Khutba Review - Freitag, 23. Januar 2026

Khutba Review

Ansprache Lesen

Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).

Für Kinder

Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.

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Deutsche Übersetzung

In der Freitagsansprache vom 23. Januar 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba):

Die Schilderung über das Leben und den Charakter des Heiligen Propheten (saw) wird fortgesetzt. In den vorangegangenen Ansprachen wurde die Liebe zu Allah erwähnt, und in diesem Zusammenhang werde ich heute Weiteres darlegen. Die Art und Weise seiner Gottesdienste und ihre Schönheit wurden bereits teilweise behandelt; heute werde ich dies ebenfalls anhand von Ahadith darlegen sowie anhand von Zitaten des Verheißenen Messias (as), seines treuen Dieners, in denen er den Rang und die Stellung des Heiligen Propheten (saw) und dessen Liebe zu Allah geschildert hat.

Die Intensität und Ausdauer in den freiwilligen Gebeten

In einer Überlieferung berichtet Hadhrat Hudhaifa (ra): Ich verrichtete eines Nachts das Gebet mit dem Propheten (saw). Er begann mit der Sure Al-Baqarah. Ich dachte, dass er nach hundert Versen den Ruku [die Verbeugung] verrichten würde, aber er fuhr fort. Dann dachte ich, dass er nun das Ruku verrichten würde, also nach Beendigung der Sure, aber er fuhr weiter fort. Dann dachte ich, dass er nun an dieser Stelle den Ruku verrichten würde, aber er begann mit der Sure An-Nisa und rezitierte sie. Dann begann er Sure Al-e-Imran und rezitierte sie. Er rezitierte ruhig und konzentriert, Wort für Wort. Wenn er zu einem Vers kam, der Tasbih [Lobpreisung] enthielt, sprach er Tasbih. Wenn er zu einem Vers mit einer Bitte kam, sprach er eine Bitte aus, und wenn er zu einem Vers gelangte, in dem das Ersuchen um Zuflucht bei Allah erwähnt wurde, ersuchte er um Zuflucht. Dann vollzog er den Ruku und sprach:

سُبْحَانَ اللہِ رَبِّيَ الْعَظِيمِ

„Heilig ist mein Herr, der Größte“, und sein Ruku war genauso lang wie sein Qiyaam [stehende Haltung im Gebet]. Es war ein sehr langer Ruku. Dann sagte er:

سَمِعَ اللَّهُ لِمَنْ حَمِدَهُ

das heißt: „Allah hat denjenigen erhört, der Ihn pries.“ Dann verrichtete er einen langen Qiyaam, der beinahe so lang war wie sein Ruku. Dann warf er sich nieder und sagte:

سُبْحَانَ رَبِّيَ الْأَعْلَى

„Heilig ist mein Herr, der Höchste“, und seine Sajdah [Niederwerfung] war beinahe so lang wie sein Qiyaam. Dies war die Art und Weise seiner freiwilligen Gebete, die ein Gefährte bei einer Gelegenheit beobachtete.

Ebenso berichtet Hadhrat Aischa (ra), dass der Prophet (saw) eine Nacht damit verbrachte, im Qiyaam einen einzigen Vers des Heiligen Qur’an zu rezitieren. Das heißt, nach der Sure Al-Fatiha las er im Qiyaam immer wieder denselben Vers. Vorhin hieß es in der Überlieferung des Gefährten, dass er viele Suren las, lange Suren; hier ist es so, dass er einen langen Qiyaam mit nur einem einzigen Vers verrichtete. Und wie lang sein Qiyaam war, darüber ist die erste Überlieferung von Hadhrat Aischa bereits erwähnt worden – ich habe dies bereits erwähnt –, dass Qiyaam, Ruku und Sajda so lang waren; man braucht nicht nach ihrer Schönheit zu fragen.

Ebenso berichtete Hadhrat Abu Dharr (ra), dass der Prophet (saw) für das Gebet aufstand und einen Vers bis zum Morgen immer wieder rezitierte. Der Vers lautete:

اِنۡ تُعَذِّبۡہُمۡ فَاِنَّہُمۡ عِبَادُکَ وَاِنۡ تَغۡفِرۡ لَہُمۡ فَاِنَّکَ اَنۡتَ الۡعَزِیۡزُ الۡحَکِیۡمُ

„Wenn Du sie strafst, sie sind Deine Diener, und wenn Du ihnen verzeihst, Du bist wahrlich der Allmächtige, der Allweise.“ Aufgrund der Liebe zu Allah und der Gefühle des Mitleids für die Schöpfung Allahs und die Menschen, die er in seinem Herzen trug, betete er weiter um deren Vergebung; Er war sich bewusst, dass Allah zwar imstande ist zu strafen, dies aber ein Gebet um Vergebung ist, welches Allah letztlich Selbst gelehrt hat.

Das Gebet während der Sonnenfinsternis und die Mahnung zur Gottesfurcht

Dann wird von Hadhrat Aischa (ra) überliefert: Sie sagt, dass sich zur Zeit des Gesandten Allahs (saw) eine Sonnenfinsternis ereignete. Der Gesandte Allahs (saw) stand auf, um das Gebet zu verrichten. Er verrichtete einen sehr langen Qiyaam – so wie das Gebet bei einer Finsternis verrichtet wird –, dann verrichtete er Ruku und verrichtete einen sehr langen Ruku. Dann hob er seinen Kopf und verrichtete einen sehr langen Qiyaam, und der war kürzer als der erste Qiyaam. Dann verrichtete er Ruku und machte einen sehr langen Ruku, und der war kürzer als der erste Ruku. Dann ging er in die Niederwerfung, dann stand er auf und verrichtete einen sehr langen Qiyaam, und der war kürzer als der erste Qiyaam. Dann verrichtete er Ruku und zog den Ruku in die Länge, und der war kürzer als der erste Ruku. Dann hob er seinen Kopf und stand auf und verrichtete einen langen Qiyaam, und der war kürzer als der erste Qiyaam. Dann verrichtete er den Ruku und verlängerte das Ruku, und der war kürzer als der erste Ruku. Dann warf er sich nieder. Dann beendete der Gesandte Allahs (saw) das Gebet, und die Sonne war bereits hell geworden.

Dann hielt er vor den Leuten eine Ansprache. Er pries und lobte Allah. Dann sagte er: „Die Sonne und der Mond gehören zu den Zeichen Allahs, und beide verfinstern sich nicht wegen des Todes oder des Lebens irgendeiner Person. Wenn ihr also diese beiden seht, so preist Allahs Größe, betet zu Allah, verrichtet das Gebet und gebt Almosen.“ Dann sagte er: „O Ummah von Muhammad (saw), niemand wacht eifersüchtiger über Seine Ehre als Allah, wenn Sein Diener oder Seine Dienerin Unzucht begeht.“ Dies ist eine sehr herzerschütternde Warnung und Mahnung, sich nicht in Sünden zu verstricken und Allahs Ehrgefühl nicht herauszufordern. Erbittet Barmherzigkeit von Allah und hütet euch davor, Seine Eifersucht zu entfachen. Dann sagte er: „O Ummah von Muhammad, bei Allah, wenn ihr wüsstet, was ich weiß, würdet ihr viel weinen und sehr wenig lachen.“ Dann sagte er: „Hört! Habe ich die Botschaft überbracht?“ Das heißt: Habe ich sie euch überbracht? So lenkte er die Aufmerksamkeit darauf, sich Allah zuzuwenden, Ihn anzubeten, sich vor Ihm zu verbeugen, und sagte, dass darin euer Fortbestand liegt, darin liegt euer Leben, und wenn ihr die Tiefe dieser Dinge wüsstet, wie ich sie weiß, dann würdet ihr das Lachen aufgeben und mehr weinen und Gebete an Allah richten. So wurde darauf aufmerksam gemacht, dass auch wir den Gebeten viel Aufmerksamkeit schenken und eine besondere Beziehung zu Allah aufbauen sollten.

Inbrünstige Bittgebete auf dem Schlachtfeld von Badr

Über die inbrünstigen Bittgebete auf dem Schlachtfeld heißt es in einer Überlieferung: Hadhrat Abdullah bin Abbas sagt, dass Hadhrat Umar bin Khattab ihm erzählte: „Am Tag von Badr sah der Gesandte Allahs (saw) die Götzendiener, es waren eintausend, und seine Gefährten waren 319. Der Prophet Allahs (saw) wandte sich der Qibla zu, breitete seine beiden Hände aus und rief seinen Herrn mit lauter Stimme an:

اللھم انجز لی ماوعدتنی اللھم اٰت ما وعدتنی اللھم انک ان تھلک ھذہ العصابة من اھل الاسلام لا تعبد فی الارض۔

‚O Allah, erfülle mir, was Du mir versprochen hast. O Allah, gewähre mir, was Du mir versprochen hast. O Allah, wenn Du diese Gruppe der Muslime vernichtest, wirst Du auf der Erde nicht mehr angebetet werden.‘ Mit dem Gesicht zur Qibla und ausgebreiteten Händen rief er seinen Herrn ununterbrochen mit lauter Stimme an, bis sein Überwurf von seiner Schulter fiel. Das heißt, sein Körper bebte aufgrund des Weinens und des Gebets so sehr, dass sein Überwurf herabfiel. In diesem Moment kam Hadhrat Abu Bakr (ra) zu ihm, hob seinen Überwurf auf und legte ihn auf seine Schultern. Dann umklammerte er den Gesandten Allahs (saw) von hinten und sagte: ‚O Prophet Allahs (saw), Ihr inständiges Flehen, also Ihr von Weinen und Inbrunst erfülltes Gebet vor Ihrem Herrn, genügt Ihnen. Er wird die Ihnen gegebenen Versprechen gewiss erfüllen. ‘ Daraufhin sandte Allah diesen Vers herab:

اِذۡ تَسۡتَغِیۡثُوۡنَ رَبَّکُمۡ فَاسۡتَجَابَ لَکُمۡ اَنِّیۡ مُمِدُّکُمۡ بِاَلۡفٍ مِّنَ الۡمَلٰٓئِکَۃِ مُرۡدِفِیۡنَ

Dies ist ein Vers der Sure Al-Anfal: „Gedenkt, als ihr zu eurem Herrn um Hilfe schriet und Er euch erhörte mit dem Versprechen: ‚Ich will euch beistehen mit tausend Engeln, einer hinter dem anderen.‘“ So half Allah dem Propheten durch die Engel.

Der Verheißene Messias (as) sagt: „Im Heiligen Qur'an wurde dem Heiligen Propheten (saw) immer wieder der Sieg über die Ungläubigen versprochen, aber als die Schlacht von Badr begann, die die erste Schlacht des Islam war, begann der Heilige Prophet (saw) zu weinen und zu beten, und während des Betens kamen diese Worte aus dem Mund des Heiligen Propheten (saw):

اللھم اِن اھلکت ھذہ العِصابة فلن تعبد فِی الارضِ ابدا۔

Das heißt: O mein Allah, wenn Du heute diese Gemeinschaft, die nur 313 Mann zählt – oder nach einigen Überlieferungen 319 – vernichtest, dann wird bis zum Jüngsten Tag niemand mehr Dich anbeten. Als Hadhrat Abu Bakr (ra) diese Worte aus dem Mund des Heiligen Propheten (saw) hörte, sagte er: ‚O Gesandter Allahs (saw), warum sind Sie so unruhig? Allah hat Ihnen doch das feste Versprechen gegeben: ‚Ich werde den Sieg gewähren. ‘ Er sagte: ‚Das ist wahr, aber mein Blick ist auf Seine Unabhängigkeit gerichtet. ‘ Das heißt, die Erfüllung eines Versprechens ist für Gott keine obligatorische Pflicht. Man sollte nun verstehen, dass, wenn der Heilige Prophet (saw) den Weg des Respekts vor der Rabubiyyat (Herrschaft Gottes) bis zu diesem Grad beachtet hat, warum sollte man sich dann von diesem unumstrittenen Glaubensgrundsatz aller Propheten (as) abwenden, dass eine Prophezeiung Allahs manchmal nach den offensichtlichen Worten in Erfüllung geht und manchmal auf metaphorische und allegorische Weise?“

Indem er dieses Ereignis schilderte, hat er (as) auch zu seinen Gegnern gesprochen, die einwenden, dass seine Prophezeiungen nicht erfüllt wurden, was eben daran liegt, dass es verschiedene Arten der Erfüllung von Prophezeiungen gibt; manchmal erfüllen sie sich offenkundig und manchmal auf eine andere Art, aber Allah erfüllt Seine Versprechen gewiss, die Er gegeben hat. Wir sollten uns jedenfalls jederzeit vor Allah verbeugen, damit aufgrund von Allahs Unabhängigkeit kein Stillstand darin entsteht. Damit dies nicht endet, sondern Allahs Unterstützung und Hilfe immer unser Begleiter bleiben.

Die Verborgenheit der Gottesverehrung

Der Verheißene Messias (as) sagt: „Seid euch dessen wohl bewusst, dass wahrhaft an die Einheit Gottes Glaubende jene sind, die nicht ein Körnchen Tugend zur Schau stellen und auch sich bei der Annahme der Wahrheit nicht vor der Welt fürchten. Wenn die Welt vor irgendeiner ihrer Handlungen zurückschreckt, kümmert es sie nicht. Manche behaupten, dass das Ausmaß, in dem die Gefährten spirituelle Anstrengungen (Selbstdisziplinierung) unternahmen oder fasteten, in Bezug auf den Heiligen Propheten (saw) in der Form so nicht belegt sei. Einige der Gefährten gelangten fast bis an die Grenze des Mönchtums. Das heißt, sie hatten so viel Neigung zur Religion entwickelt, dass sie die Welt gänzlich verlassen hatten. Jedoch: Daraus lässt sich nicht schlussfolgern, dass sie – Gott bewahre – dem Heiligen Propheten (saw) überlegen waren. Vielmehr verhält es sich so, dass Allah den Heiligen Propheten (saw) mit Zwang hervorgeholt hatte. Er war doch mit der Gottesverehrung beschäftigt und trunken vor Liebe. Sein Ein und Alles war das Wesen Allahs, aber Allah holte ihn mit Nachdruck hinaus an die Öffentlichkeit. Seine Gewohnheit des Verborgenbleiben war nicht verschwunden. Was weiß jemand schon, in welchem Ausmaß er im Verborgenen mit spirituellen Übungen und Gottesdiensten beschäftigt war.“

Ebenso wurde das Ereignis auf dem Friedhof bereits erwähnt. Indem er dies erzählte, bewies er, wie sehr der Heilige Prophet (saw) seine Gottesdienste verbarg. Hadhrat Aischa (ra) sah – sie war an der Reihe – als sie aufwachte, dass der Heilige Prophet (saw) nicht anwesend war. Sie war sehr erstaunt, suchte, fand keine Spur, ging dann zum Friedhof und sah, dass er dort mit inbrünstig flehte : „O mein Gott, meine Seele, mein Körper, meine Knochen, jedes meiner Haare hat sich vor Dir niedergeworfen.“ Er legte dies auf diese Weise dar und sagte, dass, wenn Hadhrat Aischa (ra) keine Kenntnis von dieser Angelegenheit gehabt hätte, wer hätte dann gewusst, welch innige Beziehung der Heilige Prophet (saw) zu seinem Herrn pflegte, wie inbrünstig er die Gottesdienste verrichtete, wie er im Verborgenen und heimlich, versteckt, die Gottesdienste verrichtete. Genauso verhielt es sich mit seinen spirituellen Anstrengungen und seinen Gottesdiensten. Da Allah es in die Natur solcher Menschen legt, ihre Taten zu verbergen. Ja, Er legt es in ihre Natur geheim zu halten; deshalb hat die Welt keine Kenntnis über die genauen Umstände. Für die Welt tun sie ja an und für sich rein gar nichts. Derjenige, mit dem sie zu tun haben und eine Beziehung haben, weiß und sieht ohnehin alles. Das heißt, sie verehren Gott, den Erhabenen, sie empfinden Liebe für Gott, den Erhabenen und Er hat Kenntnis über alle Dinge. Diese Menschen handeln nicht, um es der Welt zur Schau zu stellen.

Die Abkehr von weltlichem Luxus

Dann sagt er weiter, dass die Haltung des Heiligen Propheten (saw) zum weltlichen Genuss oder den weltlichen Gütern und Vorteile so war: „Einmal ging Hadhrat Umar (ra) los, um ihn zu treffen. Er schickte einen Jungen, um um Erlaubnis zu bitten. Der Heilige Prophet (saw) lag auf einer Matte aus Dattelpalmfasern. Als Hadhrat Umar eintrat, stand er auf und setzte sich. Hadhrat Umar sah, dass das Haus ganz leer war und kein Wertgegenstand vorzufinden war. An einem Pflock hing ein Schwert, oder es war die Matte, auf der er gelegen hatte und deren Abdrücke ebenso auf seinem gesegneten Rücken zu sehen waren. Als Hadhrat Umar dies sah, brach er in Tränen aus. Der Prophet (saw) fragte: ‚O Umar, was hat dich zum Weinen gebracht? ‘ Umar sagte: ‚Chosrau und Cäsar verfügen über die Mittel dieser Welt. Sie haben Annehmlichkeiten, Gaben und komfortable Ausstattung, während Sie, der Gesandte Allahs und der König der beiden Welten, in einem Zustand leben, in dem Abdrücke der Matte auf Ihrem Körper zu sehen sind. ‘ Der Heilige Prophet (saw) sagte: ‚O Umar, was habe ich mit der Welt zu schaffen? Ich verbringe meine Zeit wie ein Reisender, der auf einem Kamel zu seinem Bestimmungsort reitet. Es ist ein Weg durch die Wüste, und wegen der strengen Hitze sieht er einen Baum, ruht sich in dessen Schatten aus, und sobald der Schweiß ein wenig getrocknet ist, macht er sich wieder auf den Weg. ‘“

Ebenso berichtet Hadhrat Abu Hurairah (ra): Als Allah den Vers

وَاَنۡذِرۡ عَشِیۡرَتَکَ الۡاَقۡرَبِیۡنَ

offenbarte – das heißt: „Und warne deine nächsten Verwandten“ – stand der Gesandte Allahs (saw) auf und sagte: „O Leute der Quraisch! Rettet euch selbst, ich werde euch vor Allah nichts nützen.“ Das heißt, wenn ihr gute Taten vollbringt und euch Allah zuwendet, Ihn verehrt, in Seiner Liebe versinkt, werdet ihr vergeben werden, andernfalls werde auch ich euch nichts nützen können. Dann wandte er sich an seine anderen Verwandten und den Stamm und sagte: „O Banu Abd Manaf, ich werde euch vor Allah nichts nützen. O Abbas bin Abdul Muttalib, ich werde dir vor Allah nichts nützen. O Safiyya, Tante des Gesandten Allahs, ich werde dir vor Allah nichts nützen können. Und O Fatima, Tochter von Muhammad (saw), verlange von meinem Eigentum, was du willst, aber vor Allah werde ich dir nichts nützen können.“ Das heißt, eure Gottesdienste und eure Beziehung zu Allah sind es, die euch retten werden.

Standhaftigkeit gegenüber den Quraisch und Abu Talib

In Anbetracht der Liebe und Zuneigung zu Allah kümmerte er sich auch nicht um sein eigenes Leben. Als der Gesandte Allahs (saw) zu predigen begann, gingen die Quraisch zu Abu Talib und sagten zu ihm, dass er seinen Neffen davon abhalten solle, ihre Götter zu kritisieren. „Wenn nicht, werden wir ihn selbst aufhalten, dann misch du dich nicht ein.“ Sie sagten: „Wir hatten dich gebeten, deinen Neffen aufzuhalten – wir haben es dir schon zuvor gesagt –, aber du hast ihn nicht aufgehalten. Nun sind wir erneut gekommen; entweder halten wir ihn davon ab, solche Dinge über uns zu sagen, oder wir werden ihn und dich bekämpfen, bis eine der beiden Parteien vernichtet wird.“ Als die Quraisch dies zu Abu Talib sagten, ließ er den Gesandten Allahs (saw) rufen und sagte zu ihm: „O Sohn meines Bruders, bürde mir nicht eine solche Last auf, die ich nicht tragen kann.“ Der Gesandte Allahs (saw) dachte, dass sein Onkel seine Unterstützung aufgeben und ihn den Quraisch überlassen würde. Daraufhin sagte er (saw): „Onkel! Bei Gott, selbst wenn diese Leute die Sonne in meine Rechte und den Mond in meine Linke legen würden, würde ich nicht von meiner Pflicht ablassen, und ich werde in meiner Arbeit fortfahren, bis Gott sie vollendet oder ich bei diesem Versuch umkomme.“ Dann stand er auf und wollte gehen, da rief ihn Abu Talib und sagte: „O mein Neffe! Tu ruhig, was du willst. Bei Allah, ich werde dich niemals für irgendeinen Gegenwert an sie ausliefern.“

Dieses Ereignis ist in der Sira Ibn Hischam niedergeschrieben. Auch der Verheißene Messias (as) hat dieses Ereignis dargelegt. Er sagt: „Als jene Verse [des Heiligen Qur’an] offenbart wurden, in denen die Götzendiener als unrein, dreckig, die Schlimmsten der Schöpfung, töricht, Nachkommen Satans beschrieben wurden, in denen es hieß, dass jene, die sie anbeten, der Brennstoff für das Feuer und die Feuersteine der Hölle sind, da rief Abu Talib den Heiligen Propheten, Friede und Segen Allahs sei mit ihm, zu sich und sagte: „O mein Neffe! Nun ist das Volk wegen deiner Schmähungen sehr erregt und es scheint, dass sie dich und auch mich töten werden. Du hast ihre Weisen töricht genannt und ihre Ältesten als die Schlimmsten der Schöpfung bezeichnet; du hast ihre verehrten Gottheiten als Brennholz und Brennstoff für das Höllenfeuer bezeichnet und sie im Allgemeinen als Schmutz, Nachkommen Satans und unrein bezeichnet. Wohlwollend empfehle ich, ruhig zu sein und von Verleumdungen abzulassen. Ansonsten habe ich nicht die Kraft, dem Volk entgegenzutreten.“ Der Heilige Prophet, Friede und Segen Allahs seien auf ihm, antwortete darauf: „O Onkel! All dies sind keine Schmähungen, als vielmehr Tatsachen, die den Kern der Sache beschreiben. Und genau das ist die Aufgabe, mit der ich betraut wurde. Wenn ich bei dieser Sache dem Tod ins Auge blicke, dann nehme ich diesen Tod gerne in Kauf, denn mein Leben ist ausschließlich dieser Sache gewidmet. Und ich kann nicht davon absehen, der Wahrheit Ausdruck zu verleihen, aus Angst, dem Tod zu begegnen. Und, lieber Onkel! Wenn du über deine Schwäche und deine mögliche Notlage besorgt bist, dann widerrufe bitte die Aussage, dass du mich unter deinem Schutz hältst. Bei Gott, ich brauche dich nicht im Geringsten und nie werde ich aufhören, die Gebote Gottes zu verbreiten. Die Gebote Gottes sind mir viel wichtiger als mein eigenes Leben. Bei Gott, wenn ich in dieser Sache getötet werden sollte, ist es mein Wunsch, immer und immer wieder ins Leben zurückgebracht zu werden und immer wieder mein Leben für diese Sache hinzugeben. Es ist für mich kein Grund, Angst zu haben; stattdessen bereitet es mir ein Höchstmaß an Vergnügen, in dieser Sache verfolgt zu werden.‘“

Gehorsam gegenüber der göttlichen Erlaubnis

Hadhrat Musleh Mau'ud (ra) hat in seinem Tafsir geschrieben: „Das ganze Leben des Heiligen Propheten (saw) scheint in der Liebe zu Allah versunken zu sein. Trotz sehr großer Verantwortung für die Jamaat war er Tag und Nacht mit der Gottesverehrung beschäftigt. Nachdem die halbe Nacht vergangen war, stand er für die Anbetung Allahs auf und betete bis zum Morgen. Deshalb sagte der Heilige Prophet (saw): ‚Wenn es wahr ist, dass ich Gott nahestehend bin und Gott mir durch Seine Gnade Seine Nähe gewährt hat, ist es dann nicht meine Pflicht, Ihm so viel zu danken, wie es möglich ist? Denn schließlich erfolgt Dankbarkeit als Antwort auf Wohltaten.‘“ Das heißt, da Allah mir Wohltaten erwiesen hat, sollte ich dankbar sein. Ebenso vollbrachte er keine große Tat ohne die göttliche Erlaubnis. Erst wenn der Befehl Allahs kam, setzte er ihn um. So sehen wir, dass er trotz der grausamen Unterdrückung durch die Mekkaner, Mekka so lange nicht verließ, bis ihm von Gott eine Offenbarung herabgesandt wurde und ihm durch die Offenbarung der Befehl gegeben wurde, Mekka zu verlassen. Als er angesichts der Härte der Grausamkeiten der Mekkaner den Gefährten erlaubte, nach Abessinien auszuwandern, und sie ihm gegenüber den Wunsch äußerten, dass er auch mit ihnen gehen möge, sagte er: „Ich habe von Seiten Gottes noch keine Erlaubnis erhalten, Seine Erlaubnis noch nicht bekommen.“ In Zeiten von Unterdrückung und Leid, wenn die Menschen ihre Freunde und Verwandten um sich versammeln, wies er (saw) seine Gefolgschaft an, nach Abessinien auszuwandern, und blieb selbst allein in Mekka zurück, weil sein Herr ihm noch nicht befohlen hatte, auszuwandern.

Wenn er das Wort Gottes hörte, kamen ihm unwillkürlich Tränen in die Augen, besonders bei jenen Versen, in denen er auf seine Verantwortungen aufmerksam gemacht wurde. So berichtet Abdullah bin Mas'ud: Einmal sagte der Gesandte Allahs (saw) zu mir: „Trage mir Verse aus dem Heiligen Qur'an vor.“ Ich antwortete: „O Gesandter Allahs, der Qur'an wurde doch Ihnen offenbart, was soll ich schon Ihnen denn vortragen?“ Er sagte: „Ich mag es, den Qur'an auch von anderen Leuten vorlesen zu lassen und zu hören.“ Daraufhin, sagt er, begann ich, Verse der Sure An-Nisa vorzulesen. Als ich beim Lesen an diesem Vers ankam:

فَکَیۡفَ اِذَا جِئۡنَا مِنۡ کُلِّ اُمَّۃٍۭ بِشَہِیۡدٍ وَّجِئۡنَا بِکَ عَلٰی ہٰۤؤُلَآءِ شَہِیۡدًا

– Das heißt: „Und wie (wird es ihnen ergehen), wenn Wir aus jedem Volk einen Zeugen herbeibringen und dich als Zeugen herbeibringen wider diese?“ Da sagte der Gesandte Allahs (saw): „Es reicht, es reicht.“ Ich blickte ihn an, und aus seinen beiden Augen flossen Tränen. Dieses Ereignis habe ich bereits früher dargelegt, aber sooft wir es hören, wird eine neue Facette der Gottesfurcht und der Liebe zu Allah des Heiligen Propheten (saw) sichtbar.

Die Reise nach Taif: Barmherzigkeit statt Rache

Im Zusammenhang mit der Liebe zu Allah wird in der Geschichte über den Vorfall seiner Verwundung während seiner Reise in Taif berichtet. Im zehnten Jahr des Prophetentums, nach dem Tod von Abu Talib, als die Quraisch begannen, Grausamkeiten gegen den Gesandten Allahs (saw) zu verüben, ging er nach Taif. Er blieb zehn Tage in Taif und rief zum Islam auf, aber niemand nahm seinen Ruf an. Als bei den Führern der Gedanke aufkam, dass die Jugendlichen seinen Ruf annehmen könnten – dass es nicht so sei, dass sie ihn wegen wiederholter Verkündung annehmen – da hetzten sie den Pöbel gegen ihn auf. Sie begannen, ihn mit Steinen zu bewerfen, bis Blut aus seinen beiden Füßen floss. Hadhrat Zaid bin Haritha war auch bei ihm. Wenn Steine kamen, versuchte Hadhrat Zaid, sie auf sich zu nehmen, bis Zaid auch mehrere Wunden am Kopf erlitt.

In Sahih Bukhari gibt es eine Überlieferung über dieses Ereignis, dass die ehrwürdige Gattin des Propheten (saw), Hadhrat Aischa, berichtete, dass sie den Propheten (saw) fragte: „Kam über Sie je ein Tag, der härter war als der Tag von Uhud? Als Sie verwundet wurden.“ Er (saw) sagte: „Die Härte, die mir von deinem Volk zugefügt wurde, das war am schlimmsten. Jener Tag war härter, als mir von ihrer Seite am Tag von Aqaba zugefügt wurde, also in Taif, als ich selbst vor Ibn Abd Yalil bin Abd Kulal erschien. Ich überbrachte die Botschaft, aber er gab nicht die Antwort, die ich wollte. So ging von dort fort und ich war besorgt und in Gedanken versunken. Als ich Qarn ath-Tha'alib erreichte, was ein kleiner Berg in der Nähe von Mina ist, verschwand dieser Zustand, und ich hob meinen Kopf, da sah ich, dass eine Wolke Schatten auf mich warf. Ich sah, dass Gabriel darin war. Er rief mich und sagte: ‚Allah hat die Worte deines Volkes über dich gehört, also das, was das Volk mit dir getan hat und was sie dir erwidert haben, das alles hat Allah gehört und hat den Engel der Berge zu dir gesandt, damit du ihm befiehlst, was immer du über sie bestimmen möchtest.‘“ Der Heilige Prophet (saw) sagte, er erzählt: „Dann rief mich der Engel der Berge und grüßte mich, dann sagte er: ‚O Muhammad (saw), befehlen Sie, was Ihnen bezüglich dieser Leute beliebt. Wenn Sie wollen, werde ich diese beiden Berge über ihnen aufeinanderstürzen lassen.‘ Das heißt, ich lasse sie auf sie stürzen und sie werden darunter begraben. Da sagte der Prophet (saw) zu ihm: ‚Nein. Ich hoffe, dass Allah aus ihren Nachkommen solche Leute hervorbringt, die den Einen Allah anbeten werden und Ihm nichts zur Seite stellen werden.‘“ So überwog auch hier sein Mitgefühl, und er rettete dieses Volk, und später, nach dem Sieg von Mekka, einige Zeit danach, nahmen deren Nachkommen auch den Islam an.

Der Rang des vollkommenen Menschen

Der Verheißene Messias (as) sagt, indem er den Rang und Status des Heiligen Propheten (saw) darlegt: „Jenes Licht höchsten Grades, das dem vollkommenen Menschen gewährt wurde, befand sich nicht in Engeln, nicht in Sternen, nicht im Mond, nicht in der Sonne, nicht in den Meeren und Flüssen, nicht in Rubinen, Smaragden, Saphiren oder Perlen; kurzum, es befand sich in keinem irdischen oder himmlischen Objekt. Es war nur im vollkommenen Menschen, dessen erhabenstes und höchstes und vollkommenstes Beispiel unser Herr und Meister war, der Anführer der Propheten, der Anführer aller Lebenden, Muhammad, der Auserwählte (saw). Jenes Licht wurde diesem Mann und all jenen, die in gewissem Maße und gemäß ihren Rängen entsprechend dieselbe Färbung hatten, gewährt. D. h. auch jenen Menschen, die in gewissem Maße dieselbe Farbe besitzen, d. h. die unter denen, die an ihn glauben, nach seiner Sunna handeln, denen wurde es auch gegeben.“

Dann erklärt er, was jener Vertrauenspfand ist, der dem Menschen gegeben wurde, und sagt: „Und mit dem Vertrauenspfand sind alle Fähigkeiten, die Vernunft, das Wissen, das Herz, die Seele, die Sinne, die Furcht, die Liebe, die Ehre, der Verstand und all die geistigen und körperlichen Segnungen eines vollkommenen Menschen, die Gott der Allmächtige dem vollkommenen Menschen schenkt, gemeint. Dann gibt der vollkommene Mensch, gemäß dem Koranvers: „Allah gebietet euch, dass ihr die Treuhandschaft jenen übergebt, die ihrer würdig sind;“ sein ganzes Vertrauen an Gott zurück, d. h. er geht darin auf und widmet sich Seinem Weg.“ Das heißt, jene anvertrauten Güter, die Allah gegeben hatte, er gibt all seine Kräfte aus, um Allahs Geboten zu folgen und um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, damit die Rückgabe dieser anvertrauten Güter erfolgen kann und er so viel Liebe und Zuneigung Allahs wie nur möglich erlangt. Das war also jener hohe Rang der Treuhandschaft, den er erfüllte, indem er in der Liebe zu Allah aufgeing.

Dies erläuternd sagt der Verheißene Messias (as): „Diese Würde wurde in ihrer erhabensten und vollkommensten Form angefunden in unserem Herrn, Meister und Führer, dem unbefleckten Propheten, dem Rechtschaffenen und von den Rechtschaffenen bezeugten, Muhammad, dem Auserwählten (saw); wie Gott, der Allmächtige, selbst im Heiligen Qur’an auch sagt:

قُلۡ اِنَّ صَلَاتِیۡ وَنُسُکِیۡ وَمَحۡیَایَ وَمَمَاتِیۡ لِلّٰہِ رَبِّ الۡعٰلَمِیۡنَ۔ لَا شَرِیۡکَ لَہٗ ۚ وَبِذٰلِکَ اُمِرۡتُ وَاَنَا اَوَّلُ الۡمُسۡلِمِیۡنَ۔

‚Mein Gebet und mein Opfer und mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten. Er hat niemanden neben Sich. Also ist mir geboten, und ich bin der erste der Gottergebenen.‘ Er sagt:

وَاَنَّ ہٰذَا صِرَاطِیۡ مُسۡتَقِیۡمًا فَاتَّبِعُوۡہُ ۚ وَلَا تَتَّبِعُوا السُّبُلَ فَتَفَرَّقَ بِکُمۡ عَنۡ سَبِیۡلِہٖ ؕ ذٰلِکُمۡ وَصّٰکُمۡ بِہٖ لَعَلَّکُمۡ تَتَّقُوۡنَ۔

‚Und dies ist Mein Weg, der gerade. So folget ihm; und folget nicht den (anderen) Pfaden, damit sie euch nicht weitab führen von Seinem Weg. Das ist es, was Er euch gebietet, auf dass ihr gottesfürchtig seid.‘ Dann sagt Allah:

قُلۡ اِنۡ کُنۡتُمۡ تُحِبُّوۡنَ اللّٰہَ فَاتَّبِعُوۡنِیۡ یُحۡبِبۡکُمُ اللّٰہُ وَیَغۡفِرۡ لَکُمۡ ذُنُوۡبَکُمۡ ؕ وَاللّٰہُ غَفُوۡرٌ رَّحِیۡمٌ۔

‚Sprich: ‚Liebt ihr Allah, so folget mir; (dann) wird Allah euch lieben und euch eure Fehler verzeihen; denn Allah ist allverzeihend, barmherzig.‘‘ Dann sagte Er:

فَقُلۡ اَسۡلَمۡتُ وَجۡہِیَ لِلّٰہِ

So sprich: ‚Ich habe mich Allah ergeben.‘ Dann sagte Er:

وَاُمِرۡتُ اَنۡ اُسۡلِمَ لِرَبِّ الۡعٰلَمِیۡنَ

‚und mir wurde geboten, mich zu ergeben, dem Herrn der Welten.‘ Das heißt, sprich zu ihnen, dass mein Gebet und meine Anstrengungen in der Anbetung und meine Opfer und mein Leben und mein Tod für Gott und Seinen Weg sind. Jener Gott, der der Herr aller Welten ist, der keinen Partner hat. Dies ist mir befohlen worden und ich bin der erste der Muslime. Das heißt, dass es von Anfang der Welt bis zu ihrem Ende keinen anderen vollkommenen Menschen wie mich gibt, der einen so hohen Grad der Selbstvernichtung für Allah aufweist, und der alles, was von Gott, dem Allmächtigen, anvertraut wurde, zu Ihm zurückbringen wird. In diesem Vers liegt die Widerlegung jener törichten Monotheisten, die den Glauben hegen, dass keine Gesamtüberlegenheit unseres Propheten (saw) über andere Propheten bewiesen sei, und die schwache Ahadith vorbringen und sagen, dass der Heilige Prophet (saw) verboten habe, dass man ihm mehr Vorzug als Jonas, Sohn des Matti, geben soll. Diese Unwissenden verstehen nicht, dass, selbst wenn jener Hadith authentisch wäre, dieser Satz aus Bescheidenheit und Demut gesprochen wurde, was die Gewohnheit unseres Meisters, Friede und Segen Allahs seien auf ihm, war. Jede Aussage hat ihren Rahmen und Anlass. Wenn ein Rechtschaffener in seinem Brief Ahqar-ul-Ibadillah (der geringste der Geschöpfe Allahs) schreibt, dann daraus zu schließen, dass dieser Mensch in Wirklichkeit schlechter ist als die ganze Welt, sogar als die Götzendiener und alle Frevler, nur weil er selbst erklärt, dass er Ahqar-ul-Ibadillah sei – wie höchst ignorant und boshaft ist so eine Schlussfolgerung seitens anderer dann nur. Man sollte genau betrachten: Wenn Allah, der Glorreiche, dem Heiligen Propheten (saw) den Namen Awwalul-Muslimin (der erste der Muslime) gibt und ihn zum Oberhaupt aller Gehorsamen und Folgsamen bestimmt und den Heiligen Propheten (saw) als den Allerersten erklärt, der die Treuhandschaft zurückgegeben hat, gibt es dann danach für irgendeinen, der an den Heiligen Qur'an glaubt, Raum, irgendeine Art von Kritik am erhabenen Rang des Heiligen Propheten (saw) zu üben? Gott hat in dem oben beschriebenen Vers für den Islam mehrere Stufen festgelegt und als allerhöchste Stufe aller Ränge ebenjene bestimmt, die Er der Natur des Heiligen Propheten (saw) verliehen hat.

Dann ist die restliche Übersetzung diese – also jener Verse, die rezitiert wurden – dass Allah, der Glorreiche, zu seinem Gesandten sagt: Sag ihnen, dass mein Weg jener ist, der der gerade Weg ist; so folgt ihm und folgt nicht anderen Wegen, denn sie werden euch weit von Gott entfernen. Er sagte: Sag ihnen, wenn ihr Gott liebt, so kommt und wählt die Folgsamkeit gegenüber mir, das heißt, schreitet auf meinem Weg, der die höchste Realität der Gottergebenheit darstellt; dann wird Gott auch euch lieben und eure Sünden vergeben. Sag ihnen: Mein Weg ist der, dass mir befohlen wurde, meine ganze Existenz Gott zu widmen und mich voll und ganz zum Herrn der Welten zuzuwenden , das heißt, indem ich in Ihm aufgehe – so wie Er der Herr der Welten ist – werde ich zum Diener der Welten und gehöre mit ganzem Wesen Ihm und Seinem Weg. So habe ich meine ganze Existenz und was mein war, Gott übereignet. Nun ist nichts mehr mein; was mein ist, das ist alles Sein.

Die Einzigartigkeit des Heiligen Propheten (saw)

Dies war jenes tiefe Verständnis vom Rang und Status des Heiligen Propheten (saw), das Allah dem Verheißenen Messias (as) gewährte, und das er auch für uns dargelegt hat. Trotzdem sagen unsere Gegner uns nach, dass wir – Gott bewahre – uns der Verleumdung des Heiligen Propheten (saw) verschulden würden, indem wir dem Verheißenen Messias (as) einen höheren Rang als ihm zuweisen würden. Möge Allah jeden Ahmadi vor ihrem üblen Einfluss bewahren.

Der Verheißene Messias (as) sagt an einer Stelle: „Insofern staune ich immer wieder darüber, wie erhaben der Rang dieses arabischen Propheten doch ist, dessen Name Muhammad (Tausende und Abertausende von Segnungen und Friede seien auf ihm) lautet. Man kann das Ausmaß seines erhabenen Rangs nicht begreifen, ja es ist dem Menschen nicht gegeben, den Umfang seiner spirituellen Wirksamkeit einzuschätzen. Es ist bedauerlich, dass seinem Rang nicht jene Anerkennung zuteil wurde, wie es hätte sein sollen. Er ist der Held, der die der Welt abhandengekommene tauḥīd (Einheit Gottes) in die Welt zurückgebracht hat; er liebte Gott bis zum Äußersten und seine Seele schmolz dahin aus Mitgefühl für die Menschheit. Also erhob Gott, Der das Geheimnis seines Herzens kannte, ihn über alle Propheten und über alle Vorherigen und alle Späteren und gewährte ihm zu seinen Lebzeiten alles, was er begehrte. Er ist es, der die Urquelle jeder Gnade ist, und jeder, der eine Überlegenheit beansprucht, ohne seine Gnade anzuerkennen, ist kein Mensch, sondern die Brut Satans, da ihm (dem Heiligen Propheten (saw)) der Schlüssel zu jeder Erhabenheit und die Schatzkammer jeglicher Erkenntnis gewährt wurde. Derjenige, der nicht durch ihn empfängt, ist auf ewig beraubt. Ich bin nichts und besitze nichts. Was bin ich und was ist mein Wert? Ich wäre undankbar, würde ich nicht gestehen, dass ich durch eben diesen Propheten die wahre tauḥīd gefunden habe. Ich habe die Erkenntnis des lebendigen Gottes durch ebendiesen vollkommenen Propheten und durch sein Licht gewonnen. Die Ehre des Zwiegesprächs und der Verbindung mit Gott, durch die ich Seines Antlitzes gewahr werde, ist mir durch ebenjenen großen Propheten gewährt geworden. Die Strahlen dieser Sonne der Führung fallen wie Sonnenschein auf mich und ich bin nur so lange erleuchtet, wie ich ihr zugewandt bin. Diejenigen, die an der falschen Vorstellung festhalten, dass jemand, der nicht an den Heiligen Propheten (saw) glaubt oder Abtrünniger wird, trotzdem Erlösung erlangen kann und durch seinen Unglauben oder seinen Abfall vom Glauben keinen Schaden erleidet, da er an die tauḥīd glaubt und Gott als Einen ohne Partner erachtet, der ist sich für gewiss der wahren Bedeutung von tauḥīd nicht im Klaren.

Die wahre Bedeutung von Tauhid (Einheit Gottes)

Aber der bloße Glaube, dass Er Einer ist, reicht nicht aus für die Erlösung; vielmehr hängt die Erlösung von zwei Dingen ab: – es gibt zwei Sachen, durch welche die Erlösung erlangt werden kann –

  1. Die vollkommene Überzeugung vom Wesen und der Einheit Gottes, des Allmächtigen.
  2. Eine vollkommene Liebe zum glorreichen Gott sollte so sehr das Herz durchdrungen haben, dass als Folge ihres Einflusses und ihrer Wirkmächtigkeit der Gehorsam gegenüber dem allmächtigen Gott wahrhaftig zur Freude des Herzens wird, ohne die zu leben es nicht in der Lage ist. Die Liebe zu Gott sollte die Liebe zu allem außer Ihm mit Füßen treten und auslöschen.

Dies ist die wahre tauḥīd, die niemals erreicht werden kann, ohne die Befolgung unseres Herrn und Meisters, Hadhrat Muhammad (saw). Warum kann sie ohne ihn nicht erreicht werden? Die Antwort ist, dass das Wesen Gottes transzendent ist, jenseits des Unsichtbaren, verborgen und äußerst geheim. Die Verstandeskräfte des Menschen können Ihn alleine nicht entdecken. Kein rationales Argument kann einen eindeutigen Beweis für Seine Existenz darstellen, denn Reichweite und Zugang der Vernunft sind darauf beschränkt, dass über das Räsonieren über die geschaffenen Wesen im Universum die Notwendigkeit eines Schöpfers erkannt wird. Die Notwendigkeit Seiner Existenz anzuerkennen ist jedoch eine Sache, eine völlig andere ist, auf die Stufe von ʿainu l-yaqīn [Gewissheit durch Sehen] zu gelangen, und zu erkennen, dass Gott, dessen Existenz anerkannt wurde, tatsächlich existiert. – Durch den Verstand kann nur so viel verstanden werden, dass es einen Gott gibt, so wie es auch von vielen Menschen ausgesagt wird; nicht aber, wer Er ist. – Da die Methodik der Vernunft indes unvollkommen, unvollständig und zweifelhaft ist, können nicht einmal die Philosophen allein durch die Vernunft Gott erkennen. Eher noch werden die meisten Menschen, die Gott allein durch den Gebrauch der Vernunft zu bestimmen versuchen, letztlich zu Atheisten. Ihre Betrachtungen über die erschaffenen Dinge auf der Erde und im Himmel können ihnen überhaupt nichts nützen. Sie verspotten und verhöhnen die Auserwählten Gottes und behaupten: „Es gibt Tausende von Dingen auf der ganzen Welt, deren Existenz wir nicht als nützlich befinden, ja unsere Forschungen über dieselben weisen nicht auf eine Schöpferkraft hin, welche die Existenz eines Schöpfers beweisen würde; – da sie mit dem Verstand nachdenken, sehen sie einige Sachen, für deren Existenz und den Sinn ihres Daseins es keinen logischen Beweis gibt, sondern nach deren Aussagen, sie völlig nutzlos und sinnbefreit existieren. – Es ist bedauerlich, dass solche unwissenden Menschen nicht begreifen, dass der Mangel an Wissen über eine Sache nicht bedeutet, dass es nicht existiert. Nur, weil man über eine Sache keine Kenntnis besitzt, bedeutet es nicht, dass sie nicht existiert.

Es gibt heutzutage Hunderttausende von Menschen auf der Welt, die sich als kundige Intellektuelle und Philosophen verstehen, doch nachdrücklich die Existenz des allmächtigen Gottes leugnen. Offenkundig ist, hätten sie ein überzeugendes rationales Argument gefunden, sie hätten die Existenz des allmächtigen Gottes nicht geleugnet. Noch hätten sie die Existenz Gottes, des Allmächtigen, mit äußerster Schamlosigkeit, Verachtung und Spott abgelehnt, wären sie durch ein unwiderlegbares rationales Argument für die Existenz des glorreichen Schöpfers eines Besseren belehrt worden. Insofern kann niemand vom Sturm der Zweifel befreit werden, wenn er an Bord der Arche der Philosophen ist; vielmehr würde er sicherlich ertrinken und für immer des Elixiers der reinen tauḥīd beraubt bleiben. Denket nun darüber nach, wie falsch und verdorben die Vorstellung ist, dass ohne den Heiligen Propheten (saw) tauḥīd, und somit Erlösung, erlangt werden kann.

Wenn man also den tauḥīd ausfindig machen will, die Existenz Allahs ausfindig machen will, dann muss man tief in die Lehre des Heiligen Propheten (saw) hineingehen und sie betrachten. Man muss den Heiligen Qur'an verstehen. O Unwissende! Wie kann der Glaube an Seine tauḥīd existieren, wenn es keine vollkommene Gewissheit über die Existenz Gottes gibt? Seid darum sicher, dass der Glaube an die Einheit Gottes nur durch einen Propheten erlangt werden kann; ganz so, wie unser Heiliger Prophet (saw) die Atheisten und Anhänger falscher Religionen Arabiens von der Existenz Gottes, des Allmächtigen, dadurch überzeugte, dass er ihnen tausende von himmlischen Zeichen zeigte. Bis heute zeigen die wahren und vollkommenen Anhänger des Heiligen Propheten (saw) den Atheisten diese Zeichen. Es ist wahr, solange ein Mensch nicht die lebendigen Kräfte des lebendigen Gottes wahrnimmt, weicht weder Satan von seinem Herzen noch dringt die wahre tauḥīd in sein Herz ein noch kann er mit Gewissheit von der Existenz Gottes überzeugt sein. Und diese reine und vollkommene tauḥīd kann nur durch den Heiligen Propheten (saw) erlangt werden. Und in dieser Zeit hat der Verheißene Messias (as) diese Lehre eröffnet und dargelegt.

Die Umwälzung durch das Gebet

Dann sagt der Verheißene Messias (as): Jenes sonderliche Ereignis, das in der Wüste Arabiens geschah, dass nämlich hunderttausende Tote in wenigen Tagen zum Leben erwachten und seit Generationen Fehlgeleitete, göttliche Töne annahmen und die Blinden wieder sahen und die Zungen der Stummen göttliche Erkenntnisse aussprachen und plötzlich in der Welt eine Umwälzung stattfand, die kein Auge zuvor gesehen und kein Ohr je gehört hatte. Wisst ihr denn, was dies bewirkt hatte? Es waren die Gebete in dunklen Nächten eines Fani fillah (der sich in Gott auflöst), die einen Aufschrei in der Welt auslösten und solche Wunder vollbrachten, die jenem Ungebildeten, Mittellosen unmöglich erschienen.

اللھم صل و سلم و بارک علیہ وآلہ بعدد ھمہ و غمہ وحزنہ لھذہ الا مة و انزل علیہ انوار رحمتک الی الابد۔

„O Allah, sende Frieden und Segnungen auf ihn und seine Nachkommenschaft, entsprechend der Anzahl seiner Sorgen und seines Kummers und seines Leids für diese Umma, und sende die Lichter Deiner Barmherzigkeit auf ihn herab bis in alle Ewigkeit.“

Der Verheißene Messias (as) sagt: „Ich sehe auch aus meiner eigenen Erfahrung, dass die Wirkung der Gebete stärker ist als die Wirkung des Wassers und Feuers. Es ist gar so, dass unter den Naturmitteln nichts solch großartige Wirkung hat wie das Gebet.“

Möge Allah der Erhabene uns, während wir diesen Weg beschreiten, auch die Fähigkeit zum Gebet verleihen, uns zu erhörten Gebeten befähigen und uns die Kraft geben, Gebete in wahrhaftiger Weise zu verrichten. Möge Er uns in Wahrheit zu solchen aufrichtigen Gläubigen machen, die dem Gebet in vollem Maße gerecht werden und die sich ernsthaft bemühen, dem Vorbild des Gesandten Allahs (saw) zu folgen.

QiyaamDie stehende Haltung während des islamischen Gebets.
RukuDie rituell vorgeschriebene Verbeugung im Gebet.
SajdahDie Niederwerfung im Gebet, bei der die Stirn den Boden berührt.
TasbihDie Lobpreisung Gottes durch Formeln wie 'SubhanAllah'.
TauhidDie absolute Einheit Gottes im Islam.
Ainu l-yaqinDie Stufe der Gewissheit, die durch eigene Beobachtung oder Erfahrung erreicht wird.
Fani fillahDer Zustand der völligen Selbstaufgabe und des Aufgehens in der Liebe zu Gott.
RabubiyyatDie Eigenschaft Gottes als Herr, Schöpfer und Erhalter der Welten.
UmmahDie muslimische Gemeinschaft oder Weltgemeinschaft.
Themen:
Die Liebe des Heiligen Propheten (saw) zu AllahDie Gebetsweise und Andacht des Heiligen Propheten (saw)Die Schlacht von Badr und die Macht des inständigen GebetsStandhaftigkeit und Mitgefühl während der Reise nach TaifEinfachheit und Genügsamkeit im täglichen LebenDer Rang des Heiligen Propheten (saw) als vollkommener MenschDie Bedeutung der persönlichen Verantwortung vor GottDie Erlangung wahrer Gotteserkenntnis durch die Nachfolge des Propheten

Tatplan der Woche

Checkliste für den Alltag

  • Verlängere in dieser Woche bewusst deine freiwilligen Gebete (Nawafil) und achte dabei besonders auf die Ruhe und Konzentration während der Verbeugung (Ruku) und der Niederwerfung (Sajdah).
  • Wähle einen Qur'an-Vers, der dich besonders anspricht, und rezitiere ihn im Gebet mehrmals hintereinander, während du über seine tiefe Bedeutung nachdenkst.
  • Bete diese Woche verstärkt für die Vergebung und Rechtleitung deiner Mitmenschen, auch für jene, die dir gegenüber unfreundlich waren, nach dem Vorbild des Heiligen Propheten (saw) in Taif.
  • Reduziere unnötigen weltlichen Luxus in deinem Alltag und besinne dich auf die Einfachheit des Lebens, um deine spirituelle Bindung zu stärken.

📚 Wortschatz-Kiste

Überlieferungen und Aussprüche des Heiligen Propheten Muhammad (saw) Ahadith احادیث
Die tiefe Verbeugung während des islamischen Gebets Ruku رکوع
Das Lobpreisen Gottes Tasbih تسبیح
Die stehende Haltung während des Gebets Qiyaam قیام
Die Niederwerfung, bei der die Stirn den Boden berührt Sajdah سجدہ
Die weltweite Gemeinschaft der Muslime Ummah امت
Die Gebetsrichtung nach Mekka (zur Kaaba) Qibla قبلہ
Der Glaube an die Einheit und Einzigartigkeit Gottes Tauhid توحید
Die Eigenschaft Gottes als Schöpfer, Erhalter und Versorger Rabubiyyat ربوبیت
Jemand, dessen Liebe zu Gott so groß ist, dass er ganz in Gott aufgeht Fani fillah فانی فی اللہ

Khutba für Kinder

MTA Germany
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