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Khutba Review

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Deutsche Übersetzung

In der Freitagsansprache vom 18. September 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad ABA:

In der vergangenen Khutba habe ich im Zusammenhang mit dem Vertrauen des Heiligen Propheten SAW auf Allah über die Ereignisse seiner Hidschra von Mekka berichtet. Zu dieser Reise gibt es noch weitere historische Details, durch die eine weitere großartige Dimension seines Gottvertrauens deutlich wird.

Die Verfolgung durch Suraqa bin Malik

Überlieferungen zufolge fasste Suraqa bin Malik anlässlich dieser Hidschra aus Gier nach einer Belohnung den Entschluss, den Heiligen Propheten SAW zu verfolgen. Suraqa bin Malik, der später den Islam annahm, schilderte dieses Ereignis nach seinem Übertritt selbst folgendermaßen:

„Die Boten der Ungläubigen aus Quraisch kamen zu uns. Sie hatten ein Kopfgeld auf den Gesandten Allahs SAW und Hadhrat Abu Bakr ausgesetzt, das an denjenigen ausgezahlt werden sollte, der die beiden tötet oder gefangen nimmt.“

Suraqa berichtet weiter:

„Ich saß gerade in einer Versammlung meines Stammes, der Banu Mudlij, als ein Mann auf uns zukam und sich zu uns stellte, während wir dort beisammen waren. Er sagte: ‚O Suraqa, ich habe an der Küste einige Schatten gesehen‘ – oder er sagte, er habe eine Karawane von drei Personen ziehen sehen – ‚und ich denke, es müssen Muhammad SAW und seine Gefährten gewesen sein.‘“

Suraqa erzählt:

„Ich wusste sofort, dass es sich dabei tatsächlich um die Karawane von Muhammad SAW handeln musste, aber ich wollte diese Belohnung mit niemandem teilen. Deshalb erfasste ich sofort die Brisanz der Situation, winkte dem Informanten mit den Augen zu schweigen und entgegnete: ‚Nein, nein, das kann nicht die Karawane von Muhammad sein. Die Leute, von denen du sprichst, sind gerade erst an uns vorbeigezogen. Es sind Angehörige des Stammes Soundso, die sich auf die Suche nach ihrer entlaufenen Kamelstute gemacht haben.‘ Ich verweilte noch eine Zeit lang in jener Versammlung, damit niemand Verdacht schöpfen konnte. Dann wies ich eine meiner Dienerinnen an, meine schnelle Stute an einer bestimmten Stelle hinter dem Haus zu bringen und dort auf mich zu warten.“

Nach einer Weile begab er sich selbst dorthin und berichtet weiter:

„Ich zog ein Omen, das gegen diese Reise ausfiel, doch das war mir gleichgültig. Ich gab der Stute die Sporen, flog wie der Wind dahin und verfolgte eilig diese Karawane, von der ich überzeugt war, dass es die Karawane von Muhammad Mustafa SAW war. Indem ich unermüdlich Strecke machte, kam ich der Karawane schon bald sehr nahe. Ich befand mich nur noch in geringer Entfernung, als meine Stute völlig untypisch stolperte, sodass ich von ihr stürzte. Ich erhob mich wieder, zog erneut ein Omen, und abermals fiel es gegen mein Vorhaben aus. Doch ich war fest entschlossen, Muhammad SAW zurückzubringen und mir die Belohnung von hundert Kamelstuten zu sichern. Wieder erhob ich mich und stieg auf die Stute. Mittlerweile war ich so nah herangekommen, dass ich nicht nur zweifelsfrei erkannte, dass es sich um Muhammad SAW und Abu Bakr handelte, sondern sogar die Stimme von Muhammad SAW beim Rezitieren des Heiligen Qur’an vernehmen konnte. Er blickte sich nicht um, während Hadhrat Abu Bakr sich immer wieder umdrehte.“

Hadhrat Abu Bakr schaute sich sicherlich auch um, um den Heiligen Propheten SAW nach allen Seiten hin abzusichern.

„In diesem Moment stolperte meine Stute erneut; ihre Beine versanken im Sand, und ich stürzte von ihr ab. Daraufhin schrie ich die Stute an und erhob mich, doch sie war nicht imstande, ihre Beine aus dem Boden zu befreien. Als sie schließlich wieder aufrecht stand, stieg der Staub von ihren Vorderbeinen auf und verteilte sich wie Rauch in der Luft. Ich zog abermals ein Omen mit den Pfeilen, und erneut kam jenes Ergebnis heraus, das mir zuwider war. Noch von dort aus rief ich um Friedensgewährung und versicherte ihnen: ‚Von meiner Seite aus wird euch kein Schaden entstehen.‘ Daraufhin wies der Gesandte Allahs SAW Hadhrat Abu Bakr an: ‚Frag ihn, was er begehrt.‘ Dieser antwortete: ‚Ich bin Suraqa und möchte mit euch sprechen.‘ Daraufhin blieben sie stehen. Suraqa erzählte ihnen, dass die Mekkaner hundert Kamele auf ihre Ergreifung – ob tot oder lebendig – ausgesetzt hätten und dass er sie einzig aus dieser Habgier verfolgt habe. Er fügte jedoch hinzu: „Doch angesichts all dessen, was mir widerfahren ist, bin ich zu der festen Überzeugung gelangt, dass meine Verfolgung nicht rechtens ist.“

Daraufhin bot er dem Propheten SAW auch Reiseproviant an und schlug vor, sie mögen doch Verpflegung sowie Speis und Trank für die Reise mitnehmen, was der Prophet SAW jedoch ablehnte. Er wies ihn lediglich an: „Erzähle niemandem etwas über uns.“ Suraqa gab ihm dieses Versprechen und erklärte zugleich: „Ich bin mir sicher, dass Sie eines Tages die Herrschaft erlangen werden. Schreiben Sie mir ein Schutzabkommen auf, damit man mir, wenn ich mich dereinst vor Ihnen einfinde, mit Ehre und Respekt begegnet.“

Einigen Überlieferungen zufolge bat er um ein schriftliches Schutzversprechen. Gemäß der Anweisung des Heiligen Propheten SAW stellte Hadhrat Abu Bakr – beziehungsweise nach einer anderen Überlieferung Amir bin Fuhaira – ihm dieses Schreiben aus, woraufhin er mit dem Dokument zurückkehrte. Das war die immense Größe seines vollkommenen Gottvertrauens; er verspürte nicht die geringste Furcht und setzte seinen Weg fort, während er die Worte Allahs rezitierte. Er war so zutiefst davon überzeugt, dass ihm nichts passieren könne, dass er Suraqa das Schutzdokument tatsächlich ausstellte, als dieser darum bat. Suraqa war der Gedanke gekommen, dass der Prophet SAW am Ende siegen würde; die Gewissheit des Propheten SAW über seinen eigenen unweigerlichen Sieg war jedoch noch ungleich größer, weshalb er ihm die Schutzgewährung schriftlich verbriefte.

Die Prophezeiung über die Armreifen des Chosrau

Einer weiteren Überlieferung zufolge sprach ihn der Heilige Prophet SAW an, als er gerade den Rückweg antrat, und sagte: „Suraqa, wie wird es dir wohl ergehen, wenn du die Armreifen des Chosrau an deinen Händen trägst?“ Völlig verblüfft drehte sich Suraqa um und fragte ungläubig: „Chosrau bin Hormuz?“ Er SAW antwortete: „Ja, ebendieser Chosrau bin Hormuz.“

Als dann zur Zeit des Kalifats von Hadhrat Umar RA die Armreifen des Chosrau, seine Krone und sein Gürtel als Beute gebracht wurden, ließ Hadhrat Umar RA Suraqa rufen. Er forderte ihn auf: „Hebe deine Hände.“ Dann legte er ihm jene Armreifen an und sprach: „Sag: Alle Lobpreisung gebührt Allah, Der diese beiden dem Chosrau bin Hormuz entrissen und sie gewährt hat.“

Hadhrat Musleh Mau’uds RA Darlegung der Hidschra

Die Geschehnisse dieser Reise hat auch Hadhrat Musleh Mau’ud RA in seinen eigenen Worten geschildert.

Er schreibt: „Das Ereignis der Hidschra ist ebenfalls ein äußerst gefahrvolles Vorkommnis. Ganz Arabien war feindselig gesinnt und dürstete nach seinem Blut, doch der Heilige Prophet SAW machte sich mit nur einem einzigen Begleiter auf den Weg nach Medina. Entlang des Weges siedelten all jene Stämme, die aufgrund ihrer Feindschaft gegenüber der Religion stets darauf sannen, ihn zu töten, und die sich einzig aus Furcht vor den Quraisch zurückhielten. Nun aber war die Zeit gekommen, da die Quraisch selbst trachteten, ihn zu töten. Alle arabischen Stämme hatten nun die Gewissheit, dass eine Ermordung dieser Person keinerlei Verärgerung seitens der Quraisch nach sich ziehen würde. Doch nicht nur die Furcht vor der Feindschaft der Quraisch war verflogen. Als die Quraisch feststellten, dass der Heilige Prophet SAW Mekka verlassen hatte, setzten sie obendrein ein Kopfgeld auf ihn aus. Sie ließen allen Stämmen entlang des Weges nach Medina verkünden, dass derjenige, der den Heiligen Propheten SAW und Hadhrat Abu Bakr lebendig oder tot bringe, eine Belohnung von jeweils hundert Kamelen pro Kopf erhalten solle.

Wie hätten sich die arabischen Stämme, deren Leben ohnehin auf Plünderungen fußte und die bereits zuvor vom Feuer des Neides gänzlich zerfressen waren, solch eine günstige Gelegenheit entgehen lassen können? Überall begann die unerbittliche Suche nach ihm, und mit jedem Schritt, den er voranging, stand gleichsam die Gefahr im Raum, auf einen blutrünstigen Feind zu stoßen. Bei solchen Gelegenheiten ist oft zu beobachten, dass selbst die tapfersten Menschen den Mut verlieren und zu keinerlei Kraftanstrengung mehr fähig sind. Selbst bei einem überaus mutigen und ungewöhnlich willensstarken Menschen gewinnt die Furcht eine derartige Überhand, dass sie in jeder seiner Bewegungen spürbar wird.

Ich habe in der Geschichte von wahrhaft großen und mutigen Männern gelesen. Doch es verbietet sich förmlich, ihren Zustand in solch brenzligen Situationen mit dem Verhalten des Heiligen Propheten SAW auch nur zu vergleichen. Historiker wissen, in welcher Verfassung sich Napoleon auf der Flucht befand und wie deutlich sich tiefe Verzweiflung auf seinem Gesicht abzeichnete. Sie wissen auch, wie König Humayun, der auf dem indischen Subkontinent herrschte, ein ums andere Mal bereit war, sich in die Hände seiner Feinde auszuliefern, und hätte er nicht einige überaus treue Generäle an seiner Seite gehabt, hätte er es womöglich auch getan. Ebenso gab es viele andere ruhmreiche und tapfere Generäle, die schwierige Zeiten durchleben mussten und in jenen Momenten, als die Feinde sich zu ihrer Suche in alle Himmelsrichtungen ausbreiteten, in schiere Panik gerieten.

Der Heilige Prophet SAW zählte jedoch nicht zu diesen von der Welt geprägten Menschen. Sein Blick war nicht auf die Welt gerichtet; vielmehr blickten seine Augen auf Gott. Weltliche Mittel waren für ihn bedeutungslos, und er verschwendete keinen Gedanken daran, was er in solch einer Notlage völlig auf sich allein gestellt und mit nur einem Gefährten ausrichten könne und welche Mittel ihm überhaupt zur Verfügung stünden, um sich gegen herannahende Feinde auf dieser gefährlichen Route zur Wehr zu setzen. Stattdessen war er sich tief in seinem Inneren bewusst: ‚Mit mir ist jener Gott, der von jeher der Beschützer Seiner aufrichtigen Diener war und Dessen Angriff kein Feind auf der Welt standzuhalten vermag. Jener Gott, der der Gott von Noah, Abraham, Moses, Jona, Hiob, David, Salomo und dem Messias war, ist auch mein Gott. Seine Kräfte schwinden niemals, und nicht einen Augenblick lang ist Er achtlos.‘

Suraqa bin Ju’sham rast, geblendet von Habgier und Feindschaft, wie ein Wahnsinniger heran, erblickt sie von Weitem und lässt sein Pferd sogleich in ihre Richtung galoppieren. In seinem Herzen schlägt die Hoffnung Wellen wie ein tosender Ozean, nicht bloß seine Hände im Blut dessen zu tränken, der seine Religion geschmäht hatte, um so seinem vom Hass zerrütteten Herzen Genugtuung zu verschaffen, sondern auch die prunkvolle Belohnung von zweihundert Kamelen einzuheimsen – einhundert Kamele waren auf den Heiligen Propheten SAW und einhundert auf Hadhrat Abu Bakr ausgesetzt, wodurch sich eine Prämie von insgesamt zweihundert Kamelen für ihn ergab. Genau auf diese zweihundert Kamele hat Hadhrat Musleh Mau'ud hingewiesen. In der vorangegangenen Überlieferung war von hundert Kamelen die Rede, aber es handelte sich um zweihundert Kamele, also jeweils einhundert pro Person. In jedem Fall wäre dieser Preis mehr als genug gewesen, um ihm in seinem Stamm zu immensem Ansehen zu verhelfen. Dies beflügelte seinen Mut zusätzlich.

Wie ein Raubtier, das sich auf seine Beute stürzt, stürmte er auf den Heiligen Propheten SAW zu, sobald er ihn erblickte, mit Pfeil und Bogen in der Hand, fest entschlossen, zum tödlichen Schlag auszuholen. Er war dort nicht wirklich allein, denn mit einem einzigen lauten Ruf hätte er augenblicklich Tausende von Männern um sich scharen können. Hätte er Alarm geschlagen, so wären gewiss Leute aus den angrenzenden Stämmen, die sich in der Nähe aufhielten, rasch herbeigeeilt, da der Heilige Prophet SAW genau zu diesem Zeitpunkt ihr Territorium durchquerte. Doch wie reagiert der Heilige Prophet SAW in jenem Moment? Ergreift er etwa die Flucht? Ergibt er sich ihm voller Furcht? Beginnen seine Beine zu zittern? Versagen ihm die Sinne? Oder fasst er den Entschluss, den Angreifer zu töten und das Weite zu suchen? Nun, da der Verfolger so nah und allein war, hätte der Prophet SAW ihn ja ebenfalls mit einem Pfeilschuss erlegen können.

Nein! Dieser zutiefst auf Gott vertrauende Mensch unternimmt nicht einen einzigen dieser Schritte und schenkt Suraqa nicht einmal so viel Beachtung, wie man einem vorbeiziehenden Ochsen widmen würde. Trotz all seines Mutes und seiner Tapferkeit, trotz all seines Glaubens, seiner Gewissheit, seines Gottvertrauens und seiner Zuversicht, drehte sich Hadhrat Abu Bakr immer wieder um, um zu sehen, wie gefährlich nah Suraqa ihnen bereits auf den Fersen ist. Doch der Heilige Prophet SAW schenkte dem nicht die geringste Beachtung. Panik oder gar die Flucht zu ergreifen, stand ohnehin völlig außer Frage, und nicht einmal der leiseste Hauch von Furcht kam in ihm auf. Er würdigte ihn nicht eines einzigen Blickes. Eben dieses Verhalten stürzte Suraqa in völlige Fassungslosigkeit und öffnete ihm schlagartig die Augen: Was für einen unbeschreiblichen Menschen verfolgte er da eigentlich? Zeitlebens konnte er dieses wundersame Bild nicht aus seinem Gedächtnis tilgen.

Dieses beispiellose Ereignis hinterließ einen derart tiefen Eindruck in seinem Herzen, dass er immer wieder davon berichtete und schilderte: ‚Während ich mein Pferd unermüdlich antrieb, kam ich dem Heiligen Propheten SAW so nahe, dass ich seine Stimme bei der Rezitation des Qur’an vernehmen konnte. Dabei beobachtete ich, dass der Heilige Prophet SAW seinen Blick weder nach rechts noch nach links wandte. Lediglich Hadhrat Abu Bakr sah sich unentwegt um.‘

Allah, Allah! Welch gewaltiges Vertrauen auf Allah! Der Feind ist im wilden Galopp bereits derart nahe herangerückt, dass die eigene Stimme bis zu ihm vordringen kann und man sich längst in Reichweite seiner Pfeile befindet. Und anstatt auch nur einen Anflug von Panik zu verspüren, rezitiert der Heilige Prophet SAW seelenruhig weiter den Heiligen Qur’an. Derweil blickt Hadhrat Abu Bakr voller Sorge immer wieder zurück, um abzuschätzen, wie nah der Feind bereits ist. Lässt sich für derartiges Gottvertrauen und solch absolute Zuversicht auch nur ein einziges weiteres Beispiel finden? Gibt es überhaupt einen anderen Menschen, der in einer derart lebensbedrohlichen Situation solch eine unfassbare Gelassenheit und unerschütterliche Gleichgültigkeit gegenüber der Gefahr an den Tag gelegt hat?

Wäre er auch nur im Geringsten darauf bedacht gewesen, weltliche Mittel zu ergreifen, hätte er in jenem Moment zumindest versuchen müssen, Suraqa anzugreifen, oder alles daran setzen müssen, die Flucht zu ergreifen. Doch er entschied sich für keinen dieser beiden Wege. Weder beschleunigte er sein Tempo, noch hegte er die Absicht, Suraqa auf irgendeine Weise auszuschalten. Ganz im Gegenteil: Mit absolutem Seelenfrieden, ohne jegliches Anzeichen von Furcht oder Schrecken, setzte er seinen Weg in der ursprünglichen Geschwindigkeit fort und rezitierte dabei ununterbrochen den Heiligen Qur’an.

Was war es, das sein Herz in diesem verhängnisvollen Moment derart stärkte? Welche unbändige Kraft verlieh seinem Mut derartige Flügel? Welcher Geist war es, der ein solch außerordentliches Leben in ihm erweckte? Es waren ganz allein die Wunder des Gottvertrauens; dies waren die Früchte seines unerschütterlichen Glaubens an Ihn. Er wusste tief in seinem Inneren, dass äußere, weltliche Mittel ihm rein gar nichts anhaben konnten. Sämtliche Mächte der Welt wären nicht imstande, ihn zu vernichten, denn im Himmel thront Gott, der schützend auf ihn blickt – eben jener Gott, der der Schöpfer all dieser Mittel ist. Und die Mittel vermögen gegen den Schöpfer der Mittel absolut nichts auszurichten.

Dieses immense Vertrauen blieb nicht unbelohnt, sondern Gott, der Erhabene, bestätigte sein Vertrauen. Suraqa, der in der Gier nach zweihundert Kamelen herangestürmt war, bat um Vergebung und trat den Rückzug an. Gott warf eine derart gewaltige Ehrfurcht in sein Herz, dass er seine eigene Rettung einzig und allein darin sah, ohne Widerspruch umzukehren. Darüber hinaus hielt er auf dem Rückweg sogar noch weitere Verfolger auf und schickte sie zurück. Dies ist ein Gottvertrauen, das in einem lügnerischen Menschen schlichtweg nicht existieren kann. Es ist ein Vertrauen, das in einem von Trug erfüllten Herzen niemals Bestand hätte. Dies ist jenes Gottvertrauen, das auf der gesamten Welt seinesgleichen sucht.

Auch bei Hadhrat Moses findet sich bei einer bestimmten Gelegenheit ein Beispiel für solch ein Gottvertrauen, doch dieses verblasst völlig im Vergleich dazu. Denn als die Gefährten von Hadhrat Moses das Heer des Pharaos erblickten, riefen sie:

اِنَّا لَمُدۡرَکُوۡنَ

dass sie mit Sicherheit ergriffen würden. Daraufhin entgegnete Hadhrat Moses:

ۚاِنَّ مَعِیَ رَبِّیۡ سَیَہۡدِیۡنِ

[Wahrlich, mit mir ist mein Herr, Er wird mich leiten.]

Das Gottvertrauen des Heiligen Propheten SAW war hingegen so vollkommen, dass es auch seinen Gefährten mitprägte. Folglich verfiel Hadhrat Abu Bakr nicht wie die Gefolgschaft Moses’ in Panik und rief nicht, sie würden gewiss ergriffen werden. Selbst als sie gemeinsam in der Höhle saßen und er bemerkte, wie nah die Feinde waren, merkte er lediglich an, dass die Verfolger sie entdecken würden, falls diese nur ihren Blick senkten. Dieser standhafte Glaube war die Frucht jener Strahlkraft, die das segensreiche Licht des Prophetentums in eben jenem Moment auf sein eigenes Herz warf.

Darüber hinaus hatte Hadhrat Moses eine ganze Schar von Begleitern bei sich und sie hatten zweifellos Raum zur Flucht vor sich. Der Heilige Prophet SAW jedoch hatte weder eine Schar hinter sich, noch bot sich ihm ein anderer Ausweg. Dies veranschaulicht die erhabene Stellung seines Gottvertrauens.“

Glaube, Handeln und der Einsatz weltlicher Mittel

Die Beschaffung und der Einsatz weltlicher Mittel und erst in der Folge das absolute Vertrauen auf Allah – genau dies ist die entscheidende Herangehensweise.

Im Hinblick auf das Gottvertrauen des Heiligen Propheten SAW hat Hadhrat Musleh Mau’ud diesen essenziellen Punkt folgendermaßen dargelegt:

„Ein Mensch, der felsenfest von der Existenz Gottes, des Erhabenen, überzeugt ist und zugleich die unerschütterliche Gewissheit in sich trägt, für einen ganz bestimmten, höheren Zweck erschaffen worden zu sein – wie könnte ein solcher Mensch jemals in Tatenlosigkeit verfallen? Ein solcher Mensch ist vielmehr derjenige, der die größten Anstrengungen unternimmt. Die Taten Muhammads, des Gesandten Allahs SAW, waren im Kern das direkte Resultat seines unbändigen Glaubens. Denn wer zutiefst verinnerlicht hat, dass ein allmächtiger Gott existiert, der ihn für einen ganz speziellen Zweck erschaffen hat, der setzt naturgemäß auch alles daran, diesen Zweck zu verwirklichen.

Betrachtet man Muhammad, den Gesandten Allahs SAW: In demselben Moment, in dem er seinen tiefen Glauben offenbart und in der Höhle von Thaur sitzend zu Hadhrat Abu Bakr spricht: ‚Abu Bakr, fürchte dich nicht, Gott ist mit uns und Er ist unser Beschützer‘, ist er zugleich Tag und Nacht derart unermüdlich mit den weiteren Pflichten der Religion beschäftigt, dass es den Anschein erweckt, als sei ihm die Verantwortung für die gesamte Schöpfung auferlegt worden. Während er einerseits also die absolute Gewissheit in sich trug, dass Gott existiert und Er Seinen Dienern stets zur Hilfe eilt, lässt er sich andererseits niemals dabei ertappen, Gott auf die Probe zu stellen. Niemals verharrte er untätig mit in den Schoß gelegten Händen, nachdem Gott ihm den Sieg verheißen hatte, in der Annahme: ‚Wozu bedarf es nun noch irgendeiner Anstrengung für den Sieg? Allah wird Sein Versprechen ohnehin erfüllen und den Sieg gewähren.‘ Ein solches Verhalten lag ihm völlig fern. Stattdessen unternahm er alles in seiner Macht Stehende, um diesen Sieg auch praktisch zu erringen. Folglich brachte er den Menschen militärische Strategien bei und bildete die Truppen aus. Er stellte ein Heer zusammen, um dem Feind entgegenzutreten, besorgte Reittiere, sammelte Waffen und organisierte die Verpflegung sowie Unterkünfte für die Soldaten.

Dann, nach Abschluss all dieser umfassenden Vorbereitungen, zog er in die Schlacht, um sich dem Feind zu stellen. Und selbst in Situationen, in denen der Feind in der Überzahl ist und die Anzahl der Gefährten gering ist, verkündet er mit eiserner Entschlossenheit, absoluter Gewissheit und tiefstem Glauben: ‚Auch wenn wir zahlenmäßig unterlegen sind, so werden letztlich doch wir den Sieg davontragen.‘“

Soweit es in seiner Macht stand, ergriff er alle menschlichen Maßnahmen und vertraute sodann auf Allah. Sein Glaube war folglich kein Glaube der Unwissenheit oder Trägheit, sondern ein Glaube der inneren Einsicht. Und einen solchen Glauben besitzt nur jener, der gleichzeitig vertraut und handelt, der also Handeln und Gottvertrauen miteinander vereint.

Der Verheißene Messias AS erklärt:

„Die ersten 13 Jahre seiner Sendung in Mekka stellen die Periode der Schwierigkeiten und Leiden dar und eine Betrachtung der Umstände seines Lebens in jenen Jahren macht es klar, dass der Heilige Prophet SAW alle hohen moralischen Eigenschaften, die der Rechtschaffene in solchen Zeiten manifestieren soll, aufs Schönste an den Tag legte, so z. B. sein Vertrauen in Gott, seine Vermeidung der geringsten Ungeduld, sein edles und würdiges Benehmen, sein unerschütterlicher Eifer um die Erfüllung seiner Aufgaben und dass er vor niemandem Furcht empfand, und er zeigte sie in so hervorragender Weise, dass die Ungläubigen erstaunen mussten, wenn sie eine solche Standhaftigkeit sahen, und bezeugen mussten, dass niemand, der nicht volles Vertrauen in Gott setzt, imstande sein könnte, eine solche Standhaftigkeit zu zeigen und Leid in dieser Weise zu ertragen.“

Gott vertrauend machte der Heilige Prophet SAW Gebrauch von den materiellen Mitteln. Diesbezüglich wurden, wie ich bereits erwähnte, Begebenheiten geschildert. So gibt es auch eine Überlieferung, die von Hadhrat Ubayy bin Ka’b RA überliefert wird. Er berichtete, dass, als der Gesandte Allahs SAW und seine Gefährten in Medina ankamen und die Ansar ihnen Zuflucht gewährten, sich ganz Arabien gegen sie vereinte. Die Situation der Muslime war derart, dass sie weder die Nacht verbrachten noch den Morgen erlebten, ohne ihre Waffen bei sich zu haben. Zu jeder Zeit, ob wach oder schlafend, behielten sie ihre Waffen bei sich. Sie vertrauten auf Allah, wussten aber zugleich, dass jederzeit ein Angriff erfolgen konnte, weshalb sie stets wachsam sein und Vorkehrungen für ihre eigene Sicherheit treffen mussten.

Eine detaillierte Schilderung hierzu findet sich auch in einer Überlieferung von Hadhrat Aisha RA: Als der Gesandte Allahs SAW nach Medina kam, blieb er eine Nacht wach. Dann sagte er: „Wenn mich doch heute Nacht nur ein rechtschaffener Mann von meinen Gefährten bewachen würde.“ Hadhrat Aisha RA berichtet: „Wir befanden uns in ebendiesem Zustand, als plötzlich das Klirren von Waffen zu hören war. Der Gesandte Allahs SAW fragte: ‚Wer ist da?‘ Die Antwort lautete: ‚Ich bin Sa’d bin Abi Waqqas.‘ Der Gesandte Allahs SAW fragte: ‚Was hat dich veranlasst, hierher zu kommen?‘ Er antwortete: ‚Mir kam der Gedanke in den Sinn und ich machte mir Sorgen um Ihre Sicherheit, weshalb ich gekommen bin, um Wache zu halten.‘ Daraufhin betete der Gesandte Allahs SAW für ihn und schlief dann friedlich ein.“

In einer anderen Überlieferung, die dasselbe Ereignis beschreibt, sagt Hadhrat Aisha RA: „Ich hörte das Geräusch von Waffen. Der Gesandte Allahs SAW fragte: ‚Wer ist da?‘ Er antwortete: ‚Sa’d und Hudhaifa.‘“ – Es waren also zwei Personen, die hier erwähnt werden, die gekommen waren, um Wache zu halten. „Daraufhin schlief der Gesandte Allahs SAW ein, bis ich sein tiefes Atmen hörte.“ – In dieser Zeit befand er sich stets in einem solchen Zustand, wenn ihm eine Offenbarung zuteilwurde. Sie sagt also: „In dieser Zeit wurde jener Vers offenbart:

وَاللّٰہُ یَعۡصِمُکَ مِنَ النَّاسِ

‚Und Allah wird dich vor den Menschen schützen.‘ Dann streckte der Gesandte Allahs SAW seinen Kopf aus dem Zelt und sagte: ‚O Leute, geht nun zurück, denn Allah hat meine Sicherheit garantiert.‘“

Solange es keine Gewissheit und keine Prophezeiung von Allah gab, ließ er Wache halten, und als ihm von Allah Gewissheit gegeben wurde, sagte er: „Ihr könnt gehen, nun wird Allah mich beschützen.“

Die Zerrissenheit des Briefes durch Chosrau und die göttliche Bestrafung

Als der Heilige Prophet SAW verschiedenen Königen Briefe zur Verkündigung schickte, zerriss der Kaiser von Persien, Chosrau, seinen Brief in großem Hochmut in Stücke. Als er davon erfuhr, sagte er als Ergebnis vollkommenen Gottvertrauens: „Möge Gott diese Leute selbst in Stücke reißen.“

Chosrau hatte bereits über den Gouverneur des Jemen zwei Soldaten mit einem Brief geschickt, um ihn verhaften zu lassen. Er hörte den Inhalt des Briefes, in dem stand, dass er sich umgehend diesen Leuten ausliefern solle. In dieser gefährlichen Situation sagte der Heilige Prophet SAW zu den Abgesandten, ohne jegliche Panik zu zeigen: „Bleibt heute Nacht hier, morgen werde ich euch antworten.“

Am nächsten Morgen sagte er zu diesen Vertretern: „Geht zurück und sagt eurem Meister, also dem Herrscher des Jemen“ – der König hatte ja die Botschaft über den Herrscher des Jemen geschickt –, „sagt ihm: ‚Mein Herr hat heute Nacht deinen Herrn, also Chosrau, getötet.‘“ Diese Leute waren verblüfft, als sie das hörten, und kehrten zurück. Später stellte sich heraus, dass Chosrau Parwez in genau jener Nacht von seinem Sohn Schirawaiya (Kyros) getötet worden war. Dieses großartige Ereignis ist ein Beweis für den wunderbaren Schutz Allahs und das beispiellose Gottvertrauen des Heiligen Propheten SAW.

Gebete und Standhaftigkeit in Zeiten der Bedrängnis

Der Heilige Prophet SAW zog mit vollkommenem Gottvertrauen und mit der Erlaubnis Allahs in die Schlachten; beim Aufbruch pflegte er zu beten. Diesbezüglich berichtete Hadhrat Anas RA, dass der Prophet SAW, wenn er zu einer Schlacht aufbrach, sprach:

اللَّهُمَّ أَنْتَ عَضُدِي وَأَنْتَ نَصِيرِي وَبِكَ أُقَاتِلُ

„O Allah, Du bist mein Rückhalt und Du bist mein Helfer, und durch Dich kämpfe ich.“

Der Verheißene Messias AS sagt, dass ein Mensch in Zeiten der Not zwar Unruhe empfindet, jedoch das Gottvertrauen niemals aufgeben sollte. Auch der Heilige Prophet SAW verspürte bei Badr große Unruhe, weshalb er flehte:

يَا رَبِّ إِنْ أَهْلَكْتَ هَذِهِ العِصَابَةَ فَلَنْ تُعْبَدَ فِي الأَرْضِ أَبَدًا

„O mein Herr, wenn Du diese Gruppe vernichtest, so wirst Du auf Erden niemals mehr angebetet werden.“

Doch diese Unruhe des Heiligen Propheten SAW entsprang lediglich der menschlichen Natur, denn auf der anderen Seite ließ er das Gottvertrauen keinesfalls aus den Händen gleiten. Sein Blick war gen Himmel gerichtet und er hatte die Gewissheit, dass Gott ihn niemals zugrunde gehen lassen würde. Er ließ weder Resignation, Verzweiflung noch Hoffnungslosigkeit in seine Nähe kommen. Das Auftreten solcher Unruhen ist für die Vervollkommnung der menschlichen Moral und der (spirituellen) Stufen notwendig, doch der Mensch sollte die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nicht an sich heranlassen, denn Verzweiflung ist eine Eigenschaft der Ungläubigen. Dem Menschen kommen durch verschiedenste Gedanken Einflüsterungen der Unruhe in den Sinn, aber der Glaube beseitigt diese Einflüsterungen. Die menschliche Natur zieht Unruhe an, doch der Glaube wehrt sie ab.

Dann gibt es diese bekannte Begebenheit über das Vertrauen auf Allah: Ein Feind traf ihn allein an und zog sein Schwert gegen ihn, aber er sagte ohne jegliche Furcht: „Allah wird mich vor dir schützen.“

Hadhrat Musleh Mau’ud RA hat diese Begebenheit ebenfalls auf seine eigene Weise geschildert: Sein Vertrauen auf Allah war derart, dass, als ein Mann ihn allein antraf, das Schwert gegen ihn erhob und ihn fragte: „Wer kann dich nun vor mir retten?“, er zu jenem Zeitpunkt – obwohl er unbewaffnet war und sich aufgrund seiner liegenden Position nicht einmal bewegen konnte – mit äußerster Gelassenheit und Ruhe antwortete: „Allah.“ Dieses Wort kam mit solch einer Gewissheit und Zuversicht über seine Lippen, dass selbst das Herz dieses Ungläubigen nicht umhinkam, die Erhabenheit seines Glaubens und die Vollkommenheit seiner Gewissheit anzuerkennen. Das Schwert fiel aus seiner Hand und er, der gekommen war, um ihn zu töten, stand nun wie ein Schuldiger vor ihm.

Die Grabenschlacht und das Wunder der Speisung

Während des Grabenkrieges (Ahzab) erlebten die Muslime Tage äußerster Bedrängnis. Es war beschlossen worden, in Medina zu bleiben und sich dem Feind dort zu stellen. Dies geschah nicht aus Angst oder mangelndem Vertrauen auf Allah, sondern aufgrund einer militärischen Strategie. Um Medina herum wurde ein Graben ausgehoben, damit man vor einem plötzlichen und unmittelbaren Angriff des Feindes geschützt sei. Die Lage der Muslime war derart, dass die meisten von ihnen arm waren und sich ihren Lebensunterhalt von Tag zu Tag verdienten. Trotz dieser Notlage schlossen sich alle zusammen und beteiligten sich am Ausheben des Grabens, um vor diesen Angriffen sicher zu sein; und diejenigen, die nicht ihrer täglichen Arbeit nachgehen konnten, litten Hunger.

Viele Stämme aus ganz Arabien hatten sich zu diesem Zeitpunkt vereint, um anzugreifen. In verschiedenen Überlieferungen wird ihre Zahl unterschiedlich angegeben. Dennoch wird als Mindestzahl zehntausend genannt; mal sind es fünfzehntausend, mal vierundzwanzigtausend. Ohnehin war eine Zahl von zehntausend Angreifern im Verhältnis zur Bevölkerung Medinas gewaltig. Für diese kleine Stadt war das eine riesige Armee. Jedenfalls waren die Muslime trotz ihrer widrigen Umstände, ihrer Armut und ihrer geringen Zahl bereit, sich dieser gewaltigen Armee entgegenzustellen. Es war eine strategische Entscheidung, sich aufgrund der geringen Anzahl innerhalb der Stadt zu verteidigen. Zudem war es die Gnade Allahs, der sie bereits im Vorfeld informiert hatte. Der Glaube der Muslime war gefestigt, und angesichts der Übermacht gerieten sie nicht in Panik. Vielmehr hatte das Gottvertrauen des Heiligen Propheten SAW das Vertrauen der Muslime in jenem Moment noch weiter gestärkt, und obwohl sie die Reden der Gegner und Heuchler hörten, sank ihre Moral nicht.

Man betrachte, wie Allah infolge ihrer Standhaftigkeit und ihres Gottvertrauens eingriff: Ein schwerer Sturm und Orkan versetzten die Ungläubigen in Angst und Schrecken, sodass sie flohen. Und sie flohen in einem solchen Chaos, dass sie eine Menge ihrer Vorräte, Nahrung und andere Gegenstände zurückließen, was den Muslimen zugutekam. Dies war das Resultat des Vertrauens auf Allah.

Aus der Schlacht von Ahzab stammt auch die Begebenheit, in der eine kleine Menge an Essen für eine ganze Armee ausreichte. Dies ist nicht nur ein Wunder, sondern auch ein großartiges Beispiel für das Vertrauen auf Allah. In einer Überlieferung berichtet Hadhrat Jabir bin Abdullah Ansari RA:

„Am Tag des Grabens – also während der Schlacht von Ahzab – waren wir dabei, die Erde auszuheben, als ein extrem harter Felsbrocken auftauchte.“ Sie gingen zum Propheten SAW und sagten: „Im Graben ist ein Felsbrocken aufgetaucht.“ Er sagte: „Ich steige hinab“, das heißt: ich komme, „um ihn zu zertrümmern.“ Er stand auf, und um seinen Bauch war ein Stein gebunden. – Wegen des leeren Magens band man sich in jener Zeit einen Stein um, um Halt zu geben – und seit drei Tagen hatten wir nicht das Geringste gegessen, so groß war die Hungersnot. Der Prophet SAW nahm eine Spitzhacke und schlug auf den Felsen ein, woraufhin dieser zerbröckelte und, wie es heißt, zu einem Haufen rieselnden Sandes wurde.

Ich sagte, als ich diesen Zustand des Propheten SAW sah: „O Gesandter Allahs, erlauben Sie mir, nach Hause zu gehen.“ Ich ging und sagte zu meiner Frau: „Ich habe etwas an dem Propheten SAW bemerkt, das man nicht ertragen kann.“ Das heißt: Ich habe gesehen, dass er wegen des Hungers Steine um seinen Bauch gebunden hat. „Hast du etwas zu essen?“ Sie antwortete: „Ich habe etwas Gerste und ein kleines Zicklein.“ Daraufhin schlachtete ich das Zicklein, und sie mahlte die Gerste. Wir gaben das Fleisch in einen steinernen Topf, und dann ging ich zum Propheten SAW. Der Teig war inzwischen geknetet und aufgegangen, und der Topf auf dem Herd war fast gar.

Ich sagte: „O Gesandter Allahs SAW, ich habe ein wenig Essen. O Gesandter Allahs, erheben Sie sich und nehmen Sie ein oder zwei Männer mit, um zu essen.“ Er fragte: „Wie viel Essen ist es?“ Ich beschrieb es ihm, und der Prophet SAW sagte: „Das ist reichlich.“ Ein Zicklein und ein wenig Gerste – es macht keinen Unterschied. Es ist reichlich Essen, es ist viel und vorzüglich. Dann sagte er: „Sag deiner Frau, sie soll den Topf nicht vom Herd nehmen und das Brot nicht aus dem Lehmofen holen, bis ich komme.“

Dann sagte der Prophet SAW zu den Gefährten: „Steht auf.“ Daraufhin erhoben sich die Muhadschirin und die Ansar. Als Hadhrat Jabir RA zu seiner Frau kam, sagte er: „Gott stehe dir bei, der Prophet SAW hat alle Muhadschirin, Ansar und diejenigen, die bei ihnen sind, mitgebracht!“ Seine Frau fragte: „Hatte der Heilige Prophet SAW dich etwas gefragt?“ Ich antwortete: „Ja“, und dann erzählte ich die ganze Geschichte, dass er gefragt hatte, wie viel Essen da sei, und ich es ihm gesagt hatte.

Der Prophet SAW nahm die Gefährten mit sich und sagte: „Tretet ein und drängt nicht.“ Das bedeutet: Es besteht kein Grund zur Eile, setzt euch ruhig im Haus hin. Er SAW brach Stücke vom Brot ab, legte Fleisch darauf und gab sie den Gefährten. Das Brot war mit einem Tuch abgedeckt; er brach ein Stück ab, nahm etwas Soße heraus und gab es den Gefährten. Und wenn er etwas aus dem Topf oder dem Ofen nahm, deckte er es wieder zu. Dies tat er so lange, bis die Gefährten satt waren. Alle wurden satt und es blieb sogar noch Essen übrig. Der Heilige Prophet SAW sagte zur Frau von Hadhrat Jabir RA: „Hier, iss nun dies und verteile es als Geschenk, denn die Menschen sind sehr hungrig.“ Dies war also das Gottvertrauen, und zugleich war ein Segensgebet damit verbunden, wodurch sich der Segen einstellte.

Unbeirrbarkeit in der Schlacht von Hunain

In einer weiteren Überlieferung heißt es, dass ein Mann Hadhrat Bara bin Azib RA fragte: „Seid ihr während der Schlacht von Hunain geflohen und habt den Gesandten Allahs SAW zurückgelassen?“ Er antwortete: „Ja, aber der Gesandte Allahs SAW selbst verließ das Schlachtfeld nicht. Die Hawazin waren hervorragende Bogenschützen. Als wir auf sie trafen, griffen wir sie an, und sie wichen zurück. Die Muslime begannen, die Kriegsbeute einzusammeln, aber die Feinde begannen, von vorne Pfeile auf uns zu feuern. Der Gesandte Allahs SAW wich jedoch nicht von seinem Platz. Ich sah den Propheten SAW, wie er auf seinem weißen Maultier ritt und Abu Sufyan bin Harith bin Abdul Muttalib die Zügel hielt, während der Prophet SAW folgende Verse rezitierte:

أَنَا النَّبِيُّ لَا كَذِبْ، أَنَا ابْنُ عَبْدِ المُطَّلِبْ

Ich bin der verheißene Prophet, und darin liegt kein Zweifel. Ich bin der Sohn von Abdul Muttalib.

Hadhrat Musleh Mau’ud RA hat dieses Ereignis ebenfalls erwähnt und erklärt: Sein Ausspruch „Ich bin der Sohn von Abdul Muttalib“ bedeutete nicht, dass, obwohl der Angriff des Feindes in diesem Moment so heftig ist, dass viertausend Bogenschützen einen Pfeilregen auf uns herablassen und obwohl mein Vordringen in diesem Zustand weit über die menschliche Natur erhaben zu sein scheint, habe ich keine Furcht. Deshalb rezitierte er diese Verse, damit niemand sich täuschen ließe und auf den Gedanken käme, er besäße irgendeine göttliche Macht. „Ich bin lediglich der Sohn von Abdul Muttalib und ein Mensch. Allein die Hilfe Allahs ist aufgrund meines Prophetentums mit mir.“ Solcherart ist die Erhabenheit des Vertrauens auf Allah, dass er sprach: „Wenn Allah mir Erfolg verheißen hat, so wird Er mir auch in diesem Pfeilregen den Sieg gewähren.“

Ablehnung von Hilfe ohne Glauben: Die Begebenheit mit Habib bin Yasaf

Ein weiteres Beispiel für das Vertrauen auf Allah und die Gewissheit in Seine Verheißungen findet sich in einer anderen Überlieferung. Wir können dies von den ersten Begebenheiten bis hin zu den letzten sehen – überall finden wir dieselben Beispiele für sein Gottvertrauen. Das vorige war ein Ereignis aus der Schlacht von Hunain, und dieses hier stammt aus der Schlacht von Badr, der ersten Schlacht:

In Medina gab es einen äußerst starken und tapferen Mann namens Habib bin Yasaf. Zu jener Zeit befanden sich die Muslime in einer sehr schwachen Lage. Dieser Mann gehörte dem Stamm der Khazraj an und hatte bis zur Schlacht von Badr den Islam noch nicht angenommen. Dennoch brach er gemeinsam mit seinem Stamm der Khazraj zur Schlacht auf, in der Hoffnung, im Falle eines Sieges einen Teil der Kriegsbeute zu erhalten. Die Muslime freuten sich sehr darüber, dass er ebenfalls mit ihnen in die Schlacht zog. Doch der Gesandte Allahs SAW sagte zu ihm: „Es wird nur derjenige mit uns in die Schlacht ziehen, der unserer Religion angehört.“ In einer Überlieferung heißt es, dass er sagte: „Kehre um, wir möchten nicht die Hilfe eines Götzendieners annehmen.“

Habib bin Yasaf kam ein zweites Mal zum Heiligen Propheten SAW, doch der Heilige Prophet SAW schickte ihn auch ein zweites Mal zurück. Als er schließlich ein drittes Mal kam, fragte ihn der Heilige Prophet SAW: „Glaubst du an Allah und Seinen Gesandten?“ Er antwortete: „Ja.“ Daraufhin wurde er Muslim und kämpfte äußerst tapfer in der Schlacht.

Somit nahm der Heilige Prophet SAW trotz jener widrigen Umstände und der äußersten Not die Hilfe dieses Mannes nicht in Anspruch, solange sich dieser im Zustand des Unglaubens befand, da es ein Widerspruch zum Glauben und zum Vertrauen in die Verheißungen Allahs gewesen wäre, die Hilfe eines Nichtgläubigen anzunehmen.

Wahrhaftigkeit und unerschütterlicher Glaube

Der Verheißene Messias AS erklärt:

„In den Augen der heutigen sogenannten Intellektuellen gilt es als Fehler, sich jemanden zum Feind zu machen. Doch um die Wahrheit zu sagen, ist auch dies ein Beweis für die Wahrhaftigkeit.“ Der Heilige Prophet SAW hielt mit niemandem (Frieden) – das bedeutet, dass jeder zu seinem Feind wurde. Er verdarb es sich mit allen, indem er die Wahrheit sprach. Denn da niemand die Wahrheit hören wollte, war es unvermeidlich, dass Konflikte mit den Menschen entstanden. „In den Augen solcher Menschen hat er (Gott bewahre) einen Fehler begangen. Dabei ist gerade diese Tatsache, dass er es sich um Gottes willen mit allen verdarb, ein offenkundiger Beweis für seine Wahrhaftigkeit, aus dem sich der Zustand seiner Glaubenskraft ersehen lässt.“

Einerseits wird das Beispiel des Messias angeführt, um zu sagen: Seht euch an, dass aufgrund seiner Lehre, die in den Evangelien zu finden ist, Menschen Einwände gegen den Messias erheben. (Er sagt: „Es ist die Lehre in den Evangelien, nach der ich dies aufzeige.“) Es wird deutlich, dass sein Weg keineswegs darin bestand, jemanden zu verärgern. Den Juden wurde verkündet, dass er nicht gekommen sei, um auch nur ein Gebot der Thora aufzuheben.

Betrachtet man im Gegensatz dazu die Lehre des Heiligen Propheten SAW, so wird man auf der ganzen Erde keine Glaubensgemeinschaft und keine Religion finden, die er nicht eingeladen und deren Fehler er nicht aufgezeigt hätte; und überdies beanspruchte er gegenüber jedem, dass er siegreich und von Gott unterstützt sein werde. Er zeigte nicht nur Fehler auf und forderte sie heraus, sondern behauptete: „Ich habe volle Gewissheit und Vertrauen auf Allah, und Inshallah wird mir der Erfolg zuteil, denn ich bin von Ihm entsandt worden.“ Er AS sagt weiter: „Sagt mir dann: Könnte jemand jemals so handeln, wenn er nicht voll und ganz auf Gott vertraute?“

اللَّهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ وَبَارِكْ وَسَلِّمْ إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ

[„O Allah‭, ‬schütte Deine Gnade aus über Muhammad und die Anhänger Muhammads‭, ‬‭und schenke Segen und Frieden; ‬wahrlich‭, ‬Du bist preiswürdig‭, ‬erhaben‭.‬“]

TawakkulVollkommenes Gottvertrauen, das sich dadurch auszeichnet, nach dem Ergreifen aller zur Verfügung stehenden menschlichen Mittel das Ergebnis allein Allah zu überlassen.
HidschraDie historische Auswanderung des Heiligen Propheten Muhammad SAW und seiner Gefährten von Mekka nach Medina.
AnsarWörtlich Helfer; die einheimischen Bewohner von Medina, die den Heiligen Propheten SAW und die mekkanischen Muslime aufnahmen und unterstützten.
MuhadschirinDie mekkanischen Auswanderer, die um ihres Glaubens willen ihre Heimat verließen und nach Medina zogen.
Chosrau (Kisra)Der historische Titel der persischen Großkönige aus der Sassaniden-Dynastie.
AhzabWörtlich die Verbündeten; bezeichnet das Bündnis verschiedener arabischer Stämme gegen die Muslime in Medina sowie die entsprechende Grabenschlacht.
DuroodSegensgebet und Anrufung von Frieden und Barmherzigkeit auf den Heiligen Propheten Muhammad SAW und dessen Nachkommenschaft.
Themen:
Das beispiellose Gottvertrauen des Heiligen Propheten SAWDie Hidschra nach Medina und die Begegnung mit Suraqa bin MalikDie Prophezeiung über die Armreifen des ChosrauDas Verhältnis zwischen dem Ergreifen materieller Mittel und Vertrauen auf AllahGöttlicher Schutz und Standhaftigkeit in den Schlachten von Badr, Ahzab und HunainWunder der Nahrung während des GrabenkriegsKompromisslose Wahrhaftigkeit und Verzicht auf Götzendiener-Hilfe

To Dos der Woche

Checkliste für den Alltag

  • ✓
    Achte bei allen weltlichen und persönlichen Herausforderungen darauf, zunächst alle notwendigen praktischen Mittel einzusetzen und danach das vollkommene Vertrauen auf Allah zu setzen.
  • ✓
    Lasse in Phasen von Prüfungen, Sorgen oder Druck keinesfalls Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit zu, sondern halte deine Gedanken fest auf den göttlichen Schutz gerichtet.
  • ✓
    Rezitiere den Heiligen Qur'an auch in stressigen Momenten des Alltags mit innerer Ruhe und Gelassenheit nach dem Vorbild des Heiligen Propheten SAW.
  • ✓
    Stehe kompromisslos und furchtlos zur Wahrheit deines Glaubens, ohne Prinzipien aus Furcht vor Missbilligung oder weltlichen Nachteilen aufzugeben.

Aktionsplan Missionary Incharge Büro

Wöchentlicher Umsetzungsplan basierend auf der Khutba

Das Gottesvertrauen Des Heiligen Propheten SAW

وَاللهُ يَعْصِمُكَ مِنَالنَّاسِ
Allah wird dich vor den Menschen schützen.
(5:68)

Hadhrat Musleh Maud RA schreibt
Was war es, das sein Herz in diesem verhängnisvollen Moment derart stärkte? Welche unbändige Kraft verlieh seinem Mut derartige Flügel? Welcher Geist war es, der ein solch außerordentliches Leben in ihm erweckte? Es waren ganz allein die Wunder des Gottvertrauens; dies waren die Früchte seines unerschütterlichen Glaubens an Ihn. Er wusste tief in seinem Inneren, dass äußere, weltliche Mittel ihm rein gar nichts anhaben konnten. Sämtliche Mächte der Welt wären nicht imstande, ihn zu vernichten, denn im Himmel thront Gott, der schützend auf ihn blickt – eben jener Gott, der der Schöpfer all dieser Mittel ist. Und die Mittel vermögen gegen den Schöpfer der Mittel absolut nichts auszurichten.


Vertrauen auf Allah während den Schlachten:
Der Heilige Prophet SAW pflegte zu beten:
اللّٰهُمَّ أَنْتَ عَضُدِيْ وَأَنْتَ نَصِيرِيْ وَبِكَ أُقَاتِلُ
„O Allah, Du bist mein Rückhalt und Du bist mein Helfer, und durch Dich kämpfe ich.“

Umsetzungsplan für diese Woche

1
In jeder Situation auf Allah vertrauen und sich vor Verzweiflung & Hoffnungslosigkeit hüten
2
Sowohl auf Reisen als auch zuhause sich dem Rezitieren des Heiligen Qur‘ans widmen
3
Sich vor Trägheit schützen und mit Mühe sowie Beachtung der Mittel die Arbeiten erledigen
4
Für den eigenen Schutz und die Sicherheit sorgen
5
Allen Gesellschaftsschichten die Lehre des Islams überbringen und keine Person außer Allah fürchten

Khutba für Kinder

MTA Germany
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