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Ansprache Lesen
Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.
Zusammenfassung
Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
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MTA GermanyDeutsche Übersetzung
Einleitung: Das Verhältnis zwischen Welt und Religion
In der Freitagsansprache vom 20. März 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba):
Da ich heute bereits die Eid-Khutba gehalten habe, werde ich nun eine kurze Khutba halten. Hierfür habe ich ein Zitat des Verheißenen Messias (as) gewählt, dem wir stets unsere Aufmerksamkeit widmen sollten. Er sagt, dass die weltlichen Beziehungen eines Gläubigen, je weitreichender sie sind, zu einer Erhöhung seiner Ränge führen würden, da sein oberstes Ziel die Religion ist. Weltliche Bindungen sind deshalb gut, wenn ihr eigentlicher Zweck der Glaube ist – das heißt, alle weltlichen Beziehungen sollten einzig und allein der Religion dienen. Dies ist das Kennzeichen eines Gläubigen; für ihn fungieren die Welt, ihr Reichtum und ihr Ansehen stets als Diener der Religion.
Die Welt als Mittel zum Zweck des Glaubens
Die Essenz besteht folglich darin, dass die Welt kein Selbstzweck sein darf. Vielmehr muss beim Streben nach der Welt die eigentliche Absicht auf die Religion gerichtet sein. Wenn man nach der Welt strebt, sollte der Antrieb dahinter darin bestehen, dass unser Glaube dadurch gestärkt wird und wir der Religion dienen können. Das weltliche Streben darf nur der Förderung des Glaubens dienen und nicht dazu, durch verfehlte Handlungen sowohl das Diesseits als auch das Jenseits zu ruinieren. Ganz im Gegenteil: Wir sollten nach der Welt streben, um unser Jenseits und unseren Glauben zu vervollkommnen.
Das Gleichnis von der Reise
Weiterhin führte er aus, dass die Welt auf eine Weise erworben werden sollte, dass sie zur Dienerin der Religion wird. Es verhält sich wie bei jemandem, der für eine Reise von einem Ort zum anderen ein Reittier und Proviant mitnimmt. Sein eigentliches Ziel ist es, den Bestimmungsort zu erreichen, und nicht das Reittier selbst oder die Anforderungen der Reise. All diese Dinge, die wir mitnehmen, um uns die Reise zu erleichtern, dienen allein dem Zweck, die Fahrt angenehm zu gestalten und sicher am Ziel anzukommen – nicht aber dem bloßen Vergnügen während der Reise. Er betonte, dass der Mensch auf genau diese Weise nach der Welt streben solle, sie jedoch stets als Dienerin des Glaubens begreifen müsse.
Die göttliche Lehre des Gebets
Allah hat uns folgendes Gebet gelehrt:
رَبَّنَاۤ اٰتِنَا فِی الدُّنۡیَا حَسَنَۃً وَّفِی الۡاٰخِرَۃِ حَسَنَۃً وَّقِنَا عَذَابَ النَّارِ
Das bedeutet: O Allah, segne uns mit den guten Dingen dieser Welt und gewähre uns ebenso die guten Dinge des Jenseits.
Er erklärt, dass Allah bei dieser Lehre
رَبَّنَاۤ اٰتِنَا فِی الدُّنۡیَا حَسَنَۃً وَّفِی الۡاٰخِرَۃِ حَسَنَۃً
ebenfalls der Welt den Vorrang eingeräumt hat, doch welcher Welt? Er hat das Diesseits an die erste Stelle gesetzt, doch aus welchem Grund und welches Diesseits ist gemeint? Gemeint ist die „ḥasanatu d-dunyā“ – das Gute des Diesseits, das zu den guten Dingen im Jenseits führt. Eine Welt, durch deren Erwerb man auch im Jenseits profitiert; wir sollten weltliche Güter erlangen, die im Jenseits zum Guten führen, anstatt uns dort Beschämung einzubringen. Denn wenn wir uns voll und ganz in den weltlichen Dingen verlieren, werden wir unweigerlich mit Schande konfrontiert.
Rechtschaffenes Streben und gesellschaftliche Verantwortung
Er führt weiter aus, dass aus der Lehre dieses Gebetes deutlich hervorgeht, dass ein Gläubiger beim weltlichen Streben stets die „ḥasanatu l-āḫira“ – das Gute des Jenseits – im Blick behalten muss. Gleichzeitig beinhaltet der Begriff „ḥasanatu d-dunyā“ all jene vortrefflichen Mittel zum Erwerb der Welt, die ein gläubiger Muslim anwenden sollte. Erlangt die Welt auf jedem Weg, der ausschließlich Güte und Vortrefflichkeit mit sich bringt, und meidet Methoden, die euren Mitmenschen Leid zufügen oder unter euresgleichen zu Schande und Entehrung führen. Eine derartig erworbene Welt wird zweifellos die Ursache für die „ḥasanatu l-āḫira“ sein. Strebt nach einer Welt, die nicht nur euch selbst, sondern der gesamten Menschheit von Nutzen ist. Begeht in dieser Welt keine Handlungen, die für euch, eure Familie oder eure Angehörigen eine Schande darstellen. Führt vielmehr ein reines, makelloses Leben, das von Tugendhaftigkeit und Gottesfurcht geprägt ist. Wenn ihr ein solches Leben führt und eure Lebenszeit darauf verwendet, eine derartige Welt zu erwerben, dann wird sie euch sowohl im Diesseits als auch im Jenseits belohnen.
Die heutige Lage der Welt und der Abgrund der Zerstörung
In der heutigen Zeit, da die Welt im Allgemeinen nur auf das Erreichen ihrer eigenen Ziele und Vorteile fixiert ist, werden persönliche Interessen in den Vordergrund gestellt. Betrachtet man die Nationen, so sorgt sich jede nur um ihr eigenes Volk und nicht um die Menschheit als Ganzes. Indem sie sich diesem Verhalten hingeben, bereiten diese Menschen die Mittel für ihr eigenes Verderben vor. Unter solchen Umständen sollten wir unser Augenmerk darauf richten, Allah um die guten Dinge sowohl für das Diesseits als auch für das Jenseits zu bitten. Gerade in diesen Zeiten ist es von äußerster Notwendigkeit, dass wir dem unsere volle Aufmerksamkeit widmen, damit wir unser Diesseits und unser Jenseits verschönern und vor jeglicher Art von Unheil bewahrt bleiben. Wie ich bereits erwähnte, steuert die Welt auf einen Abgrund der Zerstörung zu. Möge Allah uns davor bewahren.
Segenswünsche und Abschluss
Möge Allah uns die Befähigung verleihen, unsere Taten fortwährend zu verbessern, und uns die Gnade erweisen, in dieser Hinsicht stets zu beten, wie ich es soeben in der Khutba erwähnt habe. Möge Allah uns die Fähigkeit verleihen, diese guten Dinge wahrhaftig zu erlangen, möge Er uns zu den vortrefflichsten Gebeten befähigen und diese auch erhören.
Tatplan der Woche
Checkliste für den Alltag
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✓Überprüfe diese Woche deine Absichten bei weltlichen Zielen und stelle sicher, dass sie letztlich dem Glauben dienen.
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✓Rezitiere regelmäßig das qur'anische Gebet 'Rabbana atina fid-dunya hasanatan...' in deinen täglichen Gebeten.
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✓Achte im Alltag darauf, nur rechtschaffene Mittel zum Erwerb von Wohlstand zu nutzen, die niemandem schaden.
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✓Setze eine konkrete Tat der Güte um, die nicht nur dir selbst, sondern deiner Familie oder der Gesellschaft nützt.
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✓Bete inständig für die Menschheit, damit sie vor dem drohenden Unheil und der Zerstörung bewahrt bleibt.