Khutba Review - Freitag, 06. Februar 2026

Khutba Review

Khutba vom 13. Februar 2026

Ansprache Lesen

Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).

Für Kinder

Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.

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Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles

MTA Germany

Deutsche Übersetzung

In der Freitagsansprache vom 13. Februar 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba):

Die Untrennbarkeit von Gottesliebe und Gottesdienst

Die vollkommensten Beispiele dafür, wie man den Fußstapfen des Heiligen Propheten (saw) folgt, sehen wir in diesem Zeitalter in seinem treuen Diener, dem Verheißenen Messias und Mahdi (as). In den vorangegangenen Freitagsansprachen wurden Ereignisse bezüglich der Gottesdienste des Heiligen Propheten (saw), seiner diesbezüglichen Ratschläge an seine Anhänger sowie seine Methoden, das Gebet zu verrichten und das Gedenken Allahs zu lehren, dargelegt. Heute werde ich jene Ereignisse aus dem Leben des Verheißenen Messias (as) schildern, die er in der Befolgung seines Meisters (saw) vollzog und die uns überliefert wurden.

Der tägliche Ablauf und das Gebet im Hause des Verheißenen Messias (as)

Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib berichtet, dass Mirza Muhammad Din Sahib, wohnhaft in Langarwal, Gurdaspur, ihm schrieb: ‚Ich habe den Verheißenen Messias (as) seit meiner Kindheit beobachtet. Zum ersten Mal sah ich ihn zu Lebzeiten von Mirza Ghulam Murtaza Sahib, als ich noch ein ganz kleines Kind war. Es war seine Angewohnheit, dass er nachts nach dem Ischa-Gebet rasch schlafen ging und dann gegen ein Uhr für das Tahajjud-Gebet aufstand. Nach dem Tahajjud rezitierte er den Heiligen Qur'an. Wenn dann der Adhan (Gebetsruf) für den Morgen ertönte, verrichtete er die Sunnah-Gebete zu Hause, ging für das Gebet in die Moschee und betete in der Gemeinschaft. Das Gebet leitete er manchmal selbst, und manchmal leitete Mian Jan Muhammad, der Imam der Moschee, das Gebet. Nach der Rückkehr vom Gebet legte er sich für kurze Zeit schlafen. Ich habe ihn nie das Sunnah-Gebet in der Moschee verrichten sehen; er verrichtete die Sunnahs zu Hause.‘

Wahre Ibadat vs. falsche Askese

Der Verheißene Messias (as) äußert sich über seine Gottesdienste und beschreibt, wie Allah ihm die Kraft zur Ibadat (Gottesdienst) verlieh, sagte jedoch auch, dass dies nicht für jeden gelte, dass man so handeln solle und über die eigene Kraft hinausgehe, denn er sagte: ‚Mir hat Allah eine besondere Kraft gegeben.‘ Jedenfalls zeichnet er das Bild seines Zustandes folgendermaßen. Er berichtet: ‚Ich habe niemals zermürbende asketische Übungen durchgeführt, noch habe ich mein Selbst, wie einige Sufis der heutigen Zeit, in strenge Entbehrungen gestürzt. Auch habe ich keine vierzigtägige Abgeschiedenheit (Chilla) unter der Verpflichtung zur Einsiedelei vollzogen, noch habe ich irgendeine Handlung des Mönchtums begangen, die der Sunnah widerspricht und gegen die das Wort Gottes Einwände erhebt. Vielmehr war ich solchen Fakiren und Neuerern, die in allerlei Arten von Neuerungen verstrickt sind, immer abgeneigt.‘

Die Sunnah des Fastens und spirituelle Erleuchtungen

Weiter sagt er: ‚Ja, noch zur Zeit meines geehrten Vaters, als dessen Todeszeitpunkt sehr nahe war, fügte es sich einmal so, dass ich einen ehrwürdigen, betagten Mann mit reinem Antlitz im Traum sah. Er erwähnte, dass es die Sunnah der Familie der Propheten sei, einige Zeit lang Fasten zu halten, um die himmlischen Lichter zu empfangen.‘ Das heißt, das Fasten zum Empfangen der himmlischen Lichter Allahs ist ebenfalls eine Sunnah der Familie der Propheten. Allah deutete ihm im Traum an, dass Er ihm diesen Rang verleihen würde.

Jedenfalls sagt er: ‚Er wies darauf hin, dass ich diese Sunnah der Familie der Propheten erfüllen solle. So hielt ich es für angemessen, eine Zeit lang das Fasten einzuhalten. Doch gleichzeitig hielt ich den Gedanken aufrecht, dass es besser sei, diese Sache im Verborgenen zu tun. Ich wählte die Vorgehensweise, dass ich mein Essen von zu Hause in den Männerbereich bringen ließ und dieses Essen dann heimlich einigen Waisenkindern gab, die ich zuvor ausgewählt und angewiesen hatte, zur rechten Zeit zu erscheinen. Auf diese Weise verging der ganze Tag im Fasten, und außer Allah wusste niemand von diesem Fasten. Dann, nach zwei oder drei Wochen, bemerkte ich, dass mir durch solches Fasten – bei dem ich mich einmal am Tag satt aß – keinerlei Beschwerden entstanden. Ich dachte, es sei besser, das Essen etwas zu reduzieren. So verringerte ich von jenem Tag an das Essen, bis ich mich den gesamten Tag und die Nacht auf nur ein einziges Fladenbrot beschränkte. Und so reduzierte ich das Essen weiter, bis vielleicht nur noch wenige Tola Brot nach acht Pahars [Zeitmaß von je drei Stunden] meine Nahrung waren. In 24 Stunden war es nur ein kleines bisschen Brot. Vermutlich tat ich dies acht oder neun Monate lang so. Und trotz dieser Geringfügigkeit der Nahrung, bei der selbst ein zwei oder drei Monate altes Kind keine Geduld hätte aufbringen können, bewahrte mich Allah vor jedem Unheil und jeder Plage.

Zu den Wundern des Fastens jener Zeit, die ich erlebte, gehören jene feinen Visionen, die mir in jener Zeit eröffnet wurden. So fanden Begegnungen mit einigen vergangenen Propheten statt, und mit den Auliya (Heiligen) des höchsten Ranges, die in dieser Ummah vergangen sind, fanden Begegnungen statt. Einmal sah ich im Zustand völliger Wachheit den Gesandten Allahs (saw) zusammen mit Hasanain, Ali (ra) und Fatima (ra). Und dies war kein Traum, sondern eine Art Wachzustand. Kurz gesagt, auf diese Weise fanden Begegnungen mit vielen heiligen Personen statt, deren Erwähnung zu weit führen würde. Außerdem erschienen geistige Lichter in bildhafter Form als grüne und rote Säulen auf so reizvolle und herzgewinnende Weise, dass deren Beschreibung gänzlich außerhalb meiner Kraft liegt. Jene Lichtsäulen, die geradewegs zum Himmel emporragten, das heißt von der Erde nach oben stiegen – von denen einige strahlend weiß und einige rot waren –, hatten eine solche Verbindung zum Herzen, dass ihr Anblick dem Herzen äußerste Freude bereitete. Es gibt auf der Welt wohl keinen solchen Genuss, wie die Freude, die Herz und Seele bei ihrem Anblick empfanden.‘

Er sagt: ‚Meiner Meinung nach wurden jene Säulen aus der Verbindung der Liebe zwischen Gott und dem Diener in einer bildhaften Form dargestellt. Das heißt, das eine war ein Licht, das aus dem Herzen kam, und das andere war jenes Licht, das von oben herabstieg. Durch das Zusammentreffen beider entstand die Form einer Säule. Das heißt, jene Säulen bildeten sich so, dass sie von unten nach oben und von oben nach unten kamen, sich miteinander verbunden und die Form einer Säule annahmen. Dies sind spirituelle Dinge, die die Welt nicht erkennen kann, da sie den Augen der Welt sehr fern sind, aber es gibt in der Welt auch solche, die von diesen Dingen Kunde erhalten.‘

Der Nutzen geistiger Disziplin und die Warnung vor Übertreibung

Er sagt: ‚Kurz gesagt, die Wunder, die sich mir durch das Fasten in diesem Zeitraum offenbarten, waren Visionen verschiedenster Art. Ein weiterer Nutzen, den ich erlangte, war, dass ich mein Selbst nach diesen Anstrengungen so vorfand, dass ich im Bedarfsfall größtmögliche Geduld beim Hungern aufbringen kann. Ich habe oft gedacht: Wenn ein dicker Mann, der neben seiner Fülle auch noch ein Ringer ist, gezwungen würde, mit mir gemeinsam zu hungern, so würde er sterben, bevor ich auch nur irgendeinen Zwang zum Essen verspüre. Dadurch erhielt ich auch den Beweis, dass der Mensch bis zu einem gewissen Grad Fortschritte im Hungern machen kann. Und solange der Körper jemandes nicht so an harte Mühsal gewöhnt ist, bin ich überzeugt, dass ein solcher vergnügungssüchtiger Mensch der spirituellen Stufen nicht würdig sein kann.‘

Aber er sagte: ‚Jedoch gebe ich nicht jedem diesen Rat; ich sage nicht jedem, tu dies, dass er so handeln solle. Und auch ich tat dies nicht aus eigenem Willen. Dies geschah auf Befehl Allahs. Ich habe auch viele unwissende Derwische gesehen, die strenge Übungen auf sich nahmen, und schließlich wurden sie durch Trockenheit des Gehirns wahnsinnig. Das Gehirn hörte auf zu arbeiten, und ihr restliches Leben verging im Wahnsinn, oder sie erkrankten an anderen Leiden wie Tuberkulose usw. Die geistigen Kräfte der Menschen sind nicht alle gleich. Daher können Personen, deren Kräfte von Natur aus schwach sind, keinerlei körperliche Anstrengung vertragen, und sie verfallen sehr schnell in irgendeine gefährliche Krankheit. Jedenfalls ist der Islam ein ausgewogener Glaube, und zudem spielt auch die besondere Unterstützung Allahs dabei eine Rolle. Deshalb sagte er, dass nicht jeder das versuchen solle; was ich getan habe, das kann nicht jeder tun. Jedenfalls sagte er: ‚So ist es besser, dass der Mensch sich nicht aus eigenem Entschluss in schwere Anstrengungen stürzt und den einfachen, schlichten Glauben annimmt. Die allgemeinen Erleichterungen der Religion oder die allgemeine Religion, das ist die Aufgabe eines Menschen, das Handeln nach der Sunnah, dies soll man wählen. Ja, wenn vonseiten Gottes eine Offenbarung kommt und diese nicht im Widerspruch zur erhabenen Scharia des Islam steht, so ist es notwendig, sie auszuführen. Aber das Ende der meisten heutigen törichten Fakire, die solche Anstrengungen lehren, ist nicht gut. Daher sollte man sich vor ihnen hüten.‘

Auch heute sagen manche Leute, man solle dies und jenes tun; auf die Worte solcher Leute sollte man nicht hören. Heutzutage kommt so etwas sogar in Fernsehprogrammen vor. Der Mensch sollte schauen, was der Mittelweg ist, und diesen einschlagen. Soweit die eigene Kraft reicht, soll man versuchen, die Rechte Allahs und die Rechte der Mitmenschen zu erfüllen. Und man sollte unbedingt versuchen, jene Methoden der Anbetung und die Mindeststandards zu erreichen, die der Heilige Prophet (saw) aufgezeigt hat, und dann darin fortschreiten. Langsam gibt es auch Fortschritt, aber jedenfalls hat der Islam verboten, sich grundlos in Mühsal zu stürzen, und genau das hat auch er [der Verheißene Messias (as)] verboten.

Die Liebe zum Gebet seit frühester Jugend

Wie war sein Zustand seit der Kindheit? In einer Überlieferung heißt es, dass Mistri Faqir Muhammad Sahib sagt: ‚Mein Vater, dessen Name Jiwa war, pflegte zu erzählen, dass Mirza Sahib einmal vom Dach fiel und sich schwer verletzte. Wir erhielten die Nachricht, dass Mirza Sahib vom Dach gefallen sei. Wir gingen, um nach ihm zu sehen. Als er wieder zu Bewusstsein kam, fragte er: „Ist es Zeit für das Gebet geworden oder nicht? “ So groß war seine Liebe zum Gebet. Ich war damals klein, als er diese Geschichte erzählte.‘

Mirza Bashir Ahmad Sahib hat eine Überlieferung von Hadhrat Dr. Mir Muhammad Ismail Sahib wiedergegeben: ‚Als es sich im Jahr 1895 fügte, dass ich den Monat Ramadan in Qadian verbrachte, verrichtete ich den ganzen Monat lang das Tahajjud-Gebet, also das Tarawih, hinter Hadhrat Sahib. Seine Gewohnheit war, dass er das Witr-Gebet im ersten Teil der Nacht verrichtete und das Tahajjud-Gebet, bestehend aus acht Rak'at, jeweils in zwei Rak'at-Einheiten im letzten Teil der Nacht darbrachte. Dabei rezitierte er in der ersten Rak'at immer Ayat-ul-Kursi, also von „Allahu la ilaha illa hu“ bis „wa huwa l-aliyyu l-azim“, und in der zweiten Rak'at rezitierte er die Sure Ikhlas. In den Ruku (Verbeugungen) und Sujud (Niederwerfungen) rezitierte er „ya hayyu ya qayyum bi-rahmatika astaghith“. Er las mit einer solchen Stimme, dass ich es hören konnte. Das heißt, er las leise, weder zu laut noch zu leise.

Anweisungen zum Sehri und zur Morgendämmerung

Zudem aß er das Sehri (Mahlzeit vor der Morgendämmerung) immer nach dem Tahajjud-Gebet, und er zögerte es so lange hinaus, dass manchmal während des Essens der Adhan ertönte, und er aß manchmal bis zum Ende des Adhans weiter.‘ Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib hat geschrieben: ‚Tatsächlich ist die Rechtsfrage so, dass das Essen des Sehri erlaubt ist, solange die Morgendämmerung nicht am östlichen Horizont erscheint. Mit dem Adhan hat dies keinen direkten Zusammenhang, da die Zeit für den Adhan des Morgengebets erst beim Erscheinen der Morgendämmerung festgelegt ist; deshalb verstehen die Leute im Allgemeinen das Ertönen des Adhans als das Zeichen für das Sehri-Ende.‘

Er hat das Beispiel gegeben: ‚Da in Qadian der Adhan für das Morgengebet unmittelbar beim Anbrechen der Morgendämmerung gerufen wird – und es ist möglich, dass er manchmal aus Irrtum oder Unachtsamkeit sogar davor gerufen wird –, kümmerte sich der Verheißene Messias (as) bei solchen Gelegenheiten nicht sonderlich um den Adhan und aß bis zum deutlich Erkennbarwerden der Morgendämmerung weiter. Und tatsächlich ist die Absicht der Scharia in dieser Angelegenheit auch nicht, dass man das Essen sofort einstellt, wenn die Morgendämmerung wissenschaftlich und rechnerisch beginnt, sondern die Absicht ist, dass man mit dem Essen aufhört, wenn für die Allgemeinheit die Helligkeit des Morgens sichtbar wird. Das Wort „Tabayyun“ drückt genau dies aus. Auch im Hadith heißt es, dass der Heilige Prophet (saw) sagte: Hört nicht beim Adhan von Bilal mit dem Sehri auf, sondern esst und trinkt ruhig weiter bis zum Adhan von Ibn Maktum. Denn Ibn Maktum war blind und rief den Adhan nicht aus, bis die Leute laut riefen, dass es Morgen geworden sei.‘

Jedenfalls ist die Zeit heute sehr modern geworden, und durch moderne Geräte lässt sich die genaue Zeit der Morgendämmerung feststellen. Deshalb ist im Allgemeinen die letzte Grenze für den Adhan festgelegt. Es wird eben versucht, sich daran zu halten. Manchmal kann natürlich auch ein Fehler unterlaufen, aber wenn irgendwo fälschlicherweise der Adhan zu früh gerufen wird, gilt das Prinzip, das erläutert wurde. Der Ramadan beginnt nun auch, daher habe ich diese Anleitung gegeben. Aber die Leute sollten auch nicht so entspannt sein, dass sie ständig schauen, ob der Tag angebrochen ist oder nicht. Jedenfalls sind unsere Adhans und die Zeiten mit großer Berechnung und auf sehr kalkulierte Weise festgelegt, und da dieses Zeitalter moderner ist als jenes, ist die Wahrscheinlichkeit von Fehlern allgemein gering. Deshalb sollte man dem Zeitplan folgen und danach handeln, der entsprechend der Zeit jeder Region und jedes Landes erstellt wird.

Besondere Bittgebete und Gottvertrauen

Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib hat eine Überlieferung von Mufti Muhammad Sadiq Sahib wiedergegeben, der berichtete: ‚Zur Zeit des Verheißenen Messias (as) fand einmal ein Istisqa-Gebet (Gebet um Regen) statt, an dem Hadhrat Sahib teilnahm, und vielleicht war der Verstorbene Maulawi Muhammad Hasan Sahib der Imam. Die Leute weinten in diesem Gebet sehr, aber Hadhrat Sahibs Selbstbeherrschung war vollkommen, daher sah ich ihn nicht weinen. Ich erinnere mich, dass danach sehr bald Wolken aufzogen und es regnete, vielleicht regnete es sogar noch am selben Tag.‘ Jedenfalls möge niemand daraus schließen, dass er im Gebet nicht äußerlich weinte. In der Befolgung seines Meisters finden sich über seine Gottesdienste auch solche Berichte, dass im Zustand der Niederwerfung aus seiner Brust solche Geräusche kamen, als ob ein Topf koche. Er lag in der Niederwerfung und flehte mit einem Schmerz.

Hadhrat Mirza Bashir Sahib gibt eine Überlieferung von Hadhrat Amma Jan, Nusrat Jehan Begum Sahiba, wieder, dass die geehrte Mutter berichtete: ‚Der Verheißene Messias (as) pflegte außer den fünf täglichen Gebeten üblicherweise zwei Arten von Nawafil (freiwilligen Gebeten) zu verrichten. Einmal das Ishraq-Gebet, zwei oder vier Rak'at, das er ab und zu verrichtete; darin gab es keine Regelmäßigkeit. Und zweitens das Tahajjud-Gebet, acht Rak'at; dies verrichtete er immer, außer wenn er sehr krank war. Aber selbst in diesem Fall sprach er zur Zeit des Tahajjud im Bett liegend Bittgebete. Und im späten Alter verrichtete er das Tahajjud-Gebet aufgrund von Schwäche meist im Sitzen.

Gottesdienst während weltlicher Verpflichtungen

Hadhrat Maulawi Yaqub Ali Sahib schreibt: ‚Wenn er zum Verfolgen von Gerichtsverfahren ging, tat er dies, um die Pflicht des Gehorsams gegenüber seinem Vater zu erfüllen. Dort achtete er darauf, dass während der Verfahren kein Gebet jemals spät verrichtet wurde, und er hat auch nie eines spät verrichtet. Ebenso war er nicht nachlässig gegenüber jenen Pflichten, die die Rechte Allahs betreffen. Mitten im Gerichtshof vertiefte er sich zur Gebetszeit so sehr, als hätte er gar keine andere Arbeit. Und oft geschah es, dass er im Gebet vertieft war und im Prozess sein Aufruf erfolgte, doch er blieb mit derselben Seelenruhe im Gebet.

Einmal erzählte er: „Ich reiste nach Batala, um einen Rechtsfall zu verfolgen. Da wurde es Zeit für das Gebet, und ich begann zu beten.“ Das heißt, der Verheißene Messias (as) fing an zu beten. „Der Gerichtsdiener rief, aber ich war im Gebet. Die gegnerische Partei trat vor und wollte aus dem einseitigen Verfahren Nutzen ziehen – dass, wenn die andere Partei nicht erscheint, ein Versäumnisurteil gefällt wird. Darauf beharrte er sehr, aber das Gericht kümmerte sich nicht darum, entschied den Fall gegen ihn und gab mir das Urteil, entschied also zu meinen Gunsten. Als ich nach der Verrichtung des Gebets hinging, dachte ich, dass der Richter meine Abwesenheit vielleicht rechtlich gewertet hätte. Das Gesetz besagt ja, dass, wenn eine Partei nicht erscheint, das Urteil gegen sie gefällt wird. Aber als ich erschien und sagte, dass ich doch gebetet habe, sagte er: Ich habe das Urteil bereits zu Ihren Gunsten gefällt.“ Dies sind auch die Segnungen des Gottesdienstes, dass Allah auf diese Weise Seine Gnade erwies.

Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib hat eine weitere Überlieferung von Hadhrat Amma Jan wiedergegeben und schreibt: ‚Wenn der Verheißene Messias (as) zu Hause das Maghrib-Gebet leitete, rezitierte er meist jene Verse der Sure Yusuf, in denen diese Worte vorkommen:

اِنَّمَاۤ اَشۡکُوۡا بَثِّیۡ وَحُزۡنِیۡۤ اِلَی اللّٰهِ

– „Ich klage meinen Kummer und meine Trauer nur vor Allah.“‘ Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib sagt: ‚Ich möchte hinzufügen, dass in der Stimme des Verheißenen Messias (as) sehr viel Schmerz und Leidenschaft lag und er rezitierte mit einer melodisch fließenden Stimme.‘

Die Suche nach dem spirituellen Genuss

Ebenso hat Mirza Muhammad Din Sahib berichtet, dass er die Pflichtgebete in der Moschee verrichtete, während er die Sunnahs und Nawafil zu Hause darbrachte. Nach dem Ischa-Gebet ging er schlafen, und nach Mitternacht stand er auf und verrichtete Nawafil. Danach las er den Heiligen Qur'an. Er zündete eine Tonlampe an und rezitierte bis zum Adhan des Fajr-Gebets.

Ein anderer Biograf hat geschrieben: ‚Er hatte eine tiefe Liebe zum Heiligen Qur'an und zur Sunnah des Propheten (saw), und was auch immer seine Gottesdienste waren, sie überschritten nie den Qur'an und die Sunnah. Neben den fünf täglichen Gebeten hielt er sehr am Tahajjud-Gebet fest. Er betete auch das Ishraq-Gebet, aber er hatte eine große Liebe zum Tahajjud-Gebet. Im Gebet war seine Konzentration auf Allah so gewaltig und seine Vertiefung ging so weit, als ob er nicht in dieser Welt wäre. Im Tahajjud-Gebet las er die Sure Al-Fatiha mit großem Schmerz und großer Konzentration und sprach viele Bittgebete. Anfangs, wenn er im Gebet manchmal keine Konzentration fand, betete er das Gebet immer wieder und sagte: „Dieses Mittel habe ich von einem Alkoholiker gelernt.“

Hudhur sagte: „Einmal erlangte ich im Gebet keine volle Konzentration, also ging ich in den Wald, um dort zu beten. Auf dem Weg lag ein Basar. Dort sagte ein Hindu zu seinem Freund: ‚Gestern Abend haben wir ein Glas Wein getrunken, aber es gab keinen Rausch, also tranken wir ein zweites Glas. Als auch davon kein Rausch kam, tranken wir ein drittes Glas.‘ Kurz gesagt, er trank so immer wieder, bis der Rausch eintrat.“ Er sagte: „Ich dachte mir, dass ich auch immer wieder beten werde, bis der spirituelle Rausch eintritt.“ Die Pflichtgebete können freilich nicht wiederholt werden, die Aufmerksamkeit galt den Nawafil. Über die Nawafil sagte er also, er werde sie immer wieder verrichten, damit der Rausch eintritt, das heißt, damit die volle Konzentration erlangt wird.‘

Liebe zum Qur'an, Durood und die Heilung durch Honig

Außer dem Gebet bestand seine spirituelle Übung aus der Rezitation des Heiligen Qur'an, dem Durood Sharif und dem Istighfar (Bitte um Vergebung). Den Qur'an liebte er innig; er las ihn Tag und Nacht, im Sitzen, Aufstehen und Umhergehen, und weinte dabei herzzerreißend. Wie ich bereits erwähnte: Wenn er dort im Gebet nicht weinte, heißt das nicht, dass er gar nicht weinte. Er pflegte zu weinen; auch beim Lesen des Heiligen Qur'an überkam ihn Rührung. Den Durood Sharif rezitierte er häufig und mit Verständnis, und er las ihn mit solchem Schmerz, dass manchmal Weinen und Schluchzen damit einhergingen.

Bei einer Gelegenheit, als er das Verrichten des Ishraq-Gebets erwähnte, sprach er selbst darüber – hier wurde auch auf die Bedeutung und Weisheit von Honig hingewiesen, wonach das Gespräch letztendlich in das Thema Gottesdienst mündete - da über Honig und die Krankheit Diabetes diskutiert wurde, ob man bei Diabetes Honig essen solle oder nicht. Da sagte er: ‚Ich hatte durch Diabetes starke Beschwerden. Die Ärzte haben Süßes als äußerst schädlich bezeichnet – das heißt, wenn ein Mensch Diabetes hat, ist der Verzehr von Süßem sehr schädlich. Da sagte er: Heute dachte ich darüber nach, da kam mir der Gedanke, dass der Zucker usw., der auf dem Markt erhältlich ist, meist von Frevlern und Sündern hergestellt wird, und wenn dadurch Schaden entsteht, ist das nicht verwunderlich. Aber ‚Asal‘, also Honig, dieser wird ja durch die Offenbarung Gottes zubereitet, daher wird seine Eigenschaft keinesfalls wie die anderer Süßigkeiten sein. Wäre er wie diese, so wäre nicht speziell über ihn, im Gegensatz zu allen anderen Süßigkeiten, شِفَاءٌ لِلنَّاسِ (Heilung für die Menschen) gesagt worden. Doch darin wurde nur dieser [Honig] spezifiziert. Diese Besonderheit ist also ein Beweis für seinen Nutzen. Und da seine Herstellung mittels Offenbarung erfolgt, nimmt die Biene, die Nektar aus den Blüten saugt, sicher nur die nützlichen Bestandteile auf. Mit diesem Gedanken mischte ich etwas Honig mit Kewra [Aromawasser] und trank es. Nach kurzer Zeit verspürte ich großen Nutzen, so sehr, dass ich mich fähig fühlte, umherzugehen. Zuvor war ich deswegen sehr schwach geworden, also auf Grund von Diabetes. Und dann ging ich mit denen im Haus anwesenden bis zum Garten und verrichtete dort zehn Rak'at des Ishraq-Gebets.‘

Verhalten bei Naturereignissen und das Gemeinschaftsgebet

Hadhrat Mufti Muhammad Sadiq Sahib berichtet: ‚Einmal ereignete sich ein äußerst heftiges Erdbeben. Alle Häuser und Gegenstände begannen zu wanken und zu schwanken. Die Menschen waren verwirrt und verängstigt und gerieten in Panik. In einem solchen Moment war der Zustand des Messias Gottes sehenswert, denn in den Ahadith lasen wir immer, dass der Heilige Prophet (saw) bei solchen himmlischen und irdischen Ereignissen große Gottesfurcht auf seinem Gesicht ausstrahlte. Schon beim Erscheinen einer kleinen Wolke wurde er unruhig, mal ging er hinaus, mal hinein. Kurz gesagt, auch in diesem Moment ließ der Prophet Allahs den Ausspruch „Har ke arif-tar ast tarsan-tar ast“ in praktischer Weise völlig wahr werden. Dies ist ein persisches Sprichwort, das bedeutet: Je Erkennender (Arif) jemand ist, desto gottesfürchtiger ist er. Jedenfalls beschäftigte er sich sofort mit Beginn des Erdbebens zusammen mit der Familie und den Kindern mit Gebeten vor Allah und warf sich vor seinem Herrn nieder. Sehr lange blieb die ganze Familie samt Dienern im Qiyam, Ruku und Sujud und zitterte und fürchtete sich vor der Selbstgenügsamkeit Allahs.‘

Hadhrat Musleh Mau'ud (ra) erwähnte die Wichtigkeit des Gemeinschaftsgebets darlegend: ‚Da die Menschen heutzutage weit entfernt wohnen und es schwierig war, in die Moscheen zu kommen‘ – also in jener Zeit, egal wie groß die Entfernung war und es auch keine Fahrzeuge gab –, beteten die Leute zu Hause. Da sagte Hadhrat Musleh Mau'ud: ‚Zu Hause sollte man das Gebet nicht alleine verrichten, sondern im in der Gemeinschaft. Eine Möglichkeit für das Gemeinschaftsgebet besteht auch darin, die Ehefrau und die Kinder einzubeziehen und das Gebet zu Hause gemeinsam zu verrichten. Wenn ihr nicht in die Moschee gehen könnt, dann verrichtet es zu Hause in der Gemeinschaft. Da man sich aufgrund der Entfernungen angewöhnt hat, Gebete alleine zu verrichten‘ – er sagte dies, und die Wichtigkeit des Gemeinschaftsgebets sei in den Herzen der Menschen geringer geworden; genau das sehen wir auch heute – ,deshalb gebt diese Angewohnheit auf und gewöhnt euch das Gemeinschaftsgebet an.‘

Also auch heute, wo immer Mängel bestehen, sollten die Leute darauf achten, zu Hause mit den Kindern zu beten; dadurch werden sich auch die Kinder an die Gebete gewöhnen. Dann nannte er das Beispiel des Verheißenen Messias (as), dass er bei solchen Gelegenheiten, wenn er nicht zum Gebet in die Moschee gehen konnte, zu Hause das Gebet leitete und nur selten in einer Notlage das Gebet alleine verrichtete. Meistens ließ er unsere Mutter herbeirufen und leitete das Gebet, und zusammen mit unserer Mutter nahmen auch andere Frauen teil.

Zeugnisse aus der Zeit in Sialkot

Es gibt eine Überlieferung von Hadhrat Syed Zainul Abideen Waliullah Shah Sahib. Er berichtet: ‚Ich ging 1935 nach Sialkot. Dort traf ich eine sehr alte Dame, Mai Hayat Bibi, die die Tochter von Fazal Din Sahib und die verehrte Mutter von Hafiz Muhammad Shafi Sahib, dem Qari, war. Als ich die Gelegenheit hatte, sie zu treffen, saß die Dame auf der Schwelle ihres Hauses. Wir erkannten sie nicht, aber sie erkannte uns. Sie sagte „Assalamu Alaikum“ und sagte: „Kommt hierher.“ Die Dame war zu jenem Zeitpunkt 105 Jahre alt. Sie erzählte, dass sie zur Zeit des Aufstandes (1857), als hier Chaos herrschte‘ – sie erzählte von sich, wie alt sie sei – ‚und Büros und Gerichte angezündet wurden, damals war ich jung.‘

Jedenfalls erzählte die Dame im Laufe des Gesprächs nach dieser Erwähnung: ‚Ich kenne Mirza Sahib, also den Verheißenen Messias (as), seit jener Zeit, als er ganz am Anfang nach Sialkot kam und hier während seiner Anstellungszeit lebte. Mirza Sahib war zu der Zeit in einem Alter, in dem ein Lächeln das Gesicht erhellte, und sein Bart war noch nicht vollständig gewachsen. Nachdem Hadhrat Mirza Sahib nach Sialkot gekommen war, kam er zum Haus meines Vaters, rief ihn und sagte: „Mian Fazal Din Sahib, geben Sie mir Ihr zweites Haus für meine Unterkunft.“ Er wollte es mieten. Mein Vater öffnete die Tür und er kam herein. Wasser, Bett, Gebetsteppich usw. wurden bereitgestellt; mein Vater stellte auch Mirza Sahibs Gepäck dazu. Es war seine Angewohnheit‘ – also die Angewohnheit des Verheißenen Messias (as) –, ‚dass, wenn er vom Gericht zurückkehrte, er zuerst meinen Vater rief und ihn mit ins Haus nahm. Mirza Sahib pflegte meist mit unserem Vater zusammen zu sein. Auch sein Essen wurde bei uns gekocht; mein Vater brachte Mirza Sahib das Essen. Mirza Sahib ging hinein und schloss die Tür, und drinnen im Hof las er den Qur'an. Mein Vater pflegte zu erzählen, dass Mirza Sahib während der Qur'an-Rezitation manchmal in die Niederwerfung fällt und lange Niederwerfungen macht und so sehr weint, dass der Boden nass wird.‘ Die Dame sagte mehrfach, während sie vom Verheißenen Messias (as) erzählte: ‚Ich würde mich für seinen Namen opfern.‘ Diese Aussage machte sie in Anwesenheit ihres Sohnes.

Hadhrat Sheikh Yaqub Ali Sahib Irfani hat eine Überlieferung von Maulawi Mir Hasan Sahib, dem Lehrer von Dr. Allama Iqbal Sahib, wiedergegeben: ‚Hadhrat Mirza Sahib wohnte zuerst im Viertel der Kashmiris, das ganz in der Nähe der ärmlichen Hütte dieses Sünders liegt, zur Miete im Haus eines Kashmiri namens Umra. Wenn er vom Gericht kam, beschäftigte er sich mit der Rezitation des Heiligen Qur'an; er rezitierte sitzend, stehend und umhergehend und weinte herzzerreißend. Er rezitierte mit solcher Demut und Unterwürfigkeit, dass es seinesgleichen sucht.‘

Dann schreibt er: ‚Wie es die Gewohnheit der Weltlichen ist, kamen Leute wegen Gerichtsangelegenheiten und Fürsprache zu ihm, so wie man zu Beamten geht, damit ihr Fall zu ihren Gunsten ausgeht. So kamen auch Leute zu ihm. Der große Bruder dieses Umra, des Hausbesitzers, war Fazal Din Sahib, der im Viertel allgemein mit Respekt angesehen wurde. Einmal, als der Verheißene Messias (as) Leute bei sich im Gericht sitzen sah, rief er Mian Fazal Din und sagte: „Mian Fazal Din, erkläre diesen Leuten, dass sie nicht hierherkommen sollen, weder ihre Zeit verschwenden noch meine Zeit vergeuden sollen. Ich kann nichts tun, ich bin kein Herrscher. Die Arbeit, die mich betrifft, erledige ich im Gericht.“ Daraufhin erklärte Mian Fazal Din es diesen Leuten und schickte sie weg.‘

Ein Nicht-Ahmadi aus Patiala, Munshi Abdul Wahid Sahib, berichtet über Hudhurs Qur'an-Rezitation: ‚Hudhur (as) las im Alter von 14 oder 15 Jahren den ganzen Tag den Heiligen Qur'an und schrieb Notizen an den Rand.‘

Gebet als Zentrum des Lebens

Hadhrat Musleh Mau'ud (ra) schreibt über den Verheißenen Messias (as): ‚Er hatte schon seit seiner Kindheit, zu Lebzeiten seines Vaters, Gelegenheit, solch bittere Beispiele zu sehen, dass sein Gemüt der Welt gegenüber erkaltete. Und selbst als er noch ein ganz kleines Kind war, waren all seine Wünsche nur auf die Erlangung von Allahs Wohlgefallen gerichtet. So schreibt sein Biograf Sheikh Yaqub Ali Sahib in seiner Biografie eine seltsame Begebenheit, die sich auf sein sehr frühes Kindesalter bezieht. Er schreibt: „Als er noch sehr jung war, pflegte er zu einem gleichaltrigen Mädchen, das später auch seine Ehefrau wurde, zu sagen: ‚Bete, dass Gott mir das Gebet gewährt.‘“

Aus diesem Satz, der aus dem sehr frühen Kindesalter stammt, wird ersichtlich, welche Gefühle schon seit frühester Kindheit in seinem Herzen wogten und wie das Zentrum seiner Wünsche einzig und allein Gott war. Und zugleich zeigt sich jene Intelligenz, die schon im Kindesalter in ihm entstanden war, denn aus diesem Satz geht hervor, dass er auch damals Gott als den Erfüller aller Wünsche ansah und die Befähigung zum Gottesdienst ebenfalls von Ihm abhängig wusste.

Hadhrat Mufti Muhammad Sadiq Sahib berichtet, dass der Verheißene Messias (as) sagte: ‚Ich bin seit der Kindheit an das Fasten gewöhnt. Einmal fastete ich in der Kindheit und wurde krank, aber danach hielt ich neunundzwanzig Fastentage vollständig ein; es gab keine Beschwerden. Folglich war es für mich ein Eid (Fest) der Freude. Das Fasten hat besondere Segnungen. So wie jede Frucht einen eigenen Geschmack hat, so hat auch jeder Gottesdienst einen eigenen Genuss. In diesen Gottesdiensten liegt eine Spiritualität, die der Mensch nicht beschreiben kann. Wenn Begeisterung vorhanden ist, werden Schmerzen und Beschwerden geringer. Es sollte so sein, dass die Seele des Menschen im Gottesdienst äußerst fein wird, wie Wasser fließt und sich mit Gott vereint.‘

Der Vater des berühmten Führers Zafar Ali Khan Sahib (Herausgeber der Zeitung „Zamindar“), Maulawi Sirajuddin Sahib, schreibt bezüglich der Beschäftigungen des Verheißenen Messias (as) während seines Aufenthalts in Sialkot: ‚Im Jahr 1877 hatten wir die Ehre, eine Nacht als Gäste bei ihm in Qadian zu verbringen. Auch in jenen Tagen war er so sehr in Gottesdienst und spirituelle Übungen vertieft, dass er selbst mit Gästen wenig sprach.‘

Unermüdlicher Einsatz für das Gebet trotz Krankheit

Hadhrat Mirza Bashir Ahmad Sahib hat eine weitere Überlieferung angeführt, dass Hadhrat Bhai Abdur Rahman Sahib Qadiani berichtet: ‚Einen Tag vor dem Eid-ul-Adha im Jahre 1900, welcher der Hadsch-Tag war, sagte der Verheißene Messias (as) zu Hadhrat Maulawi Nuuruddin Sahib, Hadhrat Khalifatul Masih I. : „Ich möchte diesen Hadsch-Tag mit besonderen Gebeten verbringen. Deshalb sollen die Personen, die einen Antrag auf ein Gebet stellen möchten, ihre Namen nennen; erstellen Sie eine Liste und schicken Sie sie mir.“ So berichtet Hadhrat Bhai Sahib: „An diesem Tag gelangten durch die Vermittlung von Hadhrat Maulawi Nuuruddin Sahib sehr viele Gebetsanfragen an den Verheißenen Messias (as), und einige Gefährten schrieben ihre Gebetsanfragen auch direkt und schickten sie an Hudhur. Und da zu jener Zeit anlässlich des Eid auch viele Freunde von außerhalb nach Qadian kamen, um das Eid-Gebet zu verrichten und durch die Audienz beim Verheißenen Messias beehrt zu werden, schlossen auch sie sich dieser verborgenen Anregung an. Und dieser Tag verging in Qadian mit besonderen Gebeten, außergewöhnlichem Flehen und großen Segnungen.“‘

Der Verheißene Messias (as) beschrieb diesen Zustand, der in seinem Herzen für das Gemeinschaftsgebet entstand, in einer Versammlung und sagte: ‚Der Zustand meines Kopfes ist auch heute nicht gut, ich habe Schwindelgefühle. Wenn die Zeit für die Jamaat kommt‘ – also für das Gemeinschaftsgebet –, ‚dann kommt der Gedanke auf, dass alle versammelt sein werden und ich nicht dabei sein werde. Das heißt, die Leute werden versammelt sein, das Gebet in der Gemeinschaft wird stattfinden, und ich werde nicht teilnehmen; das bedauere ich. Deshalb komme ich fallend und aufstehend (mühsam) herbei. Heute habe ich auch Schwindel, aber jedenfalls bin ich irgendwie, stolpernd und fallend, doch noch in die Moschee gekommen.‘

Jedenfalls sagte er, nachdem er sich bemüht hatte: ‚Jedenfalls bemühe ich mich und komme dann in die Moschee. Und das geschieht nicht einmal, sondern oftmals, und auch heute geschah dies.‘ Auch in seinen Krankheitstagen war es sein Bestreben, das Gebet in der Gemeinschaft zu verrichten.

Die Vision einer betenden Gemeinde

Hadhrat Maulawi Abdul Karim Sahib Sialkoti sagt: ‚Der Ort, um ihn anzutreffen ist meistens die Moschee. Wenn er nicht krank ist, verrichtete er immer die fünf täglichen Gebete in der Gemeinschaft, und er betont das Gemeinschaftsgebet nachdrücklich. Er hat oftmals gesagt: „Nichts betrübt mich mehr als dies, dass das Gebet nicht mit der Jamaat verrichtet wird.“‘

Maulawi Sahib schreibt weiter: ‚Ich erinnere mich, dass er in den Tagen, als wenig Leute kamen und gingen, oft den großen Wunsch äußerte: „Ach, wäre es doch eine eigene Gemeinde, mit der wir gemeinsam fünfmal am Tag beten könnten.“ Und er sagte: „Ich bin im Gebet beschäftigt, und ich hoffe, dass Allah mein Gebet erhört.“ Nun schreibt er: ‚Heute ist es Gottes Gnade – dass die Anzahl der Betenden achtzig oder neunzig beträgt.‘ Jetzt haben wir durch Allahs Gnade in jedem Land unsere Moscheen. Deshalb sollten wir uns bemühen, unsere Moscheen zu den fünf Zeiten zu beleben, und uns anstrengen, jedes Gebet in der Gemeinschaft zu verrichten.

Maulawi Sahib schreibt: ‚Nachdem er die Pflicht des Gebets erfüllt hatte, ging er sofort hinein und beschäftigte sich mit der Arbeit des Verfassens von Büchern. Dann, nach dem Maghrib-Gebet, blieb er in der Moschee sitzen und aß auch dort gemeinsam mit den Freunden, und nach dem Ischa-Gebet ging er hinein.‘

Hadhrat Abdul Sattar Sahib berichtet: ‚Vor dem Anspruch von Hadhrat Sahib, als die kleine Mubarak-Moschee gebaut war, leitete der Verheißene Messias (as) die Gebete Zuhr, Asr, Maghrib und Ischa. Wir waren nur drei Personen, die mit ihm beteten. Ich erinnere mich noch gut an die Art, wie Hadhrat Sahib das Gebet leitete. Das heißt, er verrichtete jedes Gebet pünktlich und betete mit Demut, Bescheidenheit und Flehen, so wie ein Kind weinend etwas von seinen Eltern verlangt. Ein solches Gebet hatte eine große Wirkung auf die Herzen von uns Betenden. Dies ist die erste Lektion, die wir erhielten. Wenn Hadhrat Sahib nach dem Gebet fertig war und saß, schauten wir sein Gesicht an, das voller Licht war und unsere Herzen sehr anzog.‘

Das Totengebet und das unermüdliche Flehen

Pir Siraj-ul-Haq Sahib Numani berichtet: ‚Das Totengebet (Janaza), das Hadhrat Aqdas (as) leitete – Subhanallah, Subhanallah! Wie wunderbar und absolut gemäß der Sunnah er es leitete! Dieser Diener hatte hunderte Male die Gelegenheit das Totengebet, sowohl bei anwesendem als auch bei abwesendem Leichnam, zu leiten oder hinter ihm zu beten. Einst, als Mian Jan Muhammad aus Qadian verstarb, ging der Verheißene Messias (as) mit dem Leichenzug mit. Als der Leichnam des Verstorbenen zum Friedhof kam, leitete der Verheißene Messias (as) das Totengebet und war selbst der Imam. Das Gebet dauerte so lange, dass uns Betenden vom Stehen die Füße schmerzten und die verschränkten Hände wehtaten.

Als das Totengebet beendet war, machte sich der Verheißene Messias (as) auf den Heimweg. Ein Herr fragte ihn: „Hudhur, das Gebet dauerte so lange, dass wir müde wurden. Wie muss es Hudhur ergangen sein?“ Hadhrat Aqdas (as) sagte: „Was haben wir mit Müdigkeit zu tun? Wir haben doch zu Allah gebetet und von Ihm für diesen Verstorbenen Vergebung erfleht. Wir baten Ihn für diesen Verstorbenen um Vergebung. Wird ein Bettler jemals müde? Wer vom Bitten müde wird, der geht leer aus. Wir sind Bittsteller, und Er ist der Gebende. Was heißt dann müder werden? Wo auch nur eine geringe Hoffnung besteht, da bleibt der Bittsteller standhaft. Und am Hofe des Einen (Ahad) gibt es doch alle Hoffnungen. Er ist der Geber (Mu'ti), der Gewährer (Wahhab), der Gnädige (Rahman), der Barmherzige (Rahim) und zudem der Eigentümer (Malik), und darüber hinaus ist Er der Allmächtige (Aziz). Was stellt sich da die Frage nach Müdigkeit?“‘

Möge Allah auch uns befähigen, unsere Gebete mit diesem Verständnis zu verrichten. Wir haben das Bai’at (Treuegelübde) dem Verheißenen Messias (as) auch mit dem Versprechen abgelegt, dass wir die Gebete gemäß dem Gebot Gottes und des Gesandten verrichten werden. Wir werden die Gebete verrichten, indem wir den Wohltaten Allahs gedenken und Ihn preisen. Möge Allah uns befähigen, auch dieses Versprechen zu erfüllen.

Bekanntgabe von Totengebeten in Abwesenheit

Nach dem Gebet werde ich ein, zwei Totengebete in Abwesenheit leiten.

Das erste ist für die geehrte Amat-ul-Sharif Sahiba, Gattin von Mahmood Ahmad Butt Sahib aus Dariyaanwala, Narowal, die in den vergangenen Tagen im Alter von 84 Jahren verstorben ist.

اِنَّا لِلّٰہِ وَاِنَّاۤ اِلَیۡہِ رٰجِعُوۡنَ

[„Wahrlich, Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.“] Durch die Gnade Allahs war sie eine Musia (Teilnehmerin am Wasiyyat-System). Sie war die Tochter von Hadhrat Maulawi Umar Din Sahib (ra), einem Gefährten des Verheißenen Messias (as), der im Jahr 1903 das Bai’at ablegte.

Einer ihrer Söhne, Asif Mahmood Butt Sahib, ist Murrabi Silsila in Tansania und konnte aufgrund seines Einsatzes nicht am Begräbnis teilnehmen. Ihr Sohn schreibt: ‚Sie besaß unzählige Eigenschaften. Die hervorstechendste Eigenschaft war ihre Bindung zu Allah. Sie hatte eine unermessliche Liebe zum Heiligen Qur'an. Jeden Tag nach dem Fajr-Gebet brachte sie den Kindern des Viertels das Lesen des Heiligen Qur'an bei. Sie pflegte zu sagen: „Im hohen Alter habe ich alles vergessen, aber der Heilige Qur'an ist mir durch Allahs Gnade im Gedächmis geblieben.“‘ Sie hatte eine außergewöhnliche Leidenschaft für die Bücher des Verheißenen Messias (as). Ihr Schwiegersohn berichtet, sie habe ihm beim Abschied nach Qadian gesagt: „Geh dort so viel wie möglich zu Fuß, denn in den Gassen dort ist der Verheißene Messias (as) zu Fuß gegangen.“ Möge Allah ihr vergeben und ihre Gebete zugunsten ihrer Kinder in Erfüllung gehen lassen.

Das zweite Totengebet ist vom geehrten Sheikh Bashir Ahmad Sahib aus Lahore. Er ist in den vergangenen Tagen im Alter von 97 Jahren verstorben.

اِنَّا لِلّٰہِ وَاِنَّاۤ اِلَیۡہِ رٰجِعُوۡنَ

[„Wahrlich, Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.“] Durch die Gnade Allahs war er ein Musi. Er war der jüngere Sohn des verstorbenen Sheikh Muhammad Din Sahib, dem Mukhtar-e-Aam der Sadr Anjuman Ahmadiyya. Er pflegte das Tahajjud-Gebet regelmäßig zu verrichten, fastete regelmäßig und besaß hohe moralische Charaktereigenschaften. Er war ein aufrichtiger Mitarbeiter der Jamaat Ahmadiyya Lahore und über zwanzig Jahre lang Präsident seines Halqas. Er hatte eine Beziehung vollster Treue zum Khilafat und lehrte dies auch seinen Kindern.

Ich habe auch gesehen, dass er ein sehr bescheidener Mensch war und jedem mit großer Demut begegnete. Seine Tochter sagt: ‚Nach dem Fajr rezitierte er mit sehr schöner Stimme den Heiligen Qur’an, was für uns alle Kinder eine Quelle der Tarbiyyat war.‘ Obwohl er ein Geschäftsmann war, sprach er nicht über weltliche Dinge, sondern lehrte die Kinder den Glauben. Möge Allah ihm vergeben und mit barmherzig umgehen und seine Gebete zugunsten seiner Kinder in Erfüllung gehen lassen.

TahajjudDas freiwillige Nachtgebet, das im letzten Drittel der Nacht vor der Morgendämmerung verrichtet wird.
SunnahDie Lebensweise, Taten und Aussprüche des Heiligen Propheten Muhammad (saw), die als Vorbild dienen.
ChillaEine vierzigtägige spirituelle Abgeschiedenheit oder asketische Übung.
NawafilZusätzliche, freiwillige Gebetseinheiten über die fünf Pflichtgebete hinaus.
SehriDie Mahlzeit, die vor Beginn des Fastens in der Morgendämmerung eingenommen wird.
Bai'atDas Treuegelübde, das ein Gläubiger gegenüber einem spirituellen Führer ablegt.
IstighfarEin Gebet um Vergebung der Sünden.
IstisqaEin spezielles Bittgebet um Regen in Zeiten der Dürre.
Durood SharifSegenswünsche, die für den Heiligen Propheten Muhammad (saw) gesprochen werden.
IshraqEin freiwilliges Gebet, das kurz nach Sonnenaufgang verrichtet wird.
Themen:
Das Vorbild des Verheißenen Messias (as) in der Nachfolge des ProphetenBedeutung und Praxis des Tahajjud-GebetsDie Wichtigkeit des Gemeinschaftsgebets (Salat-at-Jama'at)Mäßigung und der Mittelweg im GottesdienstTiefe Liebe und Hingabe zum Heiligen Qur'anRegeln und Weisheiten zum Fasten und zur Sehri-ZeitDie Kraft des Gebets in schwierigen LebenslagenTreue zum Khilafat und moralische Erziehung der Kinder

Tatplan der Woche

Checkliste für den Alltag

  • Verrichte diese Woche jedes Gebet, wann immer möglich, in der Gemeinschaft - sei es in der Moschee oder mit der Familie zu Hause.
  • Versuche mindestens zwei- bis dreimal in dieser Woche für das Tahajjud-Gebet aufzustehen, um eine persönliche Verbindung zu Allah zu stärken.
  • Lies den Heiligen Qur'an täglich mit tiefer Konzentration und versuche, die Bedeutung der Verse in dein Herz zu lassen.
  • Achte darauf, religiöse Praktiken mit Mäßigung und Beständigkeit auszuüben, anstatt dich in extreme, zermürbende Anstrengungen zu stürzen.
  • Erhöhe die Häufigkeit deiner Durood-Rezitationen und deines Istighfar (Bitte um Vergebung) während deines täglichen Ablaufs.

📚 Wortschatz-Kiste

Ein besonderes Gebet, das man mitten in der Nacht verrichtet. Tahajjud تہجد
Der Gebetsruf, der die Muslime zum Gebet einlädt. Adhan اذان
Die Lebensweise und Beispiele des Heiligen Propheten Muhammad (saw). Sunnah سنت
Gottesdienst oder die Anbetung Gottes. Ibadat عبادت
Besondere Segenswünsche für den Heiligen Propheten Muhammad (saw). Durood Sharif درود شریف
Allah um Vergebung für die eigenen Fehler bitten. Istighfar استغفار
Die Mahlzeit am frühen Morgen, bevor das Fasten beginnt. Sehri سحری
Ein heiliges Versprechen oder Treuegelübde gegenüber einem geistigen Führer. Bai'at بیعت
Freiwillige Gebete, die man zusätzlich zu den Pflichtgebeten macht. Nawafil نوافل
Das System der Nachfolge und die geistige Führung in der Gemeinde. Khilafat خلافت

Khutba für Kinder

MTA Germany
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