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Ansprache Lesen
Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.
Zusammenfassung
Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
Für Kinder
Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.
To Dos
Praktische Umsetzung als Checkliste.
Quiz (Deutsch)
Teste dein Wissen zur Ansprache mit Fragen auf Deutsch.
Quiz (Urdu)
Teste dein Wissen mit Fragen in Urdu.
Aktionsplan
Wöchentlicher Umsetzungsplan vom Missionary Incharge Büro basierend auf der Khutba
Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles
MTA GermanyDeutsche Übersetzung
Ich werde einige Begebenheiten über das Mitgefühl und die Großzügigkeit des Verheißenen MessiasAS darlegen. Hadhrat Sheikh Yaqub Ali Sahib Irfani schreibt, dass seine Freigebigkeit einem grenzenlosen Ozean glich und seine Hände überaus freigebig waren – wie eine Wolke, die Perlen statt Regen herabregnen lässt. Sie regneten herab und spendeten Sättigung, und dieser Zustand nahm im Monat Ramadan noch deutlich zu. Auf äußerst verborgene Weise beschenkte Hudhur stetig die Bedürftigen, und er zögerte nie, selbst die wertvollsten Dinge wegzugeben. Diese Eigenschaft durchzog jede Phase seines Lebens. Auch schon vor seiner Berufung und Ernennung kam dies in seiner ganzen Pracht zum Ausdruck.
Frühzeitige Großherzigkeit und bedingungslose Hilfe
So berichtet Mian Ghaffara Sahib, also Abdul Ghaffar Kashmiri, als er das Wohlwollen und die Großherzigkeit des Verheißenen MessiasAS schildert, dass der Verheißene MessiasAS ihm anlässlich seiner Hochzeit zwei wertvolle Schmuckstücke zur Unterstützung schenkte. Dies geschah in der Zeit vor seiner Berufung, als er noch ein zurückgezogenes Leben führte.
Hadhrat Sheikh Sahib schreibt, dass dies kein Einzelfall sei; es gebe unzählige solcher Begebenheiten. Es gab nie eine Situation, in der jemand ihn um etwas bat und er es ihm verwehrte, oder in der er die Not eines anderen erkannte und ihm nicht half, noch bevor dieser überhaupt eine Bitte oder Anfrage geäußert hätte. Er war der Edle, Sohn des Edlen, Sohn des Edlen.
Die geehrte Mutter von Bashir Sahib Bhatti berichtet, dass einmal anlässlich der Hochzeit von Amirul Mumineen, Khalifatul Masih II., Hadhrat Mirza Mahmud Ahmad, eine traditionelle Sängerin mit einer Trommel in das Haus von Hudhur kam und zu spielen begann. Ihre Absicht war es, eine Gabe zu erbitten, da es eine Hochzeit war. (Dies ist dort ein allgemein üblicher Brauch.) Als Hudhur den Klang der Trommel hörte, wurde er sofort darauf aufmerksam und sagte: „Sagt ihr, sie soll nicht trommeln; lasst sie damit aufhören und gebt ihr, was immer sie verlangt.“ Daraufhin wurden ihr vier oder fünf Rupien gegeben. Dann erwähnte sie, dass der Winter angebrochen sei und sie friere. Daraufhin ließ er ihr auch eine Bettdecke überreichen, aber das Trommeln ließ er einstellen.
Der Umgang mit Kleidung und persönlichen Gegenständen
Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib berichtet: Zunächst einmal sollte man verinnerlichen, dass er keinerlei Vorliebe für irgendeine besondere Kleidung hegte. In seinen letzten Lebensjahren erhielt er oft schlichte, fertig genähte Kleidung als Geschenk, insbesondere Mäntel, Westen, Hosen und Hemden. Diese wurden meist von Hadhrat Sheikh Rahmatullah aus Lahore zu jedem Eid- und Opferfest als Gabe mitgebracht, und eben diese pflegte er zu tragen. Abgesehen davon ließ er jedoch gelegentlich auch selbst welche anfertigen. Seinen Turban kaufte und band er meistens selbst. In dem Maße, wie Kleidungsstücke angefertigt und getragen wurden, wurden sie auch gleichzeitig wieder weitergegeben. Das bedeutet, dass Menschen, die sie als Tabarruk (Segensquelle) erachteten, ständig danach verlangten. Manchmal kam es so weit, dass er ein Kleidungsstück als Tabarruk verschenkte und sich sogleich ein neues anfertigen und anziehen musste. Einige weise Menschen gingen auch so vor, dass sie ihm beispielsweise ein eigenes Kleidungsstück schickten und zugleich die Bitte äußerten, Hudhur möge ihnen doch sein abgelegtes Gewand als Tabarruk überlassen.
Hadhrat Mufti Muhammad Sadiq Sahib schreibt, dass der Verheißene MessiasAS zu ihm sagte: „Irak besaß eine kleine Hamail – einen Heiligen Qur'an im Mini-Format –, dessen Schrift sehr klar war und den ich sehr mochte. Doch als mich jemand darum bat, gab ich ihn her, damit seine Bitte nicht abgewiesen würde.“
Fürsorge für die Armen und Ehrlichkeit gegenüber Mitmenschen
Hadhrat Quraishi Sheikh Muhammad Sahib, der als Postbote im Postamt arbeitete und in Qadian lebte, erzählt: „Einmal brachte ich dem Verheißenen MessiasAS zahlreiche Zahlungsanweisungen zur Zustellung. Nachdem ich Hudhur die entsprechenden Beträge ausgehändigt hatte, setzte ich meine Arbeit bei der Postzustellung in der Stadt fort. Als ich gegen vier Uhr zum Postamt zurückkehrte und dem Postmeister die Belege der zugestellten Anweisungen überreichte, stellte sich bei der Abrechnung heraus, dass ich irgendwo versehentlich sechs Rupien zu viel ausgezahlt hatte. Ich war sehr besorgt, denn der Betrag, der an Hudhur ausgezahlt worden war, machte die größte Summe aus. Daher sagte der Postmeister, der Allah Ditta hieß und ein fanatischer Nicht-Ahmadi war: ‚Es ist am besten, wenn du hingehst und Mirza Sahib fragst.‘ Ich wollte Hudhur eigentlich nicht noch einmal bemühen, doch auf sein wiederholtes Drängen hin suchte ich Hudhur auf und sagte: ‚Hudhur, heute habe ich versehentlich an irgendeiner Stelle sechs Rupien zu viel ausgezahlt.‘ Hudhur antwortete: ‚Mian, ich weiß gar nicht, welcher Betrag entgegengenommen wurde, und ich habe mittlerweile sogar schon einen Teil davon ausgegeben – das heißt, an die Leute verteilt. Aber nun gut, du bist ein armer Mann, ich gebe dir diesen Betrag. Doch gehe in Zukunft achtsamer vor, denn du bist arm.‘“ Aus dieser Begebenheit lassen sich Hudhurs vortreffliche Moral, seine Großzügigkeit und seine Fürsorge für die Armen erkennen.
Hadhrat Mir Mehdi Hussain Sahib berichtet: „Einmal verlangte Maulawi Muhammad Ahsan Sahib ein Exemplar des Buches ‚Chashma-e-Masihi‘ von mir. Ich antwortete ihm, dass Hadhrat Sahib angewiesen habe, eine bestimmte Anzahl von Exemplaren der veröffentlichten Bücher im Büro aufzubewahren, da die Regierung manchmal Kopien anfordere. Daher sei kein überzähliges Exemplar mehr da, das ich ihm geben könnte; er könne sich jedoch die Erlaubnis von Hadhrat Sahib einholen und sich eins nehmen.“ Daraufhin schrieb Maulawi Sahib an Hudhur. Der Inhalt des Briefes lautete zusammengefasst: „Im Büro sind nur noch zwanzig Exemplare von ‚Chashma-e-Masihi‘ übrig, und ich benötige eines. Wenn es keine Umstände macht, möge mir bitte ein Exemplar überlassen werden.“ HudhurAS sagte: „Nehmen Sie sich ein Exemplar“, vermerkte dies direkt auf demselben Schreiben und unterschrieb es. Hier zeigt sich einerseits die Ehrlichkeit der Gefährten – wie er offen darlegte: „Es gibt so viele Exemplare, ich brauche eines, das Büro sagt dies, aber wenn Sie so gütig wären, könnte ich eines bekommen.“ Das war seine Ehrlichkeit. Andererseits wird auch seine Hudhurs Gnade deutlich: Obwohl die Bücher als Reserve zurückgelegt waren, für den Fall, dass sie benötigt würden, wies er die Bitte des Fragenden nicht ab.
Wohlwollen gegenüber Andersgläubigen und Feinden
Gelegentlich kam Pandit Mohan Lal, der damals ein scharfsinniger junger Mann war, zu Hudhur, um eine Nachricht oder Ähnliches von Lekhram Sahib zu überbringen. Mohan Lal unterhielt nämlich seit Langem familiäre Beziehungen zur Familie Seiner Heiligkeit. Wenn Pandit Mohan Lal wieder aufbrach, ließ Seine Heiligkeit auch ihn niemals mit leeren Händen gehen, sondern überreichte ihm stets irgendein Geschenk – Obst oder exzellenten Zucker, was in jener Zeit als besonderes Geschenk galt. Sheikh Yaqub Ali Sahib berichtet, dass er selbst mit Pandit Mohan Lals Familie freundschaftlich verbunden war, was auf die Zeit seines Vaters zurückging. Pandit Mohan Lal erinnerte sich oft an die damaligen Ereignisse und pflegte zu ihm zu sagen: „Hadhrat Sahib war überaus freundlich. Er empfing mich stets mit einem Lächeln und ließ mich nie mit leeren Händen gehen. Einmal schenkte mir Hadhrat Sahib wunderbare Äpfel. Ich nahm sie mit. Es war bereits zur Gewohnheit von Pandit Lekhram geworden, mich bei meiner Rückkehr stets zu fragen: ‚Was hast du mitgebracht?‘ Als ich ihm sagte, dass ich Äpfel mitgebracht habe, blickte er fast gierig darauf und sagte: ‚Gib her, gib her, ich will auch welche essen.‘“ Pandit Mohan Lal erzählt: „Ich sagte lachend zu ihm: ‚Du solltest nichts aus dem Haus deines Feindes essen. (Du bist doch ein großer Feind des Verheißenen MessiasAS und redest so viel gegen ihn – warum bittest du dann um etwas aus seinem Haus?)‘ Da riss er mir den Apfel kurzerhand aus der Hand und begann zu essen. Er schnappte ihn sich und fing an zu essen.“ Kurz gesagt verdeutlicht dies, dass er von Hadhrat Sahib stets nur Liebe und Wohlwollen erfahren hatte.
Hadhrat Munshi Zafar Ahmad Sahib berichtet: „Hudhur besaß Moschus. Einmal erwähnte ich: ‚Hudhur, ich benötige Moschus.‘ Hudhur schob mir das Kästchen hin, auf dass ich mir so viel nehmen könne, wie ich wolle. Ich nahm ein wenig davon heraus. Er lächelte und bemerkte: ‚Das ist doch gar nichts.‘ Daraufhin gab mir Hudhur eigenhändig etwa ein bis anderthalb Tola [ca. 11,6–17,5 Gramm] Moschus. Moschus war und ist bis heute eine äußerst kostbare Substanz, die unter anderem in Medikamenten Verwendung findet. Doch für ihn spielte der materielle Wert einer Sache keine Rolle. Ihm ging es allein darum, die erhabene Natur seines Charakters zu offenbaren.“
Mitgefühl und Einsatz in Krankheitsfällen
Hakeem Mufti Fazl-ur-Rahman Sahib schildert eine Begebenheit, die seine Sorge um Freunde und zugleich seine Freigebigkeit zeigt. Er erzählt: „Meine Frau brachte ein Kind zur Welt. Am siebten Tag, kurz vor dem Maghrib-Gebet, zeigten sich bei ihr Anzeichen von Krampfanfällen. Da in jenen Tagen eine entsprechende Epidemie grassierte, schenkte man dem sofort große Aufmerksamkeit. Ich eilte nach dem Maghrib-Gebet zu Hadhrat Sahib und schilderte ihm den Zustand meiner Frau. Er sagte: ‚Das ist der Vorbote einer sehr gefährlichen Krankheit. Gib ihr sofort zehn Ratti [1,2 Gramm] Asafoetida (Hing).‘ Er verschrieb diese Medizin und wies an: ‚Berichte mir in ein bis anderthalb Stunden.‘ Nach dem Ischa-Gebet erschien ich erneut bei ihm und berichtete, dass die Krankheit fortgeschritten sei. Die Krankheit hatte sich verschlimmert, anstatt abzuklingen. Daraufhin sagte er: ‚Gib ihr zehn Ratti Chinin. Und berichte mir in einer Stunde wieder. Denke bloß nicht, dass ich schlafe; ruf einfach ungehemmt von der Treppe des Herrentrakts aus nach mir.‘ Eine Stunde später ging ich wieder hin und berichtete, dass keine Besserung eingetreten sei. Da sagte er: ‚Gib ihr zehn Ratti Moschus.‘ Ich antwortete: ‚Woher soll ich um diese Uhrzeit Moschus nehmen?‘ Da brachte Hudhur eine ganze Handvoll Moschus und sagte: ‚Das dürften zehn Ratti sein.‘ Ich sagte: ‚Hudhur, das ist viel mehr.‘ Er erwiderte: ‚Nimm es nur mit, es wird später noch von Nutzen sein.‘ Ich nahm es und verabreichte der Patientin zehn Ratti. Nach einer weiteren Stunde ging ich erneut zu ihm und berichtete, dass die Krankheit stark zugenommen habe. Er sagte: ‚Gib ihr nun zehn Tola [ca. 117 ml] Rizinusöl.‘ Er wechselte so immer wieder die Medikamente. Ich kam zurück und verabreichte ihr zehn Tola Rizinusöl. Daraufhin erbrach sie sehr heftig, und Erbrechen gilt bei dieser Krankheit als das letzte Stadium. Nach dem Erbrechen setzte ihr Atem aus, ihr Nacken verkrampfte sich nach hinten, ihre Augen wurden dunkel und sie konnte nicht mehr sprechen. Ich rannte abermals die Treppe hinauf. Als Hudhur meine Stimme hörte, öffnete er die Tür und fragte: ‚Nun, ist alles in Ordnung?‘ Ich antwortete: ‚Ihr Zustand ist jetzt höchst kritisch. Der Atem ist unregelmäßig, der Nacken nach hinten verkrampft – das ist der Zustand von Konvulsionen, den man Meningitis nennt. Es ist kein Licht mehr in ihren Augen und sie ist verstummt.‘ Da sprach der Verheißene MessiasAS: ‚Alle weltlichen Waffen, die uns zur Verfügung standen, haben wir nun eingesetzt. Jetzt verbleibt nur noch eine einzige Waffe, und das ist das Gebet. Geh du nun; ich werde mein Haupt erst dann vom Gebet erheben‘ – welch unvergleichliches Mitgefühl! – ‚wenn sie geheilt ist.‘ Er berichtet weiter: „Als ich dies hörte, kehrte ich zurück und sagte zu meiner Frau: ‚Was machst du dir jetzt noch Sorgen? Nun hat der Bürge selbst die Bürgschaft übernommen.‘ Es war mittlerweile zwei Uhr nachts. Ich kam nach Hause, ließ die Patientin in eben jenem Zustand, legte mich im Nebenzimmer auf dem Bett schlafen, in dem Wissen: Der Verheißene MessiasAS hat gesagt, dass er nun beten wird, also habe ich jetzt ohnehin nichts mehr zu tun. Am Morgen wurde ich durch das Klappern von Geschirr wach. Als ich nachsah, räumte meine Frau am Fußende meines Bettes Geschirr auf. Ich fragte sie, wie es ihr gehe. Sie antwortete: ‚Ihr habt ja geschlafen, und nach zwei Stunden erwies mir Allah der Erhabene Seine Gnade, Alhamdulillahi Rabbil Alamin [Aller Preis gebührt Allah, dem Herrn der Welten].‘“ In dieser Begebenheit offenbart sich der höchste Maßstab sowohl an Fürsorge als auch an Freigebigkeit gegenüber den Freunden.
Uneigennützige Hilfe für Gegner und die Zubereitung des Tiryaq-e-Ilahi
Hadhrat Sheikh Yaqub Ali schreibt, dass es in Qadian einen einfältigen Bauern namens Nihal Singh gab. In seiner Jugend hatte er in der Armee gedient und bezog eine Pension. Sein Haus grenzte direkt an den Empfangsraum des ehrenwerten Khan Bahadur Mirza Sultan Ahmad. Er war ein erbitterter Feind der Jamaat. Auf seine Veranlassung hin war ein gefährliches, falsches Strafverfahren gegen Hakeemul Ummat Hadhrat Hakeem NooruddinRA, den Ersten Kalifen, und einige andere Ahmadis eingeleitet worden. Ständig tat er sich mit anderen zusammen, um Ahmadis zu schikanieren, und es war für ihn zur Gewohnheit geworden, sie unaufhörlich zu beschimpfen. Genau in den Tagen, als diese Prozesse im Gange waren, benötigte die Frau seines Neffen Santa Singh Moschus. Nicht nur, dass Moschus anderswo kaum zu bekommen war; er war zudem überaus kostspielig. In dieser Lage ging ebendieser erbitterte Gegner vor die Tür des Verheißenen MessiasAS und bat um Moschus. Auf seinen Ruf hin erschien der Verheißene MessiasAS sofort und ließ ihn nicht einen Augenblick warten. Als er seine Bitte hörte, ging er umgehend wieder hinein mit den Worten: „Warte, ich bringe ihn sogleich.“ So brachte er etwa einen halben Tola Moschus und übergab ihn ihm.
Hadhrat Sheikh Yaqub Ali schreibt weiter, dass der Verheißene MessiasAS nach dem Ausbruch der Pest im Land unter der Anleitung durch göttliche Offenbarung und Wissen begann, ein Heilmittel zuzubereiten. Hudhur nannte es „Tiryaq-e-Ilahi“. Für dieses Medikament gab es kein festes Rezept; vielmehr beschaffte er die Inhaltsstoffe stets so, wie es ihm durch innere göttliche Offenbarung gewiesen wurde. Dabei kümmerte er sich nicht um die allgemein bekannten und gängigen medizinischen Prinzipien; er unterstellte das Gewicht und die Mengenverhältnisse der Zutaten voll und ganz diesem göttlichen Wissen. Er fügte die Zutaten so hinzu, wie es ihm eingegeben wurde. In dieses Heilmittel flossen Edelsteine im Wert von mehreren Tausend sowie viele weitere äußerst wertvolle Arzneien ein. Als die Medizin fertiggestellt war, verteilte Hudhur sie mit außerordentlicher Großherzigkeit und verlangte nicht einen einzigen Heller – rein gar nichts – dafür. Im Gegenteil, denjenigen, die sie von auswärts anforderten, schickte er sie sogar auf eigene Kosten per Einschreiben. Dr. Sadiq Sahib berichtete einmal, dass jemand zwei oder drei Mascha Tiryaq anforderte; daraufhin verschloss er eine große Menge davon in Döschen und schickte sie per Einschreiben ab. Irfani Sahib schreibt: „Als auch meine Wenigkeit darum bat, gewährte er mir ebenfalls eine sehr große Menge davon.“ Hudhurs Vorgehen beschränkte sich nicht nur auf das Tiryaq. In Bezug auf Medikamente ganz allgemein war es Hudhurs Vorbild, dass er manchmal eine ganze Flasche aushändigte. Zuweilen schenkte er seinen erbittertsten Feinden äußerst kostbaren, hochwertigen Moschus, wovon ein Vorfall bereits erwähnt wurde.
Hadhrat Sheikh Muhammad Naseem Sahib berichtet: „Einmal benötigten wir Moschus. In jenen Tagen war es unmöglich, ihn in Qadian zu beschaffen. Wir wandten uns an Hadhrat Sahib, und er überließ uns weitaus mehr, als wir brauchten.“
Großzügigkeit in Bezug auf Rezepte und Wissen
Munshi Zafar Ahmad Sahib aus Kapurthala erzählt: „Ein Freund hatte nach großen Mühen und hohen Kosten von jemandem ein Rezept für ‚Kushta‘ [Präparat] erworben. Er bereitete das Kushta zu und überreichte es nebst dem Rezept an Hudhur. Ein anderer Freund bat mich, dieses Rezept zu besorgen, doch jener Freund gab es an niemanden weiter. Ich ging zu Hadhrat Sahib und erwähnte: ‚Ein bestimmter Freund hat Hudhur doch ein Kushta gegeben.‘ Er sagte: ‚Das Fläschchen steht dort, nimm es dir.‘ Ich fragte: ‚Und das dazugehörige Rezept?‘ Hudhur antwortete: ‚Das liegt gleich daneben.‘ So nahm ich das Kushta samt Rezept mit und zeigte es jenem Freund mit den Worten: ‚Sieh her, du wolltest es nicht preisgeben, doch ich habe es mitgebracht, hier ist es.‘ Daraufhin ging jener zu Hudhur und bemerkte: ‚Hudhur hat es hergegeben.‘ Hudhur erwiderte: ‚Er hat es von uns bekommen. Er kam, um danach zu fragen, und wir gaben es ihm.‘ Weiterhin sagte Hudhur zu mir: ‚Das Notizbuch von Mirza Sahib (also des verstorbenen Vaters von Hudhur) befindet sich bei uns. Du searchst doch nach Rezepten – ich gebe dir das Notizbuch meines Vaters. Darin stehen hervorragende Rezepte, das kannst du auch mitnehmen.‘ Später habe ich jedoch nicht mehr daran gedacht, dieses Notizbuch an mich zu nehmen, obwohl Hudhur es mir gütigst überlassen wollte.“
Versorgung aus dem Langar und gegenüber Delegationen
Hadhrat Mufti Muhammad Sadiq Sahib schreibt in einem seiner Briefe an den Verheißenen MessiasAS: „Aufgrund einer Schwangerschaft herrscht in meinem Haus seit einiger Zeit ein solch beschwerlicher Zustand, dass zu Hause kein Essen gekocht werden kann. Das Brot lassen wir zwar im Ofen backen, doch mit der Zubereitung der Speisen haben wir unsere Schwierigkeiten. Daher bitte ich darum, dass uns für eine Weile das Salan [Curry] aus dem Langar [Küche der Gemeinde] gestellt wird.“ Als Antwort darauf schrieb Seine HeiligkeitAS dem für den Langar zuständigen Mian Najmuddin Sahib und wies ihn an: „Stellen Sie Mufti Sahib zweimal am Tag exzellentes Salan aus dem Langar zur Verfügung. Dies ist eine feste Anweisung.“
Hadhrat Muhammad Ismail Sahib berichtet, dass der Verheißene MessiasAS einmal beabsichtigte, eine Delegation nach Nisibis zu entsenden, um Nachforschungen über das Leben von Hadhrat JesusAS anzustellen. Ihr gehörten Mirza Khuda Bakhsh Sahib und Maulawi Qutbuddin Sahib an, und als drittes Mitglied – so erzählt er – sein eigener Vater, Mian Jamaluddin Sahib. Sie waren alle durch das Losverfahren dazu auserkoren worden. HudhurAS gab den drei Herren jeweils fünfzig Rupien für die Anfertigung von Kleidung und andere Vorbereitungen. Anschließend hielt Hudhur eine Abschiedsveranstaltung ab. Aus bestimmten Gründen wurde die Entsendung der Delegation danach jedoch gestoppt. Als die Abreise der Delegation abgesagt wurde, überreichte sein Vater – wie er erzählt – die fünfzig Rupien wieder an Hudhur. Doch Hudhur sprach: „Was wir jemandem einmal gegeben haben, nehmen wir nicht wieder zurück.“ Als der Vater nach Hause kam, berichtete er ihm ebenfalls von diesem Ereignis.
Bewirtung von Gästen und das Gottvertrauen in finanzieller Not
Hadhrat Malik Ghulam Hussain Sahib berichtet: „Es geht um die Jalsa Salana von 1894 oder 1895. Husamuddin Sahib aus Sialkot, der eine große Leidenschaft für das Kochen und Essen hegte, war damals zur Jalsa angereist. Vor Hadhrat Sahib schwärmte er sehr vom ‚Shab-Deg‘ [Nachtkessel]. Er sagte: ‚Hudhur, Shab-Deg schmeckt unvergleichlich köstlich.‘ Ein Shab-Deg besteht aus verschiedenen Fleischsorten; auch verschiedene Gemüsesorten werden hinzugefügt und es wird die ganze Nacht über geköchelt. Hadhrat Sahib rief mich zu sich und sagte: ‚Besorgt für Shah Sahib alles, was er möchte, und in den Mengen, die er wünscht.‘ So wurde das Fleisch, das hier erhältlich war, von hier bezogen, und die Speiserüben wurden aus Batala herbeigeschafft. Gegen Abend wurden etwa vier große Kessel auf das Feuer gesetzt. Zudem wurden zwei bis zweieinhalb Man [ca. 75–93 kg] Reis aus einem dortigen bekannten, guten Geschäft besorgt, und am Morgen wurden die Gäste ganz nach dem Wunsch von Syed Husamuddin Sahib bewirtet.“
Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib berichtet: „Munshi Zafar Ahmad Sahib hat mir schriftlich mitgeteilt, dass einmal anlässlich der Jalsa Salana das Geld ausging. In jenen Tagen wurden für die Jalsa Salana keine speziellen Spenden gesammelt; es gab kein reguläres Spendensystem. Der Verheißene MessiasAS trug die Ausgaben dafür stets aus seinen eigenen Mitteln. Der verstorbene Mir Nasir Nawab Sahib, der damals der Verantwortliche für den Langar war, kam und meldete, dass für die Nacht keine Vorräte für die Gäste mehr da seien. Das Geld war aufgebraucht, die finanziellen Mittel erschöpft, und auch die Vorräte waren leer. Es gab keinerlei Lebensmittel mehr für die Gäste. Da sagte der Verheißene Messias: „Nimm dir etwas Schmuck von Begum Sahiba“ – das bedeutet, von Hadhrat Amma Jan –, „der ausreicht; verkaufe ihn und besorge die Sachen.“ So wurde der Schmuck verkauft oder verpfändet, Mir Sahib brachte das Geld, und die Lebensmittel für die Gäste wurden bereitgestellt. Zwei Tage später sagte Mir Sahib nachts – in meiner Gegenwart, wie er berichtet –, dass für den folgenden Tag erneut nichts mehr da sei. Durch den Verkauf des Schmucks waren die zwei Tage überbrückt worden, doch was sollte man nun tun? Der Verheißene Messias sagte: „Wir hatten unter Berücksichtigung der äußerlichen weltlichen Mittel bereits die erforderlichen Maßnahmen getroffen. Was wir hatten, haben wir gegeben. Jetzt brauchen wir nichts mehr zu tun. Der, dessen Gäste es sind – denn diese Menschen sind um Allahs willen gekommen, es sind die Gäste Allahs –, Er wird nun Selbst dafür sorgen.“ Er berichtet, als am nächsten Morgen gegen acht oder neun Uhr der Postbote kam, rief Hudhur Mir Sahib und mich zu sich. Der Postbote hielt etwa zehn bis fünfzehn Zahlungsanweisungen aus verschiedenen Orten in Händen – über jeweils fünfzig oder hundert Rupien. Darauf stand geschrieben: „Wir sind leider verhindert, teilzunehmen, aber wir senden dieses Geld zur Verwendung für die Gäste.“ Nachdem er das Geld entgegengenommen hatte, hielt er eine Ansprache über Gottvertrauen. Er erzählt, dass zu diesem Zeitpunkt noch einige andere Personen anwesend waren. Der Verheißene Messias sprach: „So wie ein weltlich gesinnter Mensch darauf vertraut, dass er das Geld in seiner Geldkassette jederzeit herausnehmen kann, wann immer er will, so haben Menschen, die auf Allah vertrauen, ein noch weitaus größeres Vertrauen auf Ihn. Und genauso ist es auch: Wann immer Bedarf besteht, schickt Gott, der Erhabene, sofort etwas.“ Als er also sagte, dass es die Gäste Allahs seien und um Seinetwillen gekommen seien, muss er gewiss auch gebetet haben, und sein Vertrauen war vollkommen. Daraufhin schuf Allah, der Erhabene, Selbst die Mittel.
Hilfe während der Hungersnot und Pestepidemie
Hadhrat Mian Rahmatullah Sahib berichtet, dass Hudhur oftmals sagte: „Hungersnot und Seuchen treten nun gleichzeitig auf, und dennoch üben die Menschen keine Reue. Sie sterben an Hunger.“ Drei Jahre später brach im Land eine schwere Pestepidemie aus. Während der Hungerjahre betonte Hudhur immer wieder, dass in den Ahadith vorhergesagt sei, dass zur Zeit des Verheißenen Messias eine Hungersnot ausbrechen werde. So erfüllten sich die Vorhersage des Heiligen ProphetenSAW und das Versprechen Allahs. Gleichzeitig gab er Maulawi Sahib, dem Ersten KalifenRA, die Anweisung, so viel Getreide wie nur möglich zu beschaffen. Die Leitung des Langars lag zu dieser Zeit in den Händen von Hudhur selbst; der Verheißene MessiasAS hatte die Verwaltung persönlich inne. Aufgrund der Gefahr und Furcht vor der Hungersnot wies er an: Besorgt zuerst die Lebensmittelvorräte. Er beauftragte den Ersten KalifenRA damit, diese unverzüglich zu erwerben. Hudhur erteilte Maulawi Sahib die Weisung. Auf Hudhurs Anweisung hin kaufte Maulawi Sahib dreißig Säcke für das Langarkhana von mir. Es herrschte ein Mangel an Spenden, woraufhin der Verheißene MessiasAS jeglichen Schmuck, der sich im Haus befand, restlos verkaufte. Er gab Maulawi Sahib siebenhundert Rupien, um Weizen zu kaufen. Siebenhundert Rupien waren in jener Zeit eine gewaltige Summe. Hadhrat Maulawi Sahib entsandte den verstorbenen Mian Najmuddin Sahib in die Dörfer, um Weizen zu kaufen. Er berichtet, dass auch Mirza Ismail Sahib ihn begleitete. Das Getreide wurde gekauft. Aus Bikaner – einer Region im indischen Bundesstaat Rajasthan – flohen die entwurzelten Menschen in unsere Gegend. Dort wütete eine schwere Hungersnot, woraufhin die Menschen von dort flüchteten. Von allen Seiten hörte man den Ruf nach Brot, nach Brot. Hudhur ordnete an, dass im Langar ununterbrochen Teig geknetet und Brot gebacken werden müsse, sodass stets fertiges Brot vorhanden sei. Er wies Mian Najmuddin Sahib an, dass jeder, der nach Brot verlangt, auch Brot erhalten solle und niemand mit leeren Händen weggeschickt werden dürfe. Innerhalb weniger Tage war das eingekaufte Getreide restlos aufgebraucht. Daraufhin hielt Hudhur eine Ansprache mit folgenden Worten: „Dies ist nur eine vorübergehende Phase. Man muss nicht immerzu ein solches Opfer erbringen, noch erhält man immer einen solchen Lohn dafür. Für die Gläubigen sind dies ganz besondere Tage. Möge Allah den Freunden die Fähigkeit verleihen, dies um Seines Wohlgefallens willen zu tun.“ Auf diese Ansprache hin kam eine summe Geldes zusammen, und auch von auswärts gingen Spenden ein, sodass neues Getreide gekauft werden konnte. Kurzum, so wurde diese Versorgung in den Tagen der Hungersnot aufrechterhalten. Allen von der Hungersnot Betroffenen, die ankamen, wurde umgehend Essen bereitgestellt. Hudhur erwähnte oft: „Ich habe in dieser oder jener Zeitung gelesen, dass in jenem Land so und so viele Kinder verhungert und so und so viele Menschen gestorben sind. Getreide ist nicht zu bekommen. Es ist der schwere Zorn Allahs, dass kein Getreide verfügbar ist.“ Er betete immer wieder: „Möge Allah Sich erbarmen.“ In großer Besorgnis erkundigte er sich stets bei Mian Najmuddin Sahib und besprach die Getreideversorgung mit Maulawi Sahib. Auch heute herrschen in manchen Ländern der Welt derartige Zustände. Es ist eine sehr schwere Zeit: Es herrscht Dürre, Getreide ist unauffindbar oder so teuer, dass es unerschwinglich ist. Die Menschen sterben an Armut und Hunger. Durch Allahs Gnade entsendet die Jamaat dorthin, wo sie davon erfährt, finanzielle Mittel zur Unterstützung und deckt die nötigen Bedürfnisse, wobei auch die Mitglieder ihren Teil dazu beitragen. Möge Allah diesen Menschen die Kraft verleihen, sich weiterhin um die Hilfe dieser Armen und von Hunger Geplagten zu bemühen.
Vertrauen in die Gehilfen und Versorgung der Schüler
Hadhrat Qazi Noor Muhammad Sahib erzählt von der Zeit, als Amirul Mumineen Hadhrat Khalifatul Masih II.RA – der, wie er berichtet, sein Klassenkamerad war – und er nachts im Dar-ul-Masih zusammen lernten. Hadhrat Maulawi Sher Ali Sahib unterrichtete sie damals. Der Verheißene MessiasAS hielt Vorträge vor den Frauen. Damals drang seine Stimme während der Predigt deutlich an unsere Ohren, doch bedauerlicherweise erinnere ich mich an nichts mehr davon. Um Mehl für den Langar zu holen, ging für gewöhnlich Mulla Ahmad Noor. Wenn er das Mehl auf einem Esel transportierte, gewährte Allah meiner Wenigkeit ebenfalls die Gelegenheit, die Mehlsäcke zu tragen und in das Dar-ul-Masih zu bringen. Einmal beobachtete ich, wie HudhurAS eine Menge Geld im Gewandbausch seines Hemdes trug und es ungezählt in den Gewandbausch von Mulla Ahmad Noor schüttete. Er gab ihm das Geld, ohne es zu zählen, und sagte: „Geh zum Langarkhana, da es verwaltet werden muss, und kaufe die nötigen Dinge ein, damit die Versorgung des Langars aufrechterhalten bleibt.“
Hadhrat Mian Chiragh Din Sahib berichtet: „Einmal kam es vor, dass mein Hals so zugeschnürt war, dass ich keinen Ton mehr herausbrachte. Der Verheißene MessiasAS forderte Hadhrat Maulawi Nooruddin Sahib auf: ‚Behandeln Sie den Hals von Chiragh. Was ist der Grund dafür, dass er keine Stimme mehr hat?‘ Hadhrat Maulawi Sahib behandelte mich, jedoch ohne Erfolg. Als sich später einmal Dr. Muhammad Hussain Shah Sahib, Dr. Yaqub Baig Sahib und Dr. Borhay Khan Sahib aus Lahore versammelten, sprach Hudhur dieses Thema auch vor ihnen an und fragte nach der Ursache für die Sprachlosigkeit des Jungen. Daraufhin untersuchte Dr. Yaqub Baig Sahib meinen Hals und sagte: ‚Wenn Hudhur es anordnet, schneiden wir ihm die Mandeln von innen heraus‘ – es lag wohl an den Mandeln –, ‚und dadurch wird seine Stimme wiederkehren.‘ Hudhur sagte dazu nichts und schwieg. Er berichtet: ‚Einige Tage später sagte Hudhur: »Chiragh, nun werden wir dich behandeln.« Er betrachtete mich und sagte sogleich: »Wir werden für dich ein Heilmittel zubereiten.«‘ Durch die Weisheit Gottes brachte genau an jenem Tag ein Apotheker aus Amritsar ein Gefäß mit eingelegten Aak-Blättern. Hudhur öffnete es, sah hinein und sagte: ‚Dies ist deine Therapie.‘ Er hatte ja zuvor gesagt, dass er ein Heilmittel anfertigen würde. Doch dann kam jener Hersteller derartiger Rezepturen oder eingelegter Produkte, der sich auch mit Naturheilkunde auskannte, und brachte ebenjenen Achaar [eingelegte Pflanzenteile] aus Aak-Blättern. Da sagte Hudhur: ‚Das ist deine Therapie.‘ Zu den Mahlzeiten pflegte er mir zwei bis drei Blätter davon auf einem Fladenbrot zu geben. Es war äußerst schmackhaft, und Hudhur aß selbst auch davon. Er berichtet weiter: ‚Dies verschaffte mir Linderung. Daraufhin überließ mir Hudhur das gesamte Gefäß, damit ich es aufbrauche. Als ich es verzehrt hatte, wurde ich vollständig geheilt.‘“
Hadhrat Mirza Afzal Baig Sahib berichtet: „Ich kam 1898 zum ersten Mal nach Qadian. Mein Vater, der als Gerichtsbevollmächtigter tätig war – beide werden hier als Afzal Baig aufgeführt, es scheint sich um einen Namensirrtum zu handeln. Wie auch immer, er erzählt weiter: Mein Vater meldete mich zur Ausbildung an der Talim-ul-Islam High School an. Im Internat waren nur wenige Schüler. Damals wurden die Mahlzeiten der Internatsschüler zusammen mit denen des Langars organisiert. Als es Beschwerden über das Essen gab, erwähnte mein Vater gegenüber dem Verheißenen MessiasAS, dass die Kinder Probleme mit dem Essen hätten. Daraufhin ordnete Hudhur in seiner Barmherzigkeit an, dass das Essen für die Kinder fortan aus seinem eigenen Haus kommen solle. Tatsächlich bekamen wir monatelang unser Essen aus Hudhurs Haus, und gelegentlich ließ Hudhur uns auch Mangos, Süßigkeiten und Ähnliches aus dem Haus schicken.“
Vertrauen in Bedienstete und Freigebigkeit gegenüber Freunden
Khawaja Abdur Rahman Sahib Kashmiri berichtete Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib, dass der verstorbene Hafiz Hamid Ali Sahib ihm erzählt habe: „Immer wenn Hudhur von irgendwoher Geld erhielt, rief er mich zu sich und überreichte mir das Geld ungezählt mit den Worten: ‚Nimm das Geld fürs Erste; wer weiß, wann wieder etwas hereinkommt.‘“ Meine Wenigkeit merke an, schreibt Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib, dass der verstorbene Hafiz Hamid Ali Sahib der persönliche Gehilfe von Hadhrat Sahib gewesen sei, dem Hadhrat Sahib stets das Geld für die Bedürfnisse des Hauses und die Bewirtung der Gäste anzuvertrauen pflegte.
Hadhrat Khan Sahib Syed Ghulam Hussain berichtet: „Einmal schickte mich Hudhur von Qadian aus los, um ein Eisenbahnpaket aus Batala abzuholen. Es war ein Abholschein mit dem Zug eingetroffen, den ich in Batala einlösen sollte. Dazu gab er mir fünf Rupien mit. Das Paket bestand aus einem Korb Trauben, für den lediglich vier Annas an Gebühren anfielen. Als ich den Korb zurückbrachte und überreichte, riss Hudhur die Jute-Abdeckung des Korbes auf, holte mit beiden Händen Trauben heraus und gab sie zuerst mir mit den Worten: ‚Das ist Ihr Anteil.‘ Als ich das Restgeld – vier und dreiviertel Rupien – zurückgeben wollte, nahm Hudhur den Korb, trug ihn hinein und sagte: ‚Wir rechnen mit unseren Freunden nicht ab.‘ Er fügte hinzu, dass er zu jenem Zeitpunkt fünfzehn Jahre alt gewesen sei.
Hadhrat Munshi Qazi Mahbub Alam Sahib erzählt: „Maulawi Muhammad Ali Sahib und Khawaja Kamaluddin Sahib arbeiteten in Peshawar gemeinsam als Anwälte. Sie waren Partner, betrieben also eine gemeinsame Kanzlei. Maulawi Muhammad Ali Sahib kam nach Qadian, während Khawaja Sahib dort blieb. Um die Prozesse gegen Hadhrat SahibAS – wahrscheinlich sind die Verfahren von Karam-ud-Din gemeint – anwaltlich zu betreuen, reiste Khawaja Sahib aus Peshawar an. Als Seine HeiligkeitAS in der Mubarak-Moschee erschien, machte Khawaja Sahib ein äußerst weinerliches Gesicht und sagte: ‚Hudhur, nur Gott und der Prophet wissen, wie ich es hierher geschafft habe. Ich musste den Schmuck meiner Frau verpfänden, um das Geld für die Fahrt aufzutreiben und hierher zu gelangen. Meine finanzielle Lage ist äußerst prekär.‘ Hadhrat Sahib fragte: ‚Khawaja Sahib, Sie brauchen Geld? Kommen Sie.‘ Daraufhin ging Hadhrat Sahib hinein und Khawaja Sahib folgte ihm. Er öffnete eine Truhe, holte zwei oder drei Handvoll Geld heraus – es müssten Münzen drin gewesen sein –, warf sie in den Gewandbausch von Khawaja Sahib und fragte: ‚Khawaja Sahib, reicht das, oder benötigen Sie noch mehr?‘ Khawaja Sahib erwiderte: ‚Es genügt, Hudhur, das ist nun wirklich viel.‘ Später zählte Khawaja Sahib das Geld in der Mubarak-Moschee, und es waren etwa dreihundert Rupien. Am nächsten Tag reiste Khawaja Sahib nach Gurdaspur. Hadhrat Sahib hatte ihm das Geld völlig ungezählt in den Schoß gelegt. Es war die allgemeine Gewohnheit von Hadhrat Sahib, das Geld nicht einmal beim Übergeben an Bedienstete abzuzählen, da er ihnen vollkommenes Vertrauen entgegenbrachte. Solange es mir vergönnt war, bei ihm zu weilen, habe ich nie erlebt, dass Hadhrat Sahib von irgendeinem Bediensteten eine Abrechnung verlangt hätte. Im Gegenteil: Wenn jemand um etwas bat, gab Hadhrat Sahib es ihm sogleich.“
Großmut trotz Undankbarkeit
Hadhrat Sheikh Yaqub Ali Sahib Irfani schreibt im Zusammenhang mit der Zuneigung zu Khawaja Sahib, dass Khawaja Kamaluddin Sahib selbst ein großer Zeuge und Empfänger der Gunsterweise, der Güte und der Großzügigkeit des Verheißenen MessiasAS war. Er ist heute von der Jamaat getrennt – das heißt, er hat ihr den Rücken gekehrt – und hegt Groll sowie Feindschaft gegenüber der Nachkommenschaft jenes vatergleichen Wohltäters. Damit ist gemeint, dass der Verheißene MessiasAS ihm zahlreiche Gefälligkeiten erwiesen hatte, er nun jedoch dessen Nachfolger, Hadhrat Khalifatul Masih II., in Feindschaft gegenübersteht. Er hatte schließlich weitreichende eigene Erfahrungen mit den Wohltaten des Verheißenen MessiasAS gemacht. Unzählige Male nahm er Geldbeträge entgegen, doch trotz dieser Zuwendungen gestand er es nie ein, erwähnte es auch nach dem Erhalt niemals und drückte auch keinem Menschen gegenüber seinen Dank aus, sondern prahlte nur fortwährend mit seinen eigenen Diensten. Er behauptete stets, dass er der Jamaat enorme Dienste erweise. Er [Irfani] schreibt, dass er dies als grausamen Undank und als Vergessen erwiesener Wohltaten betrachtet. In der Zeit, als in Gurdaspur die Verfahren von Maulawi Karam Din liefen, zeigte er Hadhrat während des Prozesses einmal einen Brief, den er von zu Hause aus Peshawar erhalten hatte und in dem von finanziellen Engpässen die Rede war. Hadhrat überreichte ihm sofort fünfhundert Rupien in bar und ordnete an, ihm künftig monatlich einhundert Rupien auszuzahlen, was sodann jeden Monat geschah. Darüber hinaus hatten die Freunde auf Anregung von Hadhrat beträchtliche Summen für die Prozesskosten gespendet, die alle in der Obhut von Khawaja Sahib verblieben. Hadhrat Sahib verlangte nie eine Abrechnung. Abgesehen von solcher finanzieller Zuwendung und Großzügigkeit, hatte Hadhrat Sahibzada Abdul Latif Sahib Shaheed für den Verheißenen MessiasAS einen wertvollen Mantel im afghanischen Stil mitgebracht. Khawaja Sahib bat darum mit den Worten: „Hudhur, gewähren Sie mir diesen Mantel, damit ich ihn im Gerichtssaal tragen kann; durch seinen Segen werde ich den gegnerischen Anwalt und das Gericht mit Respekt einflößender Ehrfurcht erfüllen.“ Hudhur lachte und übergab Khawaja Sahib dieses bestickte, wertvolle Gewand. In der vergangenen Khutba wurde ebenfalls erwähnt, dass sie einen Mantel aus Pelz bzw. Leder, aus hochwertigem Leder gefertigt, mitgebracht hatten. Auch heutzutage gilt Kleidung aus Leder als sehr wertvoll, und in jener Zeit war es nicht anders. Auch diesen Mantel überließ er Khawaja Sahib, als er darum bat.
Verzicht auf Abrechnungen und Liebe zum Nächsten
Sheikh Hamid Ali Sahib berichtet: „Bis zum Ende seines Lebens hat er niemals eine Abrechnung von mir verlangt und war auch niemals zornig auf mich. Einmal reiste ich nach Lahore. Maulawi Nooruddin Sahib hatte einen Wechsel über siebenhundert Rupien geschickt, den ich einlöste und mitbrachte. Es handelte sich dabei um eine Art Postanweisung oder einen Gutschein. Ich brachte auch einige Gegenstände mit und kaufte Waren ein. Ich brachte etwa fünfzig Rupien zurück; das war das, was nach dem Einkauf der Sachen übrig geblieben war. Ich legte Hadhrat Sahib die Abrechnung darüber vor. Er entgegnete nur: ‚Wann habe ich um eine Abrechnung gebeten?‘“
Hadhrat Sheikh Ahmad Din Sahib berichtet: „Einmal wies der Verheißene MessiasAS diesen Diener an, zu Mian Nabi Bakhsh Sahib, dem Textilrestaurator, nach Amritsar zu fahren. Er gab mir einen Brief für ihn mit und trug mir auf: ‚Bringe die Sachen, die er einkauft und übergibt, rasch hierher und sei bis morgen zurück.‘ Am nächsten Tag kam ich jedoch mit einiger Verspätung an. Ein Diener von Hudhur namens Mian Karamdad Sahib erhielt den Befehl: ‚Geh schnell und erkundige dich. Ich hatte Ahmad Din nach Amritsar geschickt, doch er ist noch immer nicht zurückgekehrt. Ob wohl alles in Ordnung ist?‘ Unterwegs begegnete ich Mian Karamdad Sahib, und er sagte mir, dass Hadhrat Sahib in großer Sorge um mich sei. Als ich vor den Verheißenen MessiasAS trat, fragte mich HudhurAS sogleich: ‚Du hattest doch hoffentlich keine Beschwerden?‘ Ich antwortete: ‚Nein Hudhur, ich hatte keine Beschwerden.‘ Dass er sich derart nach meinem Wohlbefinden erkundigte, ließ mein Herz vor Freude erblühen, da er nach meinem Zustand gefragt hatte. Ich wollte ihm ein Blatt mit der Abrechnung sowie das Restgeld überreichen. HudhurAS fragte: ‚Was ist das für ein Papier?‘ Ich antwortete ehrerbietig, es sei die Abrechnung über die Gegenstände, und dies sei das verbliebene Geld. Mit großer Liebe erwiderte er: ‚Welche Abrechnung sollte es zwischen uns und dir geben? Gib dieses Geld für deine eigenen Bedürfnisse aus.‘ Ich war darüber sehr glücklich.“
Hadhrat Sheikh Yaqub Ali Sahib Irfani schreibt, dass Hadhrat Hakeemul Ummat Maulana Nooruddin sich einmal etwas Geld von ihm [dem Verheißenen MessiasAS] geliehen hatte. Als er das Geld später an Hadhrat zurückschickte, missfiel ihm dies. Er schickte das Geld mit den Worten zurück: „Sie betrachten unser Geld offenbar als getrennt von dem Ihren.“ Hadhrat Sheikh Yaqub Ali Sahib Irfani schreibt ebenso, dass seit der Zeit, als Seine Heiligkeit seine Berufung verkündete und den Menschen auch bekannt wurde, dass Gott, der Erhabene, ihm die frohe Botschaft ‚Könige werden Segen in deinen Kleidern suchen‘ überbracht hatte, die Menschen ihn unaufhörlich um seine Kleidungsstücke baten. Er wies niemals jemanden ab, sodass es manchmal so weit kam, dass ihm nur noch die Kleidung an seinem eigenen Leib blieb und er alles andere weggegeben hatte. Hadhrat Sheikh Yaqub Ali Sahib Irfani berichtet, dass er Mir Abbas Ali Sahib erlaubte, die bei ihm eingehenden Gelder aus dem Verkauf von Barahin-e-Ahmadiyya für sich selbst auszugeben. Dies ist nur ein kleiner Beweis für seine Großherzigkeit und Freigebigkeit. Hadhrat Munshi Zafar Ahmad Sahib berichtet, dass Mirza Nizamuddin Sahib und Mirza Imamuddin Sahib unerbittliche Gegner des Verheißenen MessiasAS waren. Obwohl beide mit ihm verwandt waren, traten sie ihm als erbitterte Feinde gegenüber. Dennoch erfüllten Hudhur ihre Bitten in Zeiten der Not stets, wann immer sie ihn um etwas baten. So erzählt er, dass Mirza Nizamuddin Sahib einmal in seiner Gegenwart Hudhur um fünfzig Rupien – etwas mehr oder weniger – bat und Hudhur diese sogleich durch Hafiz Hamid Ali übersenden ließ.
Unbeschreibliche Freigebigkeit und die Verhüllung von Fehlern
Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib schreibt, dass Dr. Mir Muhammad Ismail Sahib ihm berichtete, Abdul Muhyi Sahib Arab habe ihn eines Tages auf die Zeit des Ersten Kalifen angesprochen und gesagt: „Wie soll man die Großzügigkeit von Hadhrat Sahib auch in Worte fassen – sprich, die Großzügigkeit des Verheißenen MessiasAS ist unbeschreiblich.“ Er berichtete: „In seiner Zeit hatte ich niemals irgendwelche Nöte. Was auch immer ich brauchte, bat ich ihn ohne jede Hemmung darum, und Hudhur gab mir stets mehr, als ich benötigte. Zudem bedachte er mich auch von sich aus immer wieder mit Gaben. Als Hudhur verstarb, konnte Hadhrat Khalifatul Masih I. meine Bedürfnisse nicht im selben Maße stillen, obwohl er als äußerst freigiebig bekannt war. Schließlich schrieb ich ihm aus reiner Verzweiflung, dass er zwar der Kalif des Verheißenen MessiasAS geworden sei, diese Nachfolgerschaft (Khilafat) in der Erfüllung meiner Bedürfnisse jedoch nicht habe walten lassen. Hadhrat Sahib habe mich stets auf eine so großzügige Weise behandelt. Daraufhin unterstützte mich Hadhrat Khalifatul Masih I. zwar, doch“, so fügte er hinzu, „bei Gott, wo ist Hadhrat Sahib, und was ist schon dies im Vergleich zu ihm – es war nichts im Vergleich.“
Einmal stahl eine arme Frau im Haus des Verheißenen MessiasAS etwas Reis. Die Leute ertappten sie, und es entstand ein Aufruhr. Der Verheißene MessiasAS arbeitete zu dieser Zeit in seinem Zimmer. Als er den Lärm hörte, trat er hinaus und sah dieses Bild: Eine arme, in zerschlissenen Kleidern stehende Frau mit einem kleinen Bündel Reis in der Hand. Als der Verheißene Messias den Sachverhalt erfuhr und den Zustand dieser armen Frau sah, wurde sein Herz von Mitleid ergriffen. Er sprach: „Sie scheint hungrig und völlig verarmt zu sein. Gebt ihr etwas Reis, lasst sie gehen und gebt ihr noch mehr. Nehmt euch die göttliche Eigenschaft des Verhüllens von Fehlern zum Vorbild.“ Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib schreibt nach der Schilderung dieses Vorfalls, dass manch voreiliger Mensch angesichts dieser Begebenheit einwenden könnte, ein solches Verhalten fördere doch nur die Dreistigkeit beim Stehlen, oder man mache einen Dieb dadurch nur noch kühner. Weise und verständige Menschen begreifen jedoch: Da das Hab und Gut dem Verheißenen MessiasAS selbst gehörte und es sich bei der nehmenden Frau um eine hungernde, vom Tode bedrohte und völlig verarmte Person handelte, stellte dies keine Beihilfe zum Diebstahl dar, sondern fiel wahrhaftig unter die Unterstützung von Waisen und Bedürftigen. Es ist durch die Ahadith belegt, dass der Heilige ProphetSAW in solchen Situationen – wenn der Dieb sehr arm war und aus extremer Hungersnot ein Nahrungsmittel entwendete – ihn nicht als Dieb verurteilte, sondern Nachsicht walten ließ. Dies ist ein leuchtendes Beispiel für die vollkommene Gefolgschaft gegenüber seinem Meister.
اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلٰی مُحَمَّدٍ وَّعَلٰی عَبْدِكَ الْمَسِيحِ الْمَوْعُودِ وَبَارِكْ وَسَلِّمْ
[O Allah, segne Muhammad und Deinen Diener, den Verheißenen Messias, und gewähre ihnen Frieden und Segnungen.]
Tatplan der Woche
Checkliste für den Alltag
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✓Praktiziere diese Woche aktive Großzügigkeit, indem du Bedürftigen oder Freunden etwas schenkst, ohne eine Abrechnung oder Gegenleistung zu erwarten.
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✓Übe dich in Nachsicht und verberge die Fehler anderer, wenn du Zeuge eines Vergehens oder einer Schwäche wirst, anstatt sie zu verurteilen.
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✓Stärke dein Gottvertrauen in schwierigen Situationen, indem du dich in Gebeten an Allah wendest und darauf vertraust, dass Er die nötigen Mittel bereitstellen wird.
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✓Achte verstärkt auf das Wohlergehen von Kranken in deiner Umgebung und biete ihnen praktische Hilfe oder Unterstützung an.