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Khutba Review

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Ansprache Lesen

Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).

Für Kinder

Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.

To Dos

Praktische Umsetzung als Checkliste.

Quiz (Deutsch)

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Quiz (Urdu)

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Aktionsplan

Wöchentlicher Umsetzungsplan vom Missionary Incharge Büro basierend auf der Khutba

Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles

MTA Germany

Deutsche Übersetzung

Überlieferungen zur Großzügigkeit des Heiligen ProphetenSAW

Ich werde nun Überlieferungen bezüglich der Großzügigkeit und Freigebigkeit des Heiligen ProphetenSAW präsentieren. In einer Überlieferung von Hadhrat Abu Said KhudriRA heißt es, dass einige Leute der Ansar den Gesandten AllahsSAW um etwas baten. Er gab es ihnen. Dann baten sie ihn erneut, und er gab es ihnen abermals. Sie baten ihn ein weiteres Mal, und er gab es ihnen wieder, bis alles, was er bei sich hatte, aufgebraucht war.

Er sprach: „Was auch immer ich an Reichtum besitze, ich werde es niemals vor euch zurückhalten. Wer sich jedoch vor dem Betteln hütet, den wird Allah, der Erhabene, auch davor bewahren.“ Damit gab er auch einen Ratschlag bezüglich des Bettelns und fügte hinzu: „Und wer unabhängig vom weltlichen Reichtum sein möchte, den wird Allah, der Erhabene, unabhängig machen. Wer sich zwingt, geduldig zu sein, dem wird Allah, der Erhabene, Geduld verleihen. Niemandem wurde je eine Gabe zuteil, die umfassender und besser ist als die Geduld.“ Bei gewissen Schwierigkeiten, Leiden und Nöten ist es unerlässlich, Geduld zu üben. Allah, der Erhabene, gewährt dafür Seinen Lohn.

Eine außergewöhnliche Art des Schenkens: Das Kamel von Hadhrat Abdullah bin Umar

Hadhrat Ibn UmarRA berichtet: „Wir befanden uns auf einer Reise mit dem ProphetenSAW, und ich ritt auf einem ungestümen, jungen Kamel, das meinem Vater, Hadhrat UmarRA, gehörte. Es überwältigte mich und eilte den anderen Leuten voraus. Hadhrat UmarRA schimpfte mit dem Kamel – das heißt, er ging streng mit ihm um, hielt es zurück, rief es an und drängte es nach hinten – vielleicht hat er es geschlagen oder ihm Angst gemacht, wie auch immer man Kamele lenkt, er befahl ihm auf diese Weise, zurückzuweichen –, doch das Kamel drängte sich wieder an den Reittieren der anderen vorbei, woraufhin Hadhrat UmarRA es aus Respekt erneut maßregelte und zurückdrängte, damit kein Reittier oder Reiter dem Heiligen ProphetenSAW vorauseilte.

Hadhrat UmarRA konnte es nicht ertragen, dass irgendein Reittier jenes des Heiligen ProphetenSAW überholte. Als der ProphetSAW dies sah, sagte er zu Hadhrat UmarRA: ‚Verkaufe mir dieses Kamel.‘ Er antwortete: ‚O Gesandter Allahs, es gehört ohnehin Ihnen.‘ Der Gesandte AllahsSAW entgegnete: ‚Verkaufe es mir.‘ Daraufhin verkaufte er es an den Gesandten AllahsSAW. Dann sagte der ProphetSAW: ‚Abdullah bin Umar, dieses Kamel gehört nun dir. Mach damit, was du willst.‘“

Auch dies ist eine außergewöhnliche Art, ein Geschenk zu machen. Dadurch bewies und verdeutlichte er ihnen, dass ein Kamel letztlich nur ein Tier ist; es sei nicht schlimm, wenn es auf diese Weise nach vorne stürme. Nun sei dieses Kamel ein Geschenk von ihm, und selbst wenn es die anderen Reittiere überhole, würde man lediglich sagen, dass das vom Heiligen ProphetenSAW geschenkte Kamel vorausgeeilt sei.

Mitgefühl auf dem Feldzug: Das erschöpfte Kamel von Hadhrat Jabir bin Abdullah

Hadhrat Jabir bin AbdullahRA erzählt: „Ich nahm mit dem ProphetenSAW an einem Feldzug teil. Mein Kamel war sehr langsam geworden und völlig erschöpft. In diesem Moment kam der ProphetSAW zu mir und rief: ‚Jabir!‘ Ich antwortete: ‚Ja!‘ Er fragte: ‚Wie ergeht es dir?‘ Ich antwortete: ‚Mein Kamel ist beim Gehen sehr träge geworden und ist erschöpft, deshalb bin ich zurückgeblieben.‘ Da stieg er von seinem Reittier ab, zog das Kamel an seinem Stock und sagte: ‚Steig auf!‘ Ich stieg auf und sah, dass es so schnell wurde, dass es sogar den Gesandten AllahsSAW zu überholen drohte, sodass ich es zurückhalten musste.

Dann fragte mich der Heilige ProphetSAW: ‚Hast du bereits eine Ehe geschlossen?‘ Ich bejahte dies. Daraufhin sagte er: ‚Schau, du bist kurz davor, dein Zuhause zu erreichen. Wenn du ankommst, handle mit Klugheit und Vorsicht. Zu Hause sollte man stets gütig miteinander umgehen.‘ Dann fragte er: ‚Verkaufst du mir dieses Kamel?‘ Ich antwortete mit Ja, und er kaufte es mir für eine Auqiya Silber (eine Gewichtseinheit von 40 Münzen) ab. Der Gesandte AllahsSAW erreichte Medina vor mir, und ich kam am nächsten Morgen an. Wir begaben uns zur Moschee, und ich traf ihn am Tor der Moschee. Er fragte: ‚Bist du gerade erst angekommen?‘ Ich bejahte. Er sprach: ‚Lass dein Kamel stehen, geh in die Moschee und verrichte zwei Rakaat Gebet.‘ Also ging ich hinein und betete.

Zu Hadhrat BilalRA sagte er: ‚Wiege eine Auqiya Silber ab und gib sie ihm.‘ Hadhrat BilalRA wog sie ab und gab sie mir, wobei er die Waagschale zu meinen Gunsten neigen ließ – das heißt, er gab mir etwas mehr. Dann wandte ich mich ab und ging. Da sprach der ProphetSAW: ‚Ruft Jabir zu mir!‘ In meinem Herzen dachte ich: ‚Nun wird er mir mein Kamel zurückgeben‘, und nichts war mir verhasster, als dass er mir etwas, das er gekauft hatte, wieder zurückgab. Er sagte: ‚Nimm dein Kamel, und der Kaufpreis gehört ebenfalls dir.‘“

In einer weiteren Überlieferung fügt Hadhrat JabirRA hinzu: „Danach kam ich an einem Juden vorbei. Als ich ihm diese ganze Geschichte erzählte, fragte er voller Erstaunen: ‚Hat er dir den Preis zurückgegeben und zudem das Kamel überlassen?‘ Ich antwortete: ‚Ja, genau so ist es.‘“ Es heißt, dass dieses Geschenk des Heiligen ProphetenSAW so gesegnet war, dass das Kamel noch zur Zeit des Propheten, während der Zeit Hadhrat Abu BakrsRA und bis in die Ära Hadhrat UmarsRA am Leben blieb. Dies war die Auswirkung seines Vorbilds, seiner Erziehung und seiner spirituellen Kraft, die sich auf alle Gefährten übertrug.

Die grenzenlose Unterstützung durch Hadhrat KhadijaRA

Auch auf Hadhrat KhadijaRA hatte dies gewirkt, weshalb sie ihm aus freiem Willen und ohne Furcht vor Mangel ihren gesamten Reichtum anvertraute. So wird berichtet, dass der Gesandte AllahsSAW einmal sorgenvoll zu Hadhrat KhadijaRA kam. Hadhrat KhadijaRA fragte ihn: „Was ist geschehen?“ Er antwortete: „Es ist eine Zeit der Hungersnot. Ich schäme mich vor dir: Wenn ich deinen Reichtum ausgebe, wird er zur Neige gehen, doch wenn ich ihn nicht ausgebe, fürchte ich Allah.“

Daraufhin rief Hadhrat KhadijaRA die Quraisch zusammen; unter ihnen befand sich auch Hadhrat Abu BakrRA. Hadhrat Abu BakrRA berichtet: „Hadhrat Khadija holte Dinare hervor und schichtete sie zu einem derartigen Berg auf, dass ich wegen der schieren Menge an Geld denjenigen nicht sehen konnte, der mir gegenübersaß. Dann sagte Hadhrat KhadijaRA: ‚Seid Zeugen! Dieser gesamte Reichtum gehört dem Gesandten AllahsSAW. Wenn er möchte, kann er ihn ausgeben, und wenn er möchte, kann er ihn behalten.‘“ Sie gab ihm alles, um seine Sorgen zu zerstreuen, damit er bedenkenlos ausgeben konnte.

Freigebigkeit trotz eigener Knappheit

Es wird von Hadhrat Umar bin KhattabRA überliefert, dass ein Mann zum Gesandten AllahsSAW kam und ihn um etwas bat. Der Heilige ProphetSAW antwortete: „Ich habe im Moment nichts bei mir. Kaufe dir die benötigten Dinge auf meinen Namen. Sobald ich etwas erhalte, werde ich es begleichen.“ Daraufhin sagte Hadhrat UmarRA: „O Gesandter Allahs, Sie haben ihm bereits zuvor etwas gegeben. Allah hat Ihnen nicht die Verantwortung für das auferlegt, was nicht in Ihrer Macht steht.“

Der ProphetSAW missbilligte diese Äußerung Hadhrat UmarsRA. Daraufhin sagte ein Mann von den Ansar: „O Gesandter AllahsSAW, geben Sie aus und fürchten Sie von Seiten des Herrn des Thrones keine Armut!“ Über diese Worte des Ansari lächelte der Gesandte AllahsSAW, und Freude spiegelte sich auf seinem Gesicht wider. Dann sprach er: „Genau dies wurde mir befohlen.“

Die Versorgung der Ahl-e-Suffa und Bedürftigen

Hadhrat Abu HurairaRA pflegte zu sagen, dass die Leute der Suffa (Ahl-e-Suffa) die Gäste der Muslime waren. Sie besaßen weder ein Zuhause, um sich dort auszuruhen, noch jemanden, bei dem sie hätten Zuflucht suchen können. Wenn dem ProphetenSAW Almosen (Sadaqa) gebracht wurden, schickte er sie ihnen und nahm selbst nichts davon an – ohnehin nahm er keine Sadaqa an, da es ihm verwehrt war; Sadaqa war für andere, für die Armen bestimmt. Doch wenn er ein Geschenk erhielt, ließ er die Leute der Suffa rufen, nahm selbst davon und gab auch ihnen einen Teil des Geschenks ab.

Pädagogische Empathie: Die Begegnung mit dem Beduinen

Welche außergewöhnlich hohen Maßstäbe der Empathie und der Erziehung er neben seiner Freigebigkeit und Großzügigkeit besaß, zeigt eine weitere Überlieferung. Hadhrat Abu HurairaRA berichtet, dass einmal ein Beduine zum Heiligen ProphetenSAW kam und ihn wegen einer Notwendigkeit um Hilfe bat. Der Überlieferer Ikrima vermutet, dass der Mann wegen der Zahlung von Blutgeld in einer Angelegenheit um Unterstützung ersuchte. Der Gesandte AllahsSAW gab ihm etwas. Dann fragte er ihn: „Habe ich dich gut behandelt?“ Daraufhin erwiderte der Beduine: „Nein. Sie haben mich nicht gut behandelt.“

Einige Muslime gerieten in Zorn und wollten auf ihn losgehen und ihn packen, doch der Gesandte AllahsSAW hielt sie mit einer Handbewegung zurück. Dann stand der Heilige ProphetSAW auf, ging nach Hause, rief den Beduinen zu sich und sagte: „Du bist zu uns gekommen und hast uns um etwas gebeten. Wir haben dir etwas gegeben, und daraufhin hast du gesagt, was du gesagt hast.“ Du weißt, was du gesagt hast, nämlich, dass ich nicht gerecht gehandelt habe. Daraufhin gab ihm der Gesandte AllahsSAW von zu Hause aus noch mehr. Dann fragte er: „Habe ich dich nun gut behandelt?“ Der Beduine antwortete: „Ja. Möge Allah Ihre Familie und Ihren Stamm aufs Beste belohnen.“

Daraufhin sagte der Heilige ProphetSAW zu ihm: „Du kamst zu uns, hast gebeten, und wir gaben dir. Doch dann sagtest du einfach das, was dir in den Sinn kam, ohne nachzudenken. In den Herzen meiner Gefährten hat sich wegen deiner Worte etwas Zorn gegen dich angesammelt. Wenn du nun nach draußen gehst, dann wiederhole vor ihnen, was du soeben vor mir gesagt hast, damit das, was in ihren Brüsten ist, verschwindet“ – denn er hatte ja nun anerkannt, dass der ProphetSAW gerecht gewesen war. Der Überlieferer berichtet: Als der Beduine herauskam, sagte der Gesandte AllahsSAW: „Dieser, euer Gefährte, kam zu uns und bat uns um etwas. Wir gaben ihm, und er sagte daraufhin, was ihm in den Sinn kam. Dann riefen wir ihn und gaben ihm noch mehr, und er sagt, er sei nun zufrieden. Ist das so?“ Der Beduine antwortete: „Ja, und möge Allah Sie vonseiten Ihrer Familie und Ihres Stammes aufs Beste belohnen.“

Das Gleichnis vom entlaufenen Kamel

Hadhrat Abu HurairaRA berichtet weiter, dass der Heilige ProphetSAW daraufhin sagte: „Das Gleichnis von mir und diesem Beduinen ist wie das eines Mannes, dessen Kamelstute scheut und davonläuft. Die Leute rennen hinter ihr her, wodurch die Kamelstute nur noch mehr in Panik gerät. Daraufhin ruft der Besitzer der Kamelstute: ‚Lasst mich und meine Kamelstute allein, denn ich kann sanfter mit ihr umgehen und weiß besser, wie man sie einfängt! Wenn ihr hinter ihr herlauft, wird sie nur noch mehr scheuen.‘ Dann wendet sich der Besitzer der Kamelstute zu und nimmt etwas Gras, um sie zu sich zu locken. Er hält das Gras in der Hand und nähert sich ihr, bis sie zu ihm kommt, woraufhin er ihr den Sattel auflegt und aufsteigt.“

Er erklärte: „Die Kamelstute kommt, um das Gras zu fressen; sie wird kommen, wenn sie es sieht, und sobald sie nah ist, wird er sie satteln. Hätte ich in jenem Moment auf euch gehört, als ihr streng mit dem Beduinen umgehen wolltet, nachdem er jene harten Worte sprach, und hätte ich zugelassen, dass ihr ihn hart bestraft, dann wäre er ins Höllenfeuer eingegangen. Doch ich habe ihn gerettet, und nun ist er auch zufrieden.“ Dies war seine besondere Art des Gebens. Er nahm ihn sogar mit ins Haus und gab ihm dort etwas. Er hätte es ihm auch draußen geben können, doch er zeigte ihm: „Schau, auch in meinem Haus gibt es keinen Luxus, aber das wenige, was ich besitze, gebe ich dir.“ So wurde auch das Herz dieses Beduinen beruhigt.

Großzügigkeit als Erwiderung kleiner Gaben

Hadhrat Rubayya bint Mu’awwidh bin AfraRA berichtet: „Mein Vater Mu’awwidh bin Afra schickte mich mit einem Maß frischer Datteln zum Gesandten AllahsSAW, auf denen kleine, frische Gurken lagen, denn der ProphetSAW mochte Gurken sehr. Genau zu dieser Zeit waren Schmuckstücke aus Bahrain beim Gesandten AllahsSAW eingetroffen. Er nahm eine Handvoll dieses Schmucks und schenkte ihn mir.“ In einer anderen Überlieferung heißt es: „Der Gesandte AllahsSAW schenkte mir eine Handvoll Schmuck oder Gold und sagte dann: ‚Zieh dies an.‘“ Das ist die schönste Form der Erwiderung. Im Austausch für Datteln und Gurken schenkte er Goldschmuck.

Die Sorge um die Schulden der Gläubigen

Es wird von Hadhrat Abu HurairaRA überliefert, dass der Gesandte AllahsSAW fragte, wenn die Leiche eines Mannes, der Schulden hinterlassen hatte, vor ihn gebracht wurde: „Hat er genügend Reichtum hinterlassen, um seine Schulden zu begleichen?“ Wenn die Leute dies bejahten, verrichtete er das Totengebet für ihn. Andernfalls sagte er zu den Muslimen: „Verrichtet ihr das Totengebet für euren Gefährten.“

Als Allah ihm jedoch Siege gewährte, sagte er: „Ich stehe den Muslimen näher als ihre eigenen Verwandten. Wer also von den Gläubigen stirbt und Schulden hinterlässt, dessen Schulden werde ich begleichen. Wer jedoch Reichtum hinterlässt, der gehört seinen Erben.“ Bei Schulden werde er sie begleichen, aber wenn ein Vermögen zurückbleibe, stehe es den Erben zu.

Hadhrat Bilal und die finanzielle Organisation des ProphetenSAW

Abdullah Hauzani berichtet: „Ich traf Hadhrat BilalRA, den Muezzin des Gesandten AllahsSAW, in Aleppo und bat ihn: ‚O Bilal, erzähle mir, wie die Ausgaben des Gesandten AllahsSAW gehandhabt wurden.‘ Er antwortete: ‚Er besaß nichts; ich war es, der all dies für ihn organisierte. Von dem Zeitpunkt an, als Allah ihn berief und ich das Bai’at ablegte, kümmerte ich mich um diese Angelegenheiten, bis zum Tode des Gesandten AllahsSAW. Wenn ein Muslim zu ihm kam und er sah, dass dieser keine Kleidung hatte, befahl er mir, ihm zu helfen. Ich ging, nahm einen Kredit auf, kaufte einen Umhang, bekleidete ihn damit und gab ihm zu essen.

Dies ging so lange, bis mich eines Tages ein Mann von den Götzendienern traf und sagte: »O Bilal, ich besitze reichlich Vermögen, leihe dir Geld nur bei mir.« So tat ich es fortan. Eines Tages vollzog ich die Waschung und stellte mich hin, um den Gebetsruf auszurufen, da kam eben jener Götzendiener in Begleitung einer Gruppe von Kaufleuten. Als er mich sah, rief er: »O Abessinier!« Ich antwortete: »Ja?« Er blickte mich voller Abscheu an, wandte sich mit harten Worten an mich und fragte: »Weißt du, wie viele Tage es noch bis zum Ende des Monats sind?« – das heißt, wir hatten einen Vertrag über die Kreditrückzahlung geschlossen, und er fragte, ob ich wisse, wie viele Tage noch verblieben.

Hadhrat BilalRA berichtet weiter: „Ich antwortete: »Dieser Tag ist nah, ich weiß es.« Da sagte er: »Es bleiben nur noch vier Tage zwischen dir und dem Fälligkeitsdatum.« Er betonte, dass nur noch vier Tage für die vereinbarte Frist der Schuldenbegleichung blieben. Er fuhr fort: »Wegen dessen, was du mir schuldest, werde ich dich ergreifen und dich wieder in den Zustand versetzen, in dem du Schafe weiden wirst, so wie du es zuvor getan hast.«“

Hadhrat BilalRA erzählte: „In meinem Herzen entstand jener Zustand, der in den Herzen der Menschen in solchen Lagen aufkommt. Eine große Schwermut überkam mich. Schließlich verrichtete ich das Nachtgebet (Isha). Der Gesandte AllahsSAW kehrte zu seiner Familie zurück, und ich bat um Erlaubnis, bei ihm eintreten zu dürfen. Er gewährte sie mir, und so suchte ich den Heiligen ProphetenSAW in der Nacht auf. Ich sprach: ‚O Gesandter Allahs, meine Mutter und mein Vater seien für Sie geopfert! Der Götzendiener, bei dem ich Schulden machte, hat dies und das zu mir gesagt. Sie haben nichts im Besitz, um meine Schulden zu begleichen – denn Sie pflegten mir stets zu befehlen: ‚Gib jenem dies, gib diesem das‘, und ich besorgte es auf Kredit. Jetzt haben weder Sie etwas noch ich, und er wird mich demütigen. Erlauben Sie mir, dass ich zu einem der Stämme gehe, die den Islam angenommen haben, und dort bleibe, bis Allah Seinem GesandtenSAW die Mittel gewährt, um meine Schulden zu tilgen.‘ Ich verließ ihn, ging nach Hause – nachdem ich den Heiligen ProphetenSAW um Erlaubnis gebeten hatte – legte mein Schwert, meinen Beutel, meine Schuhe und meinen Schild neben meinen Kopf, in der festen Absicht, gleich beim ersten Tageslicht aufzubrechen.“

Er erzählt weiter: „Am Morgen kam plötzlich ein Mann angerannt und rief: ‚O Bilal, komm eilig zum Gesandten AllahsSAW!‘ Ich machte mich auf den Weg. Anstatt meine Reise anzutreten, begab ich mich zum Heiligen ProphetenSAW, da er mich rufen ließ. Als ich ankam, sah ich vier Kamelstuten, die schwer mit Gütern beladen waren. Ich bat um Erlaubnis zu gehen und sagte: ‚O Gesandter Allahs, ich trete nun meine Reise an.‘ Der Gesandte AllahsSAW sprach zu mir: ‚Freue dich! Allah hat für die Begleichung deiner Schulden gesorgt.‘ Dann fragte er: ‚Hast du nicht die vier knienden Kamelstuten gesehen?‘ Ich antwortete: ‚Doch, natürlich habe ich sie gesehen.‘ Er sagte: ‚Ihre Nacken und alles, was sie tragen, gehört dir.‘ Das bedeutet, die Kamelstuten und die geladenen Güter gehören dir. ‚Auf ihnen befinden sich Kleider und Getreide, die der Anführer von Fadak mir als Geschenk gesandt hat. Nimm sie und begleiche deine Schulden.‘

Hadhrat BilalRA berichtet: „Ich tat genau dies. Dann ging ich zur Moschee, wo der Gesandte AllahsSAW saß. Ich grüßte ihn, und er fragte: ‚Was ist aus der Angelegenheit geworden, die dich beschäftigte?‘ Ich antwortete: ‚Allah hat jede Schuld, für die der Gesandte AllahsSAW verantwortlich war, getilgt. Es ist keine Schuld mehr offen.‘ Er fragte: ‚Ist noch etwas übrig geblieben?‘ Ich sagte: ‚Ja.‘ Er sprach: ‚Schau, erleichtere mich von diesem Reichtum – also erleichtere mich auch von dem, was noch übrig ist – und verteile es an die Armen, denn ich werde nicht zu meiner Familie zurückkehren, bevor du es nicht verteilt und mir dadurch Frieden verschafft hast.‘

Der Heilige ProphetSAW verrichtete das Isha-Gebet, rief mich und fragte: ‚Was hast du mit dem gemacht, worum du dich kümmern solltest?‘ – also mit dem restlichen Reichtum, der verteilt werden sollte. Hadhrat BilalRA sagt: ‚Ich antwortete, dass niemand zu uns gekommen sei, um etwas anzunehmen, und es noch unberührt bei mir liege.‘ Der Gesandte AllahsSAW verbrachte die Nacht in der Moschee und sagte: ‚Gut, dann werde auch ich nicht nach Hause gehen, sondern in der Moschee bleiben.‘ Am nächsten Tag, nach dem Isha-Gebet, rief er mich erneut und fragte: ‚Was ist aus dem geworden, worum du dich kümmern solltest?‘ Ich antwortete: ‚O Gesandter Allahs, Allah hat ihnen diesbezüglich Erleichterung verschafft!‘

Da pries er die Größe Allahs und lobpreiste Ihn, denn der gesamte Reichtum war verteilt worden. Er hatte Allah aus Furcht davor gelobt, dass sein Tod eintreten könnte, während er diesen weltlichen Reichtum noch bei sich trug. Hadhrat BilalRA berichtet weiter: „Dann folgte ich ihm, bis er zu seinen ehrwürdigen Ehefrauen ging, jede einzeln grüßte und schließlich an den Ort kam, an dem er die Nacht verbringen würde.“

Schenkungen von Gebieten und Lehnsgütern

Hadhrat Umm SunbulaRA berichtet: „Ich kam mit einem Geschenk zum Heiligen ProphetenSAW, doch seine ehrwürdigen Ehefrauen weigerten sich, es anzunehmen, und sagten: ‚Wir nehmen keine Geschenke an.‘ Da kam der Gesandte AllahsSAW und sprach: ‚Nehmt das Geschenk von Umm Sunbula an, denn sie gehört zu unseren Dorfbewohnern und wir gehören zu ihren Stadtbewohnern.‘“ Dann nahm der Heilige ProphetSAW ihr Geschenk an und schenkte ihr im Gegenzug ein gewisses Tal. Er nahm also das Geschenk an und überreichte ihr im Gegenzug ein ganzes Gebiet. Wie bereits erwähnt, pflegte er im Austausch für kleine Geschenke grenzenlos großzügig zu sein.

Hadhrat Ibn UmarRA berichtet, dass der Heilige ProphetSAW den Befehl gab, Hadhrat ZubairRA so viel Land als Lehnsgut zuzuteilen, wie weit sein Pferd laufen könne. Er sagte gewissermaßen: „Lass dein Pferd galoppieren; wo es stehenbleibt, bis dorthin gehört das gesamte Gebiet dir.“ Nach den Siegen besaßen sie ein sehr ausgedehntes Land. So ließ Hadhrat ZubairRA sein Pferd laufen, bis es schließlich stehenblieb. Als es stehenblieb, wollte er noch ein wenig mehr Land haben, also warf er die Peitsche, die er in der Hand hielt. Sie flog ziemlich weit. Da sprach der ProphetSAW: „Gebt ihm das Land bis zu dem Punkt, wo seine Peitsche gelandet ist.“ Das heißt, das Gebiet wurde ihm bis zu der Stelle zugesprochen, wohin er die Peitsche vom Pferd aus gewerfen hatte.

Standhaftigkeit und Großzügigkeit nach der Schlacht von Hunain

Hadhrat Jubair bin Mut’imRA berichtet, dass er einst mit dem Gesandten AllahsSAW unterwegs war, und auch andere bei ihm waren. Dieses Ereignis fand statt, als er gerade von Hunain zurückkehrte. Einige Beduinen klammerten sich bereits auf dem Weg an ihn und begannen, Forderungen zu stellen. Sie bedrängten ihn so sehr, dass er sich zu einem Akazienbaum bewegte, wodurch sich sein Umhang im Baum verfing und der ProphetSAW stehenblieb. In einigen Überlieferungen heißt es zudem, dass, als der Umhang sich verfing, sie so sehr daran zogen, dass Abdrücke auf seinem Nacken entstanden.

Er sagte: „Gebt mir meinen Umhang zurück! Wenn ich Vieh und Reichtum in der Anzahl der Dornen dieser Bäume besäße, hätte ich sie sicherlich unter euch aufgeteilt, und ihr hättet mich weder als geizig noch als Lügner oder als Feigling empfunden.“

Bei der Schilderung dieses Ereignisses schreibt Hadhrat Musleh Mau'udRA: „Nach der Eroberung von Mekka und der Schlacht von Hunain hätten die Güter, die aus den Strafzahlungen der besiegten Feinde und den auf dem Schlachtfeld zurückgelassenen Dingen stammten, gemäß dem Brauch vom Gesandten AllahsSAW unter der islamischen Armee aufgeteilt werden sollen. Doch bei dieser Gelegenheit verteilte er diese Güter stattdessen unter den Bewohnern von Mekka und der Umgebung. In den Herzen dieser Menschen war noch kein wahrer Glaube gekeimt; viele von ihnen waren noch Ungläubige, und diejenigen, die Muslime waren, hatten den Islam erst vor Kurzem angenommen.

Es war für sie etwas völlig Neues, dass ein Volk seine eigenen Güter an andere verteilte. Statt dass durch diese Verteilung Rechtschaffenheit und Güte in ihren Herzen entstanden wären, wuchs nur ihre Gier. Sie scharten sich um den Gesandten AllahsSAW und begannen, ihn mit weiteren Forderungen zu bedrängen. Sie drängten ihn schließlich bis an einen Baum, und ein Mann packte seinen Umhang, der über seiner Schulter lag, und verdrehte ihn derart, dass ihm die Luft wegzubleiben drohte. Er sprach: ‚O Leute! Wenn ich noch mehr besäße, würde ich auch das euch geben. Ihr werdet mich niemals geizig oder feige finden.‘

Dann ging er zu seiner Kamelstute, zupfte ein einziges Haar von ihr, hielt es hoch und rief: ‚O Leute! Ich benötige von euren Gütern nicht einmal so viel wie dieses Haar, mit Ausnahme jenes Fünftels, das nach arabischem Brauch der Regierung zusteht – und selbst dieses Fünftel gebe ich nicht für mich selbst aus, sondern es wird für eure eigenen Belange verwendet. Und merkt euch: Wer Untreue begeht, wird am Tage des Jüngsten Gerichts vor Allah wegen dieser Untreue gedemütigt werden.‘“

In seinem weiteren Kommentar zu diesem Vorfall schreibt er: „Die Menschen behaupten, Muhammad, der Gesandte AllahsSAW, habe nach einem Königreich gestrebt. Ist das etwa die Art von Beziehung, die zwischen Königen und ihrem Volk herrscht? Welcher gewöhnliche Mensch hätte die Macht, einen König derart vor sich herzutreiben, seinen Umhang um seinen Hals zu wickeln und ihn fast zu erwürgen? Wer außer den Gesandten Allahs könnte solch ein Vorbild zeigen?“

Die Verteilung der gewaltigen Kriegsbeute

Dem ProphetenSAW fiel beim Feldzug von Tabuk ein wunderschönes Pferd zu, dessen Wiehern ihm sehr gefiel. Da sagte ein Ansari zu ihm: „Meine Mutter und mein Vater seien für Sie geopfert! Schenken Sie mir dieses Pferd.“ Der Heilige ProphetSAW erwiderte sogleich: „Es gehört dir.“

Hadhrat AishaRA berichtet, dass der Gesandte AllahsSAW während der Krankheit, die zu seinem Tod führte, fragte: „O Aisha, was ist aus dem Gold geworden?“ Sie brachte fünf, sieben, acht oder neun Goldmünzen, die noch im Haus waren, zu ihm. Er wendete sie in seiner Hand und sagte: „Was würde MuhammadSAW wohl von Allah denken, wenn er Ihm begegnete, während sich dieses Gold noch in seinem Besitz befände? O Aischa, gib es aus!“ – das heißt, sie solle es sofort verteilen.

Der Verheißene MessiasAS sagt an einer Stelle: „Der Heilige ProphetSAW kam einmal nach Hause und fragte: ‚Was befindet sich in unserem Haus?‘ Aisha holte zwei Goldmünzen hervor und sagte: ‚Nur dies.‘ Der Heilige ProphetSAW legte sie auf seine Handfläche und sprach: ‚Wie steht es um jenen Propheten, der sterben und zwei Goldmünzen zurücklassen würde?‘ Und sogleich verteilte sie.“

Die Details der Kriegsbeute von Hunain werden wie folgt beschrieben: Es befanden sich sechstausend Sklaven und Sklavinnen darunter. In einigen Überlieferungen ist von achttausend die Rede. Zudem gab es vierundzwanzigtausend Kamele, über vierzigtausend Schafe und Ziegen sowie viertausend Auqiya Silber, was etwa 490 Kilogramm entspricht. Eine Auqiya entspricht zehneinhalb Tola. Als der Heilige ProphetSAW mit der Aufteilung der Kriegsbeute begann, tat er dies zunächst zur Versöhnung der Herzen. Es handelte sich um die angesehenen Führer der Araber, die in ihren jeweiligen Stämmen großen Respekt und Würde genossen.

Um sie für sich zu gewinnen, bedachte er sie mit Gaben. Einigen gab er hundert Kamele, anderen fünfzig – das Silber und die Sklaven waren dabei noch gar nicht berücksichtigt. Abu Sufyan bin Harb erhielt hundert Kamele. Als Abu Sufyan vor den Heiligen ProphetenSAW trat und den riesigen Silberberg sah, sagte er: „O Gesandter Allahs! Du bist nun der Reichste unter den Quraisch geworden.“ Der Heilige ProphetSAW lächelte nur und gab Abu Sufyan vierzig Auqiya Silber und hundert Kamele. Daraufhin sagte Abu Sufyan: „Gib doch auch meinem Sohn Yazid etwas.“ Er ordnete an, dass auch ihm vierzig Auqiya Silber und hundert Kamele gegeben werden sollten. Dieser Yazid war der Sohn von Abu Sufyan. Der berüchtigte Yazid, von dem oft die Rede ist, war nicht sein Sohn, sondern sein Enkel, nämlich der Sohn von Hadhrat Muawiya.

Wie dem auch sei, Abu Sufyan sagte weiter: „O Gesandter Allahs, gib auch meinem anderen Sohn Muawiya etwas.“ Er befahl, dass auch ihm vierzig Auqiya Silber und hundert Kamele überreicht würden. Daraufhin sagte Abu Sufyan: „Mögen meine Mutter und mein Vater für Sie geopfert werden! Sie sind wahrhaft nobel und großzügig. Ich habe gegen Sie Krieg geführt, und was für ein hervorragender Krieger waren Sie! Dann habe ich mit Ihnen Frieden geschlossen, und was für ein hervorragender Friedensstifter Sie sind! Möge Allah Sie mit dem Besten belohnen.“

Die Versöhnung der Herzen: Das Beispiel von Hadhrat Safwan bin Umayya

Unter denjenigen, die von den großzügigen Gaben des Heiligen ProphetenSAW profitierten, befand sich auch ein Führer von Mekka namens Safwan bin Umayya. Dies war jener Safwan, von dem der Heilige ProphetSAW sich für die Schlacht von Hunain Rüstungen und Waffen geliehen hatte, und dieser hatte sogar im Zustand des Unglaubens an der Schlacht teilgenommen. Doch gerade während dieser Schlacht begann sich sein Herz zu wandeln. Als die Zeit der Beuteverteilung kam, schenkte der Heilige ProphetSAW ihm hundert Kamele, und laut einer Überlieferung von Sahih Muslim sogar dreihundert Kamele.

Eine andere Überlieferung besagt, dass der Heilige ProphetSAW in jenen Tagen durch ein Tal ritt, in dem sich die Kamele und Schafe der Kriegsbeute befanden. Das gesamte Tal war überfüllt mit diesen Tieren. Safwan betrachtete diese ungeheure Menge an Reichtum voller Staunen. Da fragte ihn der Heilige ProphetSAW: „O Abu Wahb“ – das war Safwans Beiname –, „versetzt dich dieses Tal in Erstaunen?“ Er antwortete: „Ja.“ Daraufhin sprach der Heilige ProphetSAW: „Dieses ganze Vermögen gehört dir, nimm es.“ Da rief Safwan unwillkürlich aus: „Ich bezeuge, dass Sie der Prophet Allahs sind, denn eine solche Gabe kann nur ein Prophet gewähren!“

Gemäß einer anderen Überlieferung berichtet Safwan bin Umayya selbst: „Der Heilige ProphetSAW gab mir kontinuierlich von der Kriegsbeute von Hunain. Das führte dazu, dass er, der mir zuvor der Verhassteste aller Geschöpfe gewesen war, mir plötzlich von der gesamten Schöpfung am meisten ans Herz wuchs.“ Kurzum, er beschenkte unzählige arabische Stammesführer, und ihre Zahl wird auf über fünfzig geschätzt.

Wahre Freigebigkeit und die Entlarvung falscher Vorwürfe

Der Verheißene MessiasAS berichtet dazu: „Bei einer Gelegenheit besaß er eine enorme Anzahl an Schafen und Ziegen. Ein Ungläubiger sagte: ‚Du hast derart viele Schafe und Ziegen angesammelt, dass selbst der Kaiser [von Rom] oder der Chosrau [von Persien] nicht so viel besitzen.‘ Daraufhin schenkte ihm der Heilige ProphetSAW die gesamte Herde. Der Mann nahm auf der Stelle den Glauben an, denn er erkannte, dass niemand außer einem Propheten eine derart großartige Freigebigkeit zeigen könne.“

Danach wies der Heilige ProphetSAW Hadhrat Zaid bin ThabitRA an, die restlichen Leute herbeizurufen. Er verteilte den verbliebenen Teil der Kriegsbeute unter ihnen, sodass auf jeden vier Kamele oder vierzig Schafe entfielen. Auf diese Weise verteilte er die gesamte Kriegsbeute, die bisher umfangreichste in der Geschichte, komplett unter den Menschen. Dieser Aspekt der Lebensweise des Heiligen ProphetenSAW ist höchst bemerkenswert, da Gegner oft den Vorwurf erheben, er und seine Kriege seien nur deshalb geführt worden, weil die Muslime arm und ohne Reichtum waren.

Hätte diese Behauptung auch nur den geringsten Funken Wahrheit enthalten, wäre die Verteilung der Kriegsbeute von Hunain völlig anders verlaufen. Hier sehen wir jedoch, dass ein großer Teil der Beute an Nicht-Muslime vergeben wurde, um ihre Herzen zu versöhnen. Sie wurde den wohlhabenden Führern der Quraisch überreicht, und einigen Überlieferungen zufolge wurde der gesamte Reichtum an andere verteilt. Auch wenn dahinter noch weitere, tiefere Weisheiten gesteckt haben mögen, hat die Welt eindeutig gesehen, dass er absolut nichts für sich selbst behielt und selbst seinen hingebungsvollsten und loyalsten Gefährten – den Ansar von Medina – nichts oder nur sehr wenig von dieser Beute gab.

Großmut gegenüber dem Stamm der Hawazin

Am Tag der Schlacht von Hunain kam eine Frau und trug einige Verse vor, in denen sie die Zeit erwähnte, als er als Säugling beim Stamm der Hawazin gestillt worden war. Daraufhin gab er den Hawazin ihre Beute zurück und beschenkte sie überaus großzügig, sodass der Wert dessen, was er ihnen gab, auf fünfhunderttausend Dirham geschätzt wurde. Ibn Dihya sagt dazu: „Dies ist der absolute Höhepunkt der Freigebigkeit; von solch einer Großzügigkeit hat man noch nie zuvor gehört.“

Als die Vertreter der Hawazin den Islam annahmen, zum Gesandten AllahsSAW kamen und ihn baten, ihnen ihr Eigentum und ihre Gefangenen zurückzugeben, erhob sich der Heilige ProphetSAW und sprach: „Wahrhaftige Worte sind mir am liebsten. Wahrhaftige Worte sind mir sehr lieb. Wählt eine von zwei Optionen: Nehmt die Gefangenen zurück oder den Reichtum. Ich habe in Ji'rana auf sie gewartet.“ Tatsächlich hatte der Heilige ProphetSAW auf seinem Rückweg von Taif mehr als zehn Nächte auf sie gewartet, in der Hoffnung, sie würden kommen und ihr Eigentum sowie ihre Gefangenen zurückfordern. Als ihnen klar wurde, dass der Heilige ProphetSAW ihnen nur eine von beiden Sachen zurückgeben würde, sagten sie: „Dann nehmen wir unsere Gefangenen zurück.“

Daraufhin stellte sich der Heilige ProphetSAW vor die Muslime, pries Allah, wie es Ihm gebührt, und sagte dann: „Diese eure Brüder sind reuevoll zu uns gekommen, und ich erachte es für angemessen, ihnen ihre Gefangenen zurückzugeben. Wer von euch dies also freiwillig tun möchte, der gebe sie zurück. Und wer darauf bestehen möchte, seinen Anteil zu behalten, soll die Gefangenen dennoch freigeben; wir werden ihm seinen Anteil später aus der Beute, die Allah uns gewähren wird, erstatten.“ Die Leute riefen: „Um des Gesandten AllahsSAW willen geben wir diese Gefangenen aus freiem Willen zurück! Wir benötigen keinen Anteil.“ Der Heilige ProphetSAW erwiderte: „Wir wissen nicht, wer von euch dem zugestimmt hat und wer nicht. Kehrt zurück, und eure Anführer sollen uns eure Entscheidung mitteilen.“

Daraufhin gingen die Menschen. – Hier handelte er mit großer Vorsicht und ließ sich durch ihre Führer bestätigen, dass sie die Gefangenen wirklich freiwillig zurückgaben. – Ihre Anführer besprachen sich mit ihnen, kehrten zum Heiligen ProphetenSAW zurück und teilten ihm mit, dass alle freudig zugestimmt und die Erlaubnis zur Rückgabe der Gefangenen erteilt hätten. Auf diese Weise ließ der Heilige ProphetSAW die Gefangenen der Hawazin ohne jegliche Gegenleistung frei. Er schenkte ihnen nicht nur die Freiheit, sondern auch neue Kleidung. Für den Kauf dieser Kleidung schickte der Heilige ProphetSAW eigens einen Gefährten nach Mekka und betonte nachdrücklich: „Niemand von ihnen darf in Freiheit entlassen werden, ohne bekleidet zu sein.“

Es wird von Hadhrat Anas bin MalikRA überliefert, dass die Leute am Tag der Schlacht von Hunain zum Heiligen ProphetenSAW kamen und ihn um Gaben baten. Er gab ihnen von seinen Ziegen, Schafen und Kamelen, bis nichts mehr übrig war. Dann fragte der Gesandte AllahsSAW: „Was wollt ihr? Wollt ihr, dass ich geizig werde? Bei Allah, ich bin weder geizig noch feige noch ein Lügner.“

Weisheit in der Freigebigkeit: Islam versus Iman

Aus dieser Perspektive erkennen wir auch, dass die Großzügigkeit des Heiligen ProphetenSAW niemals unangemessen war. Ohne Zweifel gab er denen, die ihn baten, und wies sie niemals ab. Dennoch hielt der Heilige ProphetSAW Bittende manchmal auf weise Art und Weise davon ab, und auch darin lagen tiefe Weisheiten verborgen. Einmal beispielsweise verteilte der Heilige ProphetSAW Güter an die Menschen, ließ dabei jedoch bewusst eine bestimmte Person außen vor und gab ihr nichts.

Hadhrat Sa’d bin WaqqasRA berichtet: „Dieser Mann war mir lieber als die anderen, und ich wollte, dass er anstelle der anderen etwas erhält. Also fragte ich: ‚O Gesandter Allahs, warum haben Sie diesen Mann ausgelassen? Bei Allah, ich betrachte ihn als einen Gläubigen.‘ Der Heilige ProphetSAW entgegnete: ‚Oder als einen Muslim.‘“ Hadhrat Sa’dRA erzählt weiter: „Ich schwieg einen Moment, aber mein Wissen über ihn drängte mich erneut dazu, meine Aussage zu wiederholen, und ich sagte: ‚Sie haben jene Person ausgelassen. Bei Allah, ich betrachte ihn wahrlich als einen Gläubigen!‘ Der Heilige ProphetSAW antwortete abermals: ‚Oder als einen Muslim.‘ Mein Wissen über ihn drängte mich wieder, meine Aussage zu wiederholen, doch der Gesandte AllahsSAW gab mir dieselbe Antwort.

Danach sprach der Heilige ProphetSAW: ‚O Sa’d, ich beschenke einen Mann – aus Sorge, dass Allah ihn sonst in das Feuer werfen könnte –, obwohl mir ein anderer lieber ist als er. Du hast recht, aber es spielen auch andere weise Erwägungen eine Rolle; aus diesem Grund gebe ich, um ihren Glauben ein wenig zu festigen.‘“ Einige Menschen bleiben nämlich nur durch Geschenke oder weltliche Vorteile in ihrem Glauben gefestigt, wie bereits zuvor anhand vieler Beispiele aufgezeigt wurde.

Hadhrat Zain-ul-Abideen Syed Waliullah Shah Sahib schreibt in seiner Erläuterung zu den Begriffen „Mu’min“ und „Muslim“: Imam Bukhari hat durch die Einbindung dieses Hadith den grundlegenden Unterschied zwischen Glaube und Islam verdeutlicht. Glaube bezeichnet einen inneren Zustand, während der Islam die äußeren Taten betrifft. Der Heilige ProphetSAW lehrte uns die Anstandsregel, dass man bei der Äußerung seiner Meinung über andere große Vorsicht walten lassen sollte. Das Wissen über das Innere obliegt wahrlich allein Allah. Der Gefährte, dem der Heilige ProphetSAW keine Gabe zu geben für angemessen hielt, war Hadhrat Jua’il bin SuraqaRA, ein aufrichtiger Auswanderer. Der Heilige ProphetSAW hegte ebenfalls große Liebe für ihn. Doch trotz des wiederholten Drängens von Hadhrat Sa’dRA lehrte er ihn diese Etikette und hielt ihn an, den Unterschied zwischen Glaube und Islam zu wahren.

Der Schutz der Schwachen und die Etikette des Lobes

Dieses Ereignis zeigt auch, dass der Heilige ProphetSAW lehrte, auf die schwachen Menschen Rücksicht zu nehmen, damit sie nicht aufgrund ihrer Schwäche ins Straucheln geraten. Eine junge, zarte Pflanze bedarf ständiger Pflege, wohingegen ein ausgewachsener Baum dies nicht in demselben Maße nötig hat. Der Heilige ProphetSAW achtete auf die kleinsten Details, um den Glauben der Menschen vor dem Straucheln zu bewahren.

In dieser Hinsicht legen einige törichte Menschen ein sehr falsches Verhalten an den Tag. Anstatt eine strauchelnde Person vor jeglicher Handlung zu schützen, die zum Stolperstein werden könnte, werden sie selbst zur Ursache für deren Straucheln. Statt ein nachsichtiges Verhalten zu zeigen, greifen sie den Glauben dieser Schwachen offenkundig an – bei manchen ist das die Gewohnheit – und geben ihnen dadurch noch einen weiteren Stoß. So zieht sich die Person mit schwachem Glauben noch weiter zurück. Das sollten wir uns stets vergegenwärtigen.

Der Heilige ProphetSAW handelte in dieser Hinsicht mit solcher Vorsicht, dass er es sogar verbot, jemanden öffentlich in Bezug auf seinen Glauben übermäßig zu loben. Dies nicht nur deshalb, weil das Loben ins Gesicht für die gepriesene Person manchmal schädlich sein kann, sondern auch, weil es durch den [unausgesprochenen] Vergleich eine Art Angriff auf den Glauben und das Verhalten der anderen darstellt. In dieser einzigen Begebenheit hat er uns vier Lektionen gelehrt.

Shah Sahib schreibt, dass diese vier Lektionen lauten:

  1. Erstens: Der Unterschied zwischen Islam und Glaube; was der Unterschied zwischen der Annahme des Islam und dem echten Glauben ist. Das eine ist eine äußerliche Handlung, das andere eine Angelegenheit des Herzens.
  2. Zweitens: Die angemessene Wahl der Worte. Man muss wissen, welches Wort zu welcher Gelegenheit passend ist.
  3. Drittens: Rücksichtnahme auf die Versöhnung der Herzen, also abzuschätzen, wem man durch welche Gabe welchen Nutzen bringen kann.
  4. Viertens: Man sollte niemanden so unbedacht loben, dass dadurch gleichzeitig der Glaube oder das Verhalten anderer angegriffen wird.

Jedes einzelne Ereignis im Leben des Heiligen ProphetenSAW ist ein Schatz an Weisheit und moralischer Besserung.

Zusammenfassung und Ausblick

Der Verheißene MessiasAS beschreibt die hohen moralischen Charaktereigenschaften des Heiligen ProphetenSAW mit folgenden Worten: Im Heiligen ProphetenSAW fand sich ein Höchstmaß an Ausgewogenheit, und jede Eigenschaft kam genau am richtigen Ort und zur richtigen Zeit zum Ausdruck. Zu diesen hohen moralischen Charaktereigenschaften gehörte auch, dass seine Freigebigkeit und Großzügigkeit stets angemessen waren – der jeweiligen Situation entsprechend. Ebenso waren seine Aufopferung und seine Güte stets wohlplatziert. Es gibt unzählige Begebenheiten seiner Großzügigkeit und Freigebigkeit, in denen wir zugleich auch andere Facetten seines hervorragenden Charakters erkennen können.

Kurz gesagt, so wie seine Lehre vollkommen ausgewogen ist, war auch jede seiner Handlungen in völliger Übereinstimmung damit. Möge Allah auch uns die Fähigkeit verleihen, über jeden Aspekt seiner Lebensweise nachzudenken und danach zu handeln. Mögen wir versuchen, nach seinem Vorbild zu leben und unser Leben gemäß dem Wohlgefallen Allahs zu gestalten.

AnsarDie 'Helfer' aus Medina, die den Heiligen ProphetenSAW und die Auswanderer unterstützten.
AuqiyaEine historische Gewichtseinheit, die im damaligen Arabien etwa 40 Silbermünzen entsprach.
SadaqaFreiwillige Almosen, die zur Läuterung der Seele und zur Erlangung des Wohlgefallens Allahs gegeben werden.
SuffaEine Gruppe von Gefährten die sich der Religion gewidmet hatten und in der Prophetenmoschee lebten.
Bai’atDas Treuegelöbnis eines Gläubigen gegenüber dem Propheten oder dem Kalifen der Zeit.
RakaatEine einzelne Gebetseinheit innerhalb der rituellen Gebete im Islam.
Mu'minEin wahrhaft Gläubiger, dessen Glaube über das Äußerliche hinaus tief im Herzen verankert ist.
Themen:
Die beispiellose Großzügigkeit des Heiligen ProphetenSAWDie Tugend der Geduld und Unabhängigkeit von weltlichem ReichtumTarbiyyat und Charakterbildung der Gefährten durch den ProphetenVersöhnung der Herzen durch materielle Gaben und MildeVerantwortung des Kalifats für die finanziellen Lasten der GläubigenDer essenzielle Unterschied zwischen Islam und wahrem Glauben (Mu'min)Empathie und Schutz für Menschen mit schwachem Glauben

Tatplan der Woche

Checkliste für den Alltag

  • Übe diese Woche in Momenten der Not oder Bedrängnis bewusst Geduld (Sabr) und vertraue auf die Belohnung Allahs.
  • Handle besonders milde und nachsichtig gegenüber Personen in deinem Umfeld, die spirituelle Schwächen zeigen, um ihren Glauben zu schützen.
  • Achte darauf, deine Schulden pünktlich zu begleichen oder unterstütze jemanden aktiv dabei, seine finanzielle Last zu mindern.
  • Vermeide es, andere Menschen in deren Anwesenheit übermäßig zu loben, um Stolz und Vergleiche innerhalb der Gemeinschaft zu verhindern.
  • Gib diese Woche etwas von deinem Besitz als Geschenk oder Sadaqa, selbst wenn es nur eine kleine Geste ist, um dein Herz in Großzügigkeit zu schulen.

Aktionsplan Missionary Incharge Büro

Wöchentlicher Umsetzungsplan basierend auf der Khutba

Die Freigebigkeit und Großzügigkeit des Heiligen ProphetenSAW

Der Verheißene MessiasAS erklärte:
Der Heilige ProphetSAW kehrte einst in sein Haus zurück und fragte: „Was befindet sich in unserem Haus?“ AishaRA brachte daraufhin zwei Goldmünzen (Ašrafīs) hervor und sagte: „Nur diese sind vorhanden.“ Der Heilige ProphetSAW nahm sie in seine Handfläche und sprach: „Was wäre von einem Propheten zu halten, der zwei Goldmünzen hinterließe?“ Darauf verteilte er sie noch im selben Augenblick.
(Malfuzat, Bd. 9, S. 281)

Der Heilige ProphetSAW handelte in dieser Hinsicht mit solcher Vorsicht, dass er es sogar verbot, jemanden öffentlich in Bezug auf seinen Glauben übermäßig zu loben. Dies nicht nur deshalb, weil das Loben vor einem für die gepriesene Person manchmal schädlich sein kann, sondern auch, weil es durch den [unausgesprochenen] Vergleich eine Art Angriff auf den Glauben und das Verhalten der anderen darstellt.

Hadhrat Musleh MaudRA erklärte:
Endlich sagte der Heilige ProphetSAW zu der Menschenmenge: „Ich habe nichts mehr zu vergeben. Wenn ich es hätte, würde ich es Euch vermacht haben. Ich bin kein Geizhals, noch bin ich knauserig.“ Dann ging er zu seinem Dromedar und ihm ein Haar ausrupfend sagte er: „Von diesem Geld und Besitz will ich nichts haben, nicht einmal soviel wie dieses Haar. Doch 1/5 muss ich erhalten und zwar für den Staat. Das ist ein Anteil, den der arabische Brauch immer als gerecht und richtig angesehen hat. Dieses Fünftel wird nicht für mich verwandt werden. Es wird für Euch und Eure Bedürfnisse verwandt werden. Bedenkt, dass derjenige, der öffentliche Gelder unterschlägt oder missbraucht, am Tage des Gerichts vor Gott gedemütigt werden wird.“
(Einführung in den Heiligen Qur‘an. S. 477)

Umsetzungsplan für diese Woche

1
Sich vor Habgier und Geiz sowie Veruntreuung schützen
2
Einem/r Bruder/Schwester ein Geschenk machen
3
Im eigenen Haus auf einen guten und gütigen Umgang achten
4
Pünktlich in die Moschee erscheinen und Nawafil verrichten (auch nach Reisen)
5
Niemanden übermäßig loben, sondern für die Person beten

Khutba für Kinder

MTA Germany
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