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In der Freitagsansprache vom 25. September 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad ABA:
In den vergangenen paar Freitagsansprachen habe ich im Rahmen der Schilderung des Lebens des Heiligen Propheten SAW den höchsten Rang des Gottvertrauens dargelegt. Heute werde ich darüber sprechen, wie sein wahrhafter Diener dies in der heutigen Zeit im Einklang mit dem Vorbild des Propheten SAW für uns erläutert hat, welche Lehre er diesbezüglich vermittelte und wie er selbst danach handelte.
Das Wesen des wahren Gottvertrauens
Der Verheißene Messias AS sagt: „Gottvertrauen bedeutet genau dies, dass man die Mittel, die Allah für das Erreichen einer Angelegenheit festgelegt hat, nach besten Kräften zusammenträgt und sich dann selbst den Gebeten hingibt, [mit den Worten]: ‚O Gott, führe Du dies zu einem guten Ende. Es gibt Hunderte von Plagen und Tausende von Unglücken, die diese Mittel zerstören und umstürzen können. Bewahre uns vor deren Zugriff und führe uns zum wahren Erfolg und ans Ziel.‘“
Der Mensch nutzt Mittel, aber es gibt viele Unglücke und es können Situationen entstehen, in denen genau die Mittel, auf die man sich verlässt, zerstört werden. Deshalb sollte man Allah um Hilfe bitten, damit Allah uns vor ihren negativen Auswirkungen bewahrt. Dies ist der Zustand, durch den ein Gläubiger zu jemandem werden kann, der die zusätzlichen Zuwendungen Allahs erlangt.
Der Verheißene Messias AS sagt: „Es ist nicht jedermanns Sache, mit Allah zufrieden zu sein; vielmehr ist dies jener erhabene Rang von Gottvertrauen, völliger Loslösung, sprich völlige Konzentration auf Gott sowie Zufriedenheit und Unterwerfung, an dem angelangt der Mensch keinerlei Klage oder Beschwerde mehr gegen seinen Herrn hegt. Und dass Allah mit Seinem Diener zufrieden ist, hängt von der vollkommenen Wahrhaftigkeit und Treue, vortrefflichen Sauberkeit und Reinheit sowie dem absoluten Gehorsam des Dieners ab. Daraus wird ersichtlich, dass die Gefährten des Heiligen Propheten alle Stufen der Gotteserkenntnis und des spirituellen Pfades durchschritten hatten.“
Die Gefährten haben jenen Rang der Beziehung zu Allah und des Gottvertrauens erlangt, der für uns zum Vorbild gemacht wurde. Die Anhänger von Hadhrat Isa AS behaupten, dass er Kranke heilte. Doch der Verheißene Messias sagte: „Hat das etwa das Gottvertrauen bei den Jüngern gesteigert?“ Ein Zuwachs an Gottvertrauen geschieht nur durch die besondere Huld Allahs, sofern die volle Aufmerksamkeit Ihm zugewandt ist. Er sagt: „Wenn man ein solches Beispiel für Gottvertrauen unter den Jüngern suche, werde man es keinesfalls finden. Folglich erreicht man nichts durch die bloße Beseitigung von Krankheiten.“
Über die Sufis steht ebenfalls geschrieben, dass sie dieses Wunder vollbringen können, also Heilung gewähren. Er sagt, es zeuge nicht von Intelligenz oder Weisheit, sich darüber zu freuen, und jemand, der nach spiritueller Vollkommenheit strebt, könne sich über solche Dinge nicht freuen. „Daher bevorzuge ich für euch, dass ihr eure Herzen reinigt und solche Beziehungen zu Gott eingeht, dass jener großzügige Gebieter mit euch zufrieden ist und ihr mit Ihm zufrieden seid. Dann wird Er eurem Körper und euren Worten einen solchen Segen verleihen, dass selbst jene, die Krankheiten heilen, dies voller Staunen und Beschämung betrachten werden.“
Das heißt, jene, die Kranke heilen und Leiden beseitigen – wenn eure eigene Beziehung zu Allah von solcher Qualität ist, dann werden jene aufgrund eures Zustands selbst beschämt sein. Wenn also ein Gläubiger auf Allah vertraut und eine Beziehung zu Allah aufbaut, kann er selbst fähig werden, Wunder zu zeigen.
Trost im Unglück: Prüfung oder Strafe?
Bei einer anderen Gelegenheit lenkte er die Aufmerksamkeit auf Gottvertrauen und Gotteshingabe und sagte: „Bedenkt auch, dass es für die Wunde des Unglücks keine Salbe gibt, die so beruhigend und lindernd ist wie das Vertrauen auf Allah. Wer auf Allah vertraut, findet selbst in den härtesten Schwierigkeiten und Nöten innerlich Trost und Frieden. Er verspürt in seinem Herzen weder Verbitterung noch Qual. Das äußerste Ende eines solchen Unglücks kann sein – falls es sich um eine unausweichliche Bestimmung handelt –, dass der Tod eintritt.“
Auch ein Gläubiger erlebt Schwierigkeiten, aber ein Gläubiger lässt sich nicht von ihnen überwältigen, wenn sein Glaube an Gott fest ist. Er sagt, was wird höchstens passieren? Der Tod wird eintreten? Aber er sagte auch: „Was macht das schon; die Welt ist schließlich kein Ort, an dem man ewig bleiben kann. Letztendlich kommt für jeden der Tag und die Zeit, da er diese Welt verlassen muss. Was wäre also schlimm daran, wenn ihn der Tod ereilt? Für einen Gläubigen bringt dieser Tod sogar noch mehr Erleichterung und wird zu einem Mittel, um mit dem geliebten Freund vereint zu sein.“
Wenn der Gläubige aufrichtig ist und einen festen Glauben an Allah hat, dann sagt er sich: Na gut, so werde ich nun Gott begegnen. „Denn er besitzt vollkommenen Glauben an Allah, vertraut auf Seine Macht und weiß, dass das nächste Leben für ihn ewiges Wohlbefinden bedeutet. Folglich kann eine bloße Drangsal – sei es eine Krankheit oder eine andere Art von Leiden – nicht die Ursache für eine Bestrafung sein; vielmehr wird eine Drangsal nur dann zu einer schmerzvollen Strafe, wenn es an Glauben und Vertrauen auf Allah fehlt.“
Wenn ein Gläubiger auf Schwierigkeiten stößt, ist dies für ihn keine Strafe. Eine Strafe liegt erst dann vor, wenn weder Glaube noch Vertrauen auf Allah vorhanden sind. „Für einen Menschen, der keinen Glauben hat, bedeutet dies jedoch eine schwere Qual. Und wer meint, der Tod solle niemals eintreten, hegt einen törichten Gedanken, denn Allah hat diese Welt als vergänglich deklariert. Ein solcher Mensch muss sich darauf einstellen, dass im Jenseits eine äußerst schmerzhafte Hölle auf ihn wartet.“
Dies ist somit auch die generelle Antwort für jene, die fragen, woran man erkenne, ob eine Schwierigkeit oder ein Leiden eine Strafe oder eine Prüfung von Allah sei.
Die Eigenschaften der wahrhaft Gottvertrauenden
Der Verheißene Messias AS pflegte seinen Anhängern je nach Anlass das Gottvertrauen ans Herz zu legen. So wird in einer Überlieferung berichtet, dass Hadhrat Master Nazir Hussain Sahib erzählte, der Verheißene Messias AS habe gesagt: „Denkt nicht, Allah sei schwach. Er besitzt enorme Kräfte. Wenn ihr in einer Angelegenheit auf Ihn vertraut, wird Er euch gewiss helfen, so wie Er selbst spricht:
ؕ وَمَنۡ یَّتَوَکَّلۡ عَلَی اللّٰہِ فَہُوَ حَسۡبُہٗ
Und für den, der auf Allah vertraut, ist Er Genüge.“
Bei der Beschreibung der Eigenschaften glückseliger Menschen sagt der Verheißene Messias AS: „Eine Stufe ist die Stufe des Gottvertrauens, auf der sie mit äußerster Festigkeit verankert werden, und niemand anderem außer ihnen kann jene lautere Quelle jemals zuteilwerden. Vielmehr wird sie nur für sie angenehm und passend gemacht. Das Licht der Erkenntnis gibt ihnen derartigen Halt, dass sie oft, selbst wenn sie unter vielfältigem Mangel leiden und sich völlig fern von gängigen Mitteln befinden, ihr Leben dennoch mit solcher Fröhlichkeit und innerer Weite führen und ihre Tage so freudig verbringen, als besäßen sie Tausende von Schätzen.“
Auch wenn die Annehmlichkeiten, an die man gewöhnt ist, nicht vorhanden sind, führen jene, die auf Allah vertrauen, ihr Leben voller Freude, als hätten sie Tausende von Schätzen bei sich. „Auf ihren Gesichtern spiegelt sich die Frische des Reichtums wider, und sie strahlen die Standfestigkeit von Wohlhabenden aus. Selbst in Zeiten der Knappheit vertrauen sie mit größter Unbeschwertheit und vollkommener Gewissheit auf ihren großzügigen Herrn.“
Wenn eine Beziehung zu Allah besteht, vertrauen sie auch in Zeiten von Entbehrungen und Leiden auf Allah und entfernen sich nicht von Ihm. Es kommt ihnen nicht in den Sinn, zu grübeln, was dies wohl sein mag und was nicht; ob es eine Heimsuchung, eine Prüfung oder eine Strafe ist. Wenn vollkommenes Vertrauen auf Allah vorhanden ist und die Rechte Allahs erfüllt werden, dann segnet Allah zweifellos mit Seinen Gnaden.
Er sagt: „Jene, die Gottvertrauen üben und sich Gott zuwenden, gehen niemals zugrunde. Wer sich ausschließlich auf seine eigenen Anstrengungen verlässt, was kann dieser außer Erniedrigung schon erlangen? Seit Erschaffung der Welt ist es die beständige Praxis Allahs, dass diejenigen, die die Welt aufgeben, Ihn erlangen, und diejenigen, die ihr nachjagen, von Ihm beraubt bleiben. Wenn jene, die keine Verbindung zu Gott pflegen, durch List und Betrug für einige Tage auch etwas erlangen, so ist dies doch nichtig. Meist wenden sie beim Erwerb der Welt nur List, Täuschung und Betrug an, denn letztlich müssen sie ein bitteres Scheitern erleben. Die vortrefflichen Menschen im Islam waren stets jene, die sich im Vergleich zur Religion nicht im Geringsten um die Welt kümmerten.“
Weltliche Bindung als Wurzel der Sünde
Er erwähnt: „In Indien lebten Qutbuddin und Moinuddin als Freunde Gottes; diese Menschen beteten Gott im Verborgenen an, aber Gott machte ihre Ehre offenkundig.“
Dann schildert er eine Begebenheit: „Wir sahen in Batala einen Pirzada, der wegen seiner Landprozesse ganz staubbedeckt einem Deputy Commissioner hinterherlief.“ Er rannte dem Beamten, einem staatlichen Stellvertreter, wegen seiner Gerichtsverfahren oder zum Erlangen von Eigentum hinterher. Der Verheißene Messias AS sagte: „Ich wunderte mich; wenn dieser Mensch wahre Frömmigkeit besäße…“ – Nun nennen sie sich Pirzada und behaupten, die Nachkommen von spirituellen Führern zu sein. Er sagte: „Wenn er wahre Frömmigkeit besäße und auf Gott vertrauen würde, warum ließe er sich dann auf derartige Verunreinigungen – also schmutzige und abscheuliche Angelegenheiten – ein?“
Er sagt weiter: „Alle Sünden, die in der Welt entstanden sind, haben genau diesen Grund: Das Maß an Überzeugung, das der Mensch von den Genüssen, der Ehre sowie dem Hab und Gut der Welt hat, dieses Maß an Überzeugung hat er nicht bezüglich des Jenseits.“ Genau aus diesem Grund begeht der Mensch Sünden. „Und so wie er auf eine Truhe vertrauen kann, die mit kostbaren Juwelen und reinem Gold gefüllt in seinem Besitz ist, so kann er nicht auf Gott vertrauen. Und so wie die Menschen die irdischen Regierungen und Herrscher fürchten, ihnen schmeicheln und kriechen und so ihr Leben verbringen, so fürchten sie Allah nicht. Was ist die Ursache dafür? Die Ursache ist ebenjene, dass die vor ihnen liegenden Mittel und Wege der Welt – also die äußeren und materiellen Dinge, die den Menschen zur Verfügung stehen – in ihren Augen so real und gewiss seien, dass religiöse Überzeugungen im Vergleich dazu nichts wert sind.
Weltliche Mittel sind sichtbar, während Überzeugungen und der Glaube an Allah nicht vorhanden sind. Wenn es also kein Vertrauen auf Allah gibt und nicht einmal die Vorstellung existiert, den Glauben der Welt voranzustellen – was wir in jedem unserer Versprechen wiederholen und nun auch auf dem Ijtema der Khuddam-ul-Ahmadiyya wiederholen werden –, dann wird diese Schwäche in der Überzeugung und im Glauben eine solche Person auch der Segnungen des nächsten Lebens berauben. Sie haben diese Welt als alles angesehen und versucht, sie zu erlangen. Einige bekamen sie, andere verließen diese Welt bei dem Versuch, sie zu bekommen, und scheiterten. Oder sie bekamen sie und danach ging sie verloren, woraufhin sie ein Leben in weltlicher Qual verbrachten. Sie bewahrten weder ihre Religion noch die Welt. In dieser Hinsicht hat ein Dichter gesagt: ‚Weder fand ich Gott, noch erreichte ich die Vereinigung mit dem Götzen.‘
Wie sehr er besorgt war und wie viel Schmerz er empfand, die Menschen zu Allah zu bringen und sie zur Sorge um das Jenseits zu bewegen, und wie er dafür zu beten pflegte, beschreibt er, indem er sich an Allah wendet: „Sieh, meine Seele fliegt mit größtem Vertrauen zu Dir, wie ein Vogel zu seinem Nest zurückkehrt. So sehne ich mich nach einem Zeichen Deiner Macht, doch weder für mich selbst noch für meine Ehre, sondern damit die Menschen Dich erkennen. Damit die Menschen Dich erkennen, Deine reinen Wege beschreiten und nicht von der Rechtleitung abirren, indem sie denjenigen der Lüge bezichtigen, den Du gesandt hast. Ich bezeuge, dass Du mich gesandt und zu meiner Unterstützung große Zeichen manifestiert hast.“
Der Verheißene Messias AS als „Al-Mutawakkil“
Allah selbst hat dem Verheißenen Messias AS den Namen Mutawakkil gegeben. Dementsprechend sagt er: „Als ein Zeichen für das Herabsteigen des Messias steht geschrieben, dass er seine Hände auf die Flügel zweier Engel gelegt haben wird. Dies ist ein Hinweis darauf, dass seine rechte und seine linke Hand, die die Mittel zur Erlangung des rationalen Wissens und des inneren Lichts sind, auf die Unterstützung himmlischer Beauftragter – womit Engel gemeint sind, denen die Aufgabe anvertraut wird – gestützt sein werden.“ Das rationale Wissen, das innere Licht und die Angelegenheiten der religiösen Erkenntnis werden durch dieses Mittel, durch die Hilfe der Engel, offenbart. Dies ist die Bedeutung des Auflegens der Hände auf die beiden Engel. Er wird auf ihre Unterstützung bauen und sein verborgenes göttliches Wissen nicht aus Schulen, Büchern und von Gelehrten erhalten, sondern von Gott – also er wird das Wissen empfangen, das ausschließlich von Allah gelehrt wird.
Gott Selbst wird auch der Wächter und Bürge seiner Lebensbedürfnisse sein, so wie er sagte und als Beispiel Barahin-e-Ahmadiyya nannte, dass darin bezüglich meiner Wenigkeit diese Offenbarung vor zehn Jahren veröffentlicht wurde:
اِنَّکَ بِاَعْیُنِنَا سَمَّیْتُکَ الْمُتَوَکِّل وَعَلَّمْنَاہُ مِنْ لَّدُنَّا عِلْمًا
„Das heißt: ‚Du bist vor Unseren Augen. Wir haben dich Mutawakkil genannt und dir Unsererseits Wissen gelehrt.‘“ Dies wird durch viele Ahadith und den Qur'an bewiesen, dass jene Person, die eine vollständige Abkehr und ein vollkommenes Gottvertrauen entwickelt, die Engel zu ihren Dienern werden lässt und jeder Engel ihr gemäß seinem jeweiligen Rang dient.
Eines Tages saß der Verheißene Messias AS in einer Versammlung, und das Thema Gottvertrauen kam zur Sprache, woraufhin er sagte: „Ich stelle in meinem Herzen einen eigenartigen Zustand fest: So wie es bei erdrückender Schwüle, wenn die Hitze ihren Höhepunkt erreicht, der Fall ist, dass die Menschen voller Zuversicht hoffen, dass es nun regnen wird, so habe ich ein unerschütterliches Vertrauen auf die Gnade Gottes, dass meine kleine Kiste sich nun füllen wird, wenn ich sie leer sehe – also wenn ich feststelle, dass ich keinerlei Reichtum besitze und nichts da ist. Und genau so geschieht es auch.“ Er schwor bei Allah und sagte: „Wenn mein Geldbeutel – also meine Tasche oder mein Beutel – leer ist, empfinde ich eine solche Wonne und Freude in meinem Vertrauen auf Allah, dass ich diesen Zustand nicht in Worte fassen kann. Wenn ich nichts besitze, dann steigt mein Vertrauen auf Allah noch weiter an, und dieser Zustand ist weitaus tröstlicher und friedenstiftender, als wenn der Geldbeutel gefüllt wäre oder meine Taschen voll wären.“
Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib kommentiert diese Aussage mit den Worten: „Die Tasche derjenigen, die in freiwilliger Armut leben, bleibt zwar ohnehin meist leer – das heißt, jene, die diesen Weg gehen, horten kein Vermögen. Ihre Schätze und Taschen bleiben gewöhnlich leer, da sie alles unter den Menschen verteilen. Betrachten Sie jedoch die Erhabenheit des Gottvertrauens des Verheißenen Messias: So wie ein kluger Bauer bei seinem oft erprobten Brunnen die Gewissheit hat, dass sich dessen unterirdische Quellen ganz von selbst öffnen werden, wenn das vorhandene Wasser zur Neige geht, und der Brunnen sich erneut mit Wasser füllt. Wenn man einen Brunnen gräbt und ständig Wasser entnimmt, trocknet er manchmal aus, aber nach und nach füllt er sich wieder mit Wasser. Ebenso war das Herz des Verheißenen Messias von der Gewissheit erfüllt: Kaum ist meine Tasche leer, wird die unsichtbare Hand des Himmels sie wieder füllen, und die Aufgabe, die Gott mir anvertraut hat, wird keinerlei Hindernisse erfahren. Dies ist genau jener Rang der göttlichen Hilfe, über den Allah schon ganz zu Anfang dem Verheißenen Messias verkündete:
اَلَیۡسَ اللّٰہُ بِکَافٍ عَبۡدَہٗ
‚Ist Gott Seinem Diener nicht genug?‘“
Die Veröffentlichung von Barahin-e-Ahmadiyya
Die Wahrheit ist: Die göttlichen Offenbarungen schwebten von Anfang bis Ende wie eine Wolke der Barmherzigkeit über dem Verheißenen Messias AS. In seiner Biografie findet sich eine Begebenheit in Bezug auf das Gottvertrauen. Bezüglich der Verzögerung beim Druck von Barahin-e-Ahmadiyya schrieb der Verheißene Messias AS in einem Brief an Haji Muhammad Wali Sahib, der ein angesehener Beamter im Staat Kapurthala war: „Im vorherigen Brief des verehrten Herrn lag derart viel Hitze und Verbitterung …“ – er hatte nämlich einen Brief geschrieben, als die Veröffentlichung von Barahin-e-Ahmadiyya sich verzögerte, nachdem er bereits Geld für den Druck gezahlt hatte, das Buch ihn jedoch nicht erreichte. Er [der Verheißene Messias] bezog sich darauf und schrieb: „Ihr letzter Brief war so voller Hitze und Verbitterung, und enthielt derart harte und unangebrachte Worte, dass sie offensichtlich den Geruch verströmten, dass der Argwohn des Ehrenwerten das höchste Ausmaß an Verderbnis und Schlechtigkeit erreicht hat.“ Sie hatten den Brief in großer Wut geschrieben, und diese Wut war auf den Höhepunkt gelangt. Das ließ sich aus Ihrem Brief schließen.
Er schrieb: „Hätte es nicht die Beziehung eines Kaufgeschäfts bezüglich des Buches gegeben, so hätte man nie erwartet, dass solche Worte aus Eurer Feder fließen würden.“ Sie hatten bezahlt, weshalb Sie solche Worte schrieben, da Sie nicht ertragen konnten, warum sich die Angelegenheit verzögerte. „Daraus wird ersichtlich, dass eine derart unheilvolle Beziehung die Gemütsverfassung eines ehrwürdigen Mannes wie Ihnen in Aufruhr versetzt, also beunruhigt hat, und es ist noch nicht absehbar, wohin diese innere Unruhe und Verwirrung noch führen wird.“ Wie lange sich dies hinziehen wird. „Und der Zustand dieses Bescheidenen ist der, dass diese ganze Unternehmung auf das Vertrauen zu niemandem anderen als auf das erhabene Wesen Gottes (dessen Name gepriesen sei) gestützt ist.“ Dieses Werk ist im Gange, das Vertrauen liegt bei Allah und InshaAllah [so Gott will] wird es vollendet, aber es gibt manche Hindernisse auf dem Weg, über die ich keine Kontrolle und Macht habe, die ich nicht aus dem Weg räumen kann. Doch jene derart große Ungeduld, die Sie nun an den Tag legen, hätte man eher der Welt zeigen sollen.
Wie dem auch sei, er schreibt: „Unter diesen Umständen ist es zweckmäßig, dass wir den Verkauf widerrufen und den gesandten Preis erstatten“ – also den Kaufvertrag aufheben und das gesendete Geld zurückgeben – „wenn Sie sich solche Sorgen machen und denken, ich hätte Ihr Geld womöglich unterschlagen. Damit Ihre Gemütsverfassung abgekühlt und beruhigt wird.“ Denn wenn Sie dies zurücknehmen, wird sich Ihr Gemüt vielleicht abkühlen und die Wut verfliegen. „Denn für all diese Aufregung sehe ich keinen anderen Grund, als dass die Trennung von einigen wenigen Dirham – die auf jeden Fall einmal von Ihnen getrennt worden wären – Ihre Gemütsverfassung in Sorge, Bedauern, Kummer und Bestürzung versetzt hat. Genau aus dieser Erwägung heraus wird dieser Brief gesendet: Wenn der Grund für diese harten und unangebrachten Worte ebenjener ist, den ich verstanden habe, so geben Sie mir bitte wegen des Betrages Bescheid, damit Ihr gesandter Preis zurückerstattet wird und jene Heilung vollzogen werden kann, wodurch die Zügelung der Zunge …“ – also das Einhaltgebieten der Zunge, sodass die Art und Weise, wie Sie sprechen, beendet wird. „… Die Glückseligkeit der Zügelung der Zunge, welches das Merkmal der Gläubigen ist …“ – das bedeutet, dass die Art und Weise, wie Sie reden, gestoppt wird, und die Glückseligkeit der Gläubigen besteht genau darin, dass sie derartige Reden unterlassen. Wenn dies also durch die Rückgabe Ihres Geldes gelöst wird und Sie dadurch das Merkmal der Gläubigen annehmen, dann erstatte ich Ihnen das Geld zurück.
Und weiter schreibt er: „Hätten Sie die Abhandlung Surma Chashm-e-Arya gelesen, so wüssten Sie, dass meine Wenigkeit bereits angekündigt hat: Wenn jemand wegen der Verzögerung des Drucks von Barahin unzufrieden ist und seinen Kaufpreis zurückfordern möchte, so möge er Bescheid geben, und sein Preis wird ebenso wie bei allen Käufern zurückerstattet.“ Ich hatte bereits angekündigt, dass ich das Buch Surma Chashm-e-Arya schreibe und sich dadurch die Veröffentlichung von Barahin-e-Ahmadiyya verzögern kann; wer es also eilig hat und sein Geld zurücknehmen möchte, kann dies tun. Er schreibt: „Es sei Ihnen klargemacht, dass jene, die Argwohn hegen und schmutzige Worte aus ihrem Mund lassen, uns keinen Schaden zufügen können; vielmehr werden sie selbst argwöhnisch und werden zur Verkörperung von خَسِرَ الدُّنۡیَا وَالۡاٰخِرَۃَ (er hat diese Welt und das Jenseits verloren).“
Diese ganze Unternehmung ist von Seiten Gottes, und Er Selbst wird sie auf beste Weise vollenden. Ich benötige Ihr Geld nicht. Es ist Allahs Werk, und ich bin gewiss, dass Allah es vollenden wird. „Selbst wenn alle Kinder Adams genau solche Gedanken in ihren Herzen hegen würden, wie Sie sie gegenwärtig haben, so könnte uns dies nicht einmal im Geringsten schaden. Jener großzügige Meister, der mich in einer Zeit der Dunkelheit zum Beauftragten machte, ist mit uns, und Er allein genügt.“
Hadhrat Sheikh Yaqub Ali Sahib Irfani berichtet in Bezug auf diesen Brief: „Aus diesem Schreiben geht auch sein Vertrauen auf Allah hervor, und genau aus diesem Grund hat ihn die Offenbarung Gottes Mutawakkil [d. h. der Vertrauende] genannt.“ Kurz gesagt, ist dieser Brief ein Spiegelbild der reinen Natur Seiner Heiligkeit.
Die Kraft des Gebets
Über das Gebet und das Gottvertrauen heißt es bezüglich seiner Person, dass alle Problemlösungen durch das Gebet erfolgen, wie er sagte. „In unseren Händen …“, – er sagt, dass alle Problemlösungen durch das Gebet erfolgen. „Wenn wir jemandem Wohlwollen entgegenbringen wollen, was haben wir dann in der Hand? Nur das Mittel des Gebets, das Gott uns verliehen hat. Sei es für einen Freund oder einen Feind: wir können Schwarz nicht zu Weiß und Weiß nicht zu Schwarz machen. Wir haben nicht ein Körnchen Macht, außer dem, was Gott uns aus Seiner Gnade gewährt.“
Er sagte: „Obwohl der Mensch in Zeiten von Schwierigkeiten zweifellos Unruhe empfindet, sollte er das Gottvertrauen niemals aus der Hand geben. Das Eintreten solcher Beunruhigungen ist zwar für die Vervollkommnung der menschlichen Moral und Stufen notwendig, aber der Mensch sollte der Verzweiflung keinen Raum lassen.“ Zwar empfindet man Unruhe und Ungeduld, dass die Angelegenheit schnell erledigt sein möge, aber die Verzweiflung und das Aufgeben des Vertrauens auf Allah – das darf nicht geschehen. „Denn Verzweiflung ist die Eigenschaft der Ungläubigen. Dem Menschen werden durch alle möglichen Gedanken der Unruhe Zweifel eingeflößt, doch der Glaube beseitigt diese Zweifel. Die menschliche Natur kauft sich Unruhe ein, doch der Glaube wehrt sie ab.“ Das heißt, aufgrund der menschlichen Natur entsteht zwar Unruhe, aber wenn der Glaube vollkommen ist, wird diese Unruhe beseitigt. Man hat Gewissheit über den Erfolg. Durch die menschlichen Anforderungen entsteht Unruhe, aber ein vollkommener Glaube wehrt sie ab.
Indem er die Aufmerksamkeit auf die Gebete lenkte und dazu ermahnte, Gottvertrauen in Allah zu entwickeln, sagte er: „Für die Selbstreform, für ein gutes Ende und um die Fähigkeit zu guten Taten zu erlangen, ist der zweite Aspekt das Gebet. Je mehr Vertrauen und Gewissheit man darin auf Allah setzt und je unermüdlicher man diesen Weg beschreitet, desto hervorragendere Ergebnisse und Früchte wird man ernten. Alle Schwierigkeiten werden beseitigt, und der Betende wird den höchsten Palast der Gottesfurcht erreichen.“
Sein Biograf Hadhrat Sheikh Yaqub Ali Sahib Irfani beschreibt diesen Aspekt seines Gottvertrauens mit den Worten: „Obwohl er bei der Vorbereitung von Gerichtsverfahren vollste Mühe und Anstrengung aufbrachte, verließ er sich niemals auf diese Mittel, sondern er bediente sich des Gebets, und stets stand ihm allein das Wesen Allahs vor Augen. Er allein war der Angebetete und das Ziel, und auf Ihn allein gründete sich sein Vertrauen und seine Zuversicht.“
Jugendjahre und Frömmigkeit: Das Zeugnis eines Zeitzeugen
In der Geschichte findet sich die Begebenheit, dass ein betagter Hindu, der ein Freund des Vaters von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad AS war, zur Zeit der Ernennung des Verheißenen Messias AS nach Qadian kam und von dessen Wesen und seinem Gottvertrauen erzählte. Er sagte: „Ich stamme aus der Zeit vor seiner Geburt.“ – Das heißt, er erzählte diese Begebenheit und meinte: „Ich bin älter als der Verheißene Messias AS und habe ihn sogar auf meinem Schoß spielen lassen.“ – Weiter sagte er: „Seit er bei Verstand ist, war er stets überaus fromm.“ Dieser Hindu lobte ihn mit den Worten: „Er hat sich nie weltlichen Dingen hingegeben. Er war nicht wie andere Kinder in Spiel und Spaß vertieft. Unfug, Streit, Lügen oder Schimpfwörter kannte er nicht. Wir und unsere Altersgenossen hielten ihn für träge, einfältig und unklug und fragten uns, wie er jemals einen Haushalt führen würde. Er ist ja in meinen Händen aufgewachsen.“ – Dies sagte der Hindu über den Verheißenen Messias AS. – „Wie sollte er nur sein Leben bestreiten? Er tat nichts anderes, als sich in einer abgeschiedenen Wohnung zurückzuziehen. Er hat nie jemanden geschlagen, noch wurde er je geschlagen.“ – Es ist ja eigentlich eine Gewohnheit von Jugendlichen, dass sie in Streitereien verwickelt werden. Sie gehen nach draußen, teilen aus und stecken ein, und werden so abgehärtet. – „Da er all dies nicht gelernt hat, was soll nur aus ihm werden?“ , dachten sie. Sie betrachteten ihn aus einer rein weltlichen Perspektive.
Weiter erzählte er: „Weder sprach er schlecht über jemanden, noch ließ er zu, dass man schlecht über ihn sprach. Es war ein bemerkenswert reines Leben, auch wenn es in unseren Augen nicht gut erschien. Wenn man es aus religiöser Sicht betrachtet, war es ein überaus reines Leben, aber für uns weltlich gesinnte Menschen schien es kein gutes Leben zu sein.“ – So schilderte es dieser Hindu. – „Er ging nirgendwo hin und sprach nur, wenn es absolut notwendig war. Wenn wir ihm manchmal sagten: ‚Mein Junge, schau dir an, was in der Welt vor sich geht. Lebe du doch auch so! Wenn schon nichts anderes, dann komm wenigstens zum Vergnügen nach draußen‘, so entgegnete er nichts, lächelte nur und schwieg. ‚Komm zu Verstand, iss, verdiene deinen Lebensunterhalt, tu doch irgendetwas!‘, sagten wir ihm. Doch wenn er das hörte, blieb er einfach still.
Sein Vater pflegte zu mir zu sagen: ‚Dorfältester! Geh und ruf Ghulam Ahmad! Wir müssen ihm ins Gewissen reden.‘ Ich ging und holte ihn. Sobald er den Befehl seines Vaters hörte, kam er sofort, setzte sich still hin und hielt den Blick gesenkt. Sein Vater sagte dann: ‚Sohn Ghulam Ahmad, wir machen uns große Sorgen um dich und sind voller Bedenken. Wovon willst du leben? Wie lange willst du dein Leben noch auf diese Weise verbringen? Geh einer Beschäftigung nach! Wie lange willst du noch wie eine frischvermählte Braut im Haus sitzen? Du musst dich um deinen Lebensunterhalt kümmern. Sieh dir die Welt an: Die Menschen verdienen ihr Geld, haben zu essen und zu trinken und gehen einer Arbeit nach. Du wirst heiraten, eine Frau wird in dein Leben treten, du wirst Kinder haben. Sie werden nach Essen, Trinken und Kleidung verlangen. All das wird in deiner Verantwortung liegen, du wirst für ihre Fürsorge zuständig sein. In diesem Zustand habe ich geradezu Angst, dich zu verheiraten. Komm zu Verstand und gib diese Nachlässigkeit und Einfalt auf. Wie lange soll ich noch tatenlos zusehen? Ich habe Kontakt zu hochrangigen britischen Offizieren und Beamten, die uns Respekt entgegenbringen. Ich schreibe dir ein Empfehlungsschreiben, mach dich bereit. Oder, wenn du möchtest, gehe ich selbst hin und lege ein gutes Wort für dich ein.‘
Daraufhin gab Mirza Ghulam Ahmad keine Antwort. Sein geehrter Vater wiederholte dies immer wieder, bis er schließlich antwortete: ‚Vater, sag mir doch: Ich bin der Diener Dessen, der der Herr der Offiziere, der Besitzer des Reiches und der beste aller Richter ist – also der Herrscher aller Reiche und der Höchste Richter – und ich bin meinem Herrn der Welten gehorsam. Was schert einen solchen noch die Anstellung bei einem anderen? Dennoch setze ich mich nicht über deinen Befehl hinweg. Wenn du sagst, ich soll eine Anstellung annehmen, dann tue ich das.‘
Wenn Mirza Ghulam Murtaza Sahib diese Antwort hörte, verstummte er und sagte: ‚Gut, mein Sohn, geh und kümmere dich um deine Zurückgezogenheit.‘ Wenn er dann den Raum verließ“, so erzählte dieser Hindu, „als der Verheißene Messias AS wegging – er war damals noch ein junger Mann –, pflegte sein Vater zu uns zu sagen: ‚Dieser mein Sohn wird wohl immer ein Mullah bleiben. Ich sollte eine Moschee für ihn finden, damit er wenigstens zehn oder zwanzig Mann [also 400-800 kg] Getreide im Jahr verdienen kann. Aber was soll ich machen, er taugt nicht einmal für die Arbeit eines Mullahs. Wie soll er nur nach unserem Ableben sein Leben bestreiten? Er ist zwar fromm und rechtschaffen, aber die heutige Zeit ist nichts für solche Menschen. Es ist die Zeit der Gerissenen.‘ Dann sagte sein Vater mit tränenerstickter Stimme: ‚Die Reinheit, die Ghulam Ahmad besitzt, wo finden wir diese schon bei uns? Dieser Mensch ist nicht von dieser Erde, er ist himmlisch. Er ist kein Mensch, sondern ein Engel.‘“
Bei diesen Worten füllten sich auch die Augen des alten Hindus mit Tränen. Derjenige, der diese Begebenheit erzählte, begann zu weinen und sagte: „Wäre Mirza Ghulam Murtaza heute noch am Leben“ – er war ja sein Freund, dieser alte, ehrwürdige Hindu –, „wäre also der Vater des Verheißenen Messias AS noch am Leben und würde seinen Aufstieg und Erfolg sehen“ – gemeint ist der gewaltige Aufstieg im Leben des Verheißenen Messias AS –, „würde er heute sehen, dass die Klügsten der Welt, die Maulawis und Mullahs, an seiner Türschleife betteln, und dass Gott ihm einen solchen Rang verliehen und eine solche Offenbarung Seiner Macht gezeigt hat, dass jedermanns Verstand und Wissen vor ihm verblassen.“ Dieser Hindu gestand ein: „Wenn er das heute sehen könnte, würde er erkennen, dass genau jener Mann, der sein volles Vertrauen auf Allah setzte und alles für Allah opferte, heute die gesamte Welt mit Wissen bereichert und die Welt von ihm lernt.“
Unerwartete Versorgung und göttlicher Beistand
Der Verheißene Messias AS berichtet: „Einmal benötigten wir zufällig fünfzig Rupien, und wie es bei Menschen der Entsagung und des Gottvertrauens zuweilen der Fall ist, besaßen wir zu jenem Zeitpunkt absolut nichts.
Als wir am Morgen zu unserem Spaziergang aufbrachen, weckte der Gedanke an dieses Bedürfnis in uns den inständigen Drang, in diesem Wald zu beten. Daraufhin begaben wir uns an einen verborgenen Ort am Ufer jenes Kanals, der etwa drei Meilen von Qadian entfernt in Richtung Batala liegt, und beteten. Als wir unser Gebet beendet hatten, empfingen wir augenblicklich eine Offenbarung, deren Bedeutung lautet: ‚Sieh, wie Ich deine Gebete erhöre.‘ Da kehrten wir freudig nach Qadian zurück und begaben uns zum Basar, um beim Postamt nachzufragen.“ – Dies sind Begebenheiten aus der Zeit vor seinem Anspruch. – „Wir wollten sehen, ob heute Geld auf unseren Namen eingetroffen war oder nicht. Tatsächlich erhielten wir einen Brief, in dem stand, dass jemand aus Ludhiana fünfzig Rupien abgesendet hatte, und höchstwahrscheinlich erhielten wir dieses Geld noch am selben oder am darauffolgenden Tag.“
Als er die Meinung eines wohlhabenden Mannes hörte, der der Ansicht war, dass der Glaube der Muslime, Gebete würden Probleme lösen, sie sehr schwäche – also dass dieser Glaube, das Gebet sei die Lösung für Schwierigkeiten, sie vom Handeln abhalte, und dass es Menschen gäbe, die sich nur auf Gebete verließen, ohne irdische Mittel zu nutzen, was ihren Zustand schwäche –, sagte er AS daraufhin: „Wer das Gebet leugnet, leugnet Gott. Einzig das Gebet ist das Mittel zur Gotteserkenntnis, und nun ist die Zeit gekommen, dass dessen Wert wohl oder übel anerkannt werden muss. In Wahrheit herrscht überall Atheismus. In den heutigen Gesellschaften ist es so weit gekommen, dass man sich über Gebet, Gottvertrauen und das Aussprechen von InshaAllah lustig macht und dies als Torheit betrachtet.“ – Heutzutage haben sich diese Zustände sogar noch verschlimmert. – „Hätten sie auch nur die geringste Zuneigung zu Gott, warum sollten sie dann bei Seinem Namen solch einen Widerwillen verspüren? Wer jemanden liebt, der findet immer irgendeinen Weg, um den Namen seines Geliebten zu erwähnen. Wenn Gott in ihren Augen völlig bedeutungslos ist, so steht die Tür des Todes offen – sollen sie doch einmal versuchen, diese zu schließen. Es ist erstaunlich: In demselben Maße, wie wir unsere Hoffnungen auf Seine Existenz setzen, ist jene andere Gruppe verzweifelt und hoffnungslos Ihm gegenüber.“ – Gemeint sind jene, die gegen Gott sind, die Atheisten. – „In Wirklichkeit bedarf es der Gnade Gottes. Wenn Er die Schlösser der Herzen nicht öffnet, wer könnte sie dann öffnen? Wenn Er will, kann Er einem Hund den Verstand verleihen, Seine Worte zu begreifen, und gleichzeitig den Menschen davon ausschließen.“
Hadhrat Mian Allah Yar Sahib, ein Bauunternehmer, berichtet: „Der Verheißene Messias AS ließ mich rufen und fragte: ‚Hast du etwas Holz vorrätig?‘ Ich antwortete: ‚Hudhur, ich habe etwas Ziziphus-, Akazien- und Pipalholz.‘ Hudhur sagte: ‚Für das Gästehaus müssen einige Betten gebaut werden. Es gibt einen Bedarf dafür, wir müssen die Bettbeine anfertigen.‘ Ich schlug vor: ‚Wir können sie aus Pipalholz machen.‘ Eine andere Person wandte ein: ‚Hudhur, das Pipalholz ist von minderwertiger Qualität, die Beine daraus werden nicht lange halten.‘ Daraufhin sagte er: ‚Derjenige, für den sie gemacht werden, ist nicht arm, Er ist absolut unabhängig.‘“ – Das heißt, wenn wir sie für Allah anfertigen, ist es in Ordnung. – „‚Eine Weile werden sie doch ihren Zweck erfüllen, nicht wahr? Unter den gegenwärtigen Umständen ist genau das richtig.‘ Er sagte: ‚Wenn das erste Gewand abgenutzt ist, gewährt Er ein neues. Darum müssen wir uns keine Sorgen machen.‘ Man bat mich, zwanzig Betten anzufertigen. Der Verheißene Messias AS gab mir den Auftrag: ‚Stelle zwanzig Betten her und bring sie her.‘ Jedes Ding geht eines Tages kaputt, aber er sagte mit großem Gottvertrauen: ‚Allah ist der Versorger. Wenn sie kaputtgehen, wird Er wieder dafür sorgen. Jedenfalls sollt ihr zunächst einmal den jetzigen Bedarf decken.‘
Er berichtet weiter: „Als ich gerade den Auftrag für die Beine der zwanzig Betten entgegengenommen hatte und gehen wollte, kam ein Schmied herbei und erzählte von den Schwierigkeiten, die ihm von Nicht-Ahmadis bereitet wurden. Er sagte: ‚Sie schikanieren mich im Dorf, wenn sie mich alleine antreffen. Beten Sie, dass Allah mich vor ihrer Härte bewahrt. Meinen Amboss‘“ – er war ja Schmied, das ist dieser schwere, massive Eisenblock, auf dem das glühende Eisen geschmiedet wird – „‚den haben sie hochgehoben und gestohlen. Nun kann ich meiner Arbeit nicht mehr nachgehen.‘ Er AS antwortete ihm: ‚Setze dein Vertrauen auf Gott, Allah wird dein Helfer und Beschützer sein. Sei dir gewiss: Wer Gott gehört, dem gehört auch Gott. Wenn dir aufgrund deiner Zugehörigkeit zur Ahmadiyya-Gemeinde Leid zugefügt wird, so wird dies, InshaAllah, vergehen und deine Nöte werden, InshaAllah, beseitigt werden. Deine Bedürfnisse werden gestillt werden. Wenn du Gott nicht verlässt, wird Er für deine Mittel sorgen. Auch wir werden beten.‘“ Während er in dieser Zusammenkunft sein eigenes Gottvertrauen zum Ausdruck brachte, legte er gleichzeitig auch einer anderen Person Gottvertrauen und das Gebet ans Herz.
Ein Ratschlag, den er einem aufrichtigen Anhänger gab, wird von Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib erwähnt. In einer Überlieferung teilt Hafiz Noor Muhammad Sahib, wohnhaft in Faizullah Chak, mit: „Er schrieb mir, dass er von Hafiz Hamid Ali Sahib folgendes Zitat gehört habe: Seine Heiligkeit sagte, wenn man jemals in einem Gerichtsverfahren oder aus einem anderen Grund vor einem Richter erscheinen müsse, solle man vor dem Hingehen siebenmal die Sure Al-Fatiha rezitieren und mit dem Finger siebenmal Ya Aziz auf seine Stirn schreiben; auf diese Weise schenke Allah Erfolg.“
Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib merkt dazu in seinem Kommentar an: „Wahrscheinlich hat er dies gesagt, um einen Zustand der vollkommenen Unabhängigkeit von allem außer Allah sowie vollkommenes Gottvertrauen zu erzeugen. Das bedeutet: Wenn man auf diese Weise betet, wird sich die volle Aufmerksamkeit bei allem, was man tut, auf Allah richten. Die Furcht vor allem anderen wird schwinden und Allah wird einem, InshaAllah, Seine Gnade erweisen.“
Unerschütterlichkeit in gerichtlichen Verfahren
Bezüglich gerichtlicher Urteile sagt der Verheißene Messias AS: „Mein eigener Grundsatz ist, dass selbst dann, wenn der schlimmste aller Menschen eine Klage einreicht, die letztgültige Fügung bei Allah liegt, und Gott, der Erhabene, lässt durch den Richter das Urteil fällen, das Er wünscht. Auf Menschen zu vertrauen, ist Götzendienst. Selbst wenn ein Gerichtsfall vor einen Wolf gebracht würde, würde Gott ihm das nötige Verständnis eingeben.“ Es gab unzählige Gerichtsverfahren gegen ihn, doch sein Glaube und sein Gottvertrauen in Gott, den Erhabenen, waren derart stark, dass es nie zu einem Vorfall kam, bei dem der Feind jemals erfolgreich sein konnte, und er war der festen Überzeugung, dass dies auch niemals geschehen würde.
Über einen solchen Vorfall berichtet Hadhrat Maulawi Abdul Karim Sahib Sialkoti: „Ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag, an dem der District Superintendent nach Qadian kam, um das Haus Seiner Heiligkeit zu durchsuchen. Es gab im Vorfeld keinerlei Informationen oder Vorwarnungen darüber, und das wäre auch gar nicht möglich gewesen. An jenem Morgen hatte unser Mir Sahib – gemeint ist Mir Nasir Nawab Sahib – irgendwo aufgeschnappt, dass sie heute mit einem Haftbefehl kommen würden, um den Verheißenen Messias AS festzunehmen. Mir Sahib verlor völlig die Fassung und war außer sich.“ – Das heißt, er war in größter Panik. – „Er eilte nach drinnen, um Seiner Heiligkeit die Nachricht zu überbringen. Überwältigt von seinen Emotionen und unter Tränen lüftete er nur mit größter Mühe den Schleier von dieser unheilvollen Nachricht“ – das heißt, er schilderte sie ihm unter enormen Schwierigkeiten, da er sehr emotional war – „und sagte, dass sie mit einem Haftbefehl kämen und ihm Handschellen anlegen würden.“
Der Verheißene Messias AS schrieb zu diesem Zeitpunkt gerade an dem Buch „Nuur-ul-Qur’an“. Er befasste sich gerade mit einer sehr feinsinnigen und tiefgründigen Thematik. Er hob den Kopf, lächelte und sagte: „Mir Sahib, die Menschen pflegen aus weltlicher Freude Armreifen aus Gold und Silber zu tragen. Wir werden es einfach so betrachten, als hätten wir auf dem Weg Allahs eiserne Armreifen angelegt.“ Nach kurzem Innehalten sagte er dann – er hatte enormes Gottvertrauen –, „‚aber so weit wird es nicht kommen, denn Gott, der Erhabene, hat bei Seiner eigenen Herrschaft gewisse weise Absichten; Er duldet eine solche Erniedrigung Seiner Stellvertreter und Entsandten nicht.‘“
Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib schreibt: „Maulawi Sarwar Shah Sahib erzählte mir, dass in den Tagen, als der Prozess mit Karam Din in Gurdaspur stattfand und der Richter einen Termin anberaumt hatte, Hadhrat Sahib nach Qadian gekommen war. Zwei Tage vor dem Termin schickte Hudhur mich nach Gurdaspur, damit ich dorthin gehe und bestimmte Textstellen und Zitate bereithielte, da diese bei der nächsten Anhörung vorgelegt werden mussten. Als wir in das Haus in Gurdaspur kamen, riefen wir von unten nach dem verstorbenen Dr. Muhammad Ismail Sahib. Wir gingen zu seinem Haus und baten ihn, die Tür zu öffnen. Auf unser Rufen hin begann der Doktor unkontrolliert und schmerzerfüllt zu weinen. Schließlich kam er nach einer Weile mit tränennassen Augen herunter und sagte: ‚Muhammad Husain Munshi war bei mir‘“ – er war Gerichtsschreiber, also ein Justizangestellter, und zudem ein Gegner der Gemeinde, aber er war gekommen und hatte ihm Folgendes erzählt – „‚Heute fand eine Versammlung der Aryas statt, zu der mich ein befreundeter Arya mitgenommen hatte. Nach Abschluss des offiziellen Teils gaben sie bekannt, dass alle anderen gehen sollten, da sie nun eine vertrauliche Sitzung abhalten würden. Da sagte dieser Freund zu mir, ich solle mich einfach in eine Ecke setzen, wir würden dann später gemeinsam gehen.‘ Jedenfalls erzählte Muhammad Husain weiter: ‚In dieser vertraulichen Sitzung erhob sich ein Mann, wandte sich unter Nennung des Namens von Mirza Sahib an den Richter und sagte: »Dieser Mann ist unser erbittertster Feind und der Mörder unseres Anführers Lekhram.
Nun ist er als Beute in Ihre Hände gefallen, und die Blicke der gesamten Nation sind auf Sie gerichtet. Wenn Sie diese Beute entwischen lassen, sind Sie ein Feind der Nation.« Er sprach viele solch aufwiegelnde Worte. Daraufhin antwortete der Richter: »Es ist ohnehin meine feste Absicht, nicht nur Mirza, sondern auch all seine Gefährten und Zeugen in diesem Verfahren geradewegs in die Hölle zu schicken, wenn es mir irgendwie möglich ist. Aber was soll man tun? Die Verteidigung wird so geschickt geführt, dass sich keine einzige Angriffsfläche bietet. Doch ich verspreche nun, dass ich, koste es, was es wolle, gleich beim ersten Termin gerichtliche Maßnahmen gegen ihn ergreifen werde.«‘ Muhammad Husain sagte zu mir: ‚Ihr versteht nicht, was mit gerichtlichen Maßnahmen gemeint ist! Es bedeutet, dass jeder Richter die Befugnis hat, den Angeklagten zu Beginn oder während des Verfahrens jederzeit ohne Möglichkeit auf Kaution verhaften und einsperren zu lassen.‘
Nachdem er diese Nachricht überbracht hatte, sagte er: ‚Nun, Doktor Sahib, ich habe Ihnen diese Nachricht übermittelt. Treffen Sie entsprechende Vorkehrungen! Ich denke, es gibt zwei mögliche Vorgehensweisen.‘“ – Da er am Gericht arbeitete, gab er diesen Ratschlag aus juristischer Sicht. – „‚Erstens sollten Sie versuchen, den Fall von hier an den Chief Court verlegen zu lassen. Und zweitens darf Mirza Sahib unter keinen Umständen bei der bevorstehenden Anhörung vor Gericht erscheinen; legen Sie stattdessen ein ärztliches Attest vor.‘ Wir waren ebenfalls zutiefst verängstigt. Wir beschlossen, sofort jemanden nach Qadian zu schicken, um Hadhrat Sahib zu informieren. Es war bereits Nacht geworden, und es ließ sich kein Transportmittel mehr organisieren. So machten wir uns zu zweit oder zu dritt zu Fuß auf den Weg nach Qadian. Wir erreichten Qadian zur Zeit des Morgengebets und berichteten Hadhrat Sahib in aller Kürze den Sachverhalt. Doch der Verheißene Messias AS entgegnete völlig unbeeindruckt: ‚Nun gut, wir reisen nach Batala. Khawaja Sahib und Maulawi Muhammad Ali Sahib werden uns dort auf ihrem Rückweg aus Lahore treffen. Wir werden das Thema mit ihnen besprechen, und dann werden wir auch erfahren, was aus den Bemühungen um die Verlegung des Verfahrens geworden ist.‘ Sie waren nämlich zuvor deswegen dorthin gereist.
Also kam Hudhur noch am selben Tag nach Batala. Im Zug stießen auch Maulawi Muhammad Ali Sahib und Khawaja Sahib zu ihnen. Sie überbrachten die Nachricht, dass der Versuch, das Verfahren zu verlegen, gescheitert sei. Als der Verheißene Messias AS dies hörte, kehrte er nicht um, sondern fuhr direkt weiter nach Gurdaspur. Auf dem Weg dorthin informierte er Khawaja Sahib und Maulawi Sahib jedoch mit keinem Wort über den Vorfall. Er erwähnte nicht, welche Drohung seitens des Richters an ihn herangetragen worden war. Als er in seinem Haus in Gurdaspur ankam, zog er sich, wie es seine Gewohnheit war, in ein separates Zimmer zurück und legte sich auf sein Bett. Doch uns standen vor Angst die Haare zu Berge, was nun geschehen würde.
Nach einer Weile rief Hudhur nach mir. Als ich den Raum betrat, lag Hadhrat Sahib flach auf dem Rücken, die Finger beider Hände ineinander verschränkt unter dem Kopf. Als ich hereinkam, drehte er sich auf die Seite, stützte sich auf seinen Ellbogen, legte seinen Kopf in seine Handfläche und sagte zu mir: ‚Ich habe Sie gerufen, um mir die ganze Begebenheit anzuhören – was genau hat der Richter gesagt?‘ Ich erzählte ihm die gesamte Geschichte und gab wieder, dass er dieses und jenes geäußert habe. Hudhur hörte schweigend zu. Als ich bei dem Wort ‚Beute‘ ankam – dass der Richter gesagt habe: ‚Nun ist er Beute in meinen Händen‘ –, richtete sich Hadhrat Sahib plötzlich auf. Seine Augen blitzten auf, sein Gesicht lief rot an und er sagte: ‚Ich soll seine Beute sein? Ich bin keine Beute, ich bin ein Löwe! Und zwar der Löwe Gottes! Wie sollte er sich jemals an dem Löwen Gottes vergreifen können? Er soll nur versuchen, das zu tun!‘ Als er diese Worte aussprach, wurde seine Stimme so laut, dass alle Leute draußen vor dem Zimmer aufschreckten und sich voller Verwunderung hin und her wandten, aber niemand traute sich in das Zimmer. Hudhur wiederholte die Worte ‚der Löwe Gottes‘ mehrere Male. In diesem Moment waren seine Augen, die sonst immer gesenkt und halb geschlossen waren, weit aufgerissen wie die eines wahren Löwen und funkelten wie Feuer, und sein Gesicht war so rot, dass man kaum hinsehen konnte.
Dann sagte er: ‚Was soll ich tun? Ich habe mich vor Gott demütig präsentiert und dargelegt, dass ich bereit bin, um Seines Glaubens willen Eisen an meinen Händen und Füßen zu tragen‘“ – das heißt, er war bereit, sich in Ketten legen zu lassen – „‚aber Er spricht: »Nein, Ich werde dich vor der Demütigung bewahren und in allen Ehren freisprechen.«‘
Danach begann er AS, eine Rede über die Liebe zu Gott zu halten, und sprach etwa eine halbe Stunde lang mit großem Eifer. Da Allah, der Erhabene, diese Worte an ihn gerichtet hatte, besaß er das vollkommene Vertrauen und die unerschütterliche Gewissheit: Was auch geschehen möge, was der Richter auch sagen möge – er würde niemals Hand an ihn legen können.“
Der göttliche Schutz für den „Löwen Gottes“
Hadhrat Musleh Mau'ud RA erwähnt diesen Vorfall in seinen Schriften und merkt an, dass die Kraft des Glaubens immens ist. Es ist ein Vorfall des Verheißenen Messias AS. Genau diesen Vorfall bezüglich des Gefängnisses erzählte er, wobei Hadhrat Musleh Mau'ud sagte: „Ich war bei dieser Versammlung nicht zugegen. Ich befand mich zwar in Gurdaspur, aber nicht in der Sitzung, in der dies geschah; ein Freund hat es mir berichtet.“
Er erwähnte Khawaja Kamaluddin, der wohl später hinzugezogen worden war. Khawaja Kamaluddin Sahib und die anderen Ahmadis waren in großer Panik, da der Fall vor einem bestimmten Richter lag und die Aryas massiven Druck auf ihn ausgeübt hatten: „Mirza Sahib ist ein Feind unserer Religion, verurteilen Sie ihn! Genau dies wäre Ihr Dienst an unserer Nation.“ Als der Verheißene Messias AS dies hörte – jedenfalls hatte jener Richter zugesichert: „Gut, ich werde ihn auf jeden Fall verurteilen. Jetzt ist er mir in die Hände gefallen.“ Als der Verheißene Messias AS dies hörte, stützte er sich auf seinen Ellbogen und sagte: „Khawaja Sahib, kann denn jemand Hand an den Löwen Gottes legen?“
Und so bestrafte Allah, der Erhabene, diesen Richter – dies fügt Hadhrat Musleh Mau’ud ergänzend hinzu –, dass Er ihm die Strafe auferlegte, zunächst aus Gurdaspur versetzt sowie anschließend degradiert zu werden. Nicht nur seine Beförderung wurde gestoppt, sondern er erhielt eine weitaus niedrigere Position. Er war Extra Assistant Commissioner gewesen, doch man degradierte ihn zu einem einfachen Amtsrichter. Daraufhin übernahm ein anderer Richter den Fall, fällte das Urteil, und dieses Urteil fiel zugunsten des Verheißenen Messias AS aus.
Zu eben diesem Gerichtsverfahren berichtet Chaudhry Ghulam Sarwar Sahib, also Ghulam Sarwar Bajwa Sahib: „Als der Strafprozess mit Karam Din gegen den Verheißenen Messias AS lief, rieten ihm eines Tages viele Gelehrte und Anwälte nach eingehender Beratung, sich um eine Verlegung des Verfahrens zu bemühen. Hudhur antwortete: ‚Setzt nicht all eure Hoffnungen auf weltliche Mittel, sondern vertraut auf Gott.‘“
Wie sich am Tag der Urteilsverkündung im Karam-Din-Prozess das hervorragende Gottvertrauen Seiner Heiligkeit AS offenbarte, lässt sich folgendermaßen schildern:
Babu Ghulam Muhammad Sahib Sani berichtet: „Noch vor Atma Ram, zur Zeit von Chandu Lal, pflegte Hudhur AS zu sagen: ‚Dieser Mann ist zutiefst böswillig, und man kann seine wahren innewohnenden Absichten nicht durchschauen. Wenn er vor mir steht, faltet er die Hände und fleht geradezu inständig, indem er sagt: »Hudhur, mein Amt bringt es leider mit sich, dass ich nicht zu Ihren Füßen niederfallen kann«, und er demonstriert größte Demut. Doch er lässt uns den ganzen Tag hier sitzen, nur um dann am Ende zu sagen: »Bitte kommen Sie morgen wieder.« Das macht er jeden Tag.‘ Das waren seine Methoden der Schikane. Nach außen hin faltete er die Hände und redete sanft, aber in der Praxis tat er genau das Gegenteil.
Jedenfalls, als im Gericht von Atma Ram der Zeitpunkt der Urteilsverkündung nahte, wurde ein massives Polizeiaufgebot herbeigerufen. Man hatte die Straßen mit Wasser besprengt, und das gesamte Gerichtsgebäude wurde von der Polizei abgeriegelt. Sie hatten das Gebäude regelrecht umstellt. Angesichts dieser Lage zog Khawaja Sahib – gemeint ist Khawaja Kamaluddin Sahib – den Schluss, dass der Richter ein hartes Urteil fällen würde. Er wandte sich an mich und bat mich, dem Verheißenen Messias AS folgende Nachricht zu überbringen: ‚Dieser Mann scheint fest zur Bosheit entschlossen zu sein. Wenn Hudhur es gestattet, sollten drei Anwälte herangezogen werden: Muhammad Shah, ein Anwalt aus Lahore, Fazal Din Sahib und ich als dritter. Einer soll zum Divisional Court geschickt werden, der zweite zum Gouverneur, der sich gerade auf Rundreise befindet, und ich bleibe hier.‘
Als ich zu Hudhur ging und ihm diesen Plan vortrug – all diese Vorschläge, wir sollten nicht hingehen, da er uns sonst festnehmen würde –, musste Hadhrat Sahib sehr lachen.
Der Verheißene Messias AS sagte: ‚Er ist eben Kashmiri, nicht wahr? Ihm hat gänzlich der Mut verlassen. Gehen Sie und sagen Sie ihm: Bis zum heutigen Tag haben wir uns rechtlich nach dem gerichtet, was Sie sagten, und ich bin Ihren juristischen Ratschlägen gefolgt. Überlassen Sie die Sache nun Gott. Nun ruht mein Vertrauen auf Gott und nicht auf Ihnen.‘ Ich ging und übermittelte genau das. Khawaja Sahib nahm sich dies sehr zu Herzen und stand mit gesenktem Kopf da.“
Dies ist die wunderbare Majestät des vollkommenen Gottvertrauens, das wir bei ihm überall in der vollkommenen Nachfolge seines Meisters erblicken können.
Möge Allah, der Erhabene, auch uns die Fähigkeit verleihen, die höchsten Stufen des Gottvertrauens zu erlangen.
To Dos der Woche
Checkliste für den Alltag
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✓Verlasse dich bei deinen weltlichen Vorhaben niemals allein auf materielle Mittel, sondern begleite jede Bemühung stets mit innigen Gebeten zu Allah.
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✓Lass dich bei Schicksalsschlägen, Krankheiten oder Schwierigkeiten nicht von Verzweiflung überwältigen, sondern finde inneren Trost durch unerschütterliches Gottvertrauen.
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✓Bete vor schwierigen Terminen, Prüfungen oder behördlichen Angelegenheiten siebenmal die Sure Al-Fatiha und richte dein ganzes Vertrauen auf Allah.
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✓Stelle den Glauben in deinen täglichen Entscheidungen ganz praktisch vor alle weltlichen Interessen und materiellen Vorteile.