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Ansprache Lesen
Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.
Zusammenfassung
Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
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Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.
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Wöchentlicher Umsetzungsplan vom Missionary Incharge Büro basierend auf der Khutba
Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles
MTA GermanyDeutsche Übersetzung
Das brennende Sehnen nach Tauhid und die Opferbereitschaft der Gefährten
In der Freitagsansprache vom 13. März 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba):
Im Hinblick auf den Charakter des Heiligen Propheten (saw) erwähnte ich vor zwei Freitagen sein brennendes Sehnen nach Tauhid [Einheit Gottes]. Dies war der Zweck, für dessen Erfüllung er gesandt wurde. Dieses Verlangen spiegelte sich nicht nur in seinen eigenen Worten und Taten wider, sondern er hauchte auch seinen Gefährten und Anhängern einen derartigen Geist ein, dass sie bereit waren, für den Tauhid jedes Opfer zu bringen – eine Opferbereitschaft, die beispiellos ist. Wie dem auch sei, heute werde ich weiterhin über genau diesen Aspekt des Charakters des Heiligen Propheten (saw) sprechen, wobei auch die Opfer einiger Gefährten Erwähnung finden wird. Es war das Resultat des praktischen Vorbilds, des tiefen Sehnens und des Gebets des Heiligen Propheten (saw), dass auch die Gefährten ein Niveau erreichten, auf dem sie zu jedem Opfer bereit waren.
Die Härten, die der Heilige Prophet (saw) für die Errichtung von Tauhid ertrug, werden in einer Überlieferung wie folgt beschrieben: Einst fragten die Götzendiener den Gesandten Allahs (saw): „Sagst du diese Dinge nicht über unsere Götzen?“ Er antwortete: „Ja.“ Daraufhin umzingelten sie ihn. Zu jenem Zeitpunkt sagte jemand zu Hadhrat Abu Bakr: „Schau nach deinem Freund.“ Hadhrat Abu Bakr eilte hinaus und erreichte die Heilige Moschee. Er fand den Gesandten Allahs (saw) in einem Zustand vor, in dem die Menschen ihn umringt hatten. Hadhrat Abu Bakr rief: „Wehe euch!“ Dann zitierte er, wie es im Heiligen Qur'an heißt:
اَتَقۡتُلُوۡنَ رَجُلًا اَنۡ یَّقُوۡلَ رَبِّیَ اللّٰہُ وَقَدۡ جَآءَکُمۡ بِالۡبَیِّنٰتِ مِنۡ رَّبِّکُمۡ
„Wollt ihr einen Mann töten, nur weil er sagt: ‚Mein Herr ist Allah‘, obwohl er doch mit klaren Beweisen von eurem Herrn zu euch gekommen ist?“
Daraufhin ließen sie zwar vom Heiligen Propheten (saw) ab, stürzten sich dann aber auf Hadhrat Abu Bakr und begannen, ihn zu schlagen. Hadhrat Asma, die Tochter von Hadhrat Abu Bakr, berichtet: „Als er zu uns zurückkehrte und seine Haare berührte, fielen sie einfach aus.“ Man hatte ihn derart heftig an den Haaren gezogen, dass sie mitsamt den Wurzeln ausgerissen worden waren, während Hadhrat Abu Bakr unablässig sprach:
تَبَارَكْتَ يَا ذَا الْجَلَالِ وَالْإِكْرَامِ
„O Du Herr der Majestät und der Ehre, Du bist voller Segen.“
In einer weiteren Überlieferung heißt es, dass diese Leute so gewaltsam an dem gesegneten Kopf und dem gesegneten Bart des Heiligen Propheten (saw) zogen, dass ein Großteil seiner Haare ausfiel. Daraufhin stellte sich Hadhrat Abu Bakr schützend vor ihn und rief:
اَتَقۡتُلُوۡنَ رَجُلًا اَنۡ یَّقُوۡلَ رَبِّیَ اللّٰہُ
„Wollt ihr einen Mann töten, nur weil er sagt: ‚Mein Herr ist Allah‘?“ Zudem weinte Hadhrat Abu Bakr auch dabei. Daraufhin sagte der Gesandte Allahs (saw): „O Abu Bakr, lass sie gewähren. Ich schwöre bei Dem, in dessen Hand mein Leben liegt, ich wurde zu ihnen gesandt, damit ich mich opfere.“ Daraufhin ließen sie vom Gesandten Allahs (saw) ab. Das bedeutet, just in dem Moment, als sie den Heiligen Propheten (saw) grausam quälten und schlugen und Hadhrat Abu Bakr dazwischenging, sagte der Heilige Prophet (saw), dass er diese in Ruhe lassen solle.
Ähnliches berichtet ein Überlieferer namens Harith bin Harith Ghamidi. Als er sah, wie die Quraisch den Heiligen Propheten (saw) drangsalierten, fragte er seinen Vater: „Wer sind diese Leute?“ – Dies war kein isoliertes Ereignis; zahllose solcher Vorfälle geschahen ständig. Sie ähneln einander, wurden jedoch von verschiedenen Personen beobachtet und überliefert, mal mit mehr, mal mit weniger Details. – Wie dem auch sei, als er dies sah, fragte er seinen Vater, wer diese Leute seien, die dort Unrecht verübten. Sein Vater antwortete, dass diese Leute sich um ihren „Sabi“ versammelt hätten. Die Mekkaner nannten den Heiligen Propheten (saw) und die Muslime spöttisch Sabi. Der Überlieferer berichtet weiter: „Wir stiegen ebenfalls von unseren Reittieren ab und sahen, dass der Gesandte Allahs (saw) die Menschen zum Tauhid Allahs, dem Erhabenen, und zum Glauben an Ihn einlud, während sie ihn ablehnten und ihm Leid zufügten. Dies hielt bis zur Mittagszeit an, woraufhin die Leute sich von ihm abwandten.“ Die Erwähnung der Grausamkeiten, die ihm widerfuhren, findet sich in verschiedenen Geschichtsbüchern.
Grausame Verfolgungen in Mekka und unerschütterliche Standhaftigkeit
Unter Bezugnahme darauf hat Hadhrat Musleh Mau'ud (ra) in der „Einführung in den Heiligen Qur’an“ geschrieben, dass er (saw) einst durch einen Basar ging, als eine Gruppe von mekkanischen Übeltätern ihn umzingelte. Den gesamten Weg über schlugen sie ihm auf den Nacken und riefen: „Leute, das ist der Mann, der behauptet, ein Prophet zu sein.“ Aus den benachbarten Häusern warf man unaufhörlich Steine in sein Haus. Auch Unrat und stinkende Abfälle wurden in sein Zuhause geworfen. Sogar in die Kochstellen schleuderte man Unrat, darunter Eingeweide von Ziegen und Kamelen. Wenn er betete, warf man Staub, Sand und Asche auf ihn. Die Situation wurde so unerträglich, dass er gezwungen war, Schutz unter einem aus dem Felsen ragenden Stein zu suchen, um dort sein Gebet verrichten zu können.
Doch Tausende und Abertausende Durood (Segenswünsche) seien auf das gesegnete Wesen des Heiligen Propheten (saw), denn jenes inbrünstige Verlangen zur Etablierung von Tauhid [Einheit Gottes], das in seiner Brust wogte, ließ nicht für den Bruchteil einer Sekunde nach. Er ertrug all diese Qualen mit Herzensfreude und Vergnügen, und dennoch nahm seine Barmherzigkeit und Liebe zur Menschheit nicht im Geringsten ab. Hadhrat Musleh Mau'ud (ra) schreibt weiter, dass, wenn wir die Begebenheiten aus dem Leben des Heiligen Propheten (saw) betrachten, uns dieser Anspruch als eine unumstößliche Tatsache vor Augen geführt wird. Auf Schritt und Tritt begegnen uns Ereignisse, die von seiner enormen Liebe und Barmherzigkeit gegenüber der Menschheit zeugen. So musste er jahrelang grenzenlose Qualen durchleiden, nur um die Botschaft des Einen Gottes zu übermitteln.
Einmal warfen ihm die Ungläubigen in der Kaaba ein Tuch um den Hals und würgten ihn so stark, dass seine Augen rot anliefen und hervorquollen. Als Hadhrat Abu Bakr davon hörte, eilte er herbei. Als er den Gesandten Allahs (saw) in solch einer Qual sah, kamen ihm Tränen in die Augen. Er stieß die Ungläubigen beiseite und rief: „Fürchtet Gott! Wollt ihr einen Mann nur deshalb quälen, weil er sagt, dass Gott sein Herr ist?“ Ein anderes Mal stand der Heilige Prophet (saw) in der Heiligen Moschee und wandte sich mit folgenden Worten an die mekkanischen Götzendiener: „Sprecht:
لَا إِلٰهَ إِلَّا اللَّهُ
(Es gibt keinen Gott außer Allah). Wenn ihr das sagt, werdet ihr erfolgreich sein.“ Bei diesen Worten stürzten sich die Quraisch auf ihn. Ein Mann kam laut schreiend herbei, um ihn anzugreifen. Daraufhin war Harith bin Abi Hala der Erste, der dem Heiligen Propheten (saw) zu Hilfe eilte. Er begann, gegen diese Leute zu kämpfen und drängte sie vom Gesandten Allahs (saw) zurück. Doch dann fielen sie alle über ihn her und fügten ihm – Harith – schließlich den Märtyrertod zu.
Als Strafe für sein „Verbrechen“, Tauhid [Einheit Gottes] zu verkünden, hielten die mekkanischen Ungläubigen ihn und seine Familie drei Jahre lang im Tal von Abu Talib (Shi'b Abi Talib) gefangen. Es wurde ein vollständiger sozialer Boykott verhängt. Als diese Blockade schließlich endete, begann der Heilige Prophet (saw) einerseits, die Botschaft von Tauhid [Einheit Gottes] mit noch größerer Entschlossenheit und Ausdauer in ganz Mekka zu verbreiten – weitaus intensiver als zuvor. Andererseits nahmen die Quraisch ihre grausamen Angriffe auf ihn wieder auf.
Die beschwerliche Reise nach Ta'if
Sehr bekannt ist auch das Ereignis seiner Reise nach Ta'if, das bereits in der Vergangenheit mehrfach auf verschiedenste Weise in der Geschichte geschildert wurde. Hadhrat Mirza Bashir Ahmad (ra) hat dieses Ereignis wie folgt beschrieben: Als die Belagerung im Tal von Abu Talib aufgehoben wurde und der Heilige Prophet (saw) in seinen Bewegungen wieder eine gewisse Freiheit erlangte, beschloss er, nach Ta'if zu gehen, um die dortigen Menschen zum Islam einzuladen. Ta'if – wie bereits erwähnt, aber hier noch einmal im Detail – war ein bekannter Ort, der etwa vierzig Meilen [ca. 64 Kilometer] südöstlich von Mekka lag und von dem Stamm der Banu Thaqif bewohnt wurde. Lässt man die besondere spirituelle Bedeutung der Kaaba beiseite, war Ta'if Mekka ebenbürtig. Dort lebten sehr wohlhabende, einflussreiche und reiche Menschen. Selbst die Mekkaner erkannten die Bedeutung von Ta'if an, was im Heiligen Qur'an durch ihre eigenen Worte belegt wird:
وَقَالُوۡا لَوۡلَا نُزِّلَ ہٰذَا الۡقُرۡاٰنُ عَلٰی رَجُلٍ مِّنَ الۡقَرۡیَتَیۡنِ عَظِیۡمٍ
„Sie sagen: ‚Warum ist dieser Qur'an nicht auf einen angesehenen Mann aus den beiden Städten (Mekka oder Ta'if) herabgesandt worden?‘“
Kurzum, im Monat Schawwal des zehnten Jahres seiner Prophetenschaft reiste der Heilige Prophet (saw) allein nach Ta'if, beziehungsweise war Zaid bin Haritha laut einigen Überlieferungen ebenfalls mit ihm. Nach seiner Ankunft blieb er zehn Tage dort und traf nacheinander zahlreiche Stammesführer der Stadt. Doch auch für diese Stadt war es, genau wie für Mekka, zum damaligen Zeitpunkt nicht bestimmt, den Islam anzunehmen. Sie alle lehnten ab und machten sich stattdessen über ihn lustig. Schließlich suchte er Abd Yalayl auf, den obersten Führer von Ta'if, und lud ihn zum Islam ein. Doch auch er lehnte strikt ab und sagte in spöttischem Ton: „Wenn du die Wahrheit sprichst, bin ich nicht befugt, mit dir zu reden. Bist du jedoch ein Lügner, ist ein Gespräch ohnehin zwecklos.“ Dies war seine Antwort an den Heiligen Propheten (saw). Aus Sorge, die Worte des Heiligen Propheten (saw) könnten die Jugend der Stadt beeinflussen, fügte er hinzu: „Es wäre besser, wenn Sie von hier verschwinden, denn hier ist niemand bereit, dir zuzuhören.“
Anschließend hetzte dieser Unglückselige die Taugenichtse der Stadt auf ihn. Als der Heilige Prophet (saw) die Stadt verließ, folgten ihm diese Leute lärmend und begannen, ihn mit Steinen zu bewerfen, bis sein gesamter Körper blutüberströmt war. Über eine Strecke von drei Meilen verfolgten sie ihn, überschütteten ihn mit Schmähungen und ließen Steine auf ihn herabregnen.
Zuflucht im Garten, das Gebet und die Rückkehr nach Mekka
Drei Meilen von Ta'if entfernt befand sich ein Garten, der Utbah bin Rabi'ah, einem Anführer der Mekkaner, gehörte. Dort suchte der Heilige Prophet (saw) Zuflucht, und die grausamen Verfolger kehrten erschöpft um. Im Schatten dieses Gartens betete er zu Allah mit folgenden Worten:
اللَّهُمَّ إِلَيْكَ أَشْكُو ضُعْفَ قُوَّتِي وَقِلَّةَ حِيلَتِي وَهَوَانِي عَلَى النَّاسِ، يَا أَرْحَمَ الرَّاحِمِينَ، أَنْتَ رَبُّ الْمُسْتَضْعَفِينَ وَأَنْتَ رَبِّي
O mein Herr, bei Dir allein beklage ich meine Kraftlosigkeit, meine Hilflosigkeit und meine Geringfügigkeit vor den Menschen. O Du Barmherzigster aller Barmherzigen, Du allein bist der Wächter und Beschützer der Schwachen und der Hilflosen, und Du bist mein Herr.“ Weiter betete er – die Übersetzung lautet: „Ich suche Zuflucht im Lichte Deines Antlitzes, denn Du allein bist es, der die Dunkelheiten vertreibt und den Menschen zum Erben der Wohltaten im Diesseits und im Jenseits macht.“
Utbah und Schaibah hielten sich zu jenem Zeitpunkt in diesem Garten auf. Als sie ihn in diesem Zustand sahen, bewogen sie – sei es aus fernem oder nahem Verwandtschaftsgefühl, aus nationalem Pflichtbewusstsein oder aus welchen Gründen auch immer – ihren christlichen Sklaven namens Addas, ihm eine Schale mit Trauben zu bringen. Der Heilige Prophet (saw) nahm sie an und fragte Addas: „Woher stammst du und welcher Religion gehörst du an?“ Er antwortete: „Ich komme aus Ninive und bin Christ.“ Der Heilige Prophet (saw) fragte: „Ist es dasselbe Ninive, in dem Yunus bin Matta, der rechtschaffene Diener Gottes, lebte?“ Addas sagte: „Ja, aber woher wissen Sie über Yunus Bescheid?“ Er erwiderte: „Er war mein Bruder, denn er war ein Prophet Allahs, und auch ich bin ein Prophet Allahs.“ Daraufhin übermittelte er ihm die Botschaft des Islam, was Addas zutiefst berührte. In aufrichtiger Hingabe trat er vor und küsste die Hände des Heiligen Propheten (saw).
Utbah und Schaibah beobachteten diese Szene aus der Ferne. Als Addas zu ihnen zurückkehrte, fragten sie: „Addas, was ist in dich gefahren, dass du die Hände dieses Mannes geküsst hast? Er wird noch deinen Glauben ruinieren, obwohl dein Glaube doch besser ist als seiner.“
Nachdem sich der Heilige Prophet (saw) noch eine Weile in diesem Garten ausgeruht hatte, brach er auf und erreichte Nakhlah, das eine Tagesreise von Mekka entfernt liegt. Dort hielt er sich einige Tage auf und zog dann weiter zum Berg Hira. Da die Reise nach Ta'if offensichtlich gescheitert war, bestand die Befürchtung, dass die Mekkaner noch kühner werden und ihre Grausamkeiten verschärfen könnten. Aus diesem Grund sandte er jemanden zu Mut'im bin Adi mit der Botschaft: „Ich möchte nach Mekka zurückkehren. Kannst du mir dabei Unterstützung gewähren?“ Mut'im war ein überzeugter Ungläubiger, doch er besaß einen noblen Charakter. Eine solche Bitte in derartigen Umständen abzulehnen, widersprach der Natur der angesehenen Leute Arabiens.
Daher rief er seine Söhne und Verwandten zusammen, sie bewaffneten sich, stellten sich bei der Kaaba auf und ließen dem Propheten (saw) ausrichten, dass er kommen könne. Er betrat Mekka, vollzog den Tawaf [Umrundung] der Kaaba und begab sich dann mit Mut'im und seinen Söhnen unter dem Schatten der Schwerter zu seinem Haus. Unterwegs sah Abu Jahl Mut'im in diesem Zustand und fragte verwundert:
أَمُجِيرٌ أَمْ تَابِعٌ
„Hast du Muhammad lediglich Schutz gewährt oder folgst du ihm nun?“ Mut'im antwortete: „Ich bin nur sein Beschützer, kein Gefolgsmann.“ Daraufhin sagte Abu Jahl: „Dann ist es in Ordnung.“ Mut'im verstarb jedenfalls im Zustand des Unglaubens. Dies war eine gute Tat, die er vollbracht hatte.
In einem Hadith wird überliefert, dass Hadhrat Aischa den Heiligen Propheten (saw) einst fragte: „Haben Sie jemals einen Tag erlebt, der noch schmerzhafter war als der Tag von Uhud?“ Er antwortete: „O Aischa, durch dein Volk musste ich überaus harte Zeiten durchstehen.“ Dann berichtete er ihr von seiner Reise nach Ta'if und sagte: „Auf dem Rückweg von dieser Reise kam der Engel der Berge zu mir und sprach: ‚Gott hat mich zu Ihnen gesandt, damit ich, falls Sie es befiehlen, diese beiden Berge (die sich rechts und links befinden) über diesen Menschen zusammenschlagen lasse, um sie völlig auszulöschen.‘“ Der Prophet (saw) entgegnete: „Nein, nein! Ich hoffe, dass Allah aus ihren Nachkommen Menschen hervorbringen wird, die den Einen Wahren Gott anbeten werden.“ Sein Mitgefühl behielt die Oberhand, gestützt auf die feste Gewissheit, dass eines Tages ihre Nachkommenschaft den Islam annehmen und fest an die Einheit Gottes [Tauhid] glauben würde.
Ein Leben für die Verkündigung der Einheit Gottes
Zu den Härten, die er für Tauhid ertrug, schrieb Hadhrat Musleh Mau'ud (ra) an einer Stelle: „Alle Qualen, die ihm von seinen Feinden zugefügt wurden, geschahen nur, weil er Tauhid verkündete. Man schlug ihn, hetzte Hunde und Jugendliche auf ihn. Als er einmal nach Ta'if ging, wurde er derart geschlagen, dass er von Kopf bis Fuß blutüberströmt war.“ Diese Details habe ich gerade erläutert. „Oft stürzte er vor Schmerz zu Boden, doch sobald er wieder aufstand, warfen sie erneut Steine nach ihm. Sogar in diesem Zustand kamen nur folgende Worte über seine Lippen: ‚O Gott, vergib diesen Menschen, denn sie sind unwissend über die Wahrheit.‘ Selbst inmitten all dieser Widrigkeiten gab er die Verkündigung von Tauhid niemals auf und sagte stets: ‚Egal, was sie mir antun, ich werde die Verkündigung von Tauhid niemals aufgeben.‘ Selbst als der Zeitpunkt seines Ablebens nahte, waren dies seine letzten Worte. Das bedeutet, sein ganzes Leben kreiste um Tauhid, und auch vor seinem Ende mahnte er: ‚Begeht nach mir keinen Schirk [Vielgötterei].‘“
Hadhrat Musleh Mau'ud (ra) schreibt weiter: „Ich bin der Auffassung, dass Allah, der Erhabene, Tauhid schon bei der Geburt des Heiligen Propheten (saw) bewies, indem Er seinen Vater noch vor seiner Geburt und seine Mutter kurz danach abberief. Dass seine Eltern starben, geschah im Grunde nach dem Willen Allahs, um einen Beweis für Seinen Tauhid zu liefern. Die extreme Hilflosigkeit seiner Kindheit, ohne Vater und Mutter, und sein schließlich glorreiches Ende sind selbst der größte Beweis für die absolute Einheit Gottes. Dies zeigt deutlich, dass Allah, dessen Tauhid er stets verkündete, derjenige war, der ihn von der Kindheit bis zum Ende bewahrte und schützte.“
Es finden sich auch Überlieferungen über seine Predigten auf den arabischen Basaren. So wird berichtet, dass der Heilige Prophet (saw) in Mekka sowohl individuell als auch öffentlich predigte, um Tauhid zu etablieren. Darüber hinaus pflegte er, bestimmte Basare der Araber aufzusuchen und dort die Botschaft zu verkünden, sich dem Einen Gott ohne Partner zuzuwenden. Außerhalb Mekkas gab es verschiedene Versammlungsorte, an denen Handel getrieben wurde und die Menschen zusammenkamen. Diese nannte man „aswaqu l-arab“, Basare der Araber. In der indopakistanischen Kultur nennt man dies „Mela“ (Jahrmarkt). Auf diese Weise wurde dort Mela abgehalten. Ukaz, Majannah und Dhul-Majaz waren die Basare der Quraisch und der Araber. Der größte von ihnen war der Basar von Ukaz, der drei Tagesreisen von Mekka entfernt lag.
Die Araber verbrachten dort den gesamten Monat Schawwal. Danach zogen sie weiter zum Basar von Majannah in Marrul-Zahran, nur wenige Meilen von Mekka entfernt, und blieben dort bis zum 20. Dhul-Qa'dah. Anschließend zogen sie weiter zum Markt von Dhul-Majaz, drei Meilen von Arafat entfernt, where sie bis zu den Tagen des Hajj verweilten. An all diesen Orten pflegte der Heilige Prophet (saw) zu predigen.
Hadhrat Jabir überliefert, dass der Heilige Prophet (saw) zehn Jahre lang in Mekka blieb. Zur Zeit des Hajj besuchte er die Basare von Ukaz und Majannah, ging zu den Häusern und Aufenthaltsorten der Menschen und verkündigte ihnen [seine Botschaft]. Er pflegte zu sagen: „Wer ist es, der mir Schutz gewährt? Wer ist es, der mich unterstützt, damit ich die Botschaft meines Herrn verkünden kann? Ihm wird dafür das Paradies zuteil!“
Hadhrat Rabi'ah bin Abbad – der auch die Zeit der Ignoranz [Jahiliyyah] miterlebte und später Muslim wurde – berichtet: „Ich sah den Heiligen Propheten (saw) mit meinen eigenen Augen auf dem Basar von Dhul-Majaz. Er sprach zu den Menschen: ‚O ihr Menschen, sagt: ‚Es gibt keinen Gott außer Allah, und ihr werdet erfolgreich sein.‘‘ Der Prophet (saw) schritt durch die Gassen des Basars, während die Leute ihn anbrüllten. Doch ich sah niemanden, der bereit gewesen wäre, seine Worte anzunehmen. Dennoch schwieg der Prophet (saw) nicht und wiederholte unermüdlich: ‚O ihr Menschen, sagt: ‚Es gibt keinen Gott außer Allah, und ihr werdet erfolgreich sein.‘‘“
Aufgrund der Verbreitung der Botschaft von Tauhid musste er von Freund und Feind gleichermaßen viel Leid ertragen. Trotz dessen, dass er nicht einmal offen beten konnte, verkündigte er weiterhin die Botschaft; [wobei die Gefahr bestand, dass] sie seinen Gottesdienst unterbrechen und stören und ihn angreifen würden. Auch diejenigen, die den Islam annahmen, wurden Opfer grausamster Verfolgung.
Heimliche Gebete und die unerträglichen Qualen der Gefährten
So gibt es Überlieferungen bezüglich des Gebets und der Anbetung. In einer Überlieferung heißt es, dass der Heilige Prophet (saw) und Hadhrat Ali (ra) oft versteckt vor den Augen der Menschen in einem der Gebirgspässe von Mekka beteten. Dies taten sie eine ganze Weile lang. Irgendwann erfuhr Hadhrat Abu Talib davon und sah die beiden beten. Er fragte den Heiligen Propheten (saw): „O mein Neffe, was ist das für eine Religion, die du angenommen hast?“ Der Prophet (saw) antwortete: „O mein Onkel, dies ist die Religion Gottes, Seiner Engel, Seiner Gesandten und unseres Vaters Ibrahim (as). Gott hat mich mit dieser Religion als Gesandten zu Seinen Dienern geschickt. Und du, o mein Onkel, hast das größte Recht darauf, dass ich dich ermahnen und zur Rechtleitung rufen darf, und du verdienst es am meisten, diese anzunehmen und mich zu unterstützen.“
Daraufhin erwiderte Hadhrat Abu Talib: „O mein Neffe, ich kann die Religion meiner Vorväter nicht aufgeben. Aber solange ich lebe, soll dir von den Feinden kein Leid geschehen. Ich werde dich in jedem Fall unterstützen.“ Hadhrat Abu Talib fragte auch seinen Sohn Hadhrat Ali (ra), welchen Glauben er angenommen habe. Er antwortete: „Ich habe an Gott und Seinen Gesandten (saw) geglaubt. Ich habe bezeugt, was er gebracht hat, und ich bete mit ihm zu Gott.“ Daraufhin sagte Hadhrat Abu Talib: „Wahrlich, er ruft dich zu nichts anderem als zum Guten. Bleibe also stets an seiner Seite.“ Er wies seinen Sohn an, weiterhin bei ihm zu bleiben.
Wie ich bereits erwähnte, erlitten auch die Gefährten unfassbares Unrecht, weil sie Tauhid annahmen. Die Quraisch von Mekka setzten auf der einen Seite ihre gesamte Macht und politischen List ein, um den Heiligen Propheten (saw) auf diplomatischem Wege und durch Drohungen auf irgendeine Weise von der Verkündigung des Islam abzubringen. Auf der anderen Seite entfesselten sie gegen diejenigen, die den Islam annahmen, eine derartige Welle der Grausamkeit und Barbarei, dass die Feder nicht die Kraft hat, all die Details niederzuschreiben, noch jemand den Mut aufbringen könnte, dies alles in Worte zu fassen. Dennoch ist das, was überliefert wurde, mehr als ausreichend, um jeden Menschen zutiefst zu erschüttern.
Als Hadhrat Bilal den Glauben an den Gesandten Allahs (saw) annahm, wurde er auf grausamste Weise gequält. Wenn seine Peiniger in ihrer Folter besonders brutal vorgingen, rief Hadhrat Bilal stets: Ahad, Ahad, [Gott ist Einer]. Seine Peiniger forderten ihn auf: „Sag dasselbe, was wir sagen!“ Doch Hadhrat Bilal antwortete: „Meine Zunge ist nicht in der Lage, das auszusprechen, was ihr verlangt.“ In einer anderen Überlieferung heißt es, dass Hadhrat Bilal, während er gequält wurde und die Polytheisten versuchten, ihn auf ihre Seite zu ziehen, stets rief: Allah, Allah. Es wird berichtet, dass die Besitzer von Hadhrat Bilal ihn, nachdem er den Islam angenommen hatte, auf den heißen Boden zwangen, spitze Steine und eine Kuhhaut auf ihn warfen und sagten: „Dein Herr ist Lat und Uzza!“ Doch er erwiderte stets: Ahad, Ahad. Hadhrat Abu Bakr kam zu seinen Peinigern und rief: „Wie lange noch wollt ihr diesen Mann derart foltern?“ Hadhrat Abu Bakr kaufte Hadhrat Bilal für sieben Uqiyyah frei. Eine Uqiyyah entspricht vierzig Dirham, was bedeutet, dass er ihn für 280 Dirham kaufte und befreite.
Neben ihm gab es noch viele weitere wie Hadhrat Sumayyah, Hadhrat Ammar bin Yasir, Hadhrat Khabbab sowie dutzende andere Sklaven und freie Männer und Frauen, die wegen ihres Glaubens an Tauhid zu Zielscheiben der beschämenden und grausamen Folterungen der mekkanischen Ungläubigen wurden.
Demütigungen, Angriffe und das unerschütterliche Ehrgefühl für Tauhid
Die Ungläubigen von Mekka misshandelten nicht nur die schwachen Muslime, sondern auch das gesegnete Wesen des Heiligen Propheten (saw) blieb nicht verschont, wie bereits erwähnt wurde. Betrachtet man es genauer, so musste der Heilige Prophet (saw) die allermeisten Qualen und Schmerzen erdulden. Allein der Umstand, dass er, dessen Name Muhammad, also der Meistgepriesene war, spöttisch als Mudhammam – Gott bewahre – der Meistgetadelte bezeichnet wurde, war eine tiefe Kränkung. Der wahrhaftigste Mensch dieser Stadt wurde ein Betrüger und Lügner genannt. Jener, der der größte Wohltäter seines Volkes war, wurde als hinterlistig, habgierig und als Betrüger diffamiert. Er, der seine Jugend, seine Gesundheit und seine Tage und Nächte voll und ganz der Rechtleitung, der Reform und dem Wohl seines Volkes gewidmet hatte, wurde als Verrückter, Wahnsinniger und Kranker beschimpft. Manchmal legte man ein Tuch um seinen Hals und zog es so fest zu, dass er fast erstickte. Man bewarf ihn mit Steinen und schüttete Unrat über ihn.
Urwah bin Zubair berichtet: „Ich fragte Hadhrat Abdullah bin Amr bin al-Aas nach der schlimmsten Behandlung, die die Polytheisten dem Heiligen Propheten (saw) jemals zufügten. Er erzählte: ‚Einmal betete der Heilige Prophet (saw) im Hatim der Kaaba.‘“ Das Hatim ist der Bereich direkt neben der Kaaba, umgeben von einer kleinen Mauer. „‚Dort kam Uqbah bin Abi Mu'ait, schlang ein Tuch um den Nacken des Propheten (saw) und würgte ihn mit aller Kraft. Im selben Moment eilte Hadhrat Abu Bakr herbei, packte Uqbah an der Schulter, stieß ihn vom Heiligen Propheten (saw) weg und rief:
أَتَقْتُلُونَ رَجُلًا أَنْ يَقُولَ رَبِّيَ اللَّهُ
Wollt ihr einen Mann töten, nur weil er sagt, mein Herr ist Allah?‘“
Wir sehen auch – was schon oft erwähnt wurde –, dass er selbst in den Schlachten stets unerschütterliche Standhaftigkeit und Ehrgefühl für Tauhid zeigte. Das berühmte Ereignis aus der Schlacht von Uhud ist uns allen bekannt: Als Abu Sufyan namentlich nach dem Heiligen Propheten (saw), Hadhrat Abu Bakr (ra) und Hadhrat Umar (ra) rief und fragte: „Wo sind diese Leute?“, wies der Heilige Prophet (saw) alle an, nicht zu antworten. Eine Antwort hätte in jenem Moment aufgrund der geschwächten Lage der Muslime eine Gefahr darstellen können, daher befahl er zu schweigen. Daraufhin rief Abu Sufyan siegesgewiss: „Ruhm sei Hubal!“ Als er dies sagte, sprach der Heilige Prophet (saw) mit eindringlicher Aufforderung: „Gebt ihm eine Antwort!“ Die Gefährten fragten: „Was sollen wir antworten?“ Er sagte: „Sprecht: Allah ist am Höchsten und am Erhabensten.“ Abu Sufyan rief: „Wir haben Uzza, und ihr habt keine Uzza.“ Der Prophet (saw) befahl: „Antwortet ihm!“ Sie fragten: „Was sollen wir sagen?“ Er antwortete: „Sprecht: Unser Helfer ist Allah, und ihr habt keinen Helfer.“
Überall dort, wo das absolute Wesen Allahs und Sein Tauhid infrage gestellt wurden, kümmerte er sich um keinerlei Gefahr. Dies war das Ehrgefühl für Tauhid, das ihn dazu veranlasste, die Gefährten anzuweisen: „Sprecht: Allah ist am Höchsten und Erhabensten! Ihr lügt, Hubal hat keinen hohen Rang. Allah, ist einzig und hat keinen Partner, Er ist der Würdigste und Seine Majestät ist die Allerhöchste.“
Der wahre Rang des Heiligen Propheten (saw) und die wahre Erkenntnis Gottes
Nun lese ich ein Zitat des Verheißenen Messias (as), das es wert ist, immer wieder gelesen und gehört zu werden. Es zeigt uns den wahren Rang und Status des Heiligen Propheten (saw) in Bezug auf die Etablierung von Tauhid und dient uns als Leitfaden, wie wir das richtige Wissen und tiefes Verständnis dafür erlangen können. Er sagt:
„Insofern staune ich immer wieder darüber, wie erhaben der Rang dieses arabischen Propheten doch ist, dessen Name Muhammad – Tausende und Abertrausende von Segnungen und Friede seien auf ihm – lautet. Man kann das Ausmaß seines erhabenen Rangs nicht begreifen, ja es ist dem Menschen nicht gegeben, den Umfang seiner spirituellen Wirksamkeit einzuschätzen. Es ist bedauerlich, dass seinem Rang nicht jene Anerkennung zuteil wurde, wie es hätte sein sollen. Er ist der Held, der die der Welt abhandengekommene Tauhid in die Welt zurückgebracht hat; er liebte Gott bis zum Äußersten und seine Seele schmolz dahin aus Mitgefühl für die Menschheit. Also erhob Gott, Der das Geheimnis seines Herzens kannte, ihn über alle Propheten und über alle vorherigen und alle späteren und gewährte ihm zu seinen Lebzeiten alles, was er begehrte.“
Das ist die Schönheit dieser Sache: Er liebte Allah, den Erhabenen, auf die absolut höchste Weise und brachte gleichzeitig das maximale Mitgefühl für die Schöpfung auf, damit sie Allah näherkommen, auf der Einheit Gottes [Tauhid] standhaft bleiben und ihr diesseitiges Leben sowie ihr Jenseits verbessern. Er (as) führt weiter aus:
„Er ist es, der die Urquelle jeder Gnade ist, und jeder, der eine Überlegenheit beansprucht, ohne seine Gnade anzuerkennen, ist kein Mensch, sondern die Brut Satans, da ihm (dem Heiligen Propheten (saw)) der Schlüssel zu jeder Erhabenheit und die Schatzkammer jeglicher Erkenntnis gewährt wurde. Derjenige, der nicht durch ihn empfängt, ist auf ewig beraubt. Ich bin nichts und besitze nichts. Was bin ich und was ist mein Wert? Ich wäre undankbar, würde ich nicht gestehen, dass ich durch ebendiesen Propheten den wahren Tauhid gefunden habe. Ich habe die Erkenntnis des lebendigen Gottes durch ebendiesen vollkommenen Propheten und durch sein Licht gewonnen. Die Ehre des Zwiegesprächs und der Verbindung mit Gott, durch die ich Seines Antlitzes gewahr werde, ist mir durch ebenjenen großen Propheten gewährt worden. Die Strahlen dieser Sonne der Frühling fallen wie Sonnenschein auf mich und ich bin nur so lange erleuchtet, wie ich ihr zugewandt bin.“
Um also Allah, den Erhabenen, zu erreichen und wahren Tauhid zu erkennen, ist der Heilige Prophet (saw) heute das einzige Mittel. Er (as) sagt weiter:
„Diejenigen, die an der falschen Vorstellung festhalten, dass jemand, der nicht an den Heiligen Propheten (saw) glaubt oder Abtrünniger wird, trotzdem Erlösung erlangen kann und durch seinen Unglauben oder seinen Abfall vom Glauben keinen Schaden erleidet - der ist sich für gewiss der wahren Bedeutung von Tauhid nicht im Klaren. Der bloße Glaube, dass Er Einer ist, reicht nicht aus für die Erlösung; vielmehr hängt die Erlösung von zwei Dingen ab. Die vollkommene Überzeugung vom Wesen und der Einheit Gottes, des Allmächtigen. Eine vollkommene Liebe zum glorreichen Gott sollte so sehr das Herz durchdrungen haben, dass als Folge ihres Einflusses und ihrer Wirkmächtigkeit der Gehorsam gegenüber dem allmächtigen Gott wahrhaftig zur Freude des Herzens wird, ohne die zu leben es nicht in der Lage ist. Solch eine überwältigende Liebe muss vorhanden sein. Die Liebe zu Gott sollte die Liebe zu allem außer Ihm mit Füßen treten und auslöschen. Dies ist der wahre Tauhid, der niemals erreicht werden kann, ohne die Befolgung unseres Herrn und Meisters, Hadhrat Muhammad (saw).“
Warum kann sie ohne ihn nicht erreicht werden?
„Die Antwort ist, dass das Wesen Gottes transzendent ist, jenseits des Unsichtbaren, verborgen und äußerst geheim. Die Verstandeskräfte des Menschen können Ihn alleine nicht entdecken. Kein rationales Argument kann einen eindeutigen Beweis für Seine Existenz darstellen, denn Reichweite und Zugang der Vernunft sind darauf beschränkt, dass durch das Räsonieren über die geschaffenen Wesen im Universum die Notwendigkeit eines Schöpfers erkannt wird. Die Notwendigkeit Seiner Existenz anzuerkennen ist jedoch eine Sache, eine völlig andere ist, auf die Stufe von ʿainu l-yaqīn [Gewissheit durch Sehen] zu gelangen, und zu erkennen, dass Gott, dessen Existenz anerkannt wurde, tatsächlich existiert.“
Es reicht nicht aus, einfach zu sagen, dass es einen Schöpfer geben muss. Wer Er ist und dass Er der Lebendige Gott ist – diese Erkenntnis erhält man nur, wenn man sich mit dem Heiligen Propheten (saw) verbindet. Weiter heißt es:
„Da die Methodik der Vernunft indes unvollkommen, unvollständig und zweifelhaft ist, können nicht einmal die Philosophen allein durch die Vernunft Gott erkennen. Eher noch werden die meisten Menschen, die Gott allein durch den Gebrauch der Vernunft zu bestimmen versuchen, letztlich zu Atheisten. Ihre Betrachtungen über die erschaffenen Dinge auf der Erde und im Himmel können ihnen überhaupt nichts nützen.“ [Das Wesen der Offenbarung, S. 195 (dt. Übersetzung)]
Genau das beobachten wir heute: Viele gebildete Menschen unter den Muslimen werden zu Atheisten und leugnen die Existenz Gottes, da sie es einfach nicht begreifen. Sie haben sich nicht mit dem Heiligen Propheten (saw) verbunden, um über seine Lehren nachzudenken. Er sagt weiter:
„Sie verspotten und verhöhnen die Auserwählten Gottes und behaupten: ‚Es gibt Tausende von Dingen auf der ganzen Welt, deren Existenz wir nicht als nützlich befinden, ja unsere Forschungen über dieselben weisen nicht auf eine Schöpferkraft hin, welche die Existenz eines Schöpfers beweisen würde; im Gegenteil, die Existenz dieser Dinge ist völlig sinnlos und nutzlos.‘“ [Das Wesen der Offenbarung, S. 195 (dt. Übersetzung)]
– Sie argumentieren, es gebe keinen Schöpfer, da nicht alles einen offenkundigen Zweck habe. Weil sie den Nutzen nicht begreifen, ziehen sie solche Schlüsse. Er (as) sagt weiter:
„Es ist bedauerlich, dass solche unwissenden Menschen nicht begreifen, dass der Mangel an Wissen über eine Sache nicht bedeutet, dass sie nicht existiert. Es gibt heutzutage Hunderttausende von Menschen auf der Welt, die sich als kundige Intellektuelle und Philosophen verstehen, doch nachdrücklich die Existenz des allmächtigen Gottes leugnen. Offenkundig ist, hätten sie ein überzeugendes rationales Argument gefunden, sie hätten die Existenz des allmächtigen Gottes nicht geleugnet. Noch hätten sie die Existenz Gottes, des Allmächtigen, mit äußerster Schamlosigkeit, Verachtung und Spott abgelehnt, – das heißt, dann wären sie mundtot – wären sie durch ein unwiderlegbares rationales Argument für die Existenz des glorreichen Schöpfers eines Besseren belehrt worden. [Das Wesen der Offenbarung, S. 195 (dt. Übersetzung)]
Insofern kann niemand vom Sturm der Zweifel befreit werden, wenn er an Bord der Arche der Philosophen ist; vielmehr würde er sicherlich ertrinken und für immer des Elixiers des reinen Tauhid beraubt bleiben. Denket nun darüber nach, wie falsch und verdorben die Vorstellung ist, dass ohne den Heiligen Propheten (saw) Tauhid, und somit Erlösung, erlangt werden kann. O Unwissende! Wie kann der Glaube an Seinen Tauhid existieren, wenn es keine vollkommene Gewissheit über die Existenz Gottes gibt? Seid darum sicher, dass der Glaube an die Einheit Gottes nur durch einen Propheten erlangt werden kann; ganz so, wie unser Heiliger Prophet (saw) die Atheisten und Anhänger falscher Religionen Arabiens von der Existenz Gottes, des Allmächtigen, dadurch überzeugte, dass er ihnen Tausende von himmlischen Zeichen zeigte. Bis heute zeigen die wahren und vollkommenen Anhänger des Heiligen Propheten (saw) den Atheisten diese Zeichen.“ [Das Wesen der Offenbarung, S. 195 (dt. Übersetzung)]
Auch heute präsentieren wir diese Zeichen.
„Es ist wahr, solange ein Mensch nicht die lebendigen Kräfte des lebendigen Gottes wahrnimmt, weicht weder Satan von seinem Herzen noch dringt der wahre Tauhid in sein Herz ein, noch kann er mit Gewissheit von der Existenz Gottes überzeugt sein. Und dieser reine und vollkommene Tauhid kann nur durch den Heiligen Propheten (saw) erlangt werden.“ [Das Wesen der Offenbarung, S. 196 (dt. Übersetzung)]
Aufruf zum Gebet im Ramadan
Dies ist der wahre Tauhid, nach dem wir streben müssen und auf dessen Suche wir uns begeben sollten. Wir müssen alles daransetzen, unseren Glauben auf ein Niveau zu heben, auf dem wir für jedes Opfer bereit sind. Wir müssen eine wahre Liebe zum Heiligen Propheten (saw) in uns entfachen. In diesem Zeitalter hat Allah, der Erhabene, den wahrhaften Diener des Heiligen Propheten (saw) gesandt, um das Werk der Etablierung von Tauhid fortzuführen. Für ebendiesen Zweck haben wir sein Bai’at (Treuegelübde) abgelegt. Deshalb müssen wir uns mit voller Kraft bemühen, dieser Verantwortung gerecht zu werden, und auch intensiv dafür beten. Besonders in den verbleibenden Tagen des Ramadan sollten wir beten, dass wir bei der Etablierung von Tauhid und durch unser Ehrgefühl dafür an vorderster Front stehen. Möge Allah uns dazu befähigen und unsere Schwächen beseitigen.
Beten Sie auch für die muslimische Umma, wie ich bereits letzten Freitag betonte. Mögen auch sie wahren Tauhid verstehen und danach handeln. Nur darin liegt ihr Fortbestand. Nur so können sie sich vor den hinterlistigen Intrigen der Feinde schützen. Möge Allah ihnen diese Fähigkeit verleihen.
Totengebet in Abwesenheit für Zikrullah Tayo Ayyuba Sahib
Nach dem Gebet werde ich ein Totengebet in Abwesenheit für den ehrenwerten Zikrullah Tayo Ayyuba Sahib, einen Murabbi Silsila, leiten, der kürzlich im Alter von 80 Jahren verstorben ist.
إِنَّا لِلّهِ وَإِنَّـا إِلَيْهِ رَاجِعونَ
[„Wahrlich, Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.“]
Durch die Gnade Allahs war er ein Musi. Er stammte aus Nigeria. 1965 nahm er die Ahmadiyyat durch einen Traum an. 1966 trat er in das Missionary Training College in Ghana ein. Nachdem er dort seine Grundausbildung abgeschlossen hatte, kehrte er 1969 nach Nigeria zurück. Nach einem Jahr der Dienstzeit wurde er 1970 an der Jamia Ahmadiyya Rabwah zugelassen, um den Shahid-Abschluss zu erwerben. 1977 legte er auch die Prüfung zum „Maulawi Fadhil“ ab. 1979 erlangte er den Shahid-Abschluss, kehrte danach nach Nigeria zurück und begann dort seinen Dienst bis zu seinem Tod. Er hat rund 47 Jahre lang gedient.
Er wurde an verschiedenen Orten in Nigeria eingesetzt. Er diente zudem als Naib Amir [Stellvertretender Amir] von Nigeria. Er besaß auch einen Postgraduierten-Abschluss in Journalismus, weshalb er auch in diesem Bereich sehr aktiv war. Er war ebenfalls der Direktor der Jamia-tul-Mubashireen in Nigeria – zunächst stellvertretend, dann drei bis vier Jahre lang als Direktor. Er war ein hervorragender Sportler und hatte eine große Leidenschaft für den Sport, ließ diesen jedoch niemals zum Hindernis für seine Gebete werden. Er war ein begnadeter Autor, ein Sprachexperte und ein Dichter. Zu den Hinterbliebenen zählen neben seiner Ehefrau drei Söhne und fünf Töchter. Sein jüngster Sohn, Abdul Mujeeb Sahib, dient derzeit in Nigeria als Missionar der Gemeinde und ist darüber hinaus Koordinator von „The Review of Religions“ in Nigeria. Er hat sein Leben in den Dienst der Religion gestellt.
Der Missionary In-charge, Tahir Adnan Sahib, berichtet, dass der Verstorbene ein äußerst frommer, gehorsamer Mensch war, der jederzeit bereit war, der Jamaat zu dienen. Er erzählt: „Ich hatte über 20 Jahre lang die Möglichkeit, ihn aus der Nähe zu beobachten. In dieser Zeit durfte ich viele Beispiele seines edlen Charakters, seiner Bescheidenheit, seiner Demut sowie seiner außergewöhnlichen Treue und seines Gehorsams gegenüber dem Khilafat und dem System der Jamaat bezeugen.“ Weiter sagt er: „Als ich zum Missionary In-charge wurde, war er älter als ich, doch er gehorchte meinen Anweisungen mit vollkommener Treue, Verantwortungsbewusstsein und absolutem Gehorsam und handelte auch danach.“
Auch Yusuf Khaliq Sahib, ebenfalls Murabbi Silsila, berichtet, dass er als Direktor außerordentlichen Wert auf die moralische Erziehung [Tarbiyyat] der Studenten legte. Er förderte in ihnen das Verantwortungsbewusstsein und ermahnte sie stets, bei keiner Aufgabe Entschuldigungen vorzubringen. Auf die sofortige Umsetzung der Anweisungen des Kalifen der Zeit legte er besonderen Nachdruck. Zur praktischen Erziehung schickte er die Studenten auch auf Tabligh-Reisen. Bei jeder Aufgabe ging er stets mit seinem eigenen Beispiel voran, was einen tiefen Eindruck im Leben der Studenten hinterließ.
Auch ich selbst habe ihn gesehen. Er war ein zutiefst aufrichtiger und loyaler Mensch und voller Bescheidenheit. Möge Allah ihm mit Vergebung und Barmherzigkeit begegnen und seine Ränge erhöhen.
Aktionsplan Missionary Incharge Büro
Wöchentlicher Umsetzungsplan basierend auf der Khutba
Die Anstrengungen Und Das Ehrgefühl Des Heiligen ProphetenSAW Für Das Tauhid [Einheit Gottes]
اِنَّمَا الۡمُؤۡمِنُوۡنَ اِخۡوَۃٌاَتَقۡتُلُوۡنَ رَجُلًا اَنۡ یَّقُوۡلَ رَبِّیَ اللّٰہُ
اللّٰهُمَّ إِلَيْكَ اَشْكُوْ ضُعْفَ قُوَّتِيْ وَ قِلَّةَ حِيْلَتِيْ وَهَوَا نِيْ عَلَى النَّاسِ اللّٰهُمَّ يَا اَرْحَمَ الرَّاحِمِيْنَ اَنْتَ رَبُّ الْمُسْتَضْعَفِيْنَ وَأَنْتَ رَبِّيْ ۔
„O mein Herr! Nur Dir klage ich meine Hilflosigkeit und Unfähigkeit, und meine Hilflosigkeit gegenüber den Leuten. O mein Gott! Du bist der Barmherzigste und Du bist der Hüter und Beschützer der Schwachen und Hilflosen und nur Du bist mein Schöpfer…Ich erbitte Zuflucht im Lichte Deines Angesichts. Denn Du bist es, Der die Finsternis vertreibt und die Menschen zu Erben der Schätze dieser und der nächsten Welt macht.“
„Entwickeln Sie in Sich auch eine wahrhaftige Liebe für den Heiligen ProphetenSAW! […] In diesen verbleibenden Tagen des Ramadhan sollten wir insbesondere dafür beten, dass wir in der Etablierung des Tauhid sowie dem Ehrgefül dafür an vorderster Stelle stehen.“
Umsetzungsplan für diese Woche
Tatplan der Woche
Checkliste für den Alltag
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✓Bete in den verbleibenden Tagen des Ramadan intensiv für die muslimische Umma, damit sie den wahren Tauhid versteht und vor Intrigen geschützt wird.
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✓Entfache eine tiefere Liebe zum Heiligen Propheten (saw), indem du vermehrt Durood (Segenswünsche) sprichst und über seine beispiellose Opferbereitschaft nachdenkst.
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✓Verinnerliche den wahren Tauhid in deinem Alltag, indem du bereit bist, für deinen Glauben Opfer zu bringen und weltlichen Dingen keinen Vorrang vor Allah gibst.
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✓Studiere die Schriften des Verheißenen Messias (as), um rationale und spirituelle Argumente gegen Atheismus zu erlernen und deine eigene Gotteserkenntnis zu stärken.