auch wünschst, wir werden es dir erfüllen. Lass einfach ab von diesen Dingen. Der Heilige Prophet (saw) hörte sich all diese Worte mit großer Geduld und schweigend an. Als Utba geendet hatte, rezitierte er (saw) einige Verse aus der Sure Ha-Mim As-Sajdah. Als er an den Vers kam: „Ich habe euch gewarnt vor einem Unheil, gleich dem Unheil, das die ʿĀd und die Ṯamūd (erreichte).“, unterbrach Utba ihn, bat ihn aufzuhören, erhob sich und kehrte zu seinen Gefährten zurück. Er trat vor die Quraisch und sagte: Ich weiß genau: Wenn Muhammad (saw) etwas sagt, dann lügt er unter keinen Umständen. Ich habe furchtbare Angst, dass diese Strafe über euch hereinbrechen könnte.
Auch von Abu Jahl liegt ein solches Zeugnis vor. Hadhrat Ali (ra) berichtete, dass Abu Jahl zum Heiligen Propheten (saw) sagte: Wir bezichtigen nicht dich der Lüge, sondern wir verwerfen das, was du gebracht hast. Das heißt: Wir lehnen deine Religion ab. In einer Überlieferung heißt es, dass Akhnas bin Shariq am Tag von Badr auf Abu Jahl traf. Er sagte zu ihm: O Abul Hakam, hier sind nur wir beide, niemand sonst kann unsere Worte hören. Sag mir ganz aufrichtig die Wahrheit über Muhammad: Sagt er die Wahrheit, oder lügt er? Abu Jahl schwor: Bei Allah, Muhammad (saw) sagt gewiss die Wahrheit. Muhammad hat in seinem Leben niemals gelogen.
Hadhrat Musleh Mau’ud (ra) erklärte diesen Sachverhalt an einer Stelle und sagte: Hatten die Feinde von Muhammad, dem Gesandten Allahs (saw), ihren Propheten denn nicht erkannt, dass sie ihn leugneten? Es ist doch zutiefst verwunderlich: Vierzig Jahre lang hatten sie Muhammad, den Gesandten Allahs (saw) beobachtet. Sie waren direkte Augenzeugen seines edlen Charakters und seiner Gewohnheiten gewesen und hatten aufgrund ihrer eigenen Beobachtungen zweifellos anerkannt, dass Muhammad (saw) ein überaus rechtschaffener Mensch war. Doch in dem Moment, als eben dieser rechtschaffene Mensch verkündete: „Ich bin von Gott zu eurer Rechtleitung entsandt worden“, erhoben sie sich voller Feindschaft gegen ihn. Hätte ein völlig Fremder diese Behauptung aufgestellt, hätte man dies womöglich entschuldigen können, indem man dachte: Da dieser Mensch Muhammad (saw) nicht gesehen hat, wirft er ihm fälschlicherweise vor, eine Lüge gegen Gott ersonnen zu haben. Aber wie war es überhaupt möglich, dass die Einwohner Mekkas, vor denen das gesamte Leben Muhammads, des Gesandten Allahs (saw), wie ein offenes Buch lag, ihn plötzlich als Lügner bezeichneten? Wie konnten sie ihn einen Lügner nennen, wo sie in ihren Herzen doch ganz genau wussten, dass er absolut wahrhaftig war?
Abu Jahl war ein erbitterter Feind von Muhammad, dem Gesandten Allahs (saw) – ein Zeugnis dafür wurde gerade erwähnt –, doch selbst er musste bei einer Gelegenheit zugeben, wie Hadhrat Musleh Mau’ud (ra) berichtet: Wir bezeichnen dich nicht als Lügner, sondern wir verwerfen lediglich die Lehre, die du uns vorbringst. Das bedeutet, dass nicht einmal das verhärtete Herz eines so bösartigen und finsteren Feindes wie Abu Jahl es übers Herz brachte, Muhammad, den Gesandten Allahs (saw), einen Lügner zu nennen. Sein eigenes Gewissen hätte ihn wohl scharf getadelt und sein Herz hätte heftig gepocht bei dem Gedanken: Welch abscheuliche Tat begehe ich da! Daher suchte er nach einer billigen Ausrede und behauptete: Ich verwerfe ja bloß die Lehre von Muhammad (saw). Dich selbst bezeichne ich doch gar nicht als Lügner. Dies entspricht der Redewendung, dass die Ausrede für die Sünde wahrlich schlimmer ist als die Sünde selbst. Dennoch lässt sich daraus ermessen, welch immensen Eindruck seine Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit selbst in den Herzen seiner feindseligsten Gegner hinterlassen hatte.
Umayya bin Khalaf war ebenfalls einer seiner erbittertsten Feinde, doch bei einer Gelegenheit entwichen auch ihm die Worte: „Bei Gott, wenn Muhammad (saw) etwas sagt, dann spricht er nur die Wahrheit, er lügt niemals.“ Man sagt, wahre Magie sei jene, die unübersehbar für sich selbst spricht. Welch gewaltige spirituelle Kraft ging von Muhammad (saw) aus, dass er selbst seine schlimmsten Feinde dazu brachte, seine Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit bedingungslos anzuerkennen!
Die Wirkung des prophetischen Antlitzes
Hadhrat Abdullah bin Salam berichtete: Als der Prophet (saw) nach Medina kam, eilten die Menschen in Scharen herbei und riefen: Der Gesandte Allahs (saw) ist angekommen! Der Gesandte Allahs (saw) ist angekommen! Der Gesandte Allahs (saw) ist angekommen! Dreimal wurde dies voller Freude gerufen. Er erzählte weiter: Auch ich mischte mich unter die Leute, um ihn zu sehen. Als ich sein Gesicht sorgfältig betrachtete, erkannte ich sofort: Dies ist unmöglich das Gesicht eines Lügners. Das Erste, was er verkündete und was ich aus seinem Mund vernahm, war: „O ihr Menschen, verbreitet den Friedensgruß, speist die Hungernden, pflegt die Verwandtschaftsbande und betet in der Nacht, wenn die Menschen schlafen; so werdet ihr in Frieden in das Paradies eingehen.“
Auch die Juden aus Medina legten ein solches Zeugnis ab. Es gab ein Beistandsabkommen zwischen den Muslimen und dem jüdischen Stamm der Banu Quraiza. Während der Grabenschlacht suchte Huyayy bin Akhtab, der Anführer der Banu Nadir, Ka’b bin Asad Al-Qurazi, den Anführer der Banu Quraiza, auf. Er versuchte ihn inständig dazu zu überreden, den Vertrag mit den Muslimen zu brechen und den Quraisch zu helfen, um den Muslimen eine vernichtende Niederlage beizubringen. In diesem Moment rief Ka’b bin Asad, der Anführer der Banu Quraiza und eigentlich ein Feind der Muslime, aus: Ich habe mit Muhammad einen festen Vertrag geschlossen, und ich werde diesen Vertrag unter gar keinen Umständen brechen, denn ich habe bei ihm niemals etwas anderes als Treue und Wahrhaftigkeit erlebt.
Die Ernsthaftigkeit der Wahrhaftigkeit
Ebenso existiert eine Überlieferung von Ubaid bin Umair. Er berichtete, er habe heard gehört, wie ein Mann zu Hadhrat Ibn Umar sagte: „Hast du den Gesandten Allahs (saw) nicht sagen hören: ‚Ich mache zwar Scherze, aber auch darin sage ich stets die Wahrheit‘?“ Er antwortete: „Ja.“ Bahz bin Hakim überliefert von seinem Großvater, dass er den Gesandten Allahs (saw) sagen hörte: Wehe dem, der spricht und dabei lügt, nur um die Leute zum Lachen zu bringen. Wehe ihm, wehe ihm. Er (saw) verbot also selbst die allergeringste Form der Lüge aufs Strengste und sprach eine unmissverständliche Warnung aus.
Hadhrat Abdullah bin Amr überliefert: Alles, was ich vom Heiligen Propheten (saw) hörte, pflegte ich sogleich aufzuschreiben, da ich es in meinem Gedächtnis bewahren wollte. Die Quraisch hielten mich jedoch davon ab und sagten: Schreibst du etwa alles auf, was du hörst, wo der Gesandte Allahs (saw) doch auch nur ein Mensch ist? Er spricht schließlich sowohl im Zustand des Zorns als auch in der Freude. Daraufhin hörte ich auf, mitzuschreiben. Später erwähnte ich diesen Umstand gegenüber dem Gesandten Allahs (saw). Da zeigte er (saw) mit seinem Finger auf seinen Mund und sprach: Schreibe es auf! Bei Dem, in Dessen Hand mein Leben liegt, aus diesem Mund kommt nichts anderes als die Wahrheit und das Recht. Aus diesem Mund entströmen nur Wahrheit und Recht, deshalb kannst du es aufschreiben. Mit äußerster Feinfühligkeit und Präzision pflegte er (saw) vor der Lüge zu warnen. Dies wurde zuvor schon thematisiert.
In einer Überlieferung berichtet Hadhrat Abdullah bin Aamir: Eines Tages rief mich meine Mutter zu sich, während der Gesandte Allahs (saw) gerade in unserem Haus zu Gast war. Meine Mutter sagte zu mir: Komm her, ich werde dir etwas geben. Der Gesandte Allahs (saw) wandte sich an sie und fragte: Was hast du vor, ihm zu geben? Sie antwortete: Ich werde ihm eine Dattel geben. Da sagte der Gesandte Allahs (saw) zu ihr: Hättest du ihm nichts gegeben, so wäre dir eine Lüge aufgeschrieben worden. Welch ein präziser Maßstab!
Die Erziehung der Gemeinde zur Wahrhaftigkeit
Hadhrat Musleh Mau’ud (ra) führt aus: Der persönlicher Rang des Heiligen Propheten (saw) in Bezug auf die Wahrheit war derart überragend, dass sein eigenes Volk ihm den Namen „Siddiq“ verlieh. Er pflegte auch seine Jamaat [Gemeinschaft] unablässig dazu zu ermahnen, beharrlich auf der Wahrheit zu fußen. Sein eigener Rang war unvergleichlich, doch er ermahnte auch die Jamaat, bei der Wahrheit zu bleiben, und er bemühte sich unermüdlich, sie auf eine derart hohe Stufe der Wahrhaftigkeit zu erheben, die von jeglichem noch so kleinen Anflug einer Lüge absolut rein war. Er pflegte zu betonen, dass allein die Wahrheit zur Rechtschaffenheit führt und die Rechtschaffenheit den Menschen in das Paradies bringt; und das wahre Maß der Wahrhaftigkeit bestehe darin, dass der Mensch unentwegt die Wahrheit spricht, bis er selbst vor den Augen Gottes als wahrhaftig gilt.
Einmal wurde ein Gefangener zum Heiligen Propheten (saw) gebracht, der den Tod vieler Muslime verschuldet hatte. Hadhrat Umar war der festen Überzeugung, dieser Mann verdiene den Tod, und blickte wiederholt in das Gesicht des Gesandten Allahs (saw) in der Hoffnung, dieser möge ihm ein Zeichen zur Hinrichtung geben. Als der Mann schließlich aufstand und wegging, sagte Hadhrat Umar: O Gesandter Allahs (saw), dieser Mann hatte doch den Tod verdient. Er (saw) antwortete: Wenn er den Tod verdiente, warum hast du ihn dann nicht getötet? Hadhrat Umar erwiderte: O Gesandter Allahs, hätten Sie mir nur mit den Augen ein winziges Zeichen gegeben, hätte ich es sofort getan. Daraufhin antwortete er (saw): Ein Prophet ist kein Betrüger. Wie hätte ich mit dem Mund freundliche Worte an ihn richten und dir gleichzeitig mit den Augen heimlich ein Zeichen geben können, ihn zu töten? Das ist unmöglich. Das wäre reinster Betrug, und so etwas wird bei mir niemals vorkommen.
Er (saw) etablierte also Maßstäbe der Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit, die selbst seine Feinde unweigerlich anerkennen mussten, und gleichzeitig schärfte er seinen Anhängern ein, ebendiese höchsten Standards zu erreichen. Daher ist es heute die Pflicht eines jeden Ahmadi, sich selbst zu prüfen, um festzustellen, wie es um unsere eigenen Wahrhaftigkeitsstandards steht, und unsere vorhandenen Schwächen auszuräumen. Möge Allah der Erhabene uns die Fähigkeit dazu verleihen.
Nachruf auf Shahida Ahmad Sahiba
Nach dem rituellen Gebet werde ich zudem ein Totengebet in Abwesenheit leiten. Es ist für Shahida Ahmad Sahiba, die Ehefrau von Mirza Naseem Ahmad Sahib. Sie verstarb in den vergangenen Tagen im Alter von 91 Jahren. اِنَّا لِلّٰہِ وَاِنَّاۤ اِلَیۡہِ رٰجِعُوۡنَ [Wahrlich Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.]
Die Verstorbene war Musia [d. h. sie hatte Wasiyyat gemacht]. Sie war eine Enkelin des Verheißenen Messias (as), die Tochter von Hadhrat Nawab Abdullah Khan Sahib und Hadhrat Sahibzadi Amatul Hafeez Begum Sahiba. Sie hinterlässt vier Söhne. Ihr ältester Sohn, Numan, schreibt: Jeder erzählt mir, dass sie ihn oder sie ganz besonders geliebt hat. Sie pflegte einen äußerst herzlichen und freundlichen Umgang mit den Menschen. Bezüglich des Familienlebens berichtet er, dass es stets ihr größter Wunsch war, dass das Haus voller Menschen sei, und dass sie eine große Leidenschaft für Gastfreundschaft hegte. Sie bedauerte oft und sagte: Wenn ich nur die Möglichkeit dazu hätte, würde ich das Haus noch weiter vergrößern, damit ständig Gäste einkehren könnten und stets genügend Zimmer für sie bereitstünden.
Ebenso schrieb ihr jüngster Sohn Rizwan, dass sie im Besitz großartiger Charaktereigenschaften war. Nun, nach ihrem Tod, treffen Nachrichten von unzähligen Menschen ein – von Arm und Reich, von Groß und Klein –, die schildern, wie sie ihre Zuneigung unterschiedslos mit allen teilte und tiefgehende persönliche Beziehungen aufbaute. Ihr offenes, liebevolles Wesen fand mühelos den Weg in die Herzen der Menschen. Besonders denjenigen, die aus irgendeinem Grund in Schwierigkeiten oder Nöten steckten, wandte sie sich mit außergewöhnlicher Fürsorge zu. Sie stand ausnahmslos auf der Seite der Schwachen. Er schreibt, sie pflegte auch ihnen als Kindern immer wieder einzuschärfen: Unterstützt stets die Schwachen. Sie besaß zudem eine immense Willenskraft und großen Mut – das habe ich, Mashallah, auch selbst beobachten können. Sie war überaus mutig und willensstark.
Ihre Schwester Fauzia Shamim Sahiba war in Lahore Präsidentin der Lajna und ist dies womöglich auch heute noch. Sie sagt: Wenn ich sie in wenigen Worten beschreiben müsste, würde ich sagen, sie war die reine Verkörperung von Aufopferung, Geduld, Mut und Liebe. Ihre Schwiegertochter, Amatul Wakeel, berichtet, dass ihre Eigenschaft der Gastfreundschaft besonders hervorstach. Das haben im Übrigen all ihre Kinder geschrieben und auch viele andere haben mir dies berichtet. Ihre Art der Gastfreundschaft war dabei völlig frei von jeglichen Förmlichkeiten.
Vorbild in Geduld und Spiritualität
In ihren letzten Lebensjahren war sie gestürzt und hatte sich eine schwere Verletzung an der Hüfte zugezogen. Sie war seither auf den Rollstuhl angewiesen, trug diese Krankheit jedoch mit unerschütterlicher Geduld und tiefer Dankbarkeit und äußerte nicht eine einzige, noch so leise Klage. Ihre Schwiegertochter schreibt, sie sei eine äußerst tapfere Patientin gewesen und wurde uns niemals beschwerlich.
Ihre Enkelin Khadija erwähnt denselben bemerkenswerten Sinn für Gastfreundschaft, den auch die anderen beschrieben haben. Sie war eine überaus liebevolle und fürsorgliche Frau und pflegte in den letzten Jahren den Heiligen Qur’an gleich zwei- oder dreimal im Monat vollständig durchzulesen. Sie war sehr mitfühlend gegenüber den Armen und ermahnte auch ihre Enkel stets: Betet immer für die Armen.
Ihre Nichte, die hier lebt – genauer gesagt, die Tochter ihrer Nichte, die liebe Neha –, schreibt, dass sie in jeder Lebenslage eine durch und durch positive Einstellung bewahrte. Sie schätzte jeden Moment des Lebens und kümmerte sich um das Hauspersonal mit der gleichen Hingabe, als gehörten sie zur eigenen Familie. Ich habe übrigens selbst beobachtet, wie sehr sie diese positive Einstellung verinnerlicht hatte. Sie mied es äußerst sorgfältig, negativ über andere zu sprechen oder Bemerkungen zu machen, die die Gefühle anderer verletzen könnten. Sie nahm stets große Rücksicht auf die Emotionen ihrer Mitmenschen. Neha berichtet weiter: Einmal verließ eines ihrer Dienstmädchen sie, um zu heiraten. Sie war darüber genauso betrübt wie Eltern beim Auszug ihrer eigenen Töchter, in dem wehmütigen Gedanken, dass das Haus nun leer wirken würde.
Manchmal bleiben die Tugenden solcher Menschen für gewöhnlich im Verborgenen, bis jene, denen sie Gutes taten, später davon berichten. Sie war genau eine solche Persönlichkeit. Möge Allah der Erhabene ihr Seine Vergebung und Barmherzigkeit zuteilwerden lassen.
Aktionsplan Missionary Incharge Büro
Wöchentlicher Umsetzungsplan basierend auf der Khutba
Die Wahrhaftigkeit Des Heiligen Propheten (SAW) Und Seine Wahrheitsliebe
اِنَّہٗ لَا یُفۡلِحُ الۡمُجۡرِمُوۡنَ ﴿۱۸﴾
(جامع الترمذي، کتاب الزہد، باب فِيمَنْ تَكَلَّمَ بِكَلِمَةٍ يُضْحِكُ بِهَا النَّاسَ)
„Verderben gebührt solch einer Person, welche lügt, um die Menschen zum Lachen zu bringen. Ihr sei Verderben. Ihr sei Verderben.“
ErSAW hat sogar den Hauch der Lüge strengstens verboten und mit Nachdruck davor gewarnt.
Diesbezüglich müssen wir uns heute selbst überprüfen, dass es die höchsten Maßstäbe der Wahrhaftigkeit sind, welche in jedem Augenblick unseres Lebens ein Garant für Erfolg sind und für uns die Wege des Tabligh ebnen.
Heute ist es die Aufgabe eines jeden Ahmadis sich selbst zu reflektieren, welches Niveau der Wahrhaftigkeit wir erreicht haben und dass wir unsere Schwächen beiseite legen.
Umsetzungsplan für diese Woche
Tatplan der Woche
Checkliste für den Alltag
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✓Achte in der kommenden Woche strikt darauf, unter keinen Umständen zu lügen, auch nicht im Scherz oder gegenüber Kindern.
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✓Führe eine tägliche Selbstprüfung durch, um sicherzustellen, dass dein Handeln und deine Worte stets mit der Wahrheit übereinstimmen.
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✓Zeige besondere Gastfreundschaft und Freundlichkeit gegenüber deinen Nachbarn und Gästen, ganz ohne Förmlichkeiten.
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✓Setze dich aktiv für die Schwachen und Bedürftigen in deinem Umfeld ein und schließe sie namentlich in deine Gebete ein.
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✓Lies regelmäßig im Heiligen Qur'an und versuche, die moralischen Eigenschaften des Heiligen Propheten (saw) in deinen Alltag zu integrieren.